3.35.002 Galgenberg

Anordnung zum Schutze des Galgenberges in den Gemarkungen Bohlingen und Überlingen a.R., Landkreis Konstanz (Südkurier v. 12.06.1949).

Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.06.1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung der Gesetze vom 29.09.1935 (RGBl. I S. 1191), vom 01.12.1936 (RGBl. I S. 1001) und vom 20.01.1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16.09.1938 (RGBl. I S. 1184) wird mit Ermächtigung des Bad. Ministeriums des Kultus und Unterrichts als oberer Naturschutzbehörde in Freiburg für den Bereich des Galgenberges folgendes angeordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte bei der oberen Naturschutzbehörde in Freiburg mit grüner Farbe eingetragenen Landschaftsteile am Galgenberg in den Gemarkungen Bohlingen und Überlingen a.R. des Landkreises Konstanz werden mit dem Tage der Bekanntmachung dieser Anordnung dem Schutze des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

(1) Es ist verboten, innerhalb des bezeichneten Schutzgebietes Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, das Landschaftsbild zu beeinträchtigen.

(2) Verboten ist darnach insbesondere:

Bauten aller Art zu errichten und zwar auch solche, die nach § 123 Abs. 2 der Landesbauordnung keiner Genehmigung bedürfen;

Abfall, Müll oder Schutt an anderen als den amtlicherseits mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde hierfür bestimmten Plätzen zu lagern oder wegzuwerfen;

Tafeln, Werbezeichen, Inschriften und dergleichen anzubringen, soweit sie sich nicht auf den Landschaftsschutz, den Verkehr oder amtliche Bekanntmachungen beziehen;

Drahtleitungen zu erstellen;

Steinbrüche, Schutthalden, Kies-, Sand-, Lehmgruben und Baggerbetriebe anzulegen oder bestehende Betriebe im Widerspruch mit dem Sinn dieser Anordnung zu erweitern;

die für das Landschaftsbild oder den Vogelschutz wichtigen Hecken, Baumgruppen und Gehölze sowie bemerkenswerte Einzelbäume außerhalb des geschlossenen Waldes zu beseitigen.

(3) Unberührt bleibt die land- und forstwirtschaftliche Nutzung mit Ausnahme des Kahlschlages und die Jagd.

§ 3

Ausnahmen von den Vorschriften dieser Anordnung kann das Landratsamt als untere Naturschutzbehörde mit Zustimmung der oberen Naturschutzbehörde zulassen.

§ 4

Wer den Bestimmungen dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 und dem § 16 der Durchführungsverordnung hierzu bestraft, soweit nicht schärfere Strafbestimmungen anzuwenden sind.

§ 5

Diese Anordnung tritt mit ihrer öffentlichen Bekanntgabe in Kraft.

Konstanz, den 2. Juni 1949

Das Landratsamt

als untere Naturschutzbehörde