3.17.009 Schutterlindenberg

Verordnung des Landratsamts Lahr - untere Naturschutzbehörde - zum Schutz von Land­schaftsteilen im Bereich des "Schutterlindenberges" und dessen Umgebung auf den Gemarkungen Lahr, Hugsweier und Friesenheim im Landkreis Lahr (Lahrer Zeitung vom 29.08.1966).

Auf Grund von §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) und von § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes i.d.F. der Bekanntmachung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Südbaden in Frei­burg/Br. als höherer Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

(1) Die in Absatz 2 näher beschriebenen Landschaftsteile in den Gemeindegebieten Lahr, Hugs­weier und Friesenheim werden als Landschaftsschutzgebiet dem Schutz des Reichsnaturschutzge­setzes unterstellt.

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes verlaufen wie folgt:

Südgrenze: Die Südgrenze ist zugleich die Bebauungsgrenze der Großen Kreisstadt Lahr gemäß derem Flächennutzungsplan i.d.F. des Entwurfs vom März 1966. Gebildet durch die Nordseite des Feldweges Lgb.-Nr. 2127 beginnend an der Einmündung in die Kreisstraße Nr. 20; Westseite des Feldweges Lgb.-Nr. 1103 bis zum Grundstück Lgb.-Nr. 7452; Nord- und Westseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 7451; Südseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 7453; Westseite des Grund­stückes Lgb.-Nr. 7447; Nordseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 1102; Ostseite der Grundstücke Lgb.-Nr. 1102, 1099 und 1098; Südseite der Grundstücke Lgb.-Nr. 1098, 1097, 959, 958, 957, 956, 964, 953, 951, 950 und 948; Westseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 948; Südseite der Grundstücke Lgb.-Nr. 3803, 3796, 3751 und 3737; Ostseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 3736 bis zur Grundstücksmitte dann quer durch die Grundstücke Lgb.-Nr. 3736 und 3744; Ostseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6288; Südseite der Grundstücke Lgb.-Nr. 6288 und 6289; Ostseite des Feldweges Lgb.-Nr. 6291; Südseite der Grundstücke Lgb.-Nr. 6294/1 und 6316 bis zu 2/3 dieses Grundstückes, dann quer durch das Grundstück Lgb.-Nr. 6315; Ostseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6315 und des Feldweges Lgb.-Nr. 6311 bis zum Grundstück Lgb.-Nr. 6307; Nordseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6307; quer durch das Grundstück Lgb.-Nr. 6306; Nordseite des Grund­stückes Lgb-Nr. 6322/1; Ost-, Nord- und Westseite und teilweise Südseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6323; Westseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6326/1; Nord- und Westseite der Grund­stücke Lgb.-Nr. 6343 und 6342; Süd- und Westseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6356; Südseite des Feldweges Lgb.-Nr. 6354, 6421 und 6420; quer durch das Grundstück Lgb.-Nr. 6398; Ost- und Südseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6398; Südseite der Grundstücke Lgb.-Nr. 6415, 6412, 6413, des Feldweges Lgb.Nr. 4611, der Grundstücke Lgb.-Nr. 6410, 6409, 6456 (Stichweg), 6454/1, 6453, 6452 und 6451; Südseite der Grundstücke Lgb.-Nr. 6508, 6509 und 6511; quer zum Feldweg Lgb.-Nr. 6513; Süd- und Westseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6516; Westseite der Grundstücke Lgb.-Nr. 6543, 6544, 6545 und 6546; Teil der Nordseite des Grundstückes Lgb.-Nr. D 294; Nord- und Ostseite der Grundstücke Lgb.-Nr. D 293 b; Ost-, Süd- und Westseite des Grundstückes Lgb.-Nr. D 293/1; Südseite des Grundstückes Lgb.-Nr. D 291; Teil der Ostseite des Grundstückes Lgb.-Nr. D 286; quer durch das Grundstück Lgb.-Nr. D 286; Teil der Westseite des Grundstückes Lgb.-Nr. D 286, Süd- und Westseite des Grundstückes Lgb.-Nr. D 290; Nordseite der Grundstücke Lgb.-Nr. D 445 und D 402; quer durch das Grundstück Lgb.-Nr. D 403; Ostseite des Grundstückes Lgb.-Nr. D 403/2; Teil der Süd- und Ostseite des Grund­stücks Lgb.Nr. D 404; Nordseite des Grundstückes Lgb.-Nr. D 420; Westseite des Grundstückes Lgb.-Nr. D 432 und D 431; West- und Nordseite der Grundstücke Lgb.-Nr. D 430 und D 429; Teil der Nordseite des Grundstückes Lgb.-Nr. D 437; Westseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6563; West- und Nordseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6562; Westseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6557; Ostseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6558; Südseite der Grundstücke Lgb.-Nr. 6574 und 6573; Süd- und Westseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6571; Teil der Südseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6620; Süd- und Westseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6621; quer durch die Grundstücke Lgb.-Nr. 6622, 6624 und 6626 zur Nordseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6627; Nordseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 6627 bis zur Ostseite der Bundesstraße Nr. 3 (alle Grundstücke auf Ge­markung Lahr).

