3.25.037 Heckengelände zwischen Dunningen und Seedorf

Verordnung des (Landratsamtes)* Rottweil über das Landschaftsschutzgebiet "Heckengelände zwischen Dunningen und Seedorf" vom 09. September 1993 (Amtsblatt der Gemeinde Dunningen vom 23.09.1993).

Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑ NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung des Naturschutzgesetzes (Biotopschutzgesetz) vom 19.11.1991 (GBl. S. 701), wird verordnet:

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* Änderung LfU.

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Dunningen, Gemarkung Dunningen und Seedorf, wird zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Heckengelände zwischen Dunningen und Seedorf".

§ 2 Schutzgegenstand

(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rd. 781 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 01. April 1993 auf Gemarkung Dunningen die Gewanne Lange Morgen (tw), Büchle, hinterm Büchle, Dennenloch, Gründen, Deddenberg, Ungerhalde, am Oberndorfer Weg, unter Föhrle, Stein­bühl, Modenberg, Wannenrain, Hühnerloh und Krautgarten (tw); auf Gemarkung Seedorf die Gewanne Stidholz, Hochfeld, hintere Mädenberg, Kräftern, Hetzelsrain, Mädenberger Teich, vordere Mädenberg, Unterbergen (tw), Kalkofen (tw), Röthe, Bösinger Grund (tw), Reute, Hagel, Heilen, Hurnaußen, Hummelberg, Heilenwäldle, beim neuen Brunnen, Hasenlau, Epfendorfer Weg, Mittelau, Breite, Eichelenberg, Gran, neu Bahnholz, alt Bahnholz, Schlatt, Steinfor­ren und Brenntholz.

(2) Das Schutzgebiet wird mit Stand 01. April 1993 im wesentlichen wie folgt begrenzt:

ausgehend im Norden auf Gemarkung Seedorf von der nördlichen Ecke des Flurstückes 2798 entlang des Feldweges 14/4 bis zur Gemeindegrenze Bösingen, dieser entlang südwärts bis zur Südwestecke des Flurstückes 4016, dann nach Osten entlang der Nordgrenze der Flurstücke 3946 und 3947, von dort Richtung Süden entlang der Ostgrenze des Flurstückes 3993 und von dort weiter entlang der Nordwestgrenze des Flurstückes 3100, danach entlang des Feldweges Nr. 112 in nordwestliche Richtung und von dort entlang der Nordgrenze des Flst. Nr. 3551/1 in westlicher Richtung entlang der Feldwege Nr. 101 und 111 bis zur westlichen Ecke des Flst. Nr. 3654. Nach Überqueren der Oberndorfer Straße (L 430) führt die Grenze weiter entlang des Feldweges 33 bis zur Südwestecke des Flurstückes 4422 entlang der Nordwestgrenze des Flur­stückes 4551, von dort in Richtung Norden entlang der Westgrenze des Flurstückes 4416 und von dort entlang des Feldweges Nr. 25 bis zur Nordwestecke des Flurstückes 4415a, weiter in westliche Richtung bis zur Süd­westecke des Flurstückes 1204 und von dort entlang der West­grenze des Flurstückes 1204, danach weiter in westlicher Richtung entlang des Feldweges 61 und von dort in nördliche Richtung entlang des Feldweges 60. Von der süd-östlichen Ecke des Flurstückes 1128 führt die Grenze weiter entlang der Westseite des Flurstückes 1129 bis zum Unterbergenweg. Nach Überqueren dieses Weges führt die Grenze weiter an der Westgrenze des Flurstückes 1489 und führt an der nordwestlichen Ecke dieses Grundstückes weiter entlang der Nordgrenze der Flurstücke 1488/1 und 1487 bis zur West­seite des Flurstückes 1461. Von dort geht die Grenze weiter in Richtung Norden entlang der West­seiten der Flurstücke 1462, 1463, 1464. 1465, 1466 und 1467. Sie verläuft weiter entlang der Ostseite des Flurstückes 1474/1 und von der nordöstlichen Ecke dieses Grundstückes Richtung Westen bis zur Südwestecke des Flurstückes 1695 und an des­sen Westseite entlang bis zum Feld­weg 14. Die Grenze führt weiter entlang des Feldweges 14 bis zur Westecke des Flurstückes 2406, von dort weiter entlang der Nordwest- und der Nord­grenze dieses Grundstückes. Nach überqueren des Feld­weges 11 führt sie weiter an der West­grenze des Flurstückes 2430 bis zum Feldweg 6/1. Die Grenze verläuft weiter an den Nordgren­zen der Flurstücke 2430, 2431, 2432/1 und von dort in Richtung Nor­den entlang des Feldweges 10 bis zur Einmündung in den Feldweg 3. Von dort aus verläuft sie weiter in nordöstliche Rich­tung bis zum Ausgangspunkt der Beschreibung.

