2.36.016 Klosterberg

Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Kreise Vaihingen-Enz (Amtsblatt des Kreises Vaihingen/Enz vom 7. Mai 1949).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.6.1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Dritten Änderungsgesetzes vom 20.1.1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 12 der Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 19.6.1938 (RGBl. I S. 1184) wird mit Ermächtigung des Kultministeriums als höhere Naturschutzbehörde in Stuttgart folgendes verordnet:

§ 1

Der in der Landschaftsschutzkarte beim Landratsamt - untere Naturschutzbehörde - Vaihingen-Enz mit grüner Farbe eingetragene und in einem besonderen Verzeichnis unter Nr. 4 aufgeführte Landschaftsteil Klosterberg im Bereich der Markung Maulbronn Kreis Vaihingen-Enz wird in dem Umfang, der sich aus dieser Verordnung und aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntmachung dieser Verordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

 (1) Um das Landschaftsbild am Berghang nördlich dem Kloster Maulbronn zu erhalten, ist verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte durch grüne Umrahmung kenntlich gemachten Landschaftsteile Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.

 (2) Im besonderen fallen unter das Verbot:

·               a) die Anlage von Steinbrüchen, Sand- und Kiesgruben, sowie sonstige wesentliche Veränderungen der natürlichen Geländeform, Abgrabungen und Aufschüttungen;

·               b) die Erstellung von Drahtleitungen, sowie von Bauwerken jeglicher Art, auch von Schuppen, Verkaufsbuden und Wochenendhäusern, das Anbringen fester Fahnenstangen, die Anbringung störender Zäune, Betonmauern usw.;

·               c) die Ablagerung von Müll, Schutt und Bodenbestandteilen;

·               d) das Zelten;

·               e) das Anbringen von Automaten, Inschriften und Schildern, soweit dies nicht im öffentlichen Interesse geschieht;

·               f) die Rodung, das Abbrennen und der Kahlschlag von Gehölzen, Bäumen und Hecken;

·               g) die Verwendung von Beton für Stützmauern, Treppen usw.

§ 3

Unberührt bleibt:

·               a) Die ordnungsmäßige land- und forstwirtschaftliche Nutzung;

·               b) die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd.

§ 4

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.06.1935 und dem § 15 der Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 bestraft.

§ 5

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Kreises Vaihingen-Enz in Kraft.

Vaihingen-Enz, den 25.02.1949

Landratsamt

- als untere Naturschutzbehörde -

Landrat