3.25.020 Gewanne Neue Reute und Dissenhorn

Verordnung zum Schutze eines Landschaftsteiles in den Gewannen "Neue Reute" und "Dissenhorn" der Gemarkung Feckenhausen, Landkreis Rottweil (Schwarzwälder Bote, Schwarzwälder Tagblatt vom 29. und 30.12.1965).

Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) i.d.F. des 2. Änderungsgesetzes vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes i.d.F. der Bekanntmachung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern, als höhere Naturschutzbehörde vom 20. Oktober 1965 folgendes verordnet:

§ 1

(1) Der in Abs. 2 näher beschriebene Landschaftsteil im Gemeindegebiet Feckenhausen, Landkreis Rottweil, wird als Landschaftsschutzgebiet dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

(2) Das Gebiet hat eine Größe von ca. 60 ar. Es umfaßt die Flurstücke 142 und 143 im Gewann "Neue Reute" und den Teil der Parzelle 749 im Gewann "Dissenhorn", der zwischen den Waldparzellen 130 und 133 bis 135 und dem Feldweg Nr. 10 sowie anschließend zwischen den Waldparzellen 136 und 140 und 164 und dem Fußweg liegt, der vom Feldweg Nr. 10 nach Westen abzweigt, einschließlich der angrenzenden Wegflächen.

Seine Grenzen ergeben sich aus den in grüner Farbe erfolgten Eintragungen in die beim Regierungs­präsidium Südwürttemberg-Hohenzollern aufliegende Landschaftsschutzkarte. Je eine Mehrfertigung dieser Karte befindet sich beim Landratsamt Rottweil und beim Bürgermeisteramt Feckenhausen und kann dort eingesehen werden.

§ 2

Es ist verboten, im geschützten Gebiet Veränderungen vorzunehmen, die die Landschaft verun­stalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 3

(1) Der Erlaubnis des Landratsamtes Rottweil - untere Naturschutzbehörde - bedarf, wer Maßnahmen durchführen will, die geeignet sind, eine der in § 2 genannten Wirkungen hervorzurufen.

(2) Der Erlaubnis bedarf insbesondere, wer beabsichtigt,

Bauten aller Art, auch wenn sie einer baurechtlichen Genehmigung nicht bedürfen,

Stützmauern, Zäune und andere Einfriedigungen,

Drahtleitungen zu errichten oder zu ändern;

Steine, Lehm, Sand, Kies oder andere Erdbestandteile abzubauen oder die bisherige Bodengestaltung in irgendwelcher Weise zu ändern,

Wege, Parkplätze und Zeltplätze anzulegen,

Abfälle, Müll und Schutt abzulagern,

Wohn- oder Verkaufswagen aufzustellen,

Bäume, Hecken oder Gehölze zu beseitigen,

Aufforstungen vorzunehmen.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme nicht gegen das Verbot des § 2 verstößt. Die Erlaubnis kann mit Bedingungen und Auflagen verbunden werden.

§ 4

Unberührt bleiben

die landwirtschaftliche und die forstwirtschaftliche Nutzung und Bewirtschaftung, jeweils im bisherigen Umfang,

die rechtmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei (ohne Errichtung von Jagdhütten).

§ 5

(1) In besonderen Fällen kann das Landratsamt Rottweil mit Zustimmung des Regierungspräsi­diums Südwürttemberg-Hohenzollern Ausnahmen von § 2 zulassen.

(2) Die Ausnahme kann an Bedingungen und Auflagen gebunden werden.

§ 6

Beim Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen der Landschaft sind auf Verlangen des Landratsamtes Rottweil ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies dem Betrof­fenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.

§ 7

Verstöße gegen die Vorschriften dieser Verordnung werden nach § 21 Abs. 3 und § 22 Reichsna­turschutzgesetz bestraft oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnatur­schutzgesetzes vom 08.06.1959 (GBl. S. 53) mit Geldbuße geahndet.

§ 8

(1) Diese Verordnung tritt am 1. Januar 1966 in Kraft.

(2) Die Anordnung des Landratsamtes Rottweil - untere Naturschutzbehörde - über die einstwei­lige Sicherstellung von Landschaftsteilen in der Gemeinde Feckenhausen vom 22. Januar 1965 wird aufgehoben.

Rottweil, den 22. Dezember 1965

Landratsamt Rottweil

-untere Naturschutzbehörde-

In Vertretung: Rath

Oberregierungsrat