3.25.029 Glatt- und Dobeltal

Verordnung des Landratsamtes Horb über das Landschaftsschutzgebiet "Glatt- und Dobeltal" auf den Gemarkungen Hopfau und Dornhan vom 01. April 1969 (Amtlicher Aushang vom 08.04. bis 21.04.1969, Hinweis: Schwarzwälder Bote vom 05.04.1969).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) i.d.F. des Zweiten Änderungsgesetzes vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001), sowie des § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes i.d.F. vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird mit Zustim­mung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern als höherer Naturschutzbe­hörde fol­gendes verordnet:

§ 1

(1) Die im Absatz 2 und 3 näher beschriebenen Landschaftsteile in den Gemeindegebieten der Gemarkungen Hopfau und Dornhan werden als Landschaftsschutzgebiete dem Schutze des Reichs­naturschutzgesetzes unterstellt.

Das Landschaftsschutzgebiet umfaßt eine Fläche von ca. 680 ha, davon Gemarkung Hopfau 410 ha und Gemarkung Dornhan 270 ha.

(2) Das Landschaftsschutzgebiet auf Gemarkung Hopfau umfaßt die Südseite der Glattalhänge mit Gewann "Winterhalde", "Sommerhalde", "Pfarrhalde", "Rutsche", "Lindental", "Untere Riesen", "Wacholder", sowie die Nordseite der Glattalhänge mit Dobeltal mit den Gewannen "Buchhalde", "Krumme Steige", "Stäbenhalde", "Ofenhalde", "Überzwerchwald", "Hummerlessteigäcker", "Spital­halde", "Lochbrunnen", "Eckkapf", "Windhalde", "Harzwald", "Härle", "Schlucht", "Glatthalde", "Egert", "Hinterau", "Teufelsgrund" und auf Gemarkung Dornhan das hintere Dobeltal mit Gewann "Dornhaner Halde", "Dornhaner Ebene", "Heiligen-Grund", "Dobel", "Sommerberg-Dobel", "Sommerberg", "Was­sersteigbosch", "Mittelbosch" und den Waldteil des Gewanns "Mausöhrle".

(3) Die Grenzen des Schutzgebietes verlaufen wie folgt:

Gebiet nördlich der Glatt (Gemarkung Hopfau).
Im Osten und Norden entlang der Gemarkungsgrenze Hopfau, beginnend an dem Punkt, wo die Gemarkungsgrenze Hopfau-Dürrenmettstetten von der L 410 in nördlicher Richtung abzweigt, bis im Westen zur Nordeck der Flurstück Nr. 528/1 im Gewann "Wacholder". Von dort entlang den südwestlichen und südlichen Grenzen der Flurstück Nr. 522, 623/2, 623/1, 622, 628/2, 633/2 und 636/2 folgt den F.W. 30 und 29 bis zur Südwestecke des Flurstück Nr. 450/1 und weiter in nördlicher Richtung bis zur Südwestecke des Flurstück-Nr. 451. Von dort aus gegen Osten entlang der Südgrenzen der Flurstück-Nr. 451, 453, der Waldteile der Flurst.Nr. 456/2 und 456/3, entlang der Südgrenze der Flurstück Nr. 461, 465/1, 466/1, 383/3, 378 und 377. Von hier ab bilden die F.W. 50/2, 50/1, 48 und 47 die südliche Grenze bis zum Flurstück Nr. 352/2 weiter in nördlicher Richtung bis zur Südwestecke des Flurstück Nr. 349/1 in der "Sommerhalde". Von dort aus entlang der Südgrenze der Flurstück Nr. 349/1, 340/1, entlang der Vic.Wege 5/1 und 5/2 sowie des F.W. 3/2 bis zum Flurstück Nr. 277; sodann weiter entlang der Südgrenze der Flurstück Nr. 277 und 276/2, der westlichen Grenze des Flurstück Nr. 275, der nördlichen Gren­ze der Flurstücke Nr. 280, 281, 282 der westlichen Grenze des Flurstücks Nr. 282, dem F.W. 75 und den Westgrenzen der Flurstücke Nr. 283/4, 283/5 und 283/6 bis zur L 410 im Gewann "Bollenau" und entlang der L 410 gegen Osten bis zum Ausgangspunkt an der "Winterhalde".

