2.25.027 Neckartal II mit Koppenbachtal, Weisbachtal und Seebachtal

Verordnung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis über das Landschaftsschutzgebiet "Neckartal II mit Koppenbachtal, Weisbachtal und Seebachtal" vom 01. Dezember 1988 (Rhein-Neckar-Zeitung vom 02.12.1988).

Auf Grund §§ 22, 58 Abs. 3 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutze der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG -) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 06. Juni 1983 (GBl. S. 199), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Karlsruhe verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Mosbach mit den Stadtteilen Mosbach, Reichenbuch und Lohrbach sowie auf dem Gebiet der Gemeinde Neckargerach mit den Ortsteilen Neckargerach und Guttenbach, der Gemeinde Neunkirchen mit den Ortsteilen Neunkirchen und Neckarkatzenbach, der Gemeinde Waldbrunn mit den Ortsteilen Oberdielbach, Strümpfelbrunn, Schollbrunn und Weisbach, der Gemeinde Fahrenbach mit dem Ortsteil Fahrenbach und der Gemeinde Zwingenberg werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Neckartal II mit Koppenbachtal, Weisbachtal und Seebachtal".

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 3 970 ha.

 (2) Das Schutzgebiet umfaßt den Talabschnitt des Neckartales zwischen Zwingenberg, Neckargerach und Guttenbach mit den abgehenden Seitentälern, insbesondere des Koppenbaches, des Weisbaches und des Seebaches. Wesentliche Bestandteile des Schutzgebietes sind der Flußlauf des Neckars mit seinen Seitenbächen, die den Fluß und die Bäche begleitenden Auen, die Talflanken, Randhöhen und Teile der nördlich Neckargerachs, Richtung Schollbrunn, anschließenden Hochflächen. Die im Zusammenhang bebauten Orte sowie die der zukünftigen baulichen Entwicklung vorbehaltenen ortsnahen Lagen sind nicht in das Landschaftsschutzgebiet einbezogen.

 (3) Das Schutzgebiet umfaßt im einzelnen nach dem Stand vom 31. Dezember 1985 auf dem Gebiet der Gemeinden:

·               Neckargerach, Ortsteil Guttenbach:
die gesamte Gemarkung mit Ausnahme der bebauten Ortsbereiche, der für die bauliche Entwicklung vorgesehenen Fläche im Gewann Schlettichspitze sowie der Gewanne Am Esel und Am Asbacher Weg am südwestlichen Rand der Gemarkung;

·               Neckargerach, Ortsteil Neckargerach:
die gesamte Gemarkungsfläche mit Ausnahme der bebauten Ortsbereiche und der baulichen Abrundungsfläche im Gewann Kerrfeld-Heidung sowie des Gartenbereichs im Gewann Dohlgärten. Die landwirtschaftlichen Siedlungen Eisenbusch und Lauerskreuz sind in das Schutzgebiet einbezogen;

·               Neunkirchen, Ortsteil Neckarkatzenbach:
die gesamte Gemarkung mit Ausnahme der bebauten Ortsbereiche und der baulichen Abrundungsflächen in den Gewannen Mühlrain und Vorderer Grund sowie der Gewanne Neunkircher Weg und Boden westlich der K 3935;

·               Neunkirchen, Ortsteil Neunkirchen:
Teile der Gemarkung am nördlichen und östlichen Rand in den Gewannen Förstel, Gemeindewald Distrikt Förstel, Staatswald Distrikt II Schloßberg und Distrikt IV Stolzeneck, Am alten Leidenharder Hof, Volzengarten, Oberer Schellweg, Hinterer Schellweg, Hausmorgen, Herberge, Maiwiesen, Oberes Gründel, Gründel und Moorenacker;

·               Zwingenberg:
die gesamte Gemarkung mit Ausnahme der bebauten Ortsbereiche und der für bauliche Entwicklung vorgesehenen Flächen in den Gewannen Krummenried, Meisenbrunnenäcker und Augsbaumfeld;

·               Waldbrunn, Ortsteil Oberdielbach:
Teile der Gemarkung am südwestlichen Rand:
den Markgräflich Badischen Wald Distrikt Leopoldshain, den Gemeindewald Distrikte Bauernstrich und Engelsee, die Gewanne Höhpfütze, Geiersfeld, Reibelsäcker und die Wiesengrundstücke zwischen dem Weiler Untere Post und dem südlich angrenzenden Wald;

