3.11.011 Mooswald

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Landschaftsschutzgebiet

»Mooswald« vom 24. Mai 2006

 

Auf Grund der §§ 29 und 73 Abs.5 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 13. Dezember 2005 (GBI. S. 745)

wird verordnet:

§ 1

Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Freiburg (Stadtkrais Freiburg), der Gemeinden Gottenheim,

Umkirch, Schallstadt und March (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) sowie der Gemeinde Vörstetten (Landkreis Emmen-

dingen) werden zum Landschafts schutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet ist in Teilen zugleich ein Gebiet von

gemeinschaftlicher Bedeutung im Sinne der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 über die Erhaltung der natür-

lichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz: FFH-Richtlinie) sowie

ein Vogelschutzgebiet im Sinne der Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wild lebenden

Vogelarten (kurz: Vogelschutzrichtlinie) im Folgenden zusammengefasst als NATURA 2000-Gebiet bezeichnet. Das Landschafts-

schutzgebiet führt die Bezeichnung »Mooswald«.

§ 2

Schutzgegenstand

(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rd. 4468 ha.

(2) Das Schutzgebiet umfasst hauptsächlich den nördlichen und den südlichen Mooswald' nebst zugehörigen Freiflächen sowie

den Nordhang des Schönbergs und die Höhen des Marchhügels auf Gemarkung Freiburg-Hochdorf. Im Wesentlichen wird es durch

folgende Linien und Gebiete begrenzt:

Ab der Autobahnausfahrt Freiburg-Nord umschließt die Grenze östlich und nördlich des Freizeitgeländes Silbersee die nördlich

der B 294 gelegenen Waldungen nebst vorgelagerter Freiflächen auf Gemarkung Freiburg-Hochdorf und Vörstetten. Auf Gemar-

kung Vörstetten reicht das Gebiet im Norden bis zur K 5141 und verläuft dann südlich der K 5131, des bebauten Ortsteils

Schupfholz und des Mühlbachs im Westen um die bebaute Ortslage von Vörstetten herum bis zur Gemarkungsgrenze

Freiburg / Gundelfingen. Im Osten folgt sie der Gemarkungsgrenze, sodann der Mooswaldallee, verläuft am Nordwestrand

des Flugplatzes bis zur Bahnlinie Freiburg-Breisach. Zwischen Bahnlinie und Dreisam sind der Stadtwald »Oberer Rot-Scha-

chen«, der »Lehener Wald« am Moosweiher und das Waldgebiet im Stadtteil Landwasser sowie das Lehener Bergle einge-

schlossen. Ab der Dreisambrücke folgt die Grenze der Breisgauer Straße, bezieht nördlich die Dreisam und den Wald im Ge-

wann »Fronholz« sowie die zwischenliegenden Gewanne bis zur Autobahn A 5 ein, verläuft darin westlich der Autobahn nach

Süden bis zur K 9853. Südlich der Kreisstraße führt sie Richtung Osten, entlang der Grenze des Naturschutzgebietes »Freiburger

Rieselfeld« und »Honigbuck« bis zum Gewerbegebiet »Haid West«. Sie verläuft dann am westlichen Rand des Gewerbegebiets

entlang dem Waldrand bis zum Futtergängleweg und von dort weiter nach Süden bis zur B 31. Den Verkehrsknoten der B 31

a / B 3 aussparend führt sie nördlich der Gewanne »Vordere Bodenmatten«, »Bodenmatten«, »Blochackern«, und Teile des

Gewanns »Gottmarsmatten« einschließend, nach Osten zur Güterbahnlinie. Dieser folgt sie in südwestlicher Richtung ca. 100 m,

weicht dann nach Süden bis zur Malteserordensstraße ab, folgt dieser ca. 70 m nach Osten und führt dann Richtung Süden

bis zum Ebringer Weg. Im Süden ist der Nordhang des Schönbergs zwischen Ebringer Weg, Zechenweg und Bahnstrecke

(jedoch ohne die bebauten Gebiete und vorgelagerte Teilflächen im Bereich Lettgrube und südöstlich des Zwiegerackerweges)

und den Gemarkungsgrenzen Freiburg und Merzhausen/Ebringen/Schallstadt eingeschlossen. Westlich der Bahnlinie verläuft die

Grenze entlang der Gemarkungsgrenze Freiburg/Schallstadt, Teile der Gewanne »Hintere Stüben«, »Inneres und Äußeres

Landwasser« auf Gemarkung Freiburg ausschließend, bis zur B 3. Sie quert die Straße und folgt ihr auf der Westseite nach Süden,

dann nach Westen abknickend, entlang dem Altgraben sowie dem Mühle- und Holzbach einschließlich deren Südufer, umfasst

das Gewann »Im tiefen Ried« mit dem Gemeinde- und Privatwald sowie dem Friedhof auf Gemarkung Mengen und kreuzt die

Autobahn nördlich der Raststätte.

