2.25.004 Hasbachtal

Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Bereich des Hasbachtales, Gemarkungen Mosbach und Lohrbach, Kreis Mosbach (Amtsverkündiger für den Kreis Mosbach "Volksgemeinschaft", Datum unbekannt).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Zweiten Ergänzungsgesetzes vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Ermächtigung des Ministers des Kultus und Unterrichts als höhere Naturschutzbehörde in Karlsruhe für den Bereich der Gemarkungen Mosbach und Lohrbach, Kreis Mosbach, folgendes verordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte bei dem Minister des Kultus und Unterrichts als höhere Naturschutzbehörde in Karlsruhe mit roter Farbe eingetragenen Landschaftsteile im Bereich der Gemarkungen Mosbach und Lohrbach, Kreis Mosbach (Hasbachtal) werden in dem Umfange, der sich aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

Es ist verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte durch besondere rote Umrahmung kenntlich gemachten Landschaftsteile Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten. Unter das Verbot fallen die Anlage von Bauwerken aller Art, von Hochspannungsleitungen, Verkaufsbuden, Zelt- und Lagerplätzen, Müll- und Schuttplätzen, Steinbrüchen sowie das Anbringen von Inschriften und dergleichen, soweit letztere nicht auf die Landschaftsschutzmaßnahmen hinwiesen.

Vorbehalten bleibt:

1.            der künftige Ausbau der das Schutzgebiet durchziehenden Straßen,

2.            die bisherige forstwirtschaftliche und landwirtschaftliche Nutzung jedoch mit folgenden Einschränkungen:
a) der bestehende Waldtrauf darf nicht durch größere Kahlhiebe oder durch Neubegründung standortsfremder Nadelholzbestände gestört werden,
b) das Ufergehölz ist zu erhalten, soweit es nicht teilweise oder ganz beseitigt werden muß, um Hochwasserschäden vorzubeugen. Wird eine derartige Beseitigung auf längere Strecken (20 m und mehr) von der örtlichen Wasserbaubehörde (Wasserwirtschaftsamt) als nötig erachtet, so hat sich diese Stelle mit der unteren Naturschutzbehörde in Verbindung zu setzen. Wird Einigung nicht erzielt, so entscheidet das Finanz- und Wirtschaftsministerium
- Abteilung für Landwirtschaft und Domänen - im Benehmen mit der Höheren Naturschutzbehörde, inwieweit der Wasserschutz die Entfernung des Ufergehölzes verlangt. Ersatzpflanzung soll in diesen Fällen nach Möglichkeit durchgeführt werden.

§ 3

Ausnahmen von den Vorschriften in § 2 können von mir in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 4

Wer den Bestimmungen des § 2 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 5

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe in der "Volksgemeinschaft" (Amtsverkündiger für den Kreis Mosbach) in Kraft.

Mosbach, den 8. Mai 1940

Der Landrat

als untere Naturschutzbehörde

Dr. Compter

Änderung:

Durch VO vom 16.12.1994 (NSG "Landschaft um den Heppenstein" und LSG 2.25.034 "Klingengrabental") Fläche um 14 ha verkleinert.