3.17.011 Kniebis

Anordnung zum Schutz von Landschaftsteilen am Kniebis auf den Gemarkungen Bad Gries­bach und Maisach im Landkreis Offenburg (Offenburger Tagblatt vom 20.03.1956).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung der Gesetze vom 29. IX. 1935 (RGBl. I S.1191), vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I. S. 1001) und vom 20. Januar 1938 (RGBl. I S. 36) des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16.9.1938 (RGBl. I S. 1184) sowie der §§ 14 und 20 des bad. Landesgesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutz-Geset­zes vom 03.10.1951 (GVBl. S. 159) wird mit Ermächtigung des Landeskulturamtes als höhere Natur­schutzbehörde in Freiburg i. Br. folgendes angeordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte Maßstab 1 : 25 000 der höheren Naturschutzbehörde in Frei­burg grün umrandeten Landschaftsteile im Bereich des Kniebis auf den Gemarkungen Bad Griesbach und Maisach im Landkreis Offenburg werden in dem Umfang, der sich aus der Eintragung in die Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Anordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Eine Zweitfertigung der Landschaftsschutzkarte befindet sich beim Landratsamt als untere Naturschutzbehörde in Offenburg.

§ 2

(1) Innerhalb der in § 1 genannten Landschaftsteile dürfen keine Veränderungen vorgenommen werden, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.

(2) Zur Vermeidung der in Abs. 1 genannten schädigenden Wirkungen ist danach besonders untersagt:

Bauten aller Art zu errichten und zwar auch solche, die keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen;

Aussichts- oder andere Gerüste oder Masten zu errichten;

feste oder bewegliche Verkaufsbuden oder Stände aufzustellen;

Starkstromleitungen (mit mehr als 1000 Volt Spannung) über das Gebiet zu führen;

Steinbrüche, Kies-, Sand- oder Lehmgruben oder Abschütthalden anzulegen oder im Wider­spruch zum Sinn dieser Anordnung zu erweitern;

Kahlschläge über 1 ha, soweit sie nicht forsttechnisch geboten sind, oder Rodungen vorzuneh­men;

Zelt- oder Lagerplätze ohne vorherige Zustimmung der Naturschutzbehörden einzurichten.

§ 3

Unberührt bleiben die bisherige landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Nutzung und pflegli­che Maßnahmen, soweit diese dem Zweck dieser Anordnung nicht widersprechen.

§ 4

Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 können in besonderen Fällen nach Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde durch die untere Naturschutzbehörde bewilligt werden.

§ 5

Wer den Schutzbestimmungen dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Anordnung tritt in Kraft, sobald sie in der Form, die für öffentliche Bekanntmachungen des Landratsamtes vorgesehen ist, bekanntgegeben worden ist.

Offenburg, den 15. März 1956

Das Landratsamt

als Untere Naturschutzbehörde