2.25.021 Hollerbachtal

Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Hollerbachtal auf den Gemarkungen Hollerbach und Buchen, Landkreis Buchen (Amtsblatt für den Landkreis Buchen Nr. 11 vom 5. Juni 1957)

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Dritten Änderungsgesetzes vom 20. Januar 1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 13 der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16. September 1938 (RGBl. I S. 1184) und auf Grund der Verordnung des Kultusministeriums zur Änderung der VO zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 19. März 1956 (Ges.Bl. für Baden-Württemberg S. 77) wird (mit Ermächtigung des Regierungspräsidiums Nordbaden - als höhere Naturschutzbehörde - in Karlsruhe) folgendes verordnet:

§ 1

Der in der Landschaftsschutzkarte bei dem Regierungspräsidium Nordbaden - als höhere Naturschutzbehörde in Karlsruhe mit grüner Farbe eingetragene und in einem besonderen Verzeichnis unter Nr. 68 aufgeführte Landschaftsteil vom Unterneudorfer Brückle bis zum Ortsetter von Hollerbach im Bereich der Gemarkungen Hollerbach und Buchen, Landkreis Buchen, wird in dem Umfange, der sich aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

 (1) Es ist verboten, innerhalb des in der Landschaftsschutzkarte durch farbige Umrandung kenntlich gemachten Gebietes Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, das Landschaftsbild oder die Natur zu beeinträchtigen.

 (2) Unter das Verbot fallen insbesondere:

·               a) die Anlage von Bauwerken aller Art, auch von solchen, die keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen;

·               b) das Lagern und Zelten an anderen als hierfür vorgesehenen Plätzen;

·               c) das Ablagern von Abfällen, Müll und Schutt;

·               d) das Anbringen von Tafeln, Inschriften und dergleichen, soweit sie sich nicht auf den Landschaftsschutz oder den Verkehr beziehen;

·               e) der Bau von Drahtleitungen;

·               f) die Anlage von Abschütthalden, Steinbrüchen, Baggerbetrieben, Kies-, Sand- oder Lehmgruben oder die Erweiterung bestehender Betriebe, sofern sie im Widerspruch mit dem Sinn dieser Verordnung steht;

·               g) die Beseitigung oder Beschädigung der innerhalb des geschützten Landschaftsteiles vorhandenen Hecken, Bäume und Gehölze außerhalb des geschlossenen Waldes, der Tümpel und Teiche;

·               h) Aufforstungen größeren Ausmaßes außer der bereits vollzogenen;

·               i) von den Erlen am Hollerbach dürfen nie mehr als 1/3 des Bestandes gefällt werden.

(3) Vorhandene landschaftliche Verunstaltungen sind auf Anordnung der zuständigen Naturschutzbehörde zu beseitigen, sofern es sich nicht um behördlich genehmigte Anlagen handelt und die Beseitigung ohne größere Aufwendungen möglich ist.

§ 3

Unberührt bleiben die wirtschaftliche Nutzung oder pflegliche Maßnahmen, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widersprechen.

§ 4

Ausnahmen von den Vorschriften im § 2 können in besonderen Fällen vom Regierungspräsidium Nordbaden - als höhere Naturschutzbehörde - zugelassen werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt für den Landkreis Buchen in Kraft.

16.05.1957

Landratsamt Buchen

als untere Naturschutzbehörde