2.37.051 Waldachtal mit Seitentälern

Verordnung des Landratsamtes Freudenstadt über das Landschaftsschutzgebiet "Waldachtal mit Seitentälern" vom 01.12.1998 (Mitteilungsblätter Waldachtal und Pfalzgrafenweiler vom 11.12.1998).

Aufgrund der §§ 22, 58 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) i.d.F. vom 29.03.1995 (GBl. S. 385) wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flachen auf dem Gebiet der Gemeinde Waldachtal (Gemarkung Cresbach, Unterwaldach, Oberwaldach, Vesperweiler, Hörschweiler und Tumlingen) und der Gemeinde Pfalzgrafenweiler (Gemarkung Pfalzgrafenweiler, Bösingen und Neu-Nuifra), Landkreis Freudenstadt, werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Waldachtal mit Seitentälern".

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rd. 196,3 ha. Davon befinden sich ca. 168,5 ha auf dem Gebiet der Gemeinde Waldachtal und ca. 27,8 ha auf dem Gebiet der Gemeinde Pfalzgrafenweiler.

 (2) Das Schutzgebiet umfaßt folgende Gewanne ganz oder teilweise (Bezeichnung entsprechend den Flurkarten im Maßstab 1:2 500):

1. Gemeinde Waldachtal:

·               Gemarkung Cresbach:
Langenhart, Unteres Täle, Rüdenberg, Gürgele, Dornstetter Steige, Sattelacker, Schelmenhecke, Waldacher Weg, Halde, Unterer Geißteich, Stockäcker, Kernenholz, Unteres Geißloch

·               Gemarkung Unterwaldach: Unteres Tal, Oberes Täle, Vorbach, Halde, Weiherbach

·               Gemarkung Oberwaldach: Unteres Täle, Halde

·               Gemarkung Vesperweiler:
Halde, Sattelacker, Cresbachtäle, Auchtert, Tannenwald, Berg, Lutzenhardter Täle

·               Gemarkung Hörschweiler: Emmert

·               Gemarkung Tumlingen:
Emmert, Hohlweg, Vogelherd, Schneckenlöchle, Hinter dem Berg, Hetzenwiesen, Kostenreute, Markental, Riedhalde

2.Gemeinde Pfalzarafenweiler :

·               Gemarkung Pfalzarafenweiler: Holenstein, Schloßberg, Vöhrsbächle, Vörbach

·               Gemarkung Bösingen: Waldachtal, Waldachwiesen, Unteres Tal, Gräfenhalde, Glashart, Lochwiese

·               Gemarkung Neu-Nuifra: Waldachwiesen, Äschenteicher Halde, Oberes Tal, Hohen Fichten.

 (3) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 sowie in 14 Detailkarten im Maßstab 1 : 2 500 mit durchgezogener grüner Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Bürgermeisteramt Pfalzgrafenweiler, Hauptstr. 1, 72285 Pfalzgrafenweiler, beim Bürgermeisteramt Waldachtal, Theodor-Heuss-Straße 10, 72178 Waldachtal-Tumlingen sowie beim Landratsamt Freudenstadt, Herrenfelder Str. 14, 72250 Freudenstadt zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während den Sprechzeiten niedergelegt

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist

1.             die Erhaltung des Waldachtales sowie der Seitentäler mit seiner ökologisch vielfältigen, naturnahen Ausstattung und seinem leistungsfähigen Naturhaushalt;

2.             die Offenhaltung der Talauen mit den artenreichen Wiesen, natürlich mäandrierenden Bachläufen und dem Ufergeholzsaum;

3.             die Sicherung der Feuchtgebiete, wie Teiche, Quellen, Wasserläufe, Gräben, Röhrichtbestände und Feuchtwiesen;

4.             die Erhaltung und die Wiederherstellung der natürlichen Heckenstreifen und Waldränder;

5.             die Erhaltung des Lebensraumes für eine artenreiche, teilweise gefährdete Tier- und Pflanzenwelt;

6.             die Bewahrung einer landschaftlich abwechslungsreichen Erholungslandschaft.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebiets verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.             der Naturhaushalt geschädigt wird;

2.             die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört wird;

3.             eine im Sinne des § 3 geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert wird;

4.             das Landschaftsbild nachhaltig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt wird;

5.             der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1) Handlungen, die den Charakter des Landschaftsschutzgebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedarf es insbesondere,

1.             wesentliche Landschaftsbestandteile, wie Ufergehölz, Hecken, Gebüschstreifen, Einzelbäume oder Obstbaumbestände, zu beseitigen, zu zerstören oder zu ändern;

