3.37.005 Weilertal, Stühlingen

Anordnung zum Schutz von Landschaftsteilen im Bereich der Gemarkung Stühlingen ("Alb-Bote" vom 15.10.1953).

Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.06.1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung der Gesetze vom 29.09.1935 (RGBl. I S. 1191), vom 01.12.1936 (RGBl. I S. 1001) und vom 20.01.1938 (RGBl. I S. 36), des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16.09.1938 (RGBl. I S. 1184) sowie auf Grund des § 14 des Bad. Landesgesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes wird mit Ermächtigung des Landeskulturamtes als höhere Naturschutzbehörde in Freiburg i.Br. folgendes angeordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte im Maßstab 1 : 25 000 der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg mit orangeroter Farbe eingetragenen Landschaftsteile im Bereich der Gemarkung Stühlingen Landkreis Waldshut, werden in dem Umfang, der sich aus der Eintragung ergibt, mit dem Tag der öffentlichen Bekanntgabe dieser Anordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Eine Zweitfertigung der Landschaftsschutzkarte befindet sich beim Landratsamt als untere Naturschutzbehörde in Waldshut.

§ 2

1.            Es ist verboten, innerhalb des geschützten Gebietes Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.

2.            Zur Vermeidung der genannten schädigenden Wirkungen ist danach insbesondere untersagt:
a) Bauten aller Art zu errichten, und zwar auch solche, die keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen;
b) Aussichts- oder andere Gerüste oder Masten zu errichten, oder Einfriedigungen anzulegen;
c) feste oder bewegliche Verkaufsbuden oder Stände aufzustellen;
d) Starkstromleitungen (mit mehr als 1000 Volt Spannung) über das Gebiet zu führen;
e) Abfälle, Müll oder Schutt an Stellen, die dafür behördlicherseits nicht freigegeben sind, abzulagern oder wegzuwerfen;
f) Steinbrüche, Kies-, Sand- oder Lehmgruben oder Abschütthalden anzulegen oder zu erweitern;
g) Kahlschläge über 1 ha, soweit sie nicht forsttechnisch geboten sind, oder Rodungen vorzunehmen;
h) Ufergehölz an den Gewässern, Hecken und Bäume außerhalb des geschlossenen Waldes, ausgenommen Obstbäume, zu beseitigen oder zu verunstalten;
i) Wiesen und Äcker mit standortfremden Nadelhölzern aufzuforsten;
k) Tafeln, Inschriften und dergleichen, soweit sie sich nicht auf den Landschaftsschutz oder den Verkehr beziehen, anzubringen.

§ 3

Unberührt bleiben die land- und forstwirtschaftliche Nutzung und pflegliche Maßnahmen, soweit sie dem Zweck dieser Anordnung nicht widersprechen.

§ 4

Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 können in besonderen Fällen nach Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde durch die untere Naturschutzbehörde bewilligt werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und nach § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Anordnung tritt in Kraft, sobald sie in der Form, die für öffentliche Bekanntmachungen des Landratsamtes vorgesehen ist, bekanntgegeben worden ist.

Waldshut, den 12. Oktober 1953

Landratsamt

als untere Naturschutzbehörde

Dr. Seiterich

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