2.25.030 Elzbachtal

Verordnung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis über das Landschaftsschutzgebiet "Elzbachtal" vom 13. Juni 1991 (Rhein-Neckar-Zeitung vom 21.06.1991).

Auf Grund §§ 22, 58 Abs. 3 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 06. Juni 1983 (GBl. S. 199), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Karlsruhe verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Mudau, Limbach, Elztal und der Städte Buchen und Mosbach werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Elzbachtal".

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 1 650 ha.

 (2) Das Schutzgebiet umfaßt nach dem Stand vom Januar 1989 auf dem Gebiet der

Gemeinde Mudau

·               Gemarkung Scheidental:
die Gewanne (ganz oder teilweise)  Im Dickbuckel, Große Heumatte, Schulzenbaumgarten, Knappenkandel, Leimengrube, Schulzenwiesen, Hansjörgengarten, Innen dem Neckarweg, Am Dohlgraben, Mittelwiesen, Neubauerngarten, Am krummen Graben, An der Darr, Rainwiesen, Striet, Blüenäcker, Im Tal, Burgmauer, Klammerwiesen, Stockbrunnenwiese, Darracker, Oberdorf, Unterdorf, Lange Wiesenfeld, Krumme Flecken, Brunnenwiesen, Grabenbrunnenacker, Am Bild, Elzwiesen.

·               Gemarkung Langenelz:
die Gewanne (ganz oder teilweise)  Aubergäcker, Oberstegwiesen, Breitwiesen, Wiesenäcker, Tränkacker, Unterstegwiesen, Oberdorf, Struthwiesen, Eichwiesen, Frühwiesen, Ochsenwiesen, Ochsentrieb, Sauäcker, Brückenwiese, Hirtenäcker, Bruchwiesen, Wehrwiesen, Säufert, Brünnleinswald, Hirtengasse, Baumacker, Falgetsheumatte, In der Dällen, Buchwald, Frühhecke, Darrschlag, Neuwiese, Dicke Schlag, Im Grund, Großes Los, Buckelacker, Seeheumatte, Trabhaue, Bannweide, Riegeläcker, Hintere Buckeläcker, Oberhardt, Unterhardt, Mostenbach, Struthäcker, Steinig sowie Evang. Kirchenwald Distr. I Auerberg (Flst.-Nrn. 4225, 4037), Evang. Kirchenwald Distr. II Grundwald (Flst.-Nrn. 4267, 4260, 4380, 4396), Evang. Kirchenwald Distr. IV Spiesheumatte (Flst.-Nr. 4277);

·               Gemarkung Mudau:
das Gewann Stöckig;

Gemeinde Limbach

·               Gemarkung Laudenberg:
die Gewanne (ganz oder teilweise)  Reuterswiesen, Langenelzer Grund, Mostenbach, Schifferbock, Staubflecken, Obere Elzwiesen, Steinlich, Mühlwald an der Elz, Schneidemühle, Bienzwiesen, Dörrenwiesen, Untere Elzwiesen, Schadswiesen, Brückenwiesen, Steinflecken, Große Wiesen, Lange Wiesen, Bergacker, Grundäcker, Neue Wiesen sowie Evang. Kirchenwald Distr. VII Hirschberg (Flst.-Nr. 880), Evang. Kirchenwald Distr. XXIII Buch und Gabel (Flst.-Nr. 825), Gemeindewald Distr. XXIV In der Helden, Evang. Kirchenwald Distr. VI Bergwald (Flst.-Nrn. 601, 580), Gemeindewald Distr. XXVIII Steinlich;

·               Gemarkung Scheringen:
die Gewanne (ganz oder teilweise)  Laudenberger Tal, Heldenwald, Obertal, Maueräcker, Hintere Berg, Schafacker, Brunnenwiesen, Lohracker, Reissigtrieb, Kreuzäcker, Mittel Tal, Sauacker, Wildenacker, Breite Hecken, Schneidmühlwiese, Vorder Bergfeld, Dörrenbuckel, Große Acker, Bahnweide, Unter Tal, Steinig, Schäcken-Wiesenschlag, Buckelschlag, Schneidmüllersbuckel, Obere Buckelschlag, Hüttenwald, Eiche, Im Stöckig, Herbstfeld, Neurot, Hungerberg, Elzwiesen, Steinige Buckel, Melchersacker, Untere Höh, In der Höh, Grünebaum, Jungwald, Im Hag sowie Gemeindewald Distr. III Hardt (Flst.-Nr. 4181), Gemeindewald Distr. II Müllersbuckel (Flst. Nrn. 3845, 3854), Gemeindewald Distr. IV Im Stöckig (Flst-Nr. 3120);

