3.26.021 Talschwarzwald - Obere Elz

Verordnung des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Talschwarzwald-Obere Elz" auf Gemarkung Schonach vom 14. November 1989 (Mitteilungsblatt Gemeinde Schonach vom 02.12.1989).

Auf Grund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 4 sowie § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 06. Juni 1983 (GBl. S. 199), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Freiburg als höhere Naturschutzbehörde verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 Absatz 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Schonach, Schwarzwald-Baar-Kreis, werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Talschwarzwald-Obere Elz".

§ 2 Schutzgegenstand

(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von ca. 1 300 ha.

(2) Das Schutzgebiet wird im wesentlichen wie folgt begrenzt:

Die SW-Ecke des Landschaftsschutzgebietes bildet der Rohrhardsberg (1 150 m). Nach SO verläuft die Begrenzung zunächst entlang der Gemarkungs- und Landkreisgrenze bis zu Stein 2, springt dann noch Osten zu Grenzstein 47 über, folgt der Grenzlinie zur Staatsforstverwaltung unter Begradigung der nach Süden gerichteten Ausbuchtung zwischen Stein 43 und 40, führt weiter entlang der NO-Begrenzung des Gemeindewaldes Elzach bis zur höchsten Erhebung des Farnberges (1100 m) bei Stein 206; weiter ab Stein 208 (Skiliftende) der Lifttrasse entlang hangabwärts bis zur Gemarkungsgrenze Schönwald, dieser folgend über den oberen Skiliftparkplatz zur Mühlebühlbrücke. Den weiteren Grenzverlauf bis zur Wilhelmshöhe bildet die westliche Straßenkante der L 109, von dort der Westweg über die Gumelen bis zum Wegkreuz am Gemeindewald Schonach. Von hier dem an der Eigentumsgrenze "Silberberg" verlaufenden Weg folgend, um dann über den Hahnenweg und Herrenwaldweg die Herrenwaldwiesen zu erreichen. Ab der ehemaligen Hofstatt gilt der Forstweg zum Christenbauernhof als Grenze, weiter die Straße zur Gaststätte "Karlstein", um ab hier wieder dem Westweg bis zur Absetze zu folgen und dann entlang des neu ausgebauten Forstweges zum 994 m hoch gelegenen Schänzle. Die nördliche und westliche Grenze von da ab bis zum Ausgangspunkt am Rohrhardsberg entspricht der Landkreisgrenze zwischen dem Schwarzwald-Baar-Kreis und dem Kreis Emmendingen.

(3) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1 : 25 000 und in einer Flurkarte im Maßstab 1 : 5 000 grün eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis, untere Naturschutzbehörde, in Villingen-Schwenningen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes ist die Erhaltung der typischen, durch Einzelhofsiedlungen geprägten Schwarzwaldtallandschaft mit ihren großflächigen Waldgebieten, Wiesen, Mooren, Weiden, Felsgruppen, Versteinungen und dem tief ins Urgestein eingeschnittenen Oberlauf der Elz mit den zahlreichen Zuflüssen, die einen zusammenhängenden ökologischen Raum und typischen Naturraum von besonderer Eigenart, Vielfalt und Seltenheit darstellen und zugleich bedeutende Erholungsfunktionen mit regionalem und überregionalem Einzugsbereich erfüllen.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt, insbesondere durch Veränderungen des Wasserhaushaltes, durch Abgrabungen und Aufschüttungen und Verunreinigungen von Gewässern,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            das Landschaftsbild nachhaltig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

4.            der besondere Erholungswert der Landschaft oder der Naturgenuß beeinträchtigt werden.

§ 5 Erlaubnisvorbehalte

(1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

(2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.            Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.            Errichtung von Einfriedigungen;

3.            Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.            Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.            Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind;

6.            Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

7.            Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel;

8.            Anlage von Flugplätzen sowie der Betrieb von Hängegleitern, Ultraleichtflugzeugen, Flugmodellen oder ähnlichen Luftfahrzeugen;

9.            Betrieb von Motorsport sowie von motorgetriebenen Schlitten;

10.        Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das mehrtägige Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

11.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

12.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

13.        Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha;

14.        Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

15.        Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen, wie Wollsack-Granitblöcke, Felsen, Blockmeere, Bachläufe, charakteristische Einzelbäume, Hecken, Gebüsche, Feld- und Ufergehölze, Ufervegetation entlang von Bächen und Gräben und ähnlich prägende Landschaftsbestandteile;

16.        Anlage und Änderung von Erholungseinrichtungen, wie Grillplätze, Schutzhütten, Loipen u.a.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke;

2.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei;

3.            für die ordnungsmäßige Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 15;

4.            für Schutzzäune an Verkehrswegen;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

Die Befreiung bedarf bei folgenden Maßnahmen der Zustimmung des Regierungspräsidiums Freiburg als höhere Naturschutzbehörde:

1.            Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.            Verlegen oder Ändern von oberirdischen Leitungen aller Art;

3.            Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt ferner, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Villingen-Schwenningen, den 14. November 1989

Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis

- Untere Naturschutzbehörde -

Dr. Gutknecht

Änderung:

Durch VO vom 17.05.1996 (NSG 3.224 "Laubeck - Rensbachtal") Fläche um 51 ha verkleinert.

Durch VO vom 18.12.1997 (NSG 3.245 u. LSG 3.26.026 " Rohrhardsberg-Obere Elz") Fläche um 451 ha verkleinert.