·               Waldbrunn, Ortsteil Schollbrunn:
die gesamte südliche, westliche und östliche Gemarkung mit Ausnahme der bebauten Ortsbereiche und den baulichen Entwicklungsflächen in den Gewannen Rohleder, Krautgärten und Gassengärten. Ausgenommen sind auch der Bereich des Sportplatzes mit dem nördlich angrenzenden Gewann Kopprain und die nördlich des Ortes liegenden Gewanne zwischen K 3930, K 3929 und dem von Norden nach Süden verlaufenden Waldweg oberhalb des Gemeindewaldes Distrikt Mühlberg;

·               Waldbrunn, Ortsteil Weisbach:
Die westliche Gemarkungsfläche bis zur L 589 mit Ausnahme der bebauten

·               Ortsbereiche, der baulichen Entwicklungsflächen in den Gewannen Lehenfeld und Dorfwiesen und der Gewanne Unter dem Strümpfelbrunner Weg, Schulfeld, Wagenfeld und Schulzenfeld. Das südlich der K 3929 stehende Forsthaus wurde in das Schutzgebiet mit aufgenommen;

·               Waldbrunn, Ortsteil Strümpfelbrunn:
eile der südlichen Gemarkungsfläche zwischen der L 589 und dem im Gewann Heumatte nach Süden abgehenden Feld- und Waldweg bis zur Gemarkungsgrenze im Gewann Kohlwald;

·               Mosbach, Stadtteil Mosbach:
Teile des Gemeindewaldes Distrikt Michelherd, von der westlichen Gemarkungsgrenze bis zur L 589 und von dort aus beidseits des Seebachtales entlang von Waldwegen bis zum See im Gewann Seewiesen. Die nordwestliche Begrenzung bildet der Waldweg Legweg bis zur Waldhütte im Gewann Holzapfelbäumchen und der von dort abgehende, zunächst nach Südosten, später nach Nordosten wieder zur Forsthütte am vorgenannten See führende Waldweg. Die südöstliche Grenze wird durch den Waldweg Langer Weg und die Gemarkungsgrenze bis zum See gebildet;

·               Mosbach, Stadtteil Lohrbach:
Teile der westlichen Gemarkungsfläche mit Teilfläche des Staatswaldes Distrikt III Lohrbacher Forst westlich der L 589, sowie Teile der Gewanne im Entensee und Hohennüsslich;

·               Mosbach, Stadtteil Reichenbuch:
Teile der Gemarkung von der nördlichen Gemarkungsgrenze bis zum ostwestlichen Feldweg zwischen den Gewannen Langer Forlenwald und Neuwiesen einschließlich des Gewannes Im Entensee;

·               Fahrenbach, Ortsteil Fahrenbach:
Teile der Gemarkung von der nordwestlichen Gemarkungsgrenze bis zum Waldweg Langer Weg und von dem durch den Wald des Unterländer Ev. Kirchenfonds Distrikt Lichtenherd nach Nordosten verlaufenden Waldweg östlich des Seebaches bis zum See im Gewann Seewiesen.

 (4) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 mit durchgezogener grüner Linie flächig grau und in 28 einzelnen Katasterplankarten im Maßstab 1 : 5 000 mit grüner, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Mosbach zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist:

1.die Landschaft des Neckartales in ihrer charakteristischen Ausprägung zu erhalten. Wesensmerkmale dieser Landschaft sind der Neckar mit seinen Uferzonen und Auen, überwiegend bewaldeten Talflanken in ihrem typischen Wechsel von steilen Prall- und schwächer geneigten Gleithängen, die Talausweitungen im Mündungsbereich der Seitentäler und diese selbst, insbesondere das Koppenbach-, Weisbach- und Seebachtal sowie die aus Buntsandstein aufgebauten, talbegleitenden Randhöhen und Hochflächen (300 - 400 m ü. NN) mit dem die naturgeschichtliche Laufentwicklung des Neckars bezeugenden Umlaufberg Mittelberg auf Gemarkung Guttenbach;

2.die in enger Wechselbeziehung zu der landschaftlichen Grundstruktur stehende und an den naturgegebenen Voraussetzungen orientierte Bodennutzung, welche die Vielfalt der Erscheinungsformen der Landschaft im typischen Wechsel von Wald, Wiese, Feldfluren und Auen prägt und gliedert, zu bewahren.