·               Gemarkung Limbach:
die Gewanne (ganz oder teilweise)  Lochäcker, Marläcker, Tiefenweg, Rainfeld, Limbacher Mühle, Steinröte, Veitengrund, Lautzenklinge, Breite Brunnenwiesen, Roßwirtswiesen, Untere Hofäcker, Krämersacker, Jahrswiesen, Krewiesen, Klingenfeld, Riegelheumatte, Höhe, Höhwald, Anwaltswald, Schopfenäcker, Schopfenwiesen, Untere Kreuzäcker, Obere Lautzenklinge, Häscher sowie Evang. Kirchenwald Distr. VIII Mühlberg (Flst.-Nrn. 542, 429), Evang. Kirchenwald Distr. XVII Taubenberg (Flst.-Nrn. 1201, 1193/1), Kirchenwald Limbach (Flst.-Nr. 1213), Evang. Kirchenwald Distr. IX Herrenwald (Flst.-Nr. 1206);

·               Gemarkung Heidersbach:
die Gewanne (ganz oder teilweise)  Scheringerhag, Holzschuhsfeld, Mühlberg, Haberkornklinge, Grabenwiesen, Grabenwiesenwald, Rödlein, Hardwiese, Seelein, Buchwald, Talwiesen, Talwiesenwald, Mühlweg, Hardflecklein, Neunkandel, Einsbacherwiese, Einsbacherschlag, Erlenhecken, Heidersbacher Mühle, Lerchenrain, Dreimorgenwald, Spitzäcker, Drei Morgenwald, Kahlenbuckel, Wasserwiesen sowie Gemeindewald v. Seckach Distr. VII Dicker Schlag, Gemeindewald Distr. VI Mühlweg (Flst.-Nr. 1417);

Stadt Buchen

·               Gemarkung Einbach:
die Gewanne (ganz oder teilweise)  In der Elz, Lochenacker, Einbacher Mühle, Untere Dorfwiesen, Brückenwiesen, Dörrenwiesen, Hintere Hofwiesen, Hofwiesen, Dörrenwald bei der Hardt sowie Evang. Gemeindewald Distr. XVIII Elzwald (Flst.-Nr. 2489/1), Gemeindewald Distr. XLIX Mühlberg (Flst.-Nr. 2415), Evang. Kirchenwald Distr. XXII Buch und Gabel (Flst.-Nr. 2405);

·               Gemarkung Waldhausen:
die Gewanne (ganz oder teilweise)  Untere Bandelsäcker, Bandelswiesen, Unterm Scheringer Weg, Hungerberg, Unter Bruch;

Gemeinde Elztal

·               Gemarkung Rittersbach:
die Gewanne (ganz oder teilweise)  Lautzenwiesen, Grund, Oberer Buchwald, Unterer Buchwald, Mühlrain, Pfaffenwiesen, Breitwiesen, Metzenrain, Läufertsrain, Brühlwiesen, Riemen, Eichrain, Unter der Dallauer Straße, Dörrwiesen, Linkenwiesen sowie Gemeindewald Distr. V Weichselwald (Flst.-Nr. 875), Gemeindewald Distr. VII Buchwald (Flst.-Nr. 2927), Evang. Kirchenwald Distr. IV Lautzenwald (Flst.-Nr. 2926);

·               Gemarkung Muckental:
die Gewanne (ganz oder teilweise)  Birkenwald, Lautzenwiesen, Hirtenrain, Lochwiesen, Weichselwald sowie Gemeindewald Distr. XVI (Flst.-Nr. 607/4), Staatswald Distr. II Dallauer Forst (Flst.-Nr. 9867);

·               Gemarkung Auerbach:
die Gewanne (ganz oder teilweise)  Schopfenwiesen, Schleifwiesen, Kornwiesen, Lockmühle, Platz, Brühl sowie Gemeindewald Distr. IV Große Halden (Flst.-Nr. 8469);

