2.26.001 Dämmelwald

II. Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Stadtwald Dämmel auf Gemarkung Wiesloch, Bezirksamt Heidelberg. (Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts 1938, S. 65).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Zweiten Ergänzungsgesetzes vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird für den Bereich des Stadtwalds Dämmel auf Gemarkung Wiesloch folgendes verordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte bei dem Ministerium des Kultus und Unterrichts als höherer Naturschutzbehörde in Karlsruhe rot umrandeten Landschaftsteile im Bereich der Gemarkung Wiesloch werden in dem Umfange, der sich aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

Es ist verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte durch besondere rote Umrahmung kenntlich gemachten Landschaftsteile Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten. Unter das Verbot fallen Eingriffe aller Art in die Bodenbeschaffenheit, insbesondere die Tonausbeute, die Anlage von Bauwerken aller Art, von Verkaufsbuden, Zelt- und Lagerplätzen, Müll- und Schuttplätzen sowie das Anbringen von Inschriften und dergleichen, soweit letztere nicht auf die Landschaftsschutzmaßnahmen hinweisen und die Vornahme von Kahlhieben. Verboten ist ferner, den im Schutzgebiet lebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu belästigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen. Unberührt bleibt die wirtschaftliche Nutzung, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widerspricht, ferner die jagdliche Nutzung nach den Bestimmungen des Reichsjagdgesetzes.

§ 3

Ausnahmen von den Vorschriften im § 2 können von mir in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 4

Wer den Bestimmungen des § 2 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 5

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Bad. Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft.

Karlsruhe, den 25. Mai 1938.

Der Bad. Minister des Kultus und Unterrichts

als höhere Naturschutzbehörde

In Vertretung

Frank

Nachtragsverordnung

Nachtragsverordnung des Regierungspräsidiums Nordbaden als untere Naturschutzbehörde zum Schutze von Landschaftsteilen im Nordteil des Stadtwaldes Dämmel auf Gemarkung Wiesloch, Landkreis Heidelberg vom 13. Juli 1953 Nr. 19-2393 (GABl. 1953 S. 222).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Dritten Änderungsgesetzes vom 20. Januar 1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 13 der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16. September 1938 (RGBl. I S. 1184) wird folgendes verordnet:

§ 1

Die Bestimmungen der Verordnung des Bad. Ministers des Kultus und Unterrichts - als höhere Naturschutzbehörde - zum Schutze von Landschaftsteilen im Stadtwald Dämmel auf Gemarkung Wiesloch, Landkreis Heidelberg vom 25. Mai 1938 (Amtsblatt des Bad. Ministers des Kultus und Unterrichts S. 65) werden auf die durch Grünumrandung kenntlich gemachten Landschaftsteile im Nordteil des Stadtwaldes Dämmel auf Gemarkung Wiesloch in dem Umfange ausgedehnt, der sich aus der Eintragung in die Landschaftsschutzkarte beim Regierungspräsidium Nordbaden - als höhere Naturschutzbehörde - in Karlsruhe ergibt.

§ 2

Diese Nachtragsverordnung tritt mit ihrer Verkündung im Gemeinsamen Amtsblatt des Landes Baden-Württemberg in Kraft.

In Vertretung

Dr. Herbold