2.25.035 Dallauer Tal

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Natur- und Landschaftsschutzgebiet »Dallauer Tal« (Gemeinde Elztal, Neckar-Odenwald-Kreis) vom 17. August 1995 (GBl. v. 29.09.1995, S. 719).

- A u s z u g -

Auf Grund der §§ 21, 58 und 64 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBI. S. 386) wird verordnet:

§1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemarkungen Dallau und Auerbach der Gemeinde Elztal werden zum Natur- und Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung »Dallauer Tal«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1)Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 153 ha. Es umfaßt im wesentlichen das östlich Dallau liegende Talsystem von Luttenbach- und Kehlklinge, einschließlich der Talflanken bis zu den Hochflächen.

Im wesentlichen wird das Schutzgebiet begrenzt im Westen und Nordwesten durch den Ortsrand von Dallau, im Norden und Osten durch den Auerbacher Weg, im Südosten durch die Römerstraße und im Südwesten durch die Kreisstraße K 3949.

 (3)Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 51 ha. Es umfaßt folgende Gewanne und Waldgebiete, soweit sie nicht Naturschutzgebiet sind, ganz oder teilweise:

·               Talrain, Tal, 1. Tal, 1. Notterfeld, 2. Notterfeld, Wilde Sauäcker, Hohberg, Fuchsloch, Hackberg, Tal Köhl, Baumgärtle.

 (4)Die Grenzen des Natur- und Landschaftsschutzgebietes sind in je einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 bzw. 1 : 5 000 mit durchgezogener roter Linie (Naturschutzgebiet) und mit durchgezogener grüner Linie (Landschaftsschutzgebiet) sowie in vier Detailkarten im Maßstab 1 : 2 500 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie (Naturschutzgebiet) und mit durchgezogener grüner, flächig schwarz punktierter Linie (Landschaftsschutzgebiet) eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe in Karlsruhe und beim Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Mosbach auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 (5)Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 4 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

Landschaftsschutzgebiet

§ 6 Schutzzweck

Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes ist

1.            die Sicherung und Entwicklung des ökologisch notwendigen Ergänzungsraumes für das Naturschutzgebiet und seiner Tier- und Pflanzenwelt, insbesondere durch die Erhaltung und Entwicklung von Teilbereichen eines charakteristischen Seitentalsystems der Elz;

2.            die Funktion als Pufferzone für das Naturschutzgebiet gegen Siedlungsdruck, Eutrophierung und Staubimmissionen, insbesondere durch die Erhaltung und Entwicklung dieser Kulturlandschaft mit ihrer an standörtlichen Gegebenheiten orientierten Bodennutzung.

§ 7 Verbote im Landschaftsschutzgebiet

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert oder

4.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt wird.

§ 8 Erlaubnisvorbehalt

 (1)Handlungen, die den Charakter des Landschaftsschutzgebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2)Der Erlaubnis bedarf es insbesondere:

1.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils gültigen Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.            Straßen, Wege, Plätze oder andere Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.            Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen, anzulegen oder zu verändern;

4.            Steine, Kies, Sand, Lehm oder andere Bodenbestandteile abzubauen, zu entnehmen oder einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;

5.            fließende oder stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder zu ändern;

6.            Gegenstände zu lagern, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind;

7.            Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen, mit Ausnahme behördlich zugelassener Beschilderungen;

8.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung wesentlich zu ändern, insbesondere Kleingärten anzulegen;

9.            zu zelten, zu lagern, Wohnwagen oder Verkaufsstände aufzustellen;

10.        Motorsport sowie motorgetriebene Schlitten zu betreiben;

11.        Dauergrünland oder Dauerbrache umzubrechen;

12.        Pflanzenschutzmittel oder Dünger zu verwenden;

13.        Bäume, Hecken, Gebüsche sowie Böschungen zu beseitigen oder zu zerstören, hochstämmige Obstbäume dürfen beseitigt werden, wenn sie durch andere hochstämmige Obstbäume ersetzt werden;

14.        standortfremde Gehölze einschließlich Christbaumkulturen oder Ballenware anzupflanzen.

 (3)Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 7 Abs. 1 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen oder unter Bedingungen, befristet oder widerruflich, erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

 (4)Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde ergangen ist.

§ 9 Zulässige Handlungen im Landschaftsschutzgebiet

 (1) Die Verbote und Erlaubnisvorbehalte der §§ 7 und 8 gelten nicht für:

1.            die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung mit der Maßgabe, daß
a) die Bodengestalt nicht durch Auffüllungen oder Abgrabungen verändert wird;
b) Dauergrünland nicht umgebrochen wird;
c) wesentliche Landschaftsbestandteile wie Bäume, Hecken, Gebüsche oder Feldgehölze nicht beseitigt oder zerstört werden;
d) standortfremde Gehölze sowie Christbaumkulturen und Ballenware nicht angepflanzt werden;
e) abgängige, hochstämmige Obstbäume nur entfernt werden, wenn sie durch andere hochstämmige Obstbäume ersetzt werden;
das Recht, die landwirtschaftliche Nutzung wieder aufzunehmen, die auf Grund vertraglicher Bewirtschaftungsbeschränkungen oder der Teilnahme an einem Extensivierungs- oder Stillegungsprogramm zeitweise eingeschränkt oder aufgegeben war, bleibt unberührt;

2.            die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung;

3.            die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß Hochsitze aus naturbelassenen Rundhölzern errichtet werden.

 (2)Unberührt bleibt auch die Unterhaltung und Instandsetzung rechtmäßigerweise bestehender Einrichtungen.

§ 10 Schutz- und Pflegemaßnahmen

Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt. §§ 4, 7 und 8 dieser Verordnung sind insoweit nicht anzuwenden.

§ 11 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG im Naturschutzgebiet von der höheren Naturschutzbehörde, im Landschaftsschutzgebiet von der unteren Naturschutzbehörde Befreiung erteilt werden.

§ 12 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig

1.            im Naturschutzgebiet eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt,

2.            im Landschaftsschutzgebiet
a) entgegen § 7 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die dem Charakter des Gebietes oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,
b) entgegen § 8 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 13 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

Karlsruhe,

den 17. August 1995

Hämmerle