2.25.008 Winterhauch - Katzenbuckel

Verordnung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis über das Landschaftsschutzgebiet "Winterhauch-Katzenbuckel" vom 05. Mai 1992 (Amtsbl. Neckargerach-Waldbrunn vom 07.06.1992).

Auf Grund §§ 22, 58 Abs. 3 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatschG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Gesetz (Biotopschutzgesetz) vom 19. November 1991 (GBl. S. 701), wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Waldbrunn werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Winterhauch-Katzenbuckel".

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 290 ha.

 (2) Das Schutzgebiet umfaßt nach dem Stand vom Oktober 1989 auf dem Gebiet der Gemeinde Waldbrunn folgende Gewanne ganz oder teilweise:

·               Gemarkung Waldkatzenbach:
Unteres Ebnet, Oberes Ebnet, Im Ebnet, Meisenbrunnen, Winterwies, Gaffstein, Altenäcker, In den Morgen, Steinbruch, Frohnberg, Winterfeld, Gramfeld, Schrotstock sowie Gemeindewald Distrikt I Eichwald, Gemeindewald Distrikt XIX Schrotstock, Gemeindewald Distrikt XX Katzenbuckel;

·               Gemarkung Oberdielbach:
Erlenheumatten, Potzmannsklinge sowie Gemeindewald Distrikt XVIII Steckbauernwald.

 (3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1 : 25 000 mit durchgezogener grüner Linie flächig grau und in fünf Detailkarten im Maßstab 1 : 5 000 mit grüner, grau angeschummerter Linie, erstellt durch das Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis vom 15.12.1987 eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten ist beim Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Mosbach und beim Bürgermeisteramt Waldbrunn zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist

1.die Erhaltung und Sicherung eines charakteristischen Landschaftsbestandteiles des Winterhauchs mit dem Katzenbuckel als höchster Erhebung im Odenwald,

2.die Erhaltung und Entwicklung einer traditionellen Bodennutzung, deren charakteristischer Wechsel von Wald, Feldfluren, Grünland und Sukzessionsflächen die Eigenart, Schönheit und Vielfalt dieser Kulturlandschaft entscheidend mitbestimmt.

Wesensmerkmale dieser Landschaft sind insbesondere:

·               die Waldungen der Kuppe und der nördlichen Hangflächen mit z.T. naturnahen buchenreichen Waldgesellschaften

·               die Hangbereiche im Westen, Süden und Osten des Schutzgebietes mit ihrer vielfältigen Naturausstattung, geprägt durch das kleinräumig bewegte Relief, Quellhorizonte mit Feuchtbereichen, ausgedehnte Wiesenflächen, Heckenzüge, Gebüschgruppen und markante Einzelbäume

·               das ehemalige Steinbruchgelände mit seinem erdgeschichtlich bedeutsamen Aufschluß und einem vielfältigen Standortmosaik von trockenen bis nassen Bereichen, die mit Pflanzengesellschaften unterschiedlicher Entwicklungsstufen bewachsen sind,

3.die Erhaltung und Entwicklung des Landschaftscharakters (gemäß Nrn. 1 und 2) so daß:

·               die landschaftliche Eigenart und Vielfalt, die Feld-Wiese-Wald-Verteilung und die herkömmliche Bodennutzung nicht wesentlich verändert werden und somit der hohe Erholungswert des Schutzgebietes erhalten bleibt

·               die Lebensräume und Nahrungsstätten der heimischen Tier- und Pflanzenarten nicht beeinträchtigt werden

·               die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, insbesondere Wasser- und Bodenschutz, nachhaltig gesichert wird

·               der für Forschung und Lehre bedeutsame Aufschluß erhalten bleibt.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.             Errichten von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder dem Errichten gleichgestellte Maßnahmen;

2.             Errichten von Einfriedigungen;

3.             Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.             Abbauen, Entnehmen oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder das Verändern der Bodengestalt auf andere Weise;

5.             Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;

6.             Anlegen oder Ändern von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

7.             Anlegen oder Ändern von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;

8.             Anlegen oder Ändern von Flugplätzen;

9.             Fahren mit Geländefahrrädern mit Grobprofil (z.B. Mountain-Bikes) außerhalb von befestigten Wegen sowie Betreiben von Motorsport, Ultraleichtflugzeugen, motorgetriebenen Schlitten, Modellbooten und -flugzeugen;

10.        Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen, Abstellen von Kraftfahrzeugen und das mehrtägige Zelten außerhalb zugelassener Plätze;

11.        Verankern von Wohnbooten, Bojen und anderen schwimmenden Anlagen;

12.        Herstellen, Beseitigen oder Umgestalten fließender oder stehender Gewässer, auch wenn dafür keine wasserrechtliche Entscheidung erforderlich ist;