Nach Querung der Autobahn führt sie im Südwesten zunächst entlang der Gemarkungsgrenze Freiburg/Mengen bis zum Waldrand

am Hexenbach und weiter entlang dem Waldrand, das Gewann »Holzmatten« einschließend, zur K 9864. Richtung Norden

schließt sie den Reutemattensee mit Wald ein, verläuft entlang der Grenze des Naturschutzgebietes »Gaisenmoos« bis zum

Wangener Weg, von dort östlich des Blankenberges zum Gewann »Waldmatten« und weiter entlang wasserführender Gräben

östlich der» Waldmösle-Siedlung«. Sie quert die K 9853 und führt in wechselnden Abständen zwischen ca. 400 und 700 Metern

zum Kretzbach (Neugraben) und Krebsbach bis zum westlichen Waldrand an der K 9861. Ca. 130 m folgt sie der Kreisstraße nach

Westen, führt dann ca. 220 m nach Norden und anschließend in östlicher Richtung zur L 187. Dieser folgt sie bis zum Ortsein-

gang von Gottenheim, führt südöstlich der Bebauung Gottenheims zur L 115 und von dort südlich der Straße bis zum Ortsbe-

ginn Umkirch. Den Rohrmattenwald einbeziehend führt sie westlich des Gewanns »Breike« nach Süden zum Dachswanger Weg

und von dort entlang des Mühlbachs nach Osten. Teile des Gewanns »Geren« sind nicht Bestandteil des Schutzgebietes. Entlang

der Waltershofer Straße (K 4979) verläuft die Grenze nach Süden. In Abstand von ca. 180 m Entfernung zum südlichen Baugebiet

»Mühlematten und Mühlematten II« zweigt sie nach Osten ab und schließt teilweise Offenlandflächen und den Wald im Gewann

»Fronholz«, einschließlich des Waldstreifens südlich der Hauptstraße (L 115/B 31 a) am östlichen Ortsteingang von Umkirch, bis

zum Autobahnkreuz Freiburg-Mitte ein. Dieses Kreuz ausnehmend schließt sie westlich der Dreisam den »Lehener Wald« und das

Gewann »Wieblern« ein, quert auf Höhe der Gemarkungsgrenze Freiburg/Umkirch die Dreisam, führt entlang der Gemarkungs-

grenze bis zur Bahnlinie FreiburgiBreisach und weiter in östlicher Richtung, das Kleingartengebiet »Christ« ausschließend, sodann

der K 9855 nach Hochdorf folgend. Teile des Markwaldes auf Gemarkung Hochdorf umfassend führt sie weiter entlang der

nördlichen Waldgrenze zur Autobahn A 5, der sie bis nördlich der Tank- und Rastanlage »Schauinsland« folgt. Von dort führt sie

nach Westen, die Höhen des Marchhügels mit den Gewannen »Eichacker« und »Hinter dem Berg« im Osten sowie »Degental«

und »Hohle« im Westen einschließend, zurück und weiter entlang der A 5 bis zur Autobahnausfahrt Freiburg- Nord. Die städtische

Abfalldeponie im Gewann »Eichelbuck«, das Industrie- und Gewerbegebiet Hochdorf und das Bebauungsplangebiet »Mineral- und

Thermalbad Mooswald« sind nicht Bestandteile des Schutzgebietes. Ebenso wenig sind die Grenze bildende Straßen, Wege

und Bahnlinien Bestandteile des Schutzgebietes; die Grenze bildende Gewässer gehören jedoch mit beiden Ufern zum Schutzgebiet.

(3) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1: 25 000 sowie in 5 Detailkarten im

Maßstab 1: 5000 mit durchgezogener grüner, flächig schwarz punktierter Linie dargestellt, wobei der äußere Rand der grünen

Linie die Grenze des Landschaftsschutzgebietes darstellt. Die Flächen, die zum NATURA 2000-Gebiet gehören, sind in der Über-

sichtskarte mit Stand April 2006 farbig dargestellt. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird

beim Regierungspräsidium Freiburg, bei der Stadt Freiburg sowie bei den Landratsämtern Breisgau-Hochschwarzwald und

Emmendingen auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kos-

tenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

(4) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 3 Satz 4 bezeichneten Stellen zur kosten

losen Einsicht durch jedermann während während der Sprechzeiten niedergelegt.

