2.25.034 Klingengrabental

(s. NSG "Landschaft um den Heppenstein").

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Natur- und Landschaftsschutzgebiet »Landschaft um den Heppenstein« vom 16. Dezember 1994 (GBl. v. 28.02.1995, S. 252).

- A u s z u g -

Auf Grund der §§ 21, 58 und 64 des Naturschutzgesetzes vom 21. Oktober 1975 (GBI. S.654), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 7. Februar 1994 (GBI. S. 73), wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Mosbach, Gemarkung Mosbach und der Gemeinde Elztal, Gemarkung Neckarburken werden zum Natur- und Landschaftsschutzgebiet erklärt. Es besteht aus drei Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet und führt die Bezeichnung »Landschaft um den Heppenstein«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1)Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 256 ha (48 ha Naturschutzgebiete; 208 ha Landschaftsschutzgebiet). Es wird im wesentlichen wie folgt begrenzt:

·                im Osten durch die Gewanne Grabenflur, Trienzrain und Erlenklinge, im Süden von der Bahnlinie Mosbach-Osterburken, im Westen von der Landesstraße L 525 und im Norden durch den Hummelwiesenweg im Gemeindewald Distrikt Bürgerwald.

 (5)Das Landschaftsschutzgebiet "Klingengrabental" hat eine Größe von rund 208 ha. Es umfaßt die innerhalb der Abgrenzung nach Absatz 1 gelegenen Flächen, soweit sie nicht Naturschutzgebiet sind.

 (6)Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 mit durchgezogener roter Linie (Naturschutzgebiet) und mit durchgezogener grüner Linie (Landschaftsschutzgebiet) und in sechs Detailkarten im Maßstab 1 : 2 500 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie (Naturschutzgebiet) und mit durchgezogener grüner, abgesetzt grau angeschummerter Linie (Landschaftsschutzgebiet) eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe in Karlsruhe, beim Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Mosbach und beim Bürgermeisteramt Mosbach in Mosbach auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

(7)Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 6 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

Landschaftsschutzgebiet

§ 6 Schutzzweck

Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes ist

1.            die Erhaltung und Entwicklung des Klingengrabentals und seiner Höhenzüge als charakteristisches Seitental der Elz mit seiner vielfältig gegliederten Flur, seinen ökologisch wertvollen Landschaftselementen und seinen vielfältig strukturierten Waldbereichen zur Sicherung des ökologisch notwendigen Ergänzungsraumes für die seltenen Pflanzen und Tiere der Naturschutzgebiete,

2.            die Funktion als Pufferzone für die Naturschutzgebiete, insbesondere zur Sicherung der seltenen Pflanzengesellschaften vor Eutrophierung und Siedlungsdruck,

3.            die Funktion als ökologisches Vernetzungselement und Genreservoir für die isoliert liegenden Naturschutzgebiete.

§ 7 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere, wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert oder

4.            das Landschaftsbild nachhaltig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt wird.

§ 8 Erlaubnisvorbehalt

 (1)Handlungen, die den Charakter des Landschaftsschutzgebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

Der Erlaubnis bedarf es insbesondere:

1.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.            Straßen, Wegen, Plätze oder andere Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.            Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen anzulegen oder zu verändern;

4.            Steine, Kies, Sand, Lehm oder andere Bodenbestandteile abzubauen, zu entnehmen oder einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;

5.            fließende oder stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder zu ändern;

6.            Gegenstände zu lagern, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind;

7.            Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen, mit Ausnahme behördlich zugelassener Beschilderungen;

8.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung wesentlich zu ändern;

9.            zu zelten, zu lagern, Wohnwagen oder Verkaufsstände aufzustellen;

10.        Motorsport sowie motorgetriebene Schlitten zu betreiben;

11.        Dauergrünland oder Dauerbrache umzubrechen;

12.        Pflanzenschutzmittel oder Dünger zu verwenden;

13.        Bäume, Hecken, Gebüsche sowie Böschungen zu beseitigen oder zu zerstören;

14.        hochstämmige Obstbäume zu beseitigen, es sei denn, sie werden durch andere hochstämmige Obstbäume ersetzt.

 (3)Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 7 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlung dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

 (4)Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde ergangen ist.

§ 9 Zulässige Handlungen

 (1) Die Verbote und Erlaubnisvorbehalte der §§ 7 und 8 gelten nicht für die

1.            ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung mit der Maßgabe, daß
a) die Bodengestalt nicht durch Auffüllungen oder Abgrabungen verändert wird;
b) Dauergrünland oder Dauerbrache nicht umgebrochen wird;
c) wesentliche Landschaftsbestandteile wie Bäume, Hecken, Gebüsche sowie Böschungen nicht beseitigt oder zerstört werden;
d) abgängige, hochstämmige Obstbäume nur entfernt werden dürfen, wenn sie durch andere hochstämmige Obstbäume ersetzt werden;
das Recht, die landwirtschaftliche Nutzung wieder aufzunehmen, die auf Grund vertraglicher Bewirtschaftungsbeschränkungen oder der Teilnahme an einem Extensivierungs- oder Stillegungsprogramm zeitweise eingeschränkt oder aufgegeben war, bleibt unberührt;

2.            ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung;

3.            ordnungsgemäße Ausübung der Jagd.

 (2)Unberührt bleibt auch die Unterhaltung und Instandsetzung rechtmäßigerweise bestehender Einrichtungen.

§ 10

Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt. §§ 4, 7 und 8 dieser Verordnung sind insoweit nicht anzuwenden.

§ 11 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG im Naturschutzgebiet von der höheren Naturschutzbehörde, im Landschaftsschutzgebiet von der unteren Naturschutzbehörde Befreiung erteilt werden.

§ 12 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig

1.            im Naturschutzgebiet nach § 4 dieser Verordnung verbotene Handlungen vornimmt,

2.            im Landschaftsschutzgebiet nach § 7 dieser Verordnung verbotene Handlungen vornimmt,

3.            im Landschaftsschutzgebiet entgegen § 8 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt.

§ 13 Inkrafttreten

 (1)Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

 (2)Gleichzeitig treten im Geltungsbereich dieser Verordnung folgende Verordnungen außer Kraft:

·               Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Bereich des Hasbachtales, Gemarkungen Mosbach und Lohrbach, Kreis Mosbach vom 8. Mai 1940;

·               Verordnung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis über das Landschaftsschutzgebiet »Elzbachtal« vom 13. Juni 1991;

·               Verordnung über das »Naturschutzgebiet Reliktföhrenwald auf dem Heppenstein« in den Gemarkungen Mosbach und Neckarburken, Landkreis Mosbach vom 3. November 1939;

·               Verordnung über das »Naturschutzgebiet Orchideenwiese Neckarburken« in der Gemarkung Neckarburken, Landkreis Mosbach vom 26. Januar 1940.

Karlsruhe, den 16. Dezember 1994

Hämmerle