Wesentliche, die landschaftliche Eigenart prägende Merkmale dieser Kulturlandschaft sind:

-die engen Fluß- und Bachauen in Wiesennutzung mit Resten von Fluß- und Bachröhrichtbeständen und gewässerbegleitenden Saumwäldern des Neckar-, Koppenbach-, Weisbach- und Seebachtales,

·               die steilen, mit Mischwäldern bestockten Talflanken des Neckartales und seiner Seitentäler,

·               die durch Feldhecken, Feldobstbau, Weidennutzung, Geländeabsätze und Verwerfungen gegliederten, flacheren Talhänge, Mulden und Talausläufe (vor allem zwischen Neckargerach und Schollbrunn, westlich von Reichenbuch, Weisbach und Schollbrunn),

·               die abwechslungsreiche Feld- und Waldgrenze entlang der unteren Talhänge und im Bereich der Übergänge zur landwirtschaftlich genutzten Fläche auf den angrenzenden Hochflächen mit einer vielfach vorhandenen reizvollen Verzahnung,

·               die geschlossenen Waldungen der Talhänge und Hochflächen,

·               die geschlossenen Wiesen- und Weideflächen im Bereich der Talausläufe und auf erosionsgefährdeten Flächen,

·               die steilen, überwiegend bewaldeten Talflanken des Neckars im Anschluß an Pralluferstrecken sowie die schluchtartigen Klingen (wie z.B. Wolfsschlucht, Finkenklinge, Tiefensteigklinge)  und tief eingeschnittene Seitentäler mit ihren feuchten Schluchtwäldern,

·               die historisch bedeutsamen Bauten wie Burgen und Schlösser (z.B. Burg Zwingenberg, Minneburg, Burg Stolzeneck) , Kirchen und Kapellen (z.B. in Neckarkatzenbach)  an landschaftlich herausragenden Stellen sowie die landschaftlich bedeutsame und noch erkennbare charakteristische Siedlungsform der Ortschaften Schollbrunn und Weisbach am oberen Auslauf der zum Neckar abfallenden Seitentäler (windgeschützte "Nestlage" in der Talmulde)  mit noch deutlich dörflich geprägtem Ortsrand und den in den Ort hineinziehenden Talwiesenflächen;

3.den Landschaftscharakter (gem. Nr. 1. und 2.) des Schutzgebietes so zu erhalten, daß:

·               die hohe natürliche Erholungseignung, die landschaftliche Vielfalt, die typischen Höhenunterschiede, die herkömmliche Bodennutzung und die Feld-Wald-Verteilung nicht wesentlich verändert werden;

·               die Lebensstätten und -gemeinschaften der heimischen Tier- und Pflanzenwelt, insbesondere in den feuchten Talauen, in den Schlucht- und Hangwäldern der Talflanken und in den durch Feldhecken, Feldstreuobstbau, Verwerfungen und Raine gegliederten Feldfluren nach ihrer typischen Ausformung, nach Individuen- und Artenzahl nicht wesentlich beeinträchtigt werden;

·               die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, insbesondere zur Regeneration vorwiegend mit Mitteln der ökologisch orientierten Landnutzung und pfleglicher sowie sparsamer Raumbeanspruchung in vollem Umfang aufrecht erhalten wird.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.           der Naturhaushalt geschädigt,

2.           die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.           eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.           das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.           der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.            Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.            Errichtung von Einfriedigungen;

3.            Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.            Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.            Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;

6.            Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

7.            Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;

8.            Anlage oder Veränderung von Flugplätzen;

9.            Betrieb von Motorsport, sowie von motorgetriebenen Schlitten;

10.      Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das mehrtägige Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

11.      Verankern von Wohnbooten, Bojen und anderen schwimmenden Anlagen und die Errichtung von Stegen;

12.      Herstellung, Beseitigung oder Umgestaltung fließender oder stehender Gewässer, auch wenn sie keiner wasserrechtlichen Entscheidung bedürfen;

