3.27.002 Aischwang

Verordnung über den Schutz des Landschaftsteils Aischwang bei Reichenbach a.H. vom 06.04.1938 (Spaichinger Tagblatt vom 08.04.1938).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821), sowie des § 13 der Durchführungsverordnung hierzu vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Ermächtigung der oberen Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

Der in der Landschaftsschutzkarte bei der unteren Naturschutzbehörde in Spaichingen eingetragene Landschaftsteil "Aischwang" im Bereich der Markung Reichenbach a.H. wird mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

Der Landschaftsteil ist eingeteilt in den östlichen Teil A (11,0 ha) und den westlichen Teil B (6,5 ha). Er ist in der Landschaftsschutzkarte durch besondere Umrahmung kenntlich gemacht. In Teil A und B ist verboten, Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten. Hierunter fällt die Anlage von Bauwerken aller Art, von Müll und Schuttplätzen, von Steinbrüchen, sowie das Anbringen von Inschriften und Reklametafeln usw.

In Teil A ist jede Holznutzung verboten. In Teil B ist eine femelartige Holznutzung zugelassen, wobei auf die Erhaltung schöner, urwüchsiger Bäume besonders zu achten ist. Das Auszeichnen des Holzes hat durch das Forstamt Wehingen zu geschehen.

Die Ausübung der Jagd und der Schafweide ist in beiden Teilen gestattet.

§ 3

Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung können von mir in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 4

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des RNG vom 26.06.1935 und dem § 16 der Durchführungsverordnung hierzu vom 31.10.1935 bestraft, soweit nicht schärfere Strafbestimmungen anzuwenden sind.

§ 5

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Spaichinger Tagblatt in Kraft.

Spaichingen, den 6. April 1938

Der Landrat:

Dr. Ritter