·               Gemarkung Dallau:
die Gewanne (ganz oder teilweise)  Schloßberg, östl. Elzrain, westl. Elzrain, Dachsbau, Gänserain, Morschau Gründlein, Gründlein, Unterer Erstwald, Breitwiesen, Elz, Gänsrain, Vorderer Erstacker, Gänsau, Obere Mühle, Unteres Brühl, Neuwiesen, Unteres Trienzfeld sowie Staatswald Distr. II Dallauer Forst (Flst.-Nr. 9867), Fürst von Leiningen'scher Wald Distr. Klosterwald (Flst.-Nr. 9866), Gemeindewald Distr. III Erstwald-Bettelau (Flst.-Nr. 10371), Gemeindewald Distr. II Krähwald (Flst.-Nr. 10370/4);

·               Gemarkung Neckarburken:
die Gewanne (ganz oder teilweise)  Untere Krautgärten, Roteberg, Oberer Weinberg, Heffner, Brunnenwiesen, Erlenwiesen, Erlenäcker, Krautgärtenwiesen, Kleeäcker, Äußere Krautgärten, Steinwiesen, Krautgärtenklinge, Königsäcker, Lange Wiesen;

Stadt Mosbach

·               Gemarkung Mosbach:
die Gewanne (ganz oder teilweise)  Mühläcker, Hofjörgenwiese, Seewiesen, Rohen Brühl, Untere Hasbach, Äußere Säge, Beisatz, Erlen.

 (3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 mit durchgezogener grüner Linie flächig grau und in 25 Katasterplankarten im Maßstab 1 : 5 000 mit grüner, grau angeschummerter Linie, erstellt durch das Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis -untere Naturschutzbehörde- vom 27. Januar 1988, eingetragen.

Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten ist beim Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Mosbach, Renzstraße 10, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist:

1.die Erhaltung der Gesamtheit des Elzbachtales als charakteristischer Landschaftsbestandteil des Sandstein-Odenwaldes und des Baulandes. Wesentliche Merkmale dieses Landschaftsbestandteiles sind der in Quellbereich, Ober-, Mittel- und Unterlauf gegliederte Elzbach mit seinem auf weiten Strecken naturnah belassenen Bachbett, der weite, offene Talraum im Quellbereich und im Oberlauf, seine landschaftsprägenden Seitenzuflüsse in Form von muldenartigen Vertiefungen, Klingen und schluchtartigen Rinnen sowie die gewässerbegleitenden Auen und die vor allem im Mittel- und Unterlauf steilen, bewaldeten Talflanken;

2.die Erhaltung und Entwicklung der in enger Beziehung zu der landschaftlichen Grundstruktur stehenden und an den naturgegebenen Voraussetzungen orientierten Bodennutzung. Durch den charakteristischen Wechsel von Wald, Wiese und Feldfluren wird die Kulturlandschaft entscheidend geprägt und gegliedert. Wesentliche Bestandteile dieser Kulturlandschaft sind insbesondere

·               der Elzbach mit seinem über weite Strecken naturnah verlaufenden Bachbett sowie den gewässerbegleitenden naturnahen Stauden-, Röhricht- und Gehölzsäumen,

·               die ausgedehnten und vielfältig ausgeprägten Wiesenflächen (Naß-, Feucht- und Fettwiesen) im Bereich der Elzbachaue,

·               die weiten und offenen Talräume in Wiesennutzung im Quellbereich des Elzbaches und seiner Seitenzuflüsse,

·               die durch Heckenzüge, Gebüschgruppen und Streuobstbau gegliederten flacheren Talhänge,

·               die steilen, mit naturnahen Laubhölzern bestockten Talflanken, schluchtartigen Klingen und tief eingeschnittenen Seitentäler im Mittel- und Unterlauf des Elzbaches;

3.die Erhaltung und Entwicklung des Landschaftscharakters (gem. Nrn. 1 und 2) so daß:

·               die landschaftliche Vielfalt, die bisherige Bodennutzung und die Feld-Wiese-Wald-Verteilung nicht wesentlich verändert werden und dadurch der hohe Erholungswert der Landschaft erhalten bleibt;

·               die Lebensräume und Nahrungsstätten der heimischen Tier- und Pflanzenarten nicht beeinträchtigt werden;

·               die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, insbesondere die positiven klimatischen Auswirkungen und der Wasser- und Bodenschutz, nachhaltig gesichert wird.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.             Errichten von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder dem Errichten gleichgestellte Maßnahmen;

2.             Errichten von Einfriedigungen;

3.             Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.             Abbauen, Entnehmen oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder das Verändern der Bodengestalt auf andere Weise;

5.             Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;

