3.36.011 Wehratal

VO gilt für die LSG 3.36.011 und 3.37.009

Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Bereich des Wehratales in den Landkreisen Säckingen und Lörrach (Amtsblatt d. Bad. Min. des Kultus und Unterrichts Nr. 20, vom 14.11.1940).

Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Dritten Änderungsgesetzes vom 20. Januar 1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird für den Bereich des Wehratales auf den Gemarkungen Wehr, Herrischried, Rütte, Großherrischwand und Todtmoos, Landkreis Säckingen und der Gemarkung Gersbach, Landkreis Lörrach, folgendes verordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte bei dem Minister für Kultus und Unterrichts als höherer Naturschutzbehörde in Karlsruhe mit roter Farbe eingetragenen Landschaftsteile im Bereich des Wehratales auf den Gemarkungen Wehr, Herrischried, Rütte, Großherrischwand und Todtmoos, Landkreis Säckingen und der Gemarkung Gersbach, Landkreis Lörrach, werden in dem Umfange, der sich aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

Es ist verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte durch besondere rote Umrahmung kenntlich gemachten Landschaftsteile Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten. Hierunter fällt die Durchführung von Hochspannungsleitungen, die Anlage von Bauwerken aller Art, Verkaufsbuden, Zelt- und Lagerplätzen, Müll- und Schuttplätzen, die Neuanlage von Steinbrüchen, sowie das Anbringen von Inschriften, soweit letztere nicht auf die Landschaftsschutzmaßnahmen hinweisen oder als Wegweiser erforderlich sind.

Unberührt bleiben:

1.            der künftige Ausbau der das Schutzgebiet durchziehenden Straßen,

2.            die bisherige forstwirtschaftliche, landwirtschaftliche und gewerbliche Nutzung, jedoch mit folgenden Einschränkungen:
a) größere Kahlhiebe dürfen nicht vorgenommen werden,
b) das Ufergehölz ist zu erhalten, soweit es nicht teilweise oder ganz beseitigt werden muß, um Hochwasserschäden vorzubeugen. Wird eine derartige Beseitigung auf längeren Strecken (20 m und mehr) von der örtlichen Wasserbaubehörde (Wasserwirtschaftsamt) als nötig erachtet, so hat sich diese Stelle mit der unteren Naturschutzbehörde in Verbindung zu setzen. Wird eine Einigung nicht erzielt, so entscheidet das Finanz- und Wirtschaftsministerium, Abteilung für Landwirtschaft und Domänen, nach Fühlungsnahme mit der höheren Naturschutzbehörde, ob und inwieweit der Wasserschutz die Entfernung des Ufergehölzes verlangt. Ersatzpflanzung soll in diesen Fällen nach Möglichkeit durchgeführt werden.

§ 3

Ausnahmen von den Vorschriften im § 2 können von mir in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 4

Wer den Bestimmungen des § 2 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 5

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft.

Karlsruhe, den 24. Oktober 1940

der Badische Minister des Kultus und Unterrichts

-als höhere Naturschutzbehörde-

gez. Dr. Schmitthenner