Westgrenze: Ostseite der Bundesstraße Nr. 3 beginnend bei Grundstück Lgb.-Nr. 6627/1 bis zur Einmündung des Lierbachfeldweges Lgb.-Nr. 10267 Gemarkung Friesenheim.

Nordgrenze: Südseite des Lierbachfeldweges Lgb.-Nr. 10267 beginnend an der Einmündung in die Bundesstraße Nr. 3 bis zum Grundstück Lgb.-Nr. 10060; Ostseite des Ammerichfeldweges Lgb.-Nr. 9893 bis zur Einmündung des Fußtälefeldweges Lgb.-Nr. 10402; Südseite des Fußtäle­feldweges Lgb.Nr. 10402 und 10399 bis zum Grundstück Lgb.-Nr. 5612; West- und Nordseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 5612; Südseite des Feldweges (ohne Bezeichnung) der von Grund­stück Lgb.-Nr. 5612 bis Grundstück Lgb.-Nr. 5797 führt; Nordseite des Grundstückes Lgb.-Nr. 5797; Westseite der Illenbühlgasse Lgb.-Nr. 5764 bis zum Grundstück Lgb.-Nr. 5823; Südseite der Grundstücke Lgb.-Nr. 5823 und 5822, bis zur Lahrgasse Lgb.-Nr. 369 (alle Grundstücke auf Gemarkung Friesenheim).

Ostgrenze: Westseite der Lahrgasse Lgb.-Nr. 369 beginnend bei Grundstück Lgb.-Nr. 5822; Westseite des Langezieltfeldweges Lgb.-Nr. 7856 (alle Grundstücke auf Gemarkung Friesen­heim) und Lgb.-Nr. 2233 auf Gemarkung Lahr; Westseite der Kreisstraße Nr. 20 bis zur Einmün­dung des Feldweges Lgb.-Nr. 2127 Gemarkung Lahr.

§ 2

Im geschützten Gebiet ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die die Landschaft verun­stalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 3

(1) Der Erlaubnis des Landratsamtes Lahr bedarf, wer Maßnahmen durchführen will, die geeig­net sind, eine in § 2 genannten Wirkungen hervorzurufen.

(2) Der Erlaubnis bedarf insbesondere wer beabsichtigt,

Bauten aller Art, auch wenn sie einer baurechtlichen Genehmigung nicht bedürfen,

Stützmauern, Zäune und andere Einfriedigungen,.

Drahtleitungen, zu errichten oder zu ändern,

Steine, Lehm, Sand, Kies oder andere Erdbestandteile abzubauen oder die bisherige Bo­dengestaltung in irgendwelcher Weise ändern,

Wege, Parkplätze, Zeltplätze und Badeplätze anzulegen,

Abfälle, Müll und Schutt abzulagern,

Tümpel und Teiche zuzuschütten oder auf andere Weise zu beseitigen.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme nicht gegen das Verbot des § 2 verstößt. Sie ist mit entsprechenden Auflagen und Bedingungen zu erteilen, wenn durch diese ein Verstoß der Maßnahme gegen das Verbot des § 2 abgewendet werden kann. In den übrigen Fällen ist sie zu versagen.

§ 4

(1) Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf Maßnahmen, die der land- und forstwirtschaftli­chen Nutzung dienen und das Landschaftsbild möglichst schonen.

(2) Veränderungen der Nutzungsart sind dem Landratsamt Lahr schriftlich anzuzeigen und dür­fen erst vorgenommen werden, wenn das Landratsamt Lahr die Veränderung nicht binnen sechs Wochen seit der Anzeige untersagt hat. Das Landratsamt Lahr ist befugt, die Veränderungen zu un­tersagen, wenn sie eine der in § 2 genannten Wirkungen hätte. Die Untersagung ist aufzuheben, wenn nachgewiesen wird, daß die Veränderung für die Fortführung des Betriebes unerläßlich ist.

(3) Nutzungsart im Sinne des Absatzes 2 ist die Nutzung eines Grundstückes als Ackerland, als Obstwiese, als Weide, als Weinberg oder als Wald.

(4) Die Absätze 1 und 2 finden keine Anwendung auf Bauwerke, die einer baurechtlichen Ge­nehmigung bedürfen.

§ 5

Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf

das Aufstellen von Schildern, die auf den Landschaftsschutz hinweisen, Verbotstafeln und Verkehrszeichen,

die rechtmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei ohne Errichtung von Jagdhütten.

§ 6

(1) In besonderen Fällen kann das Landratsamt Lahr mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Südbaden in Freiburg/Br. Ausnahmen von § 2 zulassen.

(2) Die Ausnahme kann an Bedingungen und Auflagen gebunden werden.

§ 7

Beim Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen der Landschaft sind auf Verlangen des Landratsamts Lahr ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.

§ 8

Verstöße gegen die Vorschriften dieser Verordnung werden nach § 21 Abs. 3 und § 22 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (GBl. S. 53) mit Geldbußen geahndet.

§ 9

Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung in Kraft.

Lahr, den 24. August 1966

Landratsamt

Untere Naturschutzbehörde

Dr. Wimmer