3.26.001 Gaienbühl

Anordnung zum Schutz von Landschaftsteilen am Gaienbühl auf Gemarkung Neuenhausen im Landkreis Villingen

Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.06.1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung der Gesetze vom 29.09.1935 (RGBl. I S. 1191), vom 01.12.1936 (RGBl. I S. 1001) und vom 20.01.1938 (RGBl. I S. 36), des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16.09.1938 (RGBl. I S. 1184) sowie der §§ 14 und 20 des Badischen Landesgesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 03.10.1951 (GVBl. S. 159) wird mit Ermächtigung des Landeskulturamtes als höherer Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg grün umrandeten Landschaftsteile im Bereich des Gaienbühl auf der Gemarkung Neuhausen im Landkreis Villingen werden in dem Umfang, der sich aus der Eintragung in die Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Anordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Eine Zweitfertigung der Landschaftsschutzkarte befindet sich beim Landratsamt als unterer Naturschutzbehörde in Villingen.

§ 2

(1) Innerhalb der in § 1 genannten Landschaftsteile dürfen keine Veränderungen vorgenommen werden, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.

(2) Zur Vermeidung der in Absatz 1 genannten schädigenden Wirkungen ist danach untersagt:

Bauten aller Art zu errichten, und zwar auch solche, die keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen;

Aussichts - oder andere Gerüste oder Masten zu errichten;

feste oder bewegliche Verkaufsbuden oder Stände aufzustellen;

Starkstromleitungen (mit mehr als 1000 Volt Spannung) über das Gebiet zu führen;

Abfälle, Müll oder Schutt an Stellen, die dafür behördlicherseits nicht freigegeben sind, abzulagern oder wegzuwerfen;

Steinbrüche, Kies-, Sand- oder Lehmgruben oder Abschütthalden anzulegen oder im Widerspruch zum Sinn dieser Anordnung zu erweitern oder Felsblöcke zu beseitigen;

Hecken oder Feldgehölze oder den Uferwuchs an Gewässern zu beseitigen oder zu verunstalten;

Zelt- und Lagerplätze anzulegen;

Eingriffe in die Bodengestalt, die Wasserverhältnisse oder die Pflanzen- und Tierwelt vorzunehmen.

§ 3

Unberührt bleiben die bisherige forstwirtschaftliche und landwirtschaftliche Nutzung, die Jagd und pflegliche Maßnahmen, soweit diese dem Zweck dieser Anordnung nicht widersprechen.

§ 4

Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 können in besonderen Fällen nach Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde durch die untere Naturschutzbehörde bewilligt werden.

§ 5

Wer den Schutzbestimmungen dieser Anordnung zuwider handelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Anordnung tritt mit dem Tag ihrer Veröffentlichung im "Südkurier" in Kraft.

Villingen, den 15. Juli 1954

Das Landratsamt

als untere Naturschutzbehörde