2.             baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

3.             Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

4.             Stätten für Sport und Spiel anzulegen oder zu verändern;

5.             Anlage oder Veränderung von Flugplätzen, von Geländen für das Starten und Landen von Luftsportgeräten (z.B. Hängegleiter, Gleitsegel, Ultraleichtflugzeuge, Sprungfallschirme) und Freiballonen sowie von Geländen für den Aufstieg von Flugmodellen, die der luftverkehrsrechtlichen Erlaubnis bedürfen;

6.             fließende oder stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder zu verändern sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt verändern;

7.             Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen, mit Ausnahme behördlich zugelassener Beschilderungen;

8.             die Bodengestalt zu verändern, insbesondere durch Auffüllungen und Abgrabungen;

9.             neu aufzuforsten oder Christbaum- und Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen;

10.         Art und Umfang der bisherigen Grundstücksnutzung entgegen dem Schutzzweck zu ändern;

11.         Dauergrünland oder Dauerbrache umzubrechen;

12.         Pflanzenschutzmittel außerhalb land- und forstwirtschaftlich genutzter Grundstücke zu verwenden;

13.         Motorsport zu betreiben;

14.         zu zelten, zu lagern, Wohnwagen oder Verkaufsstände aufzustellen;

15.         Gegenstände zu lagern, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlung dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

 (4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese im Einvernehmen (mit)*) der unteren Naturschutzbehörde erteilt wird.

____________________

*) eingefügt: LfU

 

§ 6 Zulässige Handlungen

 (1) Die Verbote und Erlaubnisvorbehalte der §§ 4 und 5 gelten nicht für die im Sinne des Naturschutzgesetzes

1.             ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung, die den Boden standortgerecht nutzt und erhält, Erosion und Humusabbau vermeidet, Gewässerrandstreifen und Ufer, oberirdische Gewässer und Grundwasser nicht in ihrer chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit beeinträchtigt und wildlebenden Tieren und Pflanzen ausreichenden Lebensraum erhält. Dies gilt insbesondere mit der Maßgabe, daß
a)  die Bodengestalt nicht verändert wird,
b)  Dauergrünland oder Dauerbrache nicht umgebrochen wird;
unberührt bleibt das Recht, die land- und forstwirtschaftliche Nutzung wieder aufzunehmen, die auf Grund vertraglicher Bewirtschaftungsbeschränkungen oder der Teilnahme an einem Extensivierungs- oder Stillegungsprogramm zeitweise eingeschränkt oder aufgegeben worden war.
c)  wesentliche Landschaftsbestandteile, wie Ufergehölz, Hecken, Gebüschstreifen, Einzelbäume oder Obstbaumbestände, nicht beseitigt, zerstört oder geändert werden,
d)  eine im Sinne von § 3 geschützte Flächennutzung nicht geändert wird;

2.             ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung;

3.             ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei.

 (2) Unberührt bleibt auch die Unterhaltung und Instandsetzung rechtmäßigerweise bestehender Einrichtungen

§ 7 Schutz- und Pflegemaßnahmen

Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die untere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt, soweit sie nicht für Waldflächen im Forsteinrichtungswerk integriert sind. §§ 4 und 5 dieser Verordnung sind insoweit nicht anzuwenden.

Zur Erhaltung der natürlichen Eigenart der Landschaftsteile im Landschaftsschutzgebiet ist es insbesondere erforderlich, daß die freien Wiesenflachen mindestens einmal jährlich gemäht werden.

§ 8 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG durch die untere Naturschutzbehörde Befreiung erteilt werden.

§ 9 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig

1.             im Landschaftsschutzgebiet nach § 4 dieser Verordnung verbotene Handlungen vornimmt,

2.             im Landschaftsschutzgebiet entgegen § 5 Abs. 2 dieser Verordnung ohne vorherige Erlaubnis Handlungen vornimmt.

§ 10 Außerkrafttreten

Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die "Verordnung des Landratsamts Freudenstadt zum Schutz von Landschaftsteilen auf den Markungen Cresbach, Bösingen, Pfalzgrafenweiler, Hörschweiler und Tumlingen" vom 03.09.1958 außer Kraft.

§ 11 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Freudenstadt, den 01.12.1998

Landratsamt Freudenstadt

Mauer

Änderungen:

Durch VO vom 03.03.2000 Fläche um 2 ha erweitert.

Durch VO vom 15.11.2002 Fläche um 95 ha erweitert.

