2.35.043 Hecken- und Schlehengäu, Gemarkung Gechingen

Verordnung des Landratsamtes Calw über das Landschaftsschutzgebiet "Hecken- und Schlehengäu, Gemarkung Gechingen" vom 06.02.1985.

Auf Grund von §§ 22, 58 Abs. 3 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 06. Juni 1983 (GBl. S. 199), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Karlsruhe verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Gechingen werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Hecken- und Schlehengäu, Gemarkung Gechingen".

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 825 ha.

 (2) Das Schutzgebiet umfaßt nach dem Stand vom 06.06.1983 auf Gemarkung Gechingen nachfolgend aufgeführte Gewanne und Waldstücke. Diejenigen Gewanne und Waldstücke, die nur teilweise im Schutzgebiet liegen, sind mit (t) gekennzeichnet, die zwar ganz im Schutzgebiet, aber nur teilweise auf der jeweiligen Detailkarte liegen mit ('t').

-Detailkarte Nr.1

·               Gewanne: Hinter der Kirchhalde, Vogelsang, Ödental (t), Hinteres Lehen ('t'), Überstreichendes Land ('t');

·               Waldfächen: Kirchhalde ('t');

-Detailkarte Nr. 2

·               Gewanne: Hintere Dachtgruben (t), Häselen ('t'), Vordere Dachtgruben (t), Schwertäcker, Räderstall ('t'), Vorder Mark ('t'), Eselsbaum ('t'), Hubäcker ('t'), Buchengrund ('t'),

·               Waldflächen: Kirchhalde ('t'), Häselen;

-Detailkarte Nr. 3

·               Gewanne: Lasert, Räderstall ('t'), Häldle, Erdreich (t), Insental ('t'), Vorderer Berg ('t'), Weidenselden (t), Hinterer Berg ('t'), Eselsbaum ('t'), Buchengrund ('t');

·               Waldflächen: Vorderer Berg ('t');

-Detailkarte Nr. 4

·               Gewanne: Hinterer Berg ('t');

·               Waldflächen: Hinterer Berg ('t'), Weidenselden (t);

-Detailkarte Nr. 5

·               Gewanne: Hinteres Lehen ('t'), Überstreichendes Land (t), Stöcklesgrund (t), Vorderes Lehen, Fuchsenrain (t), Mönchgrund (t), Stäudach (t), Huttelesäcker, Bei der Buche (t), Streitberg (t), Am Stammheimer Weg;

·               Waldflächen: Stöcklesgrund, Fuchsenrain;

-Detailkarte Nr. 6

·               Gewanne: Kirchhalde (t), Räderstall ('t'), Hubäcker ('t'), Buchengrund ('t'), Buchenäcker, Weingarten (t), Bei den Eichlen (t), Biegel, Unterstall ('t'), Steinklaffen (t);

·               Waldflächen: Kirchhalde ('t'), Schelmenäcker (t);

-Detailkarte Nr. 7

·               Gewanne: Buchengrund ('t'), Weidenselden (t), Am Wagrain ('t'), Insental ('t'), Vorderer Berg ('t'), Gräbental, Weingarten ('t'), Berg (t), Siechenhäusle, Unterer Berg ('t'), Hochtennen, Brühl, Scheuerle, Riedenen, Süßlingswiesen ('t'), Mistwiesen ('t'), Riedwiesen (t), Mühlhecke, Mulde ('t'), Riedhalden ('t');

·               Waldflächen: Vorderer Berg ('t'), Hinterer Berg ('t'), Berg ('t'), Unterer Berg ('t'), Riedhalde ('t');

-Detailkarte Nr. 8

·               Gewanne: Hinterer Berg ('t'), Berg (t), Unterer Berg ('t'), Süßlingswiesen ('t'), Beckenwiesen, Reibe, Stockauf ('t'), Bauerswiesen ('t'), Bergbusch, Löchertwiesen ('t');