6.             Anlegen oder Ändern von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

7.             Anlegen oder Ändern von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;

8.             Anlegen oder Ändern von Flugplätzen;

9.             Betreiben von Motorsport, Ultraleichtflugzeugen, motorgetriebenen Schlitten, Modellbooten und -flugzeugen sowie das Befahren mit Schlauchbooten und Wildwasserfahrzeugen;

10.        Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen, Abstellen von Kraftfahrzeugen und das mehrtägige Zelten außerhalb zugelassener Plätze;

11.        Verankern von Wohnbooten, Bojen und anderen schwimmenden Anlagen und das Errichten von Stegen;

12.        Herstellen, Beseitigen oder Umgestalten fließender oder stehender Gewässer, auch wenn dafür keine wasserrechtliche Entscheidung erforderlich ist;

13.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

14.        Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha;

15.        Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald;

16.        Anpflanzungen von standortfremden Gehölzen einschließlich Anpflanzungen von Christbaumkulturen und Ballenware;

17.        Anlegen von Kleingärten;

18.        Umbrechen von Dauergrünland in Acker oder zur Neueinsaat in den Bachauen sowie in folgenden Bereichen:

·               Gemarkung Scheidental
in den Gewannen Im Dickbuckel, Große Heumatte, Schulzenbaumgarten, Schulzenwiesen, Leimengrube, Knappenkandel, Innen dem Neckarweg, Hansjörgengarten, Mittelwiesen, Am Dohlgraben, Am krummen Graben, Rainwiesen, An der Darr, Striet, Klammerwiesen, Stockbrunnenwiese, Lange Wiesenfeld, Krumme Flecken;

·               Gemarkung Langenelz
in den Gewannen Seeheumatte, Frühwiesen, Ochsenwiesen, Ochsentrieb, Frühhecke, In der Dällen, Steinig;

·               Gemarkung Mudau
In dem Gewann Stöckig;

·               Gemarkung Einbach
in den Gewannen Untere Dorfwiesen, Brückenwiesen, Hofwiesen, Hintere Hofwiesen;

·               Gemarkung Laudenberg
In den Gewannen Große Wiesen, Lange Wiesen, Neue Wiesen;

·               Gemarkung Waldhausen
in den Gewannen Bandelswiesen, Unter Bruch;

·               Gemarkung Limbach
in den Gewannen Riegelheumatte, Roßwirtswiesen, Krewiesen, Jahrswiesen, Schopfenwiesen, Häscher;

·               Gemarkung Muckental
in dem Gewann Lochwiesen;

·               Gemarkung Dallau
in dem Gewann Gänsau;

19.        Beseitigen oder Ändern von wesentlichen Landschaftsbestandteilen, insbesondere von Bäumen, Hecken, Gebüschen, Feld- und Ufergehölzen, Schilf- und Rohrbeständen;

20.        Beseitigen oder wesentliches Ändern der naturnahen bach-, rinnen- und klingenbegleitenden Waldgesellschaften.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

 (4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

1.             für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Grundstücke mit Ausnahme des Vorbehaltes nach § 5 Abs. 2 Nr. 20;

2.             für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke mit Ausnahme der Vorbehalte nach § 5 Abs. 2 Nrn. 16, 18, 19 und 20;

3.             für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei;

4.             für die ordnungsmäßige Unterhaltung und Instandsetzung der Straßen, Wege und Plätze, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nrn. 19 und 20;

5.             für die ordnungsmäßige Unterhaltung von Gewässern im Rahmen einer naturnahen Behandlung, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nrn. 19 und 20;

6.             für Schutzzäune an Verkehrswegen;

7.             für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

8.             für Flächen und Anlagen im Sinne von § 38 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz in der Fassung vom 12.03.1987;

9.             für die ordnungsmäßige Unterhaltung und Instandsetzung der im Schutzgebiet rechtmäßig bestehenden
a) Fernmeldeleitungen und Richtfunkanlagen der Deutschen Bundespost,
b) Energieversorgungsanlagen,
c) dem öffentlichen Schienenverkehr dienenden Einrichtungen,
d) Wasserversorgungs- und Abwasseranlagen,

ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nrn. 19 und 20.

§ 7 Schutz- und Pflegemaßnahmen

Schutz- und Pflegemaßnahmen werden je nach Erfordernis durch die untere Naturschutzbehörde festgelegt.