Verordnung des Landratsamtes Freudenstadt zur Änderung des Landschaftsschutzgebietes "Waldachtal mit Seitentälern" vom 3. März 2000 (”Waldachtalbote” v. 17.03.2000).

Aufgrund der §§ 22 und 58 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) i.d.F. vom 29. März 1995 (GBl Seite 385) wird die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Waldachtal mit Seitentälern" vom 1. Dezember 1998, wie folgt geändert:

Artikel 1

Schutzgegenstand

1. In den Geltungsbereich des Landschaftsschutzgebietes "Waldachtal mit Seitentälern" werden in der Gemeinde Waldachtal auf Gemarkung Vesperweiler im Gewann "Auchtert" die Flurstücke Nrn. 112/2, 114/12, 114/13 ganz und das Flurstück Nr. 106 teilweise aufgenommen.

Es handelt sich hierbei um eine Fläche von ca. 2,24 Hektar.

Die genaue Abgrenzung ist aus dem Deckblatt, Maßstab 1:2500, welches Bestandteil dieser Änderungsverordnung ist, ersichtlich.

2. Die Änderungsverordnung mit Deckblatt wird beim Bürgermeisteramt Waldachtal, Theodor‑Heuss‑Straße 10, 72178 Waldachtal‑Tumlingen sowie beim Landratsamt Freudenstadt, Herrenfelder Straße 14, 72250 Freudenstadt zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

3. Die Bestimmungen der Verordnung vom 1. Dezember 1998 bleiben im Übrigen unberührt.

Artikel 2

Inkrafttreten

Diese Änderung der Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Freudenstadt, den 3. März 2000

Landratsamt Freudenstadt

gez. Dombrowsky,

Verordnung des Landratsamtes Freudenstadt zur Änderung des Landschaftsschutzgebietes „Waldachtal mit Seitentälern" vom 15. November 2002 (Waldachtalbote v. 29.11.2002).

Aufgrund der §§ 22 und 58 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) i. d. F. vom 29. März 1995 (GBI. S. 385) wird die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Waldachtal mit Seitentälern" vom 1. Dezember 1998, geändert mit Verordnung vom 3. März 2000, wie folgt geändert:

Artikel 1 Schutzgegenstand

1. Aus dem Geltungsbereich des Landschaftsschutzgebietes „Waldachtal mit Seitentälern" werden auf Gemarkung Tumlingen in den Gewannen „Hinter dem Berg", „Kostenreute" und „Markental" folgende Grundstücke ganz oder teilweise herausgenommen: FIst. Nrn. 470, 517, 974, 985, 986, 987, 989, 990, 991, 992, 993, 994, 995, 996, 997, 998, 999, 1000,1001,1112,1116,1025.

Es handelt sich hierbei um eine Fläche von ca. 11,25 ha.

2. In den Geltungsbereich des Landschaftsschutzgebietes „Waldachtal mit Seitentälern" werden in der Gemeinde Waldachtal auf Gemarkung Tumlingen in den Gewannen „Riedhalde" und „Scheiterwasen" folgende Grundstücke ganz oder teilweise einbezogen: FIst. Nrn. 963, 965, 966, 967, 968, 969, 970, 971, 972, 974, 1116, 1118, 1268, 1272, 1274, 1275, 1276, 1277, 1278, 1279, 1280, 1283, 1284, 1285, 1286, 1288, 1289, 1290, 1291, 1292, 1293, 1294, 1295, 1296, 1297, 1298, 1299, 1300, 1301, 1302, 1303, 1304/1, 1304/2, 1305, 1307, 1308/1, 1308/2, 1309, 1310, 1311, 1312, 1313, 1314, 1315, 1316, 1317.

Es handelt sich hierbei um eine Fläche von ca. 106,65 ha.

3. Die genaue Abgrenzung ist aus den 4 Deckblättern, Maßstab 1 : 2500, welche Bestandteil dieser Änderungsverordnung sind, ersichtlich.

4. Die Änderungsverordnung mit den Deckblättern wird beim Bürgermeisteramt Waldachtal, Theodor-Heuss-Str. 10, 71278 Waldachtal-Tumlingen, sowie beim Landratsamt Freuden­stadt, Herrenfelder Str. 14, 72250 Freudenstadt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

5. Die Bestimmungen der Verordnung vom 1. Dezember 1998, geändert durch Verordnung vom 3. März 2000, bleiben im Übrigen unberührt.

Artikel 2 In-Kraft-Treten

Diese Änderung der Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung in Kraft.

Freudenstadt, den 15. November 2002

Landratsamt Freudenstadt

Dombrowsky