Gebiet südlich der Glatt mit Dobeltal (Gemarkung Hopfau und Dornhan).
Das Schutzgebiet beginnt an der Südwestecke der Kreisgrenze Hechingen - Horb bei Flur­stück Nr. 1561/2 und verläuft in nördlicher Richtung entlang der Kreisgrenze bis zum Vic. Weg 4/2, von dort in westlicher Richtung entlang des Vic. Wegs 4/2, weiter entlang der nördlichen Grenze des Flurstücks Nr. 1503, von dort in südlicher Richtung entlang der west­lichen Grenzen der Flurstücke Nr. 1503, 1505/1, 1505/2, überquert den Vic.Weg 1 und führt entlang des Vic.Weges 3 bis zum F.W. 36/1. Weiter entlang der Westgrenzen der Flur­stücke Nr. 1495, 1314/1, 1313/1, 1312/1, 1311/1, 1310, 13o9, 1308/2, 1308/1, 1307, 1306 und 1300 bis zum Flurstück Nr. 870 im Dobeltal. Von dort entlang den Nordostgrenzen der Flurstücke Nr. 870, 872, 899, 1005, dann entlang den Ostgrenzen der Flurstücke Nr. 911, 912, 914, 919, 918, entlang der F.W. 14 und 18/1, der Ostgrenze des Flurstücks Nr. 926/2 und in westlicher Richtung entlang der Nordgren­zen der Flurstücke Nr. 927, 928, 798, ent­lang der F.W. 25/1, 25/2, 25/3 bis Flurstück Nr. 655, umfaßt diese und folgt dem F.W. 27 bis zum Flurstück Nr. 646, entlang der Ostgrenzen der Flurstücke Nr. 646 und 645; dann entlang der Nordgrenzen der Flurstücke Nr. 645, 644/2, 644/1; 643/1; weiter in südlicher Richtung entlang der Gemarkungsgrenze Hopfau - Bettenhausen bis zur Westecke des Flurstücks Nr. 947/3 im Gewann "Teufelsgrund"; weiter gegen Osten entlang der Süd­grenzen der Flurstücke Nr. 947/3, 951, der Ostgrenze des Flurstücks Nr. 953/1, der Süd­grenze des Flurstücks Nr. 944, entlang der FW 19/10, 19/9, 19/8, 19/7, 19/6, 19/5, 19/4, 19/3 und 19/2 bis zum FW 16/1 im Gewann "Härle"; von dort entlang dem FW 17 und den Südwestgrenzen der Flurstücke Nr. 1044, 1039/2 (der Waldteil des Flurstücks Nr. 1066 wird eingeschlossen), 1039/1, 1035/1, 1033/1, 1032, 1031, 1030/1 bis zur Gemarkungsgrenze Hopfau - Dornhan im Gewann "Eckkapf".
Auf Gemarkung Dornhan verläuft die Grenze des Schutzgebietes gegen Westen der Ge­markungsgrenze Dornhan - Hopfau entlang bis zum Flurstück Nr. 2905 am Dornhaner Weg, dann entlang der nördlichen und westlichen Grenze des Flurstücks Nr. 2915, schließt den innerhalb des Waldes gelegenen Teil des Flurstücks Nr. 2908 mit ein, ebenso den Waldteil des Flurstücks Nr. 800 und das Flurstück Nr. 801/1. Bei Flurstück Nr. 817 verläuft die Gren­ze westlich entlang des FW 78, schließt das Flurstück Nr. 822 mit ein und geht in südlicher Richtung bis zum FW 267. Von dort entlang des FW 267 in östlicher Richtung und entlang der Grenze zwischen den Flurstücken Nr. 2916 und 834. Die Flurstücke Nr. 830/1, 830/2, 831 und der Waldteil des Flur­stücks Nr. 834 im Gewann "Mausöhrle" werden mit einge­schlossen. Von der westlichen Grenze des Waldteils des Flurstücks Nr. 834 zieht sich die Grenze weiter nach Süden entlang der Grenze des Waldgrundstückes Nr. 2916 - "Heiligen­grund" - bis zur Gemarkungsgrenze Dornhan - Marschalkenzimmern beim "Heiligenwald". Im weiteren Verlauf nach Osten und Nordosten wird das Schutzgebiet begrenzt von der Gemarkungsgrenze Dornhan - Marschalkenzimmern und zwar bis zum Zusammentreffen der Gemarkungen Dornhan, Marschalkenzimmern und Hopfau. Auf Gemarkung Hopfau weiter entlang der Ge­markungsgrenze Hopfau - Marschalkenzimmern bis zum Flurstück Nr. 1382, dann entlang der FW 39/3, 39/2 und 39/1 bis zum Flurstück Nr. 1366/1, dann in nordwestlicher, östlicher und nördli­cher Richtung entlang den Ostgrenzen der Flurstücke Nr. 1387, 1389, 1388, 1357/2, Waldteil der Flurstücke Nr. 1354, 1356, 1355, 1349/4, 1349/3, Waldteil des Flur­stücks Nr. 1349/2 und weiter entlang der Ostgrenze des Flurstücks Nr. 1300 bis zur Gemar­kungsgrenze Hopfau - Marschal­kenzimmern. Von hier aus entlang der Gemarkungsgrenze bis zum "Wasserreservoir im Gewann "Maßholder" im weiteren Verlauf entlang des FW 91, der Südgrenze des Flurstücks Nr. 312/2, überquerend den Vic.Weg 1, entlang der Nordost­grenze des Flurstücks Nr. 1569/2 und der Südgrenze des Flurstücks Nr. 1561/2, dann in Richtung Süden entlang der West- und Südgrenze der Flurstücke Nr. 1564/2 und Nr. 1563 bis zum Ausgangspunkt an der Südwestecke der Kreis­grenze Hechingen - Horb bei Flur­stück Nr. 1561/2. Die Grenzen des Schutzgebietes sind in grüner Farbe in der beim Regie­rungspräsidium Südwürttemberg-Hohenzollern aufliegenden Landschaftsschutzkarte einge­tragen. Mehrfertigungen dieser Karte befinden sich beim Landrats­amt Horb sowie bei den Bürgermeisterämtern Hopfau und Dornhan. Sie können dort eingesehen werden. Die Land­schaftsschutzkarte bildet einen festen Bestandteil dieser Verordnung.

