3.17.001 Dörlinbacher Grund

Anordnung zum Schutz von Landschaftsteilen im Dörlinbacher Grund im Landkreis Lahr (Lahrer Anzeiger vom 09.10.1953).

Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.06.1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung der Gesetze vom 29.09.1935 (RGBl. I S. 1191), vom 01.12.1936 (RGBl. I S. 1001) und vom 20.01.1938 (RGBl. I S. 36), des § 13 der Durchführungsverordnung vom 03.10.1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16.09.1938 (RGBl. I S. 1184) sowie des § 14 des Badischen Landesgesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 03.10.1951 (GVBl. S. 159) wird mit Ermächtigung der höheren Naturschutzbehörde für den Dörlinbacher Grund im Landkreis Lahr folgendes angeordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg/Br. grün umran­deten Landschaftsteile im Bereich des Dörlinbacher Grundes auf den Gemarkungen Ettenheimmün­ster, Grafenhausen, Kappel, Ringsheim im Landkreis Lahr, werden in dem Umfang, der sich aus der Eintragung in die Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tag der Bekanntgabe dieser Anordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Eine Zweitfertigung der Landschaftsschutz­karte befindet sich beim Landratsamt als unterer Naturschutzbehörde in Lahr.

§ 2

(1) Innerhalb der in § 1 genannten Landschaftsteile dürfen keine Veränderungen vorgenommen werden, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.

(2) Zur Vermeidung der in Absatz 1 genannten schädigenden Wirkungen ist darnach besonders untersagt:

Bauten aller Art zu errichten und zwar auch solche, die keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen;

Aussichts- oder andere Gerüste oder Masten zu errichten;

feste oder bewegliche Verkaufsbuden oder Stände aufzustellen;

Starkstromleitungen (mit mehr als 1000 Volt Spannung) über das Gebiet zu führen;

Abfälle, Müll oder Schutt an Stellen, die dafür behördlicherseits nicht freigegeben sind, abzula­gern oder wegzuwerfen;

Steinbrüche, Kies-, Sand- oder Lehmgruben oder Abschütthalden anzulegen oder im Wider­spruch zum Sinn dieser Anordnung zu erweitern;

eigentliche Aufforstungen vorzunehmen;

den Uferwuchs am Bach zu beseitigen oder zu verunstalten.

§ 3

Unberührt bleiben die bisherige forstwirtschaftliche und landwirtschaftliche Nutzung, die Jagd und Fischerei und pflegliche Maßnahmen, soweit diese dem Zweck dieser Anordnung nicht wider­sprechen.

§ 4

Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 können in besonderen Fällen nach Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde durch die untere Naturschutzbehörde bewilligt werden.

§ 5

Wer den Schutzbestimmungen dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Anordnung tritt in Kraft, sobald sie in der Form, die für öffentliche Bekanntmachungen des Landratsamtes vorgesehen ist, bekanntgegeben worden ist.

Lahr, den 16. September 1953

Das Landratsamt

als untere Naturschutzbehörde

 

Änderungen:

Durch VO für NSG 3.272 Fläche auf 94 ha reduziert.