13.      Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

14.      Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha;

15.      Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald;

16.      Anpflanzungen von standortfremden Gehölzen, einschließlich Anpflanzungen von Christbaumkulturen und Ballenware;

17.      Anlage von Kleingärten;

18.      Umbrechen von Grünland in Acker in den Bachauen;

19.      Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen, insbesondere von Bäumen wie Feldobstbeständen, Hecken, Gebüschen, Feld- und Ufergehölzen, Schilf- und Rohrbeständen;

20.      Beseitigung oder wesentliche Änderung der gewässerbegleitenden Saumwälder des Neckar‑, Koppenbach-, Weisbach- und Seebachtales, der abwechslungsreichen Feld- und Waldgrenze entlang der unteren Talhänge und im Bereich der Übergänge zur landwirtschaftlich genutzten Fläche auf den angrenzenden Hochflächen, mit ihrer vielfach vorhandenen reizvollen Verzahnung und der feuchten Schluchtwälder (wie z.B. Wolfsschlucht, Finkenklinge, Tiefensteigklinge).

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

 (4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

 (5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

1.           für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Grundstücke mit Ausnahme von § 5 Abs. 2 Nr. 20;

2.           für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke mit Ausnahme der Vorbehalte nach § 5 Abs. 2 Nrn. 16, 18, 19 und 20;

3.           für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei;

4.           für die ordnungsmäßige Unterhaltung und Instandsetzung der Straßen, Wege und Plätze, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nrn. 19 und 20;

5.           für die ordnungsmäßige Unterhaltung von Gewässern im Rahmen einer naturnahen Behandlung, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nrn. 19 und 20;

6.           für Schutzzäune an Verkehrswegen;

7.           für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

8.           für Flächen und Anlagen im Sinne von § 38 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz in der Fassung vom 12.03.1987;

9.           für die ordnungsmäßige Unterhaltung und Instandsetzung der im Schutzgebiet rechtmäßig bestehenden
a) Fernmeldeleitungen und Richtfunkanlagen der Deutschen Bundespost,
b) Energieversorgungsanlagen,
c) dem öffentlichen Schienenverkehr dienenden Einrichtungen,
d) zur Bundeswasserstraße Neckar gehörenden Anlagen,
e) Wasserversorgungs- und Abwasseranlagen,

ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nrn. 19 und 20.

§ 7 Schutz- und Pflegemaßnahmen

Schutz- und Pflegemaßnahmen werden je nach Erfordernis durch die untere Naturschutzbehörde festgelegt.

§ 8 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 9 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.           entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.           entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 10 Inkrafttreten

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 (2) Gleichzeitig treten die Verordnung des Landratsamtes Mosbach zum Schutze von Landschaftsteilen im Bereich der Wachholderheide "Eisenbusch" vom 16.01.1940 und die Verordnung des Präsidenten des Landesbezirks Baden zum Schutz von Landschaftsteilen im Landkreis Mosbach (Neckartal II) vom 20. März 1954 außer Kraft.

Die Verordnung des Präsidenten des Landesbezirks Baden zum Schutz von Landschaftsteilen in den Landkreisen Heidelberg und Mosbach (Neckartal I) vom 13.März 1951 tritt, soweit sie sich auf das Gebiet des Neckar-Odenwald-Kreises erstreckt, außer Kraft.

Mosbach, den 01. Dezember 1988

Neckar-Odenwald-Kreis

Landratsamt

-untere Naturschutzbehörde-

i.V. Rooks, Erster Landesbeamter

Änderung:

Verordnung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis zur Änderung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Neckartal II mit Koppenbachtal, Weisbachtal und Seebachtal" vom 28. Januar 1998 (Rhein-Neckar-Zeitung vom 15.02.1998).

Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 59 Abs. 6 des Naturschutzgesetzes in der Fassung vom 29. März 1995 (GBl. S. 385) wird verordnet:

Artikel 1

Die Verordnung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis über das Landschaftsschutzgebiet "Neckartal II mit Koppenbachtal, Weisbachtal und Seebachtal" vom 01. Dezember 1988 wird wie folgt geändert:

1.            § 2 Abs. 1 erhält folgenden Wortlaut:
"Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 3 960 ha."

