3.25.034 Eschachtal

Verordnung des Landratsamtes Rottweil über das Landschaftsschutzgebiet "Eschachtal" vom 26.03.1990 (Schwäbische Zeitung vom 09.04.1990).

Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑ NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199), wird mit Zu­stimmung des Regierungspräsidiums Freiburg verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Zimmern o.R. und der Stadt Rottweil wird zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeich­nung "Eschachtal".

§ 2 Schutzgegenstand

(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 309 ha.

(2) Das Schutzgebiet umfaßt nach dem Stand vom 01. Januar 1990 folgende Grundstücke, Wege und Gewässer:

auf der Gemarkung Horgen, Gemeinde Zimmern o.R. die Grundstücke Flst. Nrn. 130-137, 138/1 und 138/2, 139, 141-149, 152-155, 180-183, 184/1 und 184/2, 185, 186, 187/1 und 187/2, 188-192, 2084-2093, 2094/1-3, 2095-2102, 2103/1-3, 2104-2110, 2111/1, 2113, 512 (Teilstück), 515, 517-526, 528, 529, 530 (Teilstück), 531, 532, 534 (Teilstück), 535, 538-543, 546, 547, 549, 550, 604-608, 610-617, 619-623, 625-628, die Feldwege Flst. Nrn. 609, 516, 545, 544, 548 (Teil­stück), 624 (Teilstück), den Fluß "Eschach" Flst. Nr. 527 (Teilstück);

auf der Gemarkung Hausen, Stadt Rottweil die Grundstücke Flst. Nrn. 164, 165, 167, 169, 170, 172-176, 178, 179, 187-1789, 191, 191/1, 206, 207, 209-211, 215, 217-222, 228, 229 (Teilstück), 236, die Feldwege Flst. Nrn. 163 (Teilstück), 168, 171, 177 (Teilstück), 208 (Teilstück), 214 (Teil­stück), 216, 234 (Teilstück), 235 (Teilstück), den Fluß "Eschach" Flst. Nr. 190;

auf der Gemarkung Bühlingen, Stadt Rottweil die Grundstücke Flst. Nrn. 4167, 4167/3, 4168, 4168/2, 4169, 4170, 4170/1, 4172, 4172/1, 4173, 4175, 4175/1, 429 (Teilstück), 430/1, 432/1 und 432/2, 433/1 und 433/2, 434/1 und 434/2, 435-447, 448/1-3, 449, 450/1-4, 451/1-3, 452-456, 457/1-2, 458-467, 469/1 (Teilstück), 488, 490-492, 496/1, 499/2, 503, 504, 508/1-3, 509, 511, 516/1 und 516/3, die Feldwege Flst. Nrn. 4167/1 und 4167/2, 4168/1, 4170/2, 4173/1-3, den Fluß "Eschach" Flst. Nr. 4174, 470 (Teilstück).

(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in einer Flurkarte im Maßstab 1 : 5 000 grün eingetragen. Schutzgebietsgrenze ist dabei der äußere Rand der grünen Linie. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Rottweil in Rottweil zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung eines landschaftlich reichhaltig gegliederten Flußtales mit Wacholderheiden, feuchten Flußauen und Quellfluren, markanten Felspartien und flußgeschichtlich interessanten Umlaufbergen. Der Schutz dient ferner der Sicherung wertvoller Biotope für seltene, zum Teil vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

§ 4 Verbote

(1) In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

(2) Verboten ist insbesondere das Bootfahren auf der Eschach (mit Kanus, Luftmatratzen, usw.) in der Zeit vom 15. März bis 30. Juni eines Jahres.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

(1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

(2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.            Errichtung von baulichen Anlagen i.S. der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.            Errichtung von Einfriedigungen;

3.            Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.            Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbe­standteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.            Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erfor­derlich sind;

6.            Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen o.a. Verkehrsanlagen;

7.            Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;

8.            Betrieb von Motorsport einschließlich dem Betrieb von motorgetriebenen Flugmodellen, Ultraleichtflugzeugen sowie von motorgetriebenen Schlitten;

9.            Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das mehrtägige Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

10.        Errichtung von Stegen;

11.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

12.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

13.        Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha;

14.        Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

15.        Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Bäume, Hecken, Gebüsche, Ufergehölze, Schilf- und Rohrbestände.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwi­derlaufen.

(4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestat­tung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung land- und forstwirt­schaftlicher Grundstücke;

2.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei;

3.            für die ordnungsmäßige Unterhaltung und Instandsetzung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen und Anlagen, ausge­nommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 15;

4.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

5.            für behördlich zugelassene Pflegemaßnahmen;

6.            für den Betrieb des vorhandenen Jugendzeltplatzes (Flst. Nr. 4167) in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang durch die Stadt Rottweil oder ihre Beauftragte.

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 Naturschutzgesetz Befreiung erteilt werden.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 Naturschutzgesetz handelt, wer in dem Land­schaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 Naturschutzgesetz in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwi­derlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 9

Unberührt bleiben die Bestimmungen des Naturdenkmals "Schlößle Oberrotenstein", Gemarkung Hausen, Stadt Rottweil vom 12.05.1982.

§ 10 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Gleichzeitig tritt im Geltungsbereich dieser Verordnung die Verordnung zum Schutz von Land­schaftsteilen und Landschaftsausschnitten gegen Verunstaltung des Landratsamtes Rottweil vom 01. Februar 1953 außer Kraft.

Rottweil, den 26.03.1990

Landratsamt Rottweil

Walde

3.25.035 Schwarzer Felsen-Höllenstein (2