13.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

14.        Kahlschlag von Wald
a)  auf einer Fläche von mehr als 1 ha im Bereich oberhalb des Katzenbuckelrundweges;
b)  auf einer Fläche von mehr als 4 ha im übrigen Waldbereich;

15.        Neuaufforstungen, Umwandlung von Wald;

16.        Anpflanzen von nicht standortheimischen Gehölzen, einschließlich Anpflanzen von Christbaumkulturen und Ballenware;

17.        Anlegen von Kleingärten;

18.        Umbrechen von Dauergrünland in Acker oder zur Neueinsaat;

19.        Beseitigen oder Ändern von wesentlichen Landschaftsbestandteilen, insbesondere von Bäumen, Hecken, Gebüschen, Feld-. und Ufergehölzen, Schilf- und Rohrbeständen und sonstigen Feuchtgebieten.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

 (4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

 (5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Grundstücke mit Ausnahme des Vorbehalts nach § 5 Abs. 2 Nr. 14a;

2.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke mit Ausnahme der Vorbehalte nach § 5 Abs. 2 Nrn. 16, 18, 19;

3.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei;

4.            für die ordnungsmäßige Unterhaltung der Straßen, Wege und Plätze, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 19;

5.            für die ordnungsmäßige Unterhaltung von Gewässern im Rahmen einer naturnahen Behandlung, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 19;

6.            für Schutzzäune an Verkehrswegen;

7.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

8.            für Flächen und Anlagen im Sinne von § 38 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz in der Fassung vom 12.03.1987;

9.            für die ordnungsmäßige Unterhaltung und Instandsetzung der im Schutzgebiet rechtmäßig bestehenden
a) Fernmeldeleitungen und Richtfunkanlagen der Deutschen Bundespost,
b) Energieversorgungsanlagen,
c) dem öffentlichen Schienenverkehr dienenden Einrichtungen,
d) Wasserversorgungs- und Abwasseranlagen,

ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 19.

§ 7 Schutz- und Pflegemaßnahmen

Schutz- und Pflegemaßnahmen werden je nach Erfordernis durch die untere Naturschutzbehörde festgelegt.

§ 8 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 9 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 10 Inkrafttreten

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 (2) Gleichzeitig treten folgende Verordnungen außer Kraft:

1.            Verordnung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis über das Landschaftsschutzgebiet "Katzenbuckel" und zur Einschränkung des Gemeingebrauchs am Katzenbuckelsee vom 01. Juni 1987;

2.            Verordnung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis über die einstweilige Sicherstellung des geplanten Landschaftsschutzgebietes "Winterhauch-Katzenbuckel" vom 15. Januar 1990, verlängert durch die Verordnung vom 05. Februar 1992.

Mosbach, den 05. Mai 1992

Neckar-Odenwald-Kreis

Landratsamt

- Untere Naturschutzbehörde -

In Vertretung

gez. Schlüter

Erster Landesbeamter

Änderung:

Verordnung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis zur Änderung der Verordnung vom 5. Mai 1992 über das Landschaftsschutzgebiet "Winterhauch-Katzenbuckel" vom 2. August 1999 (Amtsblatt Neckargerach-Waldbrunn - ohne Datum).

Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 59 Abs. 6 des Naturschutzgesetzes in der Fassung vom 29. März 1995 (GBl. S. 385) wird verordnet:

Artikel 1

 (1) Die Verordnung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis über das Landschaftsschutzgebiet "Winterhauch-Katzenbuckel" vom 5. Mai l 992 wird im Bereich der Gemarkung Waldkatzenbach; Gewanne "Winterfeld,", "Frohndberg", "Hoffeld", "Am Buckel" und "Bad" geändert. Die Änderungen im einzelnen ergeben sich aus den dieser Verordnung beiliegenden Katasterplankarten.

 (2) Die Gesamtfläche des Landschaftsschutzgebietes verringert sich um 1,546 ha. § 2 Abs. 1 der Verordnung vom 5. Mai 1992 erhält daher folgende Fassung:

"Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 288,5 ha."

Artikel 2

 (1) Dieser Verordnung liegen die neugefassten Katasterplankarten, Nr. 6520.8 (Katzenbuckel, Blatt-Nr. 4) und Nr. 6520.9 (Waldbrunn, Blatt-Nr. 5) im Maßstab 1 : 5 000 mit Änderungsdatum vom 20. Januar 1998 bei. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung.

 (2) Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Mosbach untere Naturschutzbehörde - zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten, niedergelegt., Sie kann auch beim Bürgermeisteramt Waldbrunn eingesehen werden.

Artikel 3

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündigung in Kraft.

Mosbach, 2. August 1999

Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis

Untere Naturschutzbehörde

Detlef Piepenburg, Landrat