·               Waldflächen: Hinterer Berg ('t'), Berg ('t'), Unterer Berg ('t'), Stockauf ('t'), Bergbusch, Riedhalde ('t');

-Detailkarte Nr. 9

·               Gewanne: Hering ('t'), Loch ('t');

·               Waldflächen: Burch ('t'), Hering ('t'), Loch ('t');

-Detailkarte Nr. 10

·               Gewanne: Streitberg (t), Altenburch (t), Korntal, Gemeine Äcker (t), Hintere Masen (t), Beim Herdweg, Burch ('t'), Breite Egert, Feuriger Busch, Beim Stöckbrunnen ('t'), Hering ('t'), Lämmleswiesen ('t');

·               Waldflächen: Altenburch, Korntal, Burch ('t');

-Detailkarte Nr. 11

·               Gewanne: Hintere Masen (t), Vordere Masen (t), Furt (t), Faule Höcke, Steigäcker, Zwischen der Steige ('t'), Ebene, Katzensteige, Steig ('t'), Billingshalde, Streichenäcker, Kohlhäupt ('t'), Billingsgrund ('t'), Hülsental ('t'), Riederles Halde ('t');

·               Waldflächen: Billingshalde ('t'), Riederles Halde ('t');

-Detailkarte Nr. 12

·               Gewanne: Augstäcker (t), Mulde ('t'), Besemer ('t'), Riedhalden ('t'), Knappenkreuz, Zwischen der Steige ('t'), Am Dachteler Weg (t), Rotenberg (t), Lugmauer (t), Nonnental (t), Riederles Halde ('t');

·               Waldflächen: Riedhalden ('t'), Dachteler Bergwald ('t'), Am Dachteler Weg, Riederles Halde ('t');

-Detailkarte Nr. 13

·               Gewanne: Oberer Torwartengrund ('t'), Löchertwiesen ('t'), Unterer Berg ('t'), Riedhalden ('t'), Badstube, Stahlwiesen ('t'), Unterer Torwartengrund;

·               Waldflächen: Riedhalde ('t'), Oberer Torwartengrund, Dachteler Bergwald ('t'), Unterer Berg ('t'), Stockauf ('t');

-Detailkarte Nr. 14

·               Gewanne: Loch ('t'), Birklen ('t'), Irmental ('t');

·               -Detailkarte Nr. 15

·               Gewanne: Birklen ('t'); Irmental ('t'), Weiler ('t');

-Detailkarte Nr. 16

·               Gewanne: Weiler ('t'), Hülsental ('t'), Riederles Halde ('t');

·               Waldflächen: Riederles Halde ('t');

-Detailkarte Nr. 17

·               Gewanne: Nonnental (t), Hülsental ('t');

·               Waldflächen: Riederles Halde ('t').

(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in 17 Detailkarten im Maßstab 1 : 2 500 auf einem grauen Schattenband grün eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Calw in Calw zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung für das Hecken- und Schlehengäu typischen Landschaft des Hauptmuschelkalkes mit der von Heckenzügen, Steinriegeln, Streuobstanlagen und Laubholzwäldern durchsetzten Feld- und Wiesenflur. Aus ökologischen Gründen und im Interesse der Erholungsvorsorge soll diese Landschaft in ihrer reichen Gliederung gewahrt und Eingriffe, die den Naturhaushalt und seine Regenerationsfähigkeit schädigen oder das Landschaftsbild verunstalten, vermieden werden. Diese Landschaft soll insbesondere, soweit nicht für privilegierte landwirtschaftliche Betriebe unbedingt notwendig, von baulichen Anlagen jeglicher Art freigehalten und wegen ihres Erlebnis- und Erholungswertes nicht umgenutzt und unter Verzicht auf Einfriedigungen offengehalten werden.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig verändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.             Errichtung und Änderung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.             Errichtung von lebenden und toten Einfriedigungen;

3.             Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.             Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise sowie die Ablagerung von Bauschutt und Abfällen aller Art;

5.             Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;

6.             Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

7.             Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;

8.             Anlage oder Veränderung von Flugplätzen;

9.             Betrieb von Motorsport, von motorgetriebenen Schlitten sowie von motorgetriebenen Fluggeräten aller Art;

10.        Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen und das mehrtägige Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

11.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

12.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

13.        Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

14.        Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsteilen, wie Streuobst- und anderen typischen Baumbeständen, Feldgehölzen, Solitärbäumen, Hecken und Heckenrainen, Stufenrainen, Hohlwegen und Steinriegeln.

