2.25.020 Schönhelden

Verordnung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis über das Landschaftsschutzgebiet "Schönhelden" vom 1. Juni 1984 (Rosenberger Nachrichten vom 15.06.1984).

Auf Grund von §§ 22, 58 Abs. 3 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz  - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654) geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Karlsruhe verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Rosenberg, Gemarkung Sindolsheim, werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Schönhelden".

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Große vom rund 15 ha.

 (2) Das Schutzgebiet wird im wesentlichen wie folgt begrenzt:

·               im Westen durch die Nord-Süd verlaufenden Gräben Flst.-Nr. 3760 und den Weg Flst.-Nr. 3796 (außerhalb des Schutzgebietes);

·               im Norden durch die innerhalb des Landschaftsschutzgebietes liegenden Grundstücke Flst.-Nrn. 3763 bis 3767 und 3785 sowie durch den außerhalb liegenden Weg Flst.-Nr. 3778;

·               im Osten durch das innerhalb liegende Grundstück Flst.-Nr. 3740 und die außerhalb liegenden Wege Flst.-Nrn. 3853 und 3844 sowie das außerhalb liegende Grundstück Flst.-Nr. 3842;

·               im Süden durch die außerhalb liegenden Grundstücke und Wege Flst.-Nrn. 3845 und 3809 und den innerhalb liegenden Schönheldenweg Flst.-Nr. 3808 (teilweise) ;

·               durch die äußeren Grenzen des Naturschutzgebietes Schönhelden.

Das Schutzgebiet umfaßt die Grundstücke Flst.-Nrn.:

·               3810 bis 3821, 3843, 3836 bis 3840, 3740, 3828, 3827, 3834, 3835 (teilweise) , 3785 bis 3788, 3763 bis 3767, 3833 (teilweise) , 3808 (teilweise) , 3853 (teilweise) .

 (3) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 mit durchgezogener grüner Linie flächig grau und in einer Flurkarte im Maßstab 1:1 500 mit grüner, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung.

Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis, Renzstraße 10, 6950 Mosbach, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung eines Mischwaldes mit ausgeprägten wärmeliebenden Waldsäumen als Pufferzone für den naturschutzwürdigen, an seltenen Orchideen reichen Waldbestand im Zentrum.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.             Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.             Errichtung von Einfriedigungen;

3.             Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.             Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.             Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;

6.             Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

7.             Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;

8.             Anlage oder Veränderung von Flugplätzen;

9.             Betrieb von Motorsport, sowie von motorgetriebenen Schlitten;

10.        Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

11.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

12.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

13.        Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

14.        Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie die Entfernung des Waldsaumes und der im südlichsten Teil des Landschaftsschutzgebietes stockenden Saumgesellschaften.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

 (4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

 (5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt.

Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung der land- und forstwirtschaftlichen Grundstücke,

2.            für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd,

3.            für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 14,

4.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 7 Schutz- und Pflegemaßnahmen

Schutz- und Pflegemaßnahmen sind im Einzelfall anzuordnen, sofern der Schutzzweck gefährdet ist oder Maßnahmen zur Steigerung der Artenvielfalt im Einklang mit dem Schutzzweck erforderlich werden.

§ 8 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 9 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 10 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Gleichzeitig tritt die Verordnung des ehemaligen Landratsamtes Buchen vom 11.03.1957 zum Schutze von Landschaftsteilen im Gemeindewald "Schönhelde" auf Gemarkung Sindolsheim außer Kraft.

Mosbach, den 1. Juni 1984

Neckar-Odenwald-Kreis

Landratsamt

-Untere Naturschutzbehörde-

Dr. Pfreundschuh, Landrat