3.17.012 Bergle

Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Bereich des "Bergle" in der Gemarkung Gengenbach, Landkreis Offenburg. (Offenburger Tagblatt vom 08.09.1965).

Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) i.d.F. des 2. Änderungsgesetzes vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 7 der Verord­nung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Ände­rung des Reichsnaturschutzgesetzes i.d.F. der Bekanntmachung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird mit Ermächtigung des Regierungspräsidium Südbaden als höhere Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

(1) Der in Absatz 2 näher beschriebene Landschaftsteil "Bergle" im Gemeindegebiet Gengen­bach, Landkreis Offenburg, wird als Landschaftsschutzgebiet dem Schutz des Reichsnaturschutzge­setzes unterstellt.

(2) Das Schutzgebiet umfaßt folgende Flurstücke:

Lgb.-Nr. 521, 522, 523, 524, 525, 526, 527, 527/1, 528, 528/1, 529/1, 529/2, 530, 531, 532, 532/1, 533, 533/1, 534, 534/1, 535, 536, 536/1, 537, 537/1, 538, 538/1, 539, 540, 540/1, 541, 541/1, 542, 543, 544, 544/1, 545, 545/1, 546, 546/1, 548, 548/1, 549, 549/1, 550, 551, 552, 555/1, 553/1, 557/1, 558/2, 571, 572/1, 572/2, 572/3, 572/4, 572/5, 572/6, 573, 574, 574/1, 575, 575/1, 576, 576/1, 577, 577/1, 578, 578/1, 579, 579/1, 580, 580/1, 581, 582, 583, 584, 585, 586, 586/1, 587, 587/1, 588, 588/1, 589, 589/1, 590, 590/1, 591, 591/1, 592, 592/1, 593, 593/1, 594, 594/1, 595, 595/1, 596, 597, 597/1, 598, 599, 600, 600/1, 601, 601/1, 602, 602/1, 603, 603/1, 604, 605, 605/1, 606, 607, 607/1, 608, 608/1, 608/2, 608/5, 608/6, 608/7, 611, 612, 613, 614, 615, 617, 617/1, 618, 619, 619/1, 620, 620/1, 621/1, 621/2, 621/3, 622, 623, 624, 625, 626, 626/1, 627, 628, 629, 629/1, 630, 631, 632, 633, 634, 635, 636, 637, 638, 639, 640, 641, 642, 643, 644, 645, 646, 647, 648, 649, 650, 651, 652, 653, 654, 655/1, 657, 658, 659, 660, 661, 662, 663, 664, 665, 666, 667, 668, 669, 670, 671, 674, 675, 676, 677, 678, 679, 680, 681, 682, 683, 684, 685, 686, 686/1, 687, 687/1, 688, 688/1, 689, 690, 691, 692, 693, 694, 694/1, 695, 696, 697, 699, 700, 700/1, 701, 702, 703, 704, 705, 706, 707, 708, 709, 710, 711, 715, 715/1, 716, 717, 718, 718/1, 719, 719/1, 720, 721, 721/1, 722, 723, 724, 724/1, 725, 726, 727, 727/1, 728, 728/1, 729, 730, 731, 731/1, 732, 733, 733/1, 735, 737, 737/1, 738, 738/1, 739, 739/1, 740, 740/1, 741, 741/1, 742, 742/1, 743, 744, 744/1, 745, 746, 746/1, 747, 748/1, 749, 750, 751, 752, 753, 754, 755, 756, 757, 758, 758/1, 758/2, 764, 765, 765/1, 766, 766/1, 767, 769, 770, 771, 772, 773, 774, 775/1, 783/1, 783/2, 784, 785, 786, 787, 788, 789, 790, 791, 822, 823, 824, 827, 828, 829, 830, 831, 832, 1643, 1642, 1641.

Seine Grenzen ergeben sich aus der in grüner Farbe gemachten Eintragung in die beim Regie­rungspräsidium Südbaden als höhere Naturschutzbehörde in Freiburg i.Br. aufliegende Landschafts­schutzkarte im Maßstab 1 : 25 000 und 1 : 5 000. Eine Mehrfertigung dieser Karten befindet sich beim Landratsamt Offenburg und beim Bürgermeisteramt Gengenbach und kann dort eingesehen werden.

§ 2

In dem in § 1 genannten Schutzbereich ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.

§ 3

Insbesondere ist verboten:

Abfälle, Müll oder Schutt abzulagern oder wegzuwerfen;

Verkaufsstände oder Buden zu errichten oder aufzustellen;

Werbevorrichtungen aller Art anzubringen;

Drahtleitungen zu errichten;

Steinbrüche, Sand- oder Lehmgruben anzulegen oder bestehende Betriebe dieser Art über das Maß des bisherigen Abbaus hinaus zu erweitern;

die Grünlandflächen aufzuforsten, Hecken, Bäume und Gehölze außerhalb des Waldes zu beseitigen;

Zeltplätze einzurichten.

§ 4

(1) Zur Vermeidung der in § 2 genannten schädigenden Wirkungen dürfen

Bauten aller Art - auch solche, für die eine baupolizeiliche Genehmigung nicht einzuholen ist -

Zäune oder Einfriedigungen nur errichtet werden, nachdem die untere Naturschutzbehörde sie für zulässig erklärt hat.

(2) Die Zulässigkeitserklärung darf nur versagt werden, wenn das Vorhaben geeignet ist, eine der in § 2 genannten schädigenden Wirkungen hervorzurufen.

§ 5

In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Verbotsbestimmungen dieser Verordnung von der unteren Naturschutzbehörde bewilligt werden.

§ 6

(1) Zulässigkeitserklärung (§ 4) und Ausnahmebewilligung (§ 5) können rechtswirksam nur nach Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde ausgesprochen werden.

(2) Sie können auch unter Bedingungen oder Auflagen erteilt werden.

(3) Aus der Zulässigkeitserklärung oder Ausnahmebewilligung erwächst kein Anspruch auf Ertei­lung der Baugenehmigung nach den Bestimmungen der Landesbauordnung, des Bundesbaugesetzes oder anderer bau- und planungsrechtlicher Vorschriften. Auch sonstige Genehmigungserfordernisse, etwa nach forst-, wasser- oder wegerechtlichen Bestimmungen, bleiben unberührt.

§ 7

Zugelassen bleiben die wirtschaftliche Nutzung und pflegerische Maßnahme, soweit sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widersprechen.

§ 8

Wer den Schutzbestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach § 21 des Reichsna­turschutzgesetzes in Verbindung mit § 15 der Durchführungsverordnung hierzu bestraft oder nach § 13 des bad.-württ. Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes mit Geld­buße belegt. Neben der Strafe kann auf Einziehung der beweglichen Gegenstände, die durch die Tat erlangt sind, erkannt werden, sofern sie dem Täter oder einem Teilnehmer gehören (§ 22 des Reichsnaturschutzgesetzes in Verbindung mit § 10 der Durchführungsverordnung hierzu).

§ 9

(1) Die Verordnung tritt mit ihrer Verkündung am 8. September 1965 in Kraft.

(2) Die Anordnung des Landratsamtes Offenburg vom 9. November 1961 über die einstweilige Sicherstellung der Landschaftsteile im Bereich des "Bergle" wird mit dem Inkrafttreten der Verord­nung nach Absatz 1 aufgehoben.

Offenburg, den 1. September 1965

Landratsamt

-Untere Naturschutzbehörde-

i.V.

(Mann)