(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in einer Karte im Maßstab 1 : 5 000 eingetragen. Schutzgebietsgrenze ist dabei der äußere Rand der grünen Linie. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Rottweil in Rottweil und beim Bürgermeisteramt der Gemeinde Dunningen zur kostenlo­sen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung der in der Karte M 1 : 5 000 grün eingetragenen, das Land­schaftsbild prägenden Heckenbestände, die aufgrund ihrer Dichte in besonderem Maße einen ausge­wogenen Naturhaushalt gewährleisten, zur Vielfalt bzw. Schönheit von Natur und Landschaft beitra­gen und vielen seltenen - z.T. vom Aussterben bedrohten - Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet ist es verboten, die Hecken zu beseitigen, sowie Handlungen vorzunehmen, die zu einer Zerstörung, Veränderung, Beeinträchtigung oder (nachhaltigen)* Störung der Heckenlandschaft führen können; bei Veränderungen in einem Flurbereinigungsverfahren gilt § 5 Abs. 2 Nr. 7.

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*Änderung LfU

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

(1) Handlungen, die dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftli­chen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

(2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.            Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.            Errichtung von Einfriedigungen;

3.            Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.            Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbe­standteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.            Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erfor­derlich sind. Ablagerungen von Feldsteinen, die aus dem Heckengelände selbst stammen, sind in den Heckenriegeln gestattet;

6.            Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

7.            Veränderungen der bestehenden Hecken im Zusammenhang mit einem Flurbereinigungs­verfahren.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwi­derlaufen.

(4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestat­tung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

(1) In der Zeit vom 01. Oktober bis 28. bzw. 29. Februar ist es erlaubt, bezogen auf jede einzelne der in der Heckenkartierung mit den Nrn. 1-335 gekennzeichneten Hecken alle 4 Jahre bis zu einem Viertel auf den Stock zu setzen. Die Durchführung einer solchen Maßnahme ist dem Bürgermeister­amt Dunningen zumindest mündlich anzuzeigen.

(2) Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung land- und forstwirt­schaftlicher Grundstücke;

2.            für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd;

3.            für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze, Gewässer und Fernmel­deanlagen der Deutschen Bundespost sowie Leitungsanlagen der EVS und der Deutschen Bundesbahn mit der Maßgabe, daß vorhandene Hecken möglichst nicht beeinträchtigt wer­den;

4.            für behördlich zugelassene Pflegemaßnahmen;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

6.            für die Nutzung des Steinbruchs der Fa. Bantle im Rahmen der am 28.01.1988 vom Land­ratsamt Rottweil erteilten Genehmigung.

§ 7 Befreiung

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 des Naturschutzgesetzes Befreiung erteilt werden.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes i.V. mit § 4 dieser Verordnung die Hecken besei­tigt, sowie Handlungen vornimmt, die zu einer Zerstörung, Veränderung, Beeinträchtigung oder nachhaltigen Störung der Heckenlandschaft führen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Rottweil, den 09.09.1993

Landratsamt Rottweil