3.25.028 Diessental und Teile des Neckar- und Glatt-Tales

Verordnung zum Schutze des Dießentals, sowie von Teilen des Neckar- und Glattals im Bereich des Kreises Hechingen.

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) i.d.F. vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) und vom 20. Januar 1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 13 DVO vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) i.d.F. vom 16. September 1938 (RGBl. S. 1184) und der Verordnung des Kultusministeriums zur Änderung der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 19. März 1956 (GBl. S. 77) wird mit Ermächtigung des Regierungs­präsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern vom 17.1.1957 verordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte beim Landratsamt Hechingen mit grüner Farbe eingetragenen, außerhalb der jeweiligen Ortsetter gelegenen Landschaftsteile im Bereich der Markungen Betra, Dettingen, Dettlingen, Dießen, Fischingen und Glatt werden in dem Umfange, der sich aus der Eintragung in die Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

(1) Es ist verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte durch farbige Umrandung kennt­lich gemachten Landschaftsteile Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schä­digen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.

(2) Unter das Verbot fallen insbesondere:

das Errichten von Bauwerken aller Art, auch von solchen, die keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen;

das Lagern und Zelten an anderen als dafür vorgesehenen Plätzen; c)  das Ablagern von Müll, Schutt und Abfällen an anderen als den vom Bürgermeister im Benehmen mit der Kreisstelle für Naturschutz und Landschaftspflege bestimmten Plätzen;

der Bau von Drahtleitungen;

das Anbringen von Tafeln, Inschriften, Schildern und dergleichen, soweit sie nicht aus­schließlich der Verkehrsregelung, der amtlichen Wegebeschilderung, der Kennzeichnung von Wanderwegen oder dem Hinweis auf den Landschaftsschutz dienen;

das Anlegen von Steinbrüchen, Baggerbetrieben, Kies-, Lehm- und Sandgruben, Abraum­halden und dergleichen, sowie die Wiedereröffnung stillgelegter derartiger Anlagen;

das Beschädigen oder Beseitigen von Hecken, Gebüschen, einzelstehenden Bäumen und Baumgruppen, Gehölzen und Ufergehölzen außerhalb von geschlossenen Waldgebieten;

Kahlschläge in Hangwaldungen und Aufforstungen von Wiesen oder Äckern im Talgrund ohne Genehmigung des Landratsamtes.

§ 3

(1) Unberührt von den Verboten des § 2 bleibt die land- und forstwirtschaftliche Nutzung, sofern sie dem Zwecke dieser Verordnung nicht widerspricht.

(2) Bei forstwirtschaftlichen Maßnahmen, die im Anschluß an einen Kahlschlag oder im Zusam­menhang mit der Aufforstung von Wiesen oder Äckern erfolgen, kann angeordnet werden, daß dabei ein vom zuständigen Forstamt im Benehmen mit der Kreisstelle für Naturschutz und Landschafts­pflege aufgestellter Kulturplan einzuhalten ist.

§ 4

Ausnahmen von den Bestimmungen des § 2 können in besonderen Fällen vom Landratsamt zugelassen werden.

§ 5

Bei Verstößen gegen § 2 kann das Landratsamt Einzelanordnungen erlassen.

§ 6

Beim Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen der Landschaft sind auf Verlangen des Landratsamtes ganz oder teilweise zu beseitigen. Das Verlangen muß dem Betrof­fenen zumutbar sein.

§ 7

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach §§ 21 und 22 des Reichs­naturschutzgesetzes, sowie nach § 16 der DVO bestraft, soweit nicht schärfere Strafbestimmungen anzuwenden sind.

§ 8

Die Verordnung tritt mit dem Tage der Bekanntgabe in Kraft.

Hechingen, den 13. Februar 1957

Landratsamt

-Untere Naturschutzbehörde-

In Vertretung

Maier