3.35.011 Bodenseeufer

Anordnung zum Schutz von Landschaftsteilen im Bereich des Bodenseeufers des Landkreises Stockach (Amtsblatt des Landkreises Stockach vom 31.10.1957).

Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.06.1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung der Gesetze vom 29.09.1935 (RGBl. I S. 1191), vom 01.12.1936 (RGBl. I S. 1001) und vom 20.01.1938 (RGBl. I S. 36), des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31.10.1035 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 19.03.1956 (Gesetzblatt Baden-Württem­berg S. 77), sowie auf Grund der §§ 14 und 20 des Landesgesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 03.10.1951 (GVBl. S. 159) wird mit Ermächtigung des Regierungspräsidiums Südbaden als höhere Naturschutzbehörde in Freiburg i.Br. folgendes angeordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg i.Br. mit grün-roter Farbe eingetragenen Landschaftsteile im Bereich des Bodenseeufers auf den Gemarkungen Bodman, Espasingen und Ludwigshafen im Landkreis Stockach werden mit dem Tage der öffentlichen Bekanntgabe dieser Anordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Eine Zweitfertigung der Landschaftsschutzkarte befindet sich beim Landratsamt als untere Naturschutzbehörde in Stockach.

§ 2

1.            Innerhalb der in § 1 genannten Landschaftsteile dürfen keine Veränderungen vorgenommen werden, die geeignet sind, das Landschaftsbild zu verunstalten, die Natur zu schädigen oder den Naturgenuß zu beeinträchtigen.

2.            Zur Vermeidung der in Absatz 1 genannten schädigenden Wirkungen ist darnach insbesondere untersagt:
a) Bauten aller Art zu errichten und zwar auch solche, die keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen;
b) Einfriedigungen, Stützmauern, Laufstege oder Plattenwege im Vorland des Bodenseeufers herzustellen oder die Strandwälle zu verändern;
c) Aussichts- oder andere Gerüste oder Masten zu errichten oder Einfriedigungen anzulegen;
d) feste oder bewegliche Wohnwagen, Verkaufsbuden oder Stände aufzustellen;
e) Drahtleitungen über das Gebiet zu führen;
f) Abfälle, Müll oder Schutt an Stellen, die dafür behördlicherweise nicht freigegeben sind, abzulagern oder wegzuwerfen;
g) Steinbrüche, Baggerbetriebe, Asphaltkochereien, Kies- und Sand - sowie Lehmgruben oder Abschütthalden anzulegen oder im Widerspruch mit dem Zweck dieser Anordnung zu erweitern;
h) Kahlschläge von über 1 ha Größe, soweit sie nicht forsttechnisch geboten sind, oder Rodungen vorzunehmen;
i) Hecken oder Feldgehölze oder den Baum- oder Strauchbestand an Gewässern, Tümpeln, Teichen oder am Seeufer, sowie Schilf- oder Rohrbestände zu beseitigen oder zu verunstalten;
k) zu zelten, zu lagern, Kraftfahrzeuge aller Art, auch sogenannte Mopeds zu parken, sowie Zelt-, Lager- oder Parkplätze ohne Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde anzulegen.

§ 3

Unberührt bleibt die land- und forstwirtschaftliche Nutzung innerhalb der durch die Schutzzwecke gezogenen Grenzen.

§ 4

Ausnahmen von den Schutzvorschriften dieser Anordnung können von der unteren Naturschutzbehörde mit Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde in besonderen Fällen bewilligt werden.

§ 5

Wer den Schutzbestimmungen dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach § 21 des Reichsnaturschutzgesetzes i.V. mit § 15 der Durchführungsverordnung hierzu bestraft. Neben der Strafe kann auf Einziehung der beweglichen Gegenstände, die durch die Tat erlangt sind, erkannt werden (§ 22 des Reichsnaturschutzgesetzes i.V. mit § 16 der Durchführungsverordnung hierzu).

§ 6

Diese Anordnung tritt in Kraft, sobald sie in der für öffentliche Bekanntmachungen des Landratsamtes vorgesehenen Form öffentlich bekanntgegeben worden ist.

Stockach, den 22. Oktober 1957

Das Landratsamt

als untere Naturschutzbehörde

Änderungen:

Durch VO vom 27.01.1984 (NSG 3.132 "Bodenseeufer") Fläche um 105 ha verringert.

1. Verordnung des Landratsamtes Konstanz zur Änderung der Anordnung des ehemaligen Landratsamtes Stockach zum Schutz von Landschaftsteilen des Bodenseeufers auf den Gemarkungen Bodman, Espasingen und Ludwigshafen im Landkreis Konstanz vom 19.09.1997 ( Amtsblatt Bodman-Ludwigshafen vom 19.09.1997).

Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG vom 21. Oktober 1975, GBl.  S. 654) i.d.F. vom 29.03.1995 (GBl.  S. 385 f) wird die Anordnung des ehemaligen Landratsamtes Stockach zum Schutz von Landschaftsteilen des Bodenseeufers auf den Gemarkungen Bodman, Espasingen und Ludwigshafen im Landkreis Stockach (jetzt Konstanz) vom 22.10.1957 unter entsprechenden Änderungen der beim Landratsamt Konstanz und beim Regierungspräsidium Freiburg verwahrten Landschaftsschutzkarte (M. 1 : 5 000) nach Maßgabe der Änderungskarten zu dieser Verordnung im M. 1 : 5 000 und M. 1 : 1 500 wie folgt geändert:

Artikel 1

Der bisherige § 1 wird § 1 Abs. 1. Folgender Absatz 2 wird hinzugefügt:

 (2)Folgende Grundstücke auf dem Gebiet der Gemeinde Bodman-Ludwigshafen liegen außerhalb des Geltungsbereiches der Anordnung zum Schutz von Landschaftsteilen des Bodenseeufers auf den Gemarkungen Bodman, Espasingen und Ludwigshafen:

Gemarkung Ludwigshafen, in dem Gewann "Schnabelburg" die Flst. Nrn. 2447, 2448 und 771 (tw).

Der Verlauf der neuen Schutzgebietsgrenze ist in Karten im M 1 : 5 000 und 1 : 1 500 dargestellt, die Bestandteil der Schutzverordnung sind. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Konstanz, in Konstanz zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

Artikel 2

Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung in Kraft.

Konstanz den 19.09.1997

Dr. Maus.