2.16.005 Mittleres Murgtal

Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen in den Gemarkungen Forbach, Gausbach, Bermersbach, Langenbrand, Au, Weisenbach, Reichental, Hilpertsau, Lautenbach, Scheuern, Landkreis Rastatt (Rastatter Tageblatt vom 13. Juli 1940 und Amtsblatt "Der Führer" vom 15. Juli 1940).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Naturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Dritten Änderungsgesetzes vom 20. Januar 1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Ermächtigung des Ministers des Kultus und Unterrichts als höhere Naturschutzbehörde in Karlsruhe für den Bereich des mittleren Murgtales zwischen Raumünzach und Gernsbach, in den oben angegebenen Gemarkungen im Landkreis Rastatt folgendes verordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte bei dem Minister des Kultus und Unterrichts als höhere Naturschutzbehörde in Karlsruhe mit roter Farbe eingetragenen Landschaftsteile im Bereich der Gemarkungen Forbach, Gausbach, Bermersbach, Langenbrand, Au, Weisenbach, Reichental, Hilpertsau, Lautenbach und Scheuern, Landkreis Rastatt werden in dem Umfange, der sich aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

Es ist verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte durch besonders rote Umrahmung kenntlich gemachten Landschaftsteile Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.

Im besonderen ist untersagt:

·               a) die Anlage von Bauwerken aller Art (Verkaufsbuden, Wochenendhäuser, Drahtleitungen u.a.), soweit sie nicht der Ausübung der Land- oder Forstwirtschaft oder eines bodenständigen Gewerbes dienen, wobei jedes diesbezügliche Bauvorhaben der Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde bedarf;

·               b) das Ablagern von Schutt, Müll und dergl.;

·               c) das Anbringen von Werbezeichen und Inschriften, soweit diese nicht auf die Landschaftsschutzmaßnahmen hinweisen oder als Wegweiser erforderlich sind;

·               d) die Beschädigung oder Entfernung der innerhalb des Landschaftsteiles gelegenen Felsen oder der für die Erscheinung der Felsen charakteristischen Baumgruppen, Einzelbäume usw.;

·               e) die Beseitigung vorhandener Feldgehölze oder Hecken;

·               f) die Anlegung neuer Steinbrüche, soweit diese nicht als Kleinbetriebe den gemeindlichen Bedürfnissen zur Unterhaltung der Gemeindewege usw. dienen;

·               g) die Ausführung von Großkahlschlägen.

Unberührt bleibt die wirtschaftliche Nutzung, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widerspricht.

§ 3

Ausnahmen von den Vorschriften in § 2 können von mir in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 4

Wer den Bestimmungen des § 2 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 5

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsverkündiger für den Landkreis Rastatt in Kraft.

Rastatt, den 10. Juli 1940

Der Landrat

als untere Naturschutzbehörde

Änderungen:

            Durch VO vom 21.11.1991 (NSG 2.145 "Lautenfelsen") Fläche um 52 ha verringert.

            Durch VO vom 22.12.2000 (NSG 2.222 "Kaltenbronn") Fläche um 169 ha verringert.

            Durch VO vom 18.12.2002 (NSG 2.224 "Eyach- und Rotenbachtal") Fläche um 39 ha verringert.