3.17.002 Geroldseck

Anordnung zum Schutz von Landschaftsteilen im Bereich des Geroldsecks und Umgebung im Landkreis Lahr (Lahrer Zeitung vom 26.03.1955).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.06.1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung der Gesetze vom 29.09.1935 (RGBl. I S. 1191) vom 01.12.1936 (RGBl. I S. 1001) und vom 20.01.1938 (RGBl. I S. 36), des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16.09.1938 (RGBl. I S. 1184), sowie der §§ 14 und 20 des Badischen Landesgesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutz­gesetzes vom 03.10.1951 (GVBl. S. 159) wird mit Ermächtigung des Landeskulturamtes als höherer Naturschutzbehörde in Freiburg i.Br. folgendes angeordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg i.Br. grün umran­deten Landschaftsteile im Bereich des Geroldsecks und Umgebung in den Gemarkungen Prinzbach, Reichenbach, Schönberg und Seelbach im Landkreis Lahr werden in dem Umfang, der sich aus der Eintragung in die Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Anordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Eine Zweitfertigung der Landschaftsschutz­karte befindet sich beim Landratsamt als unterer Naturschutzbehörde in Lahr.

§ 2

1.            Innerhalb der in § 1 genannten Landschaftsteile dürfen keine Veränderungen vorgenommen werden, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.

2.            Zur Vermeidung der in Abs. 1 genannten schädigenden Wirkungen ist danach besonders untersagt:
a) Bauten aller Art zu errichten, und zwar auch solche, die keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen;
b) Aussichts- oder andere Gerüste oder Masten zu errichten;
c) feste oder bewegliche Verkaufsbuden oder Stände aufzustellen;
d) Starkstromleitungen (mit mehr als 1000 Volt Spannung) über das Gebiet zu führen;
e) Abfälle, Müll oder Schutt an Stellen, die dafür behördlicherseits nicht freigegeben sind, abzula­gern oder wegzuwerfen;
f) Zelt- oder Lagerplätze ohne Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde anzulegen;
g) Steinbrüche, Kies-, Sand- oder Lehmgruben und Abraum- oder Schutthalden anzulegen oder im Widerspruch zum Sinn dieser Anordnung zu erweitern;
h) Rodungen vorzunehmen.

§ 3

1.            Unberührt bleiben die bisherige landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Nutzung, die Jagd und Fischerei und pflegliche Maßnahmen, soweit diese dem Zweck der Anordnung nicht widerspre­chen.

2.            Die Bestimmungen des § 6 des bad. Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnatur­schutzgesetzes vom 03.10.1951 sowie des § 11 des bad. Ortsstraßengesetzes nebst den dazu ergangenen Vollzugserlassen bleiben unberührt.

§ 4

Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 können in besonderen Fällen nach Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde durch die untere Naturschutzbehörde bewilligt werden.

§ 5

Wer den Schutzbestimmungen dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Anordnung tritt in Kraft, sobald sie in der Form, die für öffentliche Bekanntmachungen des Landratsamtes vorgesehen ist, bekanntgegeben worden ist.

Lahr, den 24. März 1955

Das Landratsamt

als untere Naturschutzbehörde

I.V: Szotowski