 (3) Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlungen Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

 (4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

 (5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 13 und 14;

2.            für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei;

3.            für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 14;

4.            für Schutzzäune an Verkehrswegen;

5.            für behördlich angeordnete und zugelassene Beschilderungen.

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 9 Inkrafttreten

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 (2) Unberührt von dieser Verordnung bleibt die Verordnung des Landratsamtes Calw vom 20. September 1954 über die Unterschutzstellung des Buchenbestandes im Eichelgarten, Gemarkung Gechingen.

Calw, den 06.02.1985

Dr. Zerr, Landrat

Änderung:

·               Durch VO vom 09.10.1995 Fläche geringfügig verkleinert.(VO s.u.)

·               Durch VO vom 21.12.1998 Fläche um 4 ha verkleinert.(VO s.u.)

Verordnung des Landratsamtes Calw vom 09. Oktober 1995 zur Änderung der Verordnung des Landratsamtes Calw über das Landschaftsschutzgebiet "Hecken- und Schlehengäu, Gemarkung Gechingen" vom 06.02.1985.

Auf grund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 4, und § 59 Abs. 6 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29.03.1995 (GBl. S. 386) wird verordnet:

§ 1

Das Flst.Nr. 6847, Gemarkung Gechingen, auf Detailkarte Nr. 12 (NW 1714) wird vom Landschaftsschutzgebiet herausgenommen. Die Änderung ist in Form eines Deckblattes zur Detailkarte Nr. 12, das Bestandteil dieser Verordnung ist, dargestellt. Die Verordnung mit Deckblatt wird beim Landratsamt Calw und beim Bürgermeisteramt Gechingen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden, niedergelegt.

§ 2

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Calw, den 09.10.1995

Landratsamt Calw

Dr.  Zerr

Landrat

Verordnung des Landratsamtes Calw vom 21.12.1998 zur Änderung der Verordnung des Landratsamtes Calw über das Landschaftsschutzgebiet "Hecken- und Schlehengäu, Gemarkung Gechingen" vom 6.2.1985, geändert am 9.12.1995. (Mitteilungsblatt Gechingen vom 05.01.1999).

Aufgrund der §§ 22, 58 Abs. 3 und 4 und § 59 Abs. 6 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29.3.1995 (GBl. S. 386) wird verordnet:

§ 1

Die Flst. Nr. 5142, 5143, 5147, 5155, Teile der Flst. Nr. 5148, 5154, Feldweg Nr. 5144, Teile der Feldweg Nr. 3743, 5151 und ein Teil der Straße Nr. 5210 (K 4300), Gemarkung Gechingen auf der Detailkarte Nr. 10 (NW 1716) mit einer Größe von rd. 3,80 ha und das Flst. Nr. 5253 und ein Teil des Feldwegs Nr. 5282, Gemarkung Gechingen auf der Detailkarte Nr. 11 (NW 1715) mit einer Größe von rd. 0,54 ha werden aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen. Die Änderung ist in Form von Deckblättern zu den Detailkarten Nr. 10 und 11, die -Bestandteile dieser Verordnung sind, dargestellt. Die Verordnung mit Deckblättern wird beim Landratsamt Calw und beim Bürgermeisteramt Gechingen zur Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

§ 2

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Calw, den 21.12.1998

Landratsamt Calw

gez. Hans-Werner Koblitz

Landrat