2.25.018 Marsbachtal und Eiderbachtal

Verordnung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Marsbachtal und Eiderbachtal" vom 2. Januar 1981 ("Fränkische Nachrichten" vom 17. Januar 1981).

Aufgrund §§ 22, 58 Abs. 3 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (Ges.Bl. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (Ges.Bl. S. 99) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als höhere Naturschutzbehörde verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Walldürn (Ortsteile Walldürn, Gerolzahn, Hornbach) und Buchen (Ortsteil Hainstadt) werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Marsbachtal und Eiderbachtal".

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Zu dem Schutzgebiet, das eine Größe von ca. 177 ha hat, gehören die gesamte Wiesenaue des Marsbaches und die anschließenden Wiesenhänge oder ehemaligen Wiesenhänge zwischen Walldürn und Rippberg, sowie die Wiesenaue und die anschließenden Wiesenhänge oder ehemaligen Wiesenhänge des Eiderbachtales zwischen Rippberg und dem Gelände um das Hornbacher Wasserhäuschen an der Straße Walldürn - Hornbach.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes schließen im wesentlichen von Süden nach Norden die folgenden Gewanne und Waldteile (Bezeichnung nach Katasterplankarte 1 : 5000) ganz oder teilweise ein:

·               a) Marsbachtal
Deutschköpflein, Koppenberg, Kaisersberg, Vorderer Schafberg, Horre, Dritte und vierte Mühle, Im Saumagen, Buchbrunnen, Müllersacker I. Gewann, Hofleswiese 2, Hinterer Schafberg, Heilmannseihe, Müllersacker II. Gewann, Fünfte und sechste Mühle, Neuwiesen, Walldürner Tal, Reinwiesen, Bodenwiesen, Harterwiesen, Im Tal, Mühlwiesen, von Leiningen'scher Wald Distrikt Kummersklinge, Kummersklinge.

·               b) Eiderbachtal
Hainstadter Tal, Vockenloch, An der Steige, Sauerwiesen, Hornbacher Tal, Mühlwiesen, Hornbacherwegfeld, Linkenmühle, Steinwiesen, Linkenmüllersfeld, Große Schafwiese, Stöcke, Sauerwiesen, Kleine Schafwiesen, Unter dem Hornbacher Weg, Krumme Wiesen, Ziegelhüttenfeld, Ziegelwiesen.

 (3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25000 und in 8 Katasterplankarten im Maßstab 1 : 5000 grün eingetragen. Sie verlaufen entlang der in den Katasterplankarten verzeichneten Landkreis-, Gemarkungs- und Grundstücksgrenzen sowie entlang von Straßen, Wegen und Gewässern. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten beim Landratsamt oder beim zuständigen Bürgermeisteramt eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung einer typischen Tallandschaft des Sandstein-Odenwaldes mit den offenen, überwiegend als Grünland genutzten Talauen und dem natürlichen Bachverlauf mit bachbegleitendem naturnahem Gehölzbewuchs.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt werden.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.             Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.             Errichtung von Einfriedigungen;

3.             Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.             Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.             Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind;

6.             Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

7.             Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;

8.             Betrieb von Motorsport, sowie von motorgetriebenen Schlitten;

9.             Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das mehrtägige Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

10.        Anlage oder Verändern von Flugplätzen;

11.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

12.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

13.        Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha;

14.        Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

 (4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

 (5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke;

2.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei;

3.            für die ordnungsmäßige Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer;

4.            für Schutzzäune an Verkehrswegen;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 des NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündigung in Kraft.

Mosbach, den 2. Januar 1981

Neckar-Odenwald-Kreis

Landratsamt

- Untere Naturschutzbehörde -

gez.: Geisert

Landrat