§ 8 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 9 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 10 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamtes Mosbach zum Schutze von Landschaftsteilen im Bereich des Elzbachtales vom 22. April 1940 außer Kraft.

Mosbach, den 13. Juni 1991

Neckar-Odenwald-Kreis

Landratsamt

- Untere Naturschutzbehörde -

In Vertretung:

gez.

Kochte, Oberregierungsrat

Änderungen:

Durch VO vom 16.12.1994 (NSG "Landschaft um den Heppenstein" und LSG 2.25.034 "Klingengrabental" ) Fläche um 12 ha verkleinert.

Verordnung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis zur Änderung der Verordnung vom 13. Juni 1991 über das Landschaftsschutzgebiet "Elzbachtal' vom 03. Dezember 1996 (Rhein-Neckar-Zeitung vom 14.12.1996).

Aufgrund von §§ 22 und 58 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes in der Fassung vom 29. März 1995 (GBl. S. 385) wird verordnet:

Artikel 1

 (1)Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg erklärte mit Urteil vom 11. Oktober 1993 die Teilfläche des Landschaftsschutzgebiets "Elzbachtal" auf dem Gebiet der Gemeinde Mudau zwischen Oberscheidental und Unterscheidental, wie sie in der Katasterplankarte Nr. 5 vom 27. Januar 1988 als Bestandteil der Schutzgebietsverordnung vom 13.  Juni 1991 zusammenhängend dargestellt ist, für nichtig. Mit dieser Verordnung wird die nichtige Teilfläche neu abgegrenzt und wieder in das Landschaftsschutzgebiet "Elzbachtal" einbezogen. Die Rechtsauffassung des Gerichts wurde beachtet.

 (2)Nach der Neufestsetzung sind die Bebauungskomplexe in den Gewannen "Schulzenwiesen", "Hansjörgengarten" und "Am Dohlgraben" in Oberscheidental sowie die Siedlungskomplexe östlich des Gewanns "Burgmauer" und entlang dem Weg "Elzblick" in Unterscheidental nicht mehr im Landschaftsschutzgebiet enthalten.

Artikel 2

In der Verordnung des Landratsamts Neckar-Odenwald-Kreis über das Landschaftsschutzgebiet "Elzbachtal" vom 13. Juni 1991 werden folgende Änderungen vorgenommen:

1.§ 2 - Schutzgegenstand - wird wie folgt geändert:

·               a) In Abs. 2 werden unter Gemeinde Mudau, Gemarkung Scheidental folgende Gewanne ganz oder teilweise wieder in das Landschaftsschutzgebiet eingefügt:
Schulzenbaumgarten, Knappenkandel, Leimengrube, Schulzenwiesen, Hansjörgengarten, Innen dem Neckarweg, Mittelwiesen, Am Dohlgraben, Neubauerngarten, Am krummen Graben, An der Darr, Am Neckarweg, Rainwiesen, Striet, Blüenäcker, Im Tal, Burgmauer, Klammerwiesen, Stockbrunnenwiese, Darracker, Oberdorf.

·               b) § 2 Abs. 3 Satz 1 erhält folgenden Wortlaut:
"Die Grenzen des Schutzgebiets sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 mit durchgezogener grüner Linie flächig grau und in 25 Katasterplankarten im Maßstab 1 : 5 000 mit grüner, grau angeschummerter Linie, erstellt durch das Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis - untere Naturschutzbehörde - vom 27. Januar 1988 mit Änderungen vom 04. April 1995, eingetragen."

2.Die Nr. 5 der Katasterplankarten in der Kartenmappe zum Landschaftsschutzgebiet " Elzbachtal" Blatt Nr. 6420.22 (Scheidental West) im Maßstab 1 : 5 000 sowie der betreffende Teil der Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 werden durch die dieser Änderungsverordnung beiliegenden Karten ersetzt.

Artikel 3

 (1)Dieser Verordnung liegen die neugefaßte Katasterplankarte Blatt Nr. 6420.22 (Scheidental West; Nr. 5) im Maßstab 1 : 5 000 sowie eine Teilübersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 mit Änderungsdatum vom 04. April 1995 bei. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung.

 (2)Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Mosbach - untere Naturschutzbehörde - zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt. Sie kann auch bei der Gemeinde Mudau eingesehen werden.

Artikel 4

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Mosbach, den 03. Dezember 1996

Neckar-Odenwald-Kreis

Landratsamt

 -untere Naturschutzbehörde -

gez. Schlüter

Erster Landesbeamter