3.27.057 Hegau

Anordnung zum Schutz von Landschaftsteilen des Hegaus im Bereich des Landkreises Donau­eschingen (Badische Zeitung vom 24. und 25.05.1952).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.06.1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung der Gesetze vom 29.09.1935 (RGBl. I S. 1191), vom 01.12.1936 (RGBl. I S. 1001) und vom 20.01.1938 (RGBl. I S. 36), des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16.09.1938 (RGBl. I S. 1184) sowie des § 14 des Landesgesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 03.10.1951 (GVBl. S. 159) wird mit Ermächtigung des Landeskulturamtes als höherer Naturschutzbe­hörde in Freiburg i.Br. folgendes angeordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte, Maßstab 1 : 25 000 bei dem Landeskulturamt als höherer Naturschutzbehörde in Freiburg mit grüner Farbe eingetragenen Landschaftsteile des Hegaus in der Gemarkung Stetten im Landkreis Donaueschingen werden in dem Umfang, der sich aus der Eintra­gung in die Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tag der Bekanntmachung dieser Anordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

(1) Innerhalb der Gebiete, die in der Landschaftsschutzkarte durch grüne Umrandung kenntlich gemacht sind, dürfen keine Veränderungen vorgenommen werden, die geeignet sind, das Land­schaftsbild zu verunstalten, die Natur zu schädigen oder den Naturgenuß zu beeinträchtigen.

(2) Darnach ist insbesondere untersagt:

Bauten aller Art, Gerüste oder Masten zu errichten, und zwar auch dann, wenn die Errich­tung keiner baupolizeilichen Genehmigung bedarf;

bewegliche Verkaufsbuden aufzustellen;

Steinbrüche, Kies-, Sand- oder Lehmgruben, Abschütthalden oder Baggerbetriebe anzule­gen oder im Widerspruch mit dem Sinn dieser Anordnung zu erweitern;

Hecken, Gehölze oder Bäume außerhalb des Waldes zu verunstalten oder, soweit nicht alsbaldige Nach- oder Ersatzpflanzungen vorgenommen werden, zu beseitigen;

Tümpel oder Teiche zum Verschwinden zu bringen;

Rodungen oder Kahlschläge an den Hängen der Vulkanberge, im übrigen auf einer mehr als 1 a großen Fläche vorzunehmen;

den Charakter der Wälder als Laubmischwälder zu verändern.

§ 3

Unberührt bleiben die land- und forstwirtschaftliche Nutzung oder pflegliche Maßnahmen, soweit diese dem Zweck dieser Anordnung nicht widersprechen.

§ 4

Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 können in besonderen Fällen nach Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde durch die untere Naturschutzbehörde bewilligt werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Anordnung tritt mit dem Tage der Bekanntgabe in Kraft.

Donaueschingen, den 21.05.1952

Das Landratsamt

als untere Naturschutzbehörde

Erweiterung:

Ergänzungs-Verordnung zur Erweiterung des geschützten Landschaftsteils "Hegau" im Bereich des Landkreises Donaueschingen (Südkurier, Badische Zeitung vom 03. 10.1963).

Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.06.1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des 2. Änderungsgesetzes vom 01.12.1936 (RGBl. I S. 1001) sowie auf Grund des § 7 der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Änderungsverordnung vom 17.10.1962 (GBl. S. 203) in Verbindung mit § 2 der Verordnung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 200) in der Fassung der VO vom 25.05.1963 (GBl. S. 79) wird mit Zu­stimmung des Regierungspräsidiums Südbaden als höhere Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

Das mit Anordnung des Landratsamtes Donaueschingen vom 21. Mai 1952 errichtete Land­schaftsschutzgebiet "Hegau" im Bereich des Landkreises Donaueschingen wird auf Teile der Gemar­kung Mauenheim erweitert. Die Erweiterung erstreckt sich auf das Gebiet, welches in der beim Regie­rungspräsidium Südbaden in Freiburg liegenden Landschaftsschutzkarte (Maßstab 1 : 25 000) durch grüne Umrandung gekennzeichnet ist. Auch der neu einbezogene Landschaftsteil wird dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

Mehrfertigungen der geänderten Landschaftsschutzkarte befinden sich beim Landratsamt Donaueschingen und auf dem Rathaus in Mauenheim.

§ 2

Für den neu einbezogenen Landschaftsteil gelten die Bestimmungen der §§ 2 bis 5 dieser An­ordnung vom 21. Mai 1952.

Abweichend von den Bestimmungen des § 2 Abs. 2 Buchstabe f-g bleiben solche forstwirtschaft­lichen Maßnahmen unberührt, die im Rahmen einer Flurbereinigung erforderlich werden. Die Not­wendigkeit der Maßnahmen ist von der zuständigen Forstbehörde zu bestätigen.

§ 3

Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung in Kraft.

Donaueschingen, den 01. Oktober 1963

Landratsamt

-Staatliche Verwaltung-

untere Naturschutzbehörde

I.V. Leible