2.25.016 Wacholder und Brücklein

Verordnung zum Schutz von Landschaftsteilen im Gewann "Wacholder" auf Gemarkung Bretzingen und Gewann "Brücklein" auf Gemarkung Hardheim im Landkreis Buchen i.Odw. (Amtsblatt für den Landkreis Buchen Nr. 13 vom 5. Juli 1956)

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des 3. Änderungsgesetzes vom 20. Januar 1938 (RGBl. I S. 36), des § 13 der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16. September 1938 (RGBl. I S. 1184) und der Verordnung des Kultusministeriums zur Änderung der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 19.3.1956 (Ges.Bl. für Baden-Württemberg S. 77) wird mit Ermächtigung des Regierungspräsidiums Nordbaden, Abteilung I, Allgemeine und Innere Verwaltung, als höhere Naturschutzbehörde in Karlsruhe für den Bereich des Gewanns "Wacholder", Gemarkung Bretzingen und des Gewanns "Brücklein", Gemarkung Hardheim im Landkreis Buchen, folgendes verordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte beim Regierungspräsidium Nordbaden als höhere Naturschutzbehörde in Karlsruhe mit grüner Farbe eingetragenen Landschaftsteile im Bereich des Gewanns "Wacholder", Gemarkung Bretzingen und des Gewanns "Brücklein", Gemarkung Hardheim, Landkreis Buchen, werden in dem Umfange, der sich aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

Es ist verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte durch besondere, grüne Umrandung kenntlich gemachten Landschaftsteile Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten. Unter das Verbot fallen die Anlage von Bauwerken aller Art, Verkaufsbuden, Zelt- und Lagerplätze, Müll- und Schuttplätze sowie das Anbringen von Inschriften und dergleichen, soweit letztere nicht auf die Landschaftsschutzmaßnahmen hinweisen.

§ 3

Unberührt bleibt die wirtschaftliche Nutzung, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widerspricht.

Dies bedeutet im einzelnen:

1.            Von dem Gehölz am Ufer und in der freien Wiesenfläche dürfen nicht mehr als 20 v.H. gleichzeitig geschlagen werden.

2.            Die landwirtschaftlich genutzten Flächen dürfen nur in der bisherigen Kulturart und im bisherigen Umfang genutzt werden.

§ 4

Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 können in besonderen Fällen vom Regierungspräsidium Nordbaden - als höhere Naturschutzbehörde - zugelassen werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt für den Landkreis Buchen Nr. 13 vom 05.07.1956 in Kraft.

Buchen, den 20. Juni 1956

Landratsamt Buchen

- als untere Naturschutzbehörde -

Änderung:

VO vom 31.07.1986: bis auf eine Restfläche von 18 ha in NSG 2.91 "Wachholderheide Wurmberg und Brücklein" umgewandelt.