§ 2

Im geschützten Gebiet ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die die Landschaft verun­stalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 3

(1) Der Erlaubnis des Landratsamtes Horb a.N. bedarf, wer Maßnahmen durchführen will, die geeignet sind, eine er in § 2 genannten Wirkungen hervorzurufen.

(2) Der Erlaubnis bedarf insbesondere, wer beabsichtigt,

Bauten aller Art, auch wenn sie einer baurechtlichen Genehmigung nicht bedürfen,

Stützmauern, Zäune und andere Einfriedigungen,

Drahtleitungen zu errichten oder zu ändern,

Steine, Lehm, Sand, Kies oder andere Erdbestandteile abzubauen, oder die bisherige Bodengestaltung in irgendeiner Weise zu ändern,

Bäume, Hecken und Gehölze außerhalb des geschlossenen Waldes zu beseitigen, oder zu verändern,

Tafeln, Inschriften, Schilder und dergleichen zu errichten,

Wege, Parkplätze, Zeltplätze und Badeplätze anzulegen,

Abfälle, Müll und Schutt abzulagern,

Tümpel und Teiche zuzuschütten oder auf andere Weise zu beseitigen.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme nicht gegen das Verbot des § 2 verstößt. Sie ist mit entsprechenden Auflagen und Bedingungen zu erteilen, wenn durch diese ein Verstoß der Maßnahme gegen das Verbot des § 2 abgewendet werden kann. In den übrigen Fällen ist sie zu versagen.

§ 4

(1) Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf Maßnahmen, die der land- und forstwirtschaftli­chen Nutzung dienen und das Landschaftsbild möglichst schonen.

(2) Veränderungen der Nutzungsart sind dem Landratsamt Horb schriftlich anzuzeigen und dürfen erst vorgenommen werden, wenn das Landratsamt die Veränderung nicht binnen 6 Wochen seit der Anzeige untersagt hat. Das Landratsamt ist befugt, die Veränderung zu untersagen, wenn sie eine der in § 2 genannten Wirkungen hätte.

Die Untersagung ist aufzuheben, wenn nachgewiesen wird, daß die Veränderung für die Fortfüh­rung des Betriebes unerläßlich ist.

(3) Nutzungsart im Sinne des Absatzes 2 ist die Nutzung eines Grundstücks als Ackerland, als Obstwiese, als Weide als Weinberg oder als Wald.

(4) Die Absätze 1 und 2 finden keine Anwendung auf Bauwerke, die einer baurechtlichen Genehmigung bedürfen.

§ 5

Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf

das Aufstellen von Schildern, die auf den Landschaftsschutz hinweisen, Verbotstafeln und Verkehrszeichen,

die rechtmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei, ohne Errichtung von Jagdhütten,

Unterhaltungsarbeiten an öffentlichen Straßen, die das Landschaftsbild möglichst schonen.

§ 6

(1) In besonderen Fällen kann das Landratsamt Horb mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern Ausnahmen von § 2 zulassen.

(2) Die Ausnahme kann an Bedingungen und Auflagen gebunden werden.

§ 7

Beim Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen der Landschaft sind auf Verlangen des Landratsamtes Horb ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.

Nach Inkrafttreten dieser Verordnung in widerrechtlicher Weise durchgeführte Maßnahmen sind zu beseitigen, es sei denn, daß eine nachträgliche Genehmigung erteilt wird.

§ 8

Verstöße gegen die Vorschriften dieser Verordnung werden nach § 21 Abs. 3 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft, oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 08.06.1959 (GBl. S. 53) mit Geldbuße geahndet.

§ 9

Diese Verordnung tritt am Tage nach der Bekanntmachung in Kraft.

Horb a.N., den 1. April 1969

Landratsamt

gez. Kruspe