§ 3

Schutzzweck

(1) Wesentliche Schutzzwecke sind

1. die Erhaltung und Sicherung eines leistungsfähigen Naturhaushalts im Mooswald und seinen angrenzenden Freiflächen als

zusammen hängender einheitlicher ökologischer Ausgleichsraum für den Verdichtungsraum der Stadt Freiburg mit seinen

vielfaltigen, insbesondere klimatischen Wirkungen;

2. die Erhaltung von Vielfalt und Schönheit der Natur und Landschaft in diesem Rauin mit seinen charakteristischen Lebensge-

meinschaften von Tieren und Pflanzen, den Streuobstbeständen und dem Weißstorchvorkommen;

3. die Sicherung und Entwicklung des Gebiets als attraktiver naturnaher Erholungsraum für die Stadt Freiburg und die angren-

zenden Gemeinden.

(2) Weitere Schutzzwecke sind

1. die Erhaltung und EntwiCklung der im Landschaftsschutzgebiet vorkommenden Lebensräume nach Anhang I sowie der Habitate

der in den Anhängen II oder IV der FFH-Richtlinie genannten Tier- und Pflanzenarten und der Vogelarten der Vogelschutzrichtlinie;

2. die Erhaltung, Sicherung und Entwicklung des Habitatmosaiks der Zaunammer (streng geschützt nach § 10 Abs.2 Ziffer 11 c

Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)) am Nordhang des Schönbergs.

§ 4

Verbote

Im Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck -

zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1. der Naturhaushalt geschädigt wird;

2. die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört wird;

3. eine im Sinne des § 3 geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert wird;

4. das Landschaftsbild nachhaltig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

    eine Beeinträchtigung in den Naturschutzgebieten »Arlesheimersee«, »Freiburger Rieselfeld« »Gaisenmoos« und »Honig-

    buck« herbeigeführt wird;

5. der Naturgenuss oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird;

6. innerhalb des NATURA 2000-Gebietes bei den geschützten Lebensraumtypen und Arten sowie bei den nach Anhang IV

    der FFH-Richtlinie genannten Arten erhebliche Beeinträchtigungen eintreten können.

§ 5

Erlaubnisvorbehalte

(1) Handlungen, die den Charakter des Landschaftsschutzgebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen

können, bedürfen der Erlaubnis der jeweils zuständigen unteren Naturschutzbehörde.

(2) Der Erlaubnis bedarf es insbesondere,

1. wesentliche Landschaftsbestandteile, wie Bäume, Streuobstbestände, Hecken, Gebüsche, feuchte Senken oder die Ufer-

    vegetation von Bächen und Gräben zu beseitigen, zu zerstören oder zu ändern;

2. Bäume mit starken Totholzästen oder Totholzstämme am Nordhang des Schönbergs zu beseitigen;

3. bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

4. Einfriedungen zu errichten;

5. Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, ober- oder unterirdische Leitungen aller Art zu verlegen

    oder Anlagen dieser Art zu verändern;

6. Stätten für Sport und Spiel anzulegen oder zu verändern;

7. Flugplätze, Gelände für das Starten und Landen von Luftsportgeräten (zum Beispiel Hängegleiter, Gleitflugzeuge, Gleitfall-

    schirme) sowie Gelände für den Aufstieg von Flugmodellen, die der luftverkehrsrechtlichen Erlaubnis bedürfen, anzulegen

    oder zu verändern;

8. fließende oder stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder zu verändern sowie Entwässerungs- oder andere

    Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt verändern;

9. Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen mit Ausnahme behördlich zugelassener Beschilderungen;

10. die Bodengestalt zu verändern, insbesondere durch Abgrabungen und Aufschüttungen;

11. Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 2 ha;

12. neu aufzuforsten oder Christbaum- und Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und

      Bäumen anzulegen;

13. Art und Umfang der bisherigen Grundstücksnutzung entgegen dem Schutzzweck zu ändern, insbesondere Kleingär-

      ten anzulegen;

14. Dauergrünland umzubrechen;

15. Motorsport zu betreiben;

16. zu zelten, zu lagern, Wohnwagen oder Verkaufsstände aufzustellen;

17. Wohnboote, Bojen oder andere schwimmende Anlagen zu verankern und Stege zu errichten;

18. Gegenstände zu lagern, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche

Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, Bedingungen, befristet oder

widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, dass die Wirkungen der Handlung dem Schutzzweck nur

unwesentlich zuwiderlaufen.

(4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese im Einvernehmen

mit der unteren Naturschutzbehörde erteilt wird.

(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaub-

nis durch das Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung

oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

(6) Bei der Gestattung von Handlungen, die das NATURA 2000-Gebiet betreffen, sind außerdem die § § 37 ff.

