3.25.038 Bechertal

Verordnung des Landratsamtes Rottweil über das Landschaftsschutzgebiet "Bechertal" vom 11.11.1993 (Mitteilungsblatt Dornhan vom 04.02.1994).

Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19. Novem­ber 1991 (GBl. S. 701), wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der (Stadt)* Dornhan, Gemarkung Fürnsal und Gundelshausen, wird zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Bechertal".

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* Änderung LfU.

§ 2 Schutzgegenstand

(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rd. 12 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 01.02.1992 folgende Grundstücke:

auf Gemarkung Fürnsal im Gewann "Flins" den westlichen Bereich von Flst. Nr. 642, die Flst. Nrn. 647, 648 und 651;

auf Gemarkung Gundelshausen im Gewann "Bechertal" die Flst. Nrn. 277, 278, 279, 280/1, 280/2, 281/1, 281/2, 283, 284/1 bis 284/7 sowie ein Flst. ohne Nummer zwischen den Flst. Nrn. 214, 281/1, 281/2, 283 und 284/1.

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in einer Karte im Maßstab 1 : 5 000 grün eingetragen. Schutzgebietsgrenze ist dabei der äußere Rand der grünen Linie. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Rottweil in Rottweil und beim Bürgermeisteramt der Stadt Dornhan zur kostenlosen Ein­sicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist:

1.            die Erhaltung und Entwicklung einer Trollblumenwiese;

2.            die Erhaltung eines Quellsumpfes und des Wiesenbaches zur Sicherung des Lebensraumes für seltene, gefährdete und z.T. vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten;

3.            die Entwicklung eines naturnahen Waldtraufes mit standortgerechten Gehölzen und Stauden.

§ 4 Verbote

(1) In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            die geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig verändert oder

5.            der Naturgenuß beeinträchtigt wird.

(2) Verboten ist insbesondere

1.            Drainage,

2.            Aufforstung und

3.            Umbruch von Wiese in Ackerland.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

(1) Handlungen, die dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftli­chen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

(2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.            Errichtung von baulichen Anlagen i.S. der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fas­sung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.            Errichtung von Einfriedigungen;

3.            a) Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;
b) die Unterhaltung, Erneuerung, Erweiterung oder Ergänzung der von Gundelshausen kommenden Abwasserleitung;

4.            Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbe­standteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.            Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erfor­derlich sind;

6.            Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

7.            Anlage von Straßen, Wegen, Plätzen o.a. Verkehrswegen;

8.            Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

9.            Campen, Lagern und Feuermachen.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwi­derlaufen.

(4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestat­tung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung land- und forstwirt­schaftlicher Grundstücke;

2.            für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei in der bisherigen Art und im bis­herigen Umfang;

3.            für behördlich zugelassene Pflegemaßnahmen;

4.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 7 Befreiung

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 des Naturschutzgesetzes Befreiung erteilt werden.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes i.V. mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die zu einer Zerstörung, Veränderung, Beeinträchtigung oder nachhaltigen Störung des Gebietes führen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Rottweil, den 11.11.1993

Landratsamt Rottweil