2.            Die unter § 2 Abs. 3 aufgeführte Abgrenzungsbeschreibung für "Neckargerach - Ortsteil Guttenbach" erhält folgende Fassung:
"die gesamte Gemarkung mit Ausnahme der bebauten Ortsbereiche, der für die bauliche Entwicklung vorgesehenen Fläche in den Gewannen Bächelsgraben, Schlettichspitze, Brunnenwiese und Steigenacker sowie der am südwestlichen Rand der Gemarkung gelegenen Gewanne Am Esel und Am Asbacher Weg;"

3.            Von den in § 2 Abs. 4 bezeichneten Karten wird die Katasterplankarte Blatt Nr. 6620.3 (Neckargerach; Nr. 22 in der Schutzgebietsmappe) im Maßstab 1 : 5 000 durch die dieser Änderungsverordnung beiliegende Karte (gefertigt am 05.08.1997) ersetzt.

Artikel 2

 (1) Dieser Verordnung liegt die neugefaßte Katasterplankarte Blatt Nr. 6620.3 (Neckargerach; mit der Bezeichnung Nr. 22; gefertigt am 25.08.1997) im Maßstab 1 : 5000 bei. Die Karte ist Bestandteil dieser Verordnung.

(2) Die Verordnung mit Karte wird beim Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Mosbach - untere Naturschutzbehörde - zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

Artikel 3

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Mosbach, den 28. Januar 1998

Neckar-Odenwald-Kreis,

Landratsamt -untere Naturschutzbehörde-

Piepenburg,

Landrat

 

2. Verordnung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis zur Änderung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Neckartal II mit Koppenbachtal, Weisbachtal und Seebachtal" vom 17. Juni 2003.

 

Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 59 des Naturschutzgesetzes in der Fassung vom 29. März 1995 (GBI. S. 385), zuletzt geändert durch Gesetz zur Änderung des Naturschutzgesetzes vom 19. November 2002 (GBI. S. 424), wird verordnet:

 

Artikel 1

Die Verordnung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis über das Landschaftsschutzgebiet "Neckartal ll mit Koppenbachtal, Weisbachtal und Seebachtal" vom 01. Dezember 1988, geändert durch Verordnung vom 28. Januar 1998, wird wie folgt geändert:

 

         1.      In der unter § 2 Abs. 3 aufgeführten Abgrenzungsbeschreibung für die Gemeinde

                    Zwingenberg wird folgender Halbsatz hinzugefügt:

                  "sowie Im hohen Garten;"

 

    2.      a) Von den in § 2 Abs. 4 bezeichneten Karten wird die Katasterplankarte der Deut-

                   schen Grundkarte Blatt-Nr. 6520.26 (Zwingenberg; Nr. 16 in der Schutzgebietsmappe)

                   im Maßstab 1 : 5000 durch die dieser Änderungsverordnung beiliegende Karte

                   geändert.     Die jeweils entfallende Schutzgebietsgrenze ist durch rot hervorgehobene

                   Kreuze gekennzeichnet, die neue Abgrenzung wird durch eine 1 cm breite Raster  

                   bandierung mit grün markierter Linie dargestellt.

                   b) Die Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 wird durch den dieser Verordnung bei

                  liegenden Kartenausschnitt bezüglich des farblich markierten Änderungsbereichs

                   ersetzt.

 

Artikel 2

(1) Der dieser Verordnung beiliegende Katasterplankartenausschnitt zu Blatt-Nr. 6520.26 (Zwingenberg; mit der Bezeichnung Nr. 16) im Maßstab 1:5000 sowie der Kartenausschnitt der betreffenden Umgebung als Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 sind Bestandteile dieser Verordnung.

 

(2) Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Mosbach

-untere Naturschutzbehörde -zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt. Die Verordnung mit Karten kann auch bei den Bürgermeisteräm-

tem der Großen Kreisstadt Mosbach, der Gemeinden Zwingenberg, Fahrenbach, Neckarge-

rach, Neunkirchen und Waldbrunn eingesehen werden.

 

Artikel 3

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Mosbach, den 17. Juni 2003

Neckar-Odenwald-Kreis

Landratsamt

-untere Naturschutzbehörde –

Piepenburg

Landrat