NatSchG zu beachten.

§ 6

Zulässige Handlungen

Die Verbote und Erlaubnisvorbehalte der §§ 4 und 5 gelten nicht für

1.  die landwirtschaftliche Bodennutzung im Rahmen der guten fachlichen Praxis mit der Maßgabe, dass

  1.1 Dauergrünland nicht umgebrochen wird und bei Beweidung eine geschlossene Grasnarbe verbleibt;

  1.2 wesentliche Landschaftsbestandteile wie Bäume, Streuobstbestände, Bäume mit starken Totholzästen oder

  Totholzstämmen am Nordhang des Schönbergs, Hecken, Gebüsche, feuchte Senken oder die Ufervegetation von Bächen

  und Gräben nicht beseitigt, zerstört oder geändert werden;

2.  die forstwirtschaftliche Bodennutzung sowie die Anlage von Rückegassen und Maschinenwegen im Rahmen der anerkannten

     forstlichen Grundsätze mit der Maßgabe, dass

  2.1 sich das waldbauliche Leitbild an den im Gebiet vorkommenden standorttypischen Waldgesellschaften orientiert,

  2.2 ausreichend Höhlen durch Belassen alter Einzelbäume (zum Beispiel angelehnt an FSC Zertifizierung) als wichtige

 Habitatstrukturen für Höhlenbrüter und andere Höhlenbewohner zur Verfügung stehen;

3.  die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd - unter besonderer Rücksichtnahme auf die Erholungsnutzung des Gebietes - und

     der Fischerei;

4.  die ordnungsgemäße Unterhaltung, Instandsetzung und der ordnungsgemäße Betrieb rechtmäßig bestehender Einrichtungen,

     wie Straßen, Wege, Plätze, Bahnanlagen einschließlich Sicherheitsbereich, Ver- und Entsorgungsanlagen, Telekommunikations- 

  seinrichtungen sowie die ordnungsgemäße Gewässerunterhaltung sowie die (Neu- )Verlegung von unterirdischen Telekom-

  munikationslinien in Verkehrswegen;

5.  Schutzzäune an Verkehrswegen;

6.  behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen sowie für notwendige Markierungen und Sichtzeichen an

     rechtmäßig errichteten Anlagen; sofern die Handlungen so ausgeführt werden, dass der Schutzzweck dieser Verordnung nicht

     beeinträchtigt und das Verschlechterungsverbot des § 37 NatSchG im NATURA 2000-Gebiet beachtet wird.

§ 7

Schutz- Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen

Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen werden von der Naturschutzbehörde unter besonderer Berücksichtigung

der sich aus den Anforderungen der FFH- Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie ergebenden Erhaltungs- und Entwicklungsziele

in einem Pflege- und Entwicklungsplan oder durch Einzelanordnung festgelegt, soweit sie nicht für Waldflächen im Einvernehmen

mit der Naturschutzbehörde im Forsteinrichtungswerk beziehungsweise entsprechenden Planungen integriert sind. Insbesondere

sind am Nordhang des Schönbergs Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen für die Habitate der Zaunammer zu planen. Die

§§ 4 und 5 dieser Verordnung sind insoweit nicht anzuwenden.

§ 8

Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 79 NatSchG durch die jeweils örtlich zuständige untere Naturschutz-

behörde Befreiung erteilt werden. Es wird darauf hingewiesen, dass gegebenenfalls auch eine Verträglichkeitsprüfung bezie-

hungsweise Ausnahme nach § 38 NatSchG erforderlich ist.

§ 9

Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 80 Abs. I Nr.2 NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1 . nach § 4 dieser Verordnung verbotene Handlungen vornimmt;

2. entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern

    oder dem Schutzzweck zuwider laufen können.

§ 1O

Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung des Regierungspräsidiums

Freiburg über das Landschaftsschutzgebiet »Mooswald« vom 27. September 1979 mit den Änderungsverordnungen vom

15. Dezember 1993 und 2. Februar 1998 außer Kraft. Bestehende Verordnungen zum Schutz von Naturdenkmalen bleiben

hiervon unberührt.

FREIBURG I. BR., den 24. Mai 2006

DR. von UNGERN-STERNBERG

Verkündungshinweis:

Nach § 76 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 13. Dezember 2005 (GBI. S.745) ist eine Verletzung der

in § 74 NatSchG genannten Verfahrens- und Formvorschriften nur beachtlich, wenn sie innerhalb eines Jahres nach Erlass

der Verordnung schriftlich beim Regierungspräsidium Freiburg geltend gemacht wird; der Sachverhalt, der die

Verletzung begründen soll, ist darzulegen.