3.25.022 Landschaft um Gößlingen

Verordnung zum Schutze der Landschaft um Gösslingen, Landkreis Rottweil (Schwarzwälder Bote, Schwarzwälder Tagblatt vom 24.08.1966).

Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) i.d.F. des 2. Änderungsgesetzes vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 7 der Verord­nung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Ände­rung des Reichsnaturschutzgesetzes i.d.F. der Bekanntmachung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern als höherer Natur­schutzbehörde vom 19. April 1966 folgendes verordnet.

§ 1

(1) Der in Abs. 2 näher beschriebene Landschaftsteil im Gemeindegebiet Gösslingen, Landkreis Rottweil, wird als Landschaftsschutzgebiet dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Er umfaßt eine Fläche von 156 ha 64 a 45 qm.

(2) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes, das u.a. die Gewanne "Viehhalde", "Bühl", "Weinhalde", "Brühl" und "Breite" umfaßt, verlaufen wie folgt:

Ausgehend im Nordwesten von der Nordwestecke der Parzelle 861 ostwärts entlang der Nord­grenze der Parzelle 860, den Feldwegen 48,47, 38, 37, 5/3 und dem Vic.Weg 3 bis zur Kreis­grenze gegen Balingen, dieser entlang südwärts bis zur Südostecke der Parzelle 1316, dann nach Westen entlang den Süd- und Südwestgrenzen der Parzellen 1316, 1317, 1320, 1321, 1301 und entlang den Feldwegen 26 und 20/2 bis zur Nordwestgrenze der Parzelle 1469. Weiter entlang den Süd- bzw. Südwest-Westgrenzen der Parzellen 1367 bis 1369, 1385, 1386, 1388 bis 1395, 1398, 1419 und 1420, die Parzelle 1421 entlang dem unvermarkten Fußweg durchschnei­dend zur Markungsgrenze, dieser entlang nord-, west- und wieder nordwärts bis zum Ausgangs­punkt der Beschreibung.

Ausgenommen aus dem Landschaftsschutzgebiet ist die Ortschaft Gösslingen; die Grenzen des ausgenommenen Gebietes verlaufen wie folgt (von Nordwesten ausgehend im Uhrzeigersinn, entlang den Außengrenzen folgender Parzellen und Wege): Parzellen, 56, 58, 27, 30, Ortsweg 12, Parzellen 49, 36, Ortsweg 12, Parzellen 39, 146, 148, 142, 140, 139, 136 bis 133, 114, 111, 153, 155 bis 158, 93, Vic. Weg 1, Feldweg 53, Feldweg 11, Parzellen 866, 60, 22, 23 und 56.

Die Grenzen ergeben sich aus den in grüner Farbe erfolgten Eintragungen in die beim Regie­rungspräsidium Südwürttemberg-Hohenzollern aufliegende Landschaftsschutzkarte. Je eine Mehrfertigung dieser Karte befindet sich beim Landratsamt Rottweil und beim Bürgermeisteramt Gösslingen und kann dort eingesehen werden.

§ 2

Im geschützten Gebiet ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die die Landschaft verun­stalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 3

(1) Der Erlaubnis des Landratsamtes Rottweil - untere Naturschutzbehörde - bedarf, wer Maß­nahmen durchführen will, die geeignet sind, eine der in § 2 genannten Wirkungen hervorzurufen.

(2) Der Erlaubnis bedarf insbesondere, wer beabsichtigt

Bauten aller Art, auch wenn sie einer baurechtlichen Genehmigung nicht bedürfen,

Stützmauern, Zäune und andere Einfriedigungen,

Drahtleitungen zu errichten oder zu ändern

Steine, Lehm, Sand, Kies oder andere Erdbestandteile abzubauen oder die bisherige Bodengestaltung in irgendwelcher Weise zu ändern,

Wege, Parkplätze und Zeltplätze anzulegen,

Abfälle, Müll und Schutt abzulagern,

Wohn- oder Verkaufswagen aufzustellen,

Bäume, Hecken oder Gehölze zu beseitigen.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme nicht gegen das Verbot des § 2 verstößt. Die Erlaubnis kann mit Bedingungen und Auflagen verbunden werden.

§ 4

(1) Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf Maßnahmen, die nach den Regeln einer ordnungsgemäßen Wirtschaft zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung erforderlich sind.

(2) Ein Wechsel zwischen land- und forstwirtschaftlicher Nutzung (Wechsel der Kulturart von Wiese oder Acker in Wald und umgekehrt) ist dem Landratsamt Rottweil schriftlich anzuzeigen und darf erst vorgenommen werden, wenn das Landratsamt die Veränderungen nicht binnen 3 Wochen nach Eingang der Anzeige untersagt hat. Eine Versagung ist möglich, wenn diese eine der in § 2 genannten Wirkungen hätte. Sie hat zu unterbleiben, wenn nachgewiesen wird, daß die Veränderung für die Fortführung des Betriebes unerläßlich ist.

§ 5

Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf

das Aufstellen von Schildern, die auf den Landschaftsschutz hinweisen, Verbotstafeln und Verkehrszeichen,

die rechtmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei ohne Errichtung von Jagdhütten.

§ 6

(1) In besonderen Fällen kann das Landratsamt Rottweil mit Zustimmung des Regierungspräsidi­ums Südwürttemberg-Hohenzollern Ausnahmen von § 2 zulassen.

(2) Die Ausnahme kann an Bedingungen und Auflagen gebunden werden.

§ 7

Beim Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen der Landschaft sind auf Verlangen des Landratsamtes Rottweil ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies den Betroffe­nen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.

§ 8

Verstöße gegen die Vorschriften dieser Verordnung werden nach § 21 Abs. 3 und § 22 Reichsna­turschutzgesetz bestraft oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnatur­schutzgesetzes vom 08. Juni 1959 (GBl. S. 53) mit Geldbuße geahndet.

§ 9

1) Diese Verordnung tritt am 1. September 1966 in Kraft.

(2) Gleichzeitig treten die Bestimmungen der Verordnung des Landratsamtes Rottweil - untere Naturschutzbehörde- zum Schutze von Landschaftsbestandteilen und von Landschaftsausschnitten gegen Verunstaltungen vom 1. Februar 1953 außer Kraft, soweit diese Landschaftsbestandteile der Gemeinde Gösslingen betrifft.

Rottweil, den 22. August 1966

Landratsamt Rottweil

untere Naturschutzbehörde

I.V.: Rath, Regierungsdirektor

Im LSG 3.25.022 eingeschlossene Gebiete:

-Scheibenbühl

-Steilhang ob der Viehhalde