3.37.007 Schwarzwaldtäler (Schlüchttal)

Anordnung zum Schutz von Landschaftsteilen im Bereich des Schlüchttals und seiner Nebentäler (Alb-Bote vom 12.03.1954).

Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.06.1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung der Gesetze vom 29.09.1935 (RGBl. I S. 1191), vom 01.12.1936 (RGBl. I S. 1001) und vom 20.01.1938 (RGBl. I S. 36), des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16.09.1938 (RGBl. I S. 1184), sowie auf Grund des § 14 des Bad. Landesgesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 03.10.1951 (GVBl. S. 159) wird mit Ermächtigung des Landeskulturamtes als höherer Naturschutzbehörde in Freiburg (Breisgau) folgendes angeordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte im Maßstab 1 : 25 000 der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg mit orangeroter Farbe eingetragenen Landschaftsteile im Bereich des Schlüchttals und seiner Nebentäler (Haselbach, Fohrenbach, Schwarza, Mettma), auf den Gemarkungen Aichen, Amrigschwand, Bannholz, Berau, Bierbronnen, Brenden, Gurtweil, Höchenschwand, Hürrlingen, Indlekofen, Krenkingen, Mettenberg, Nöggenschwiel, Riedern am Wald, Staufen, Tiefenhäusern, Weilheim, sämtliche im Landkreis Waldshut, werden in dem Umfang, der sich aus der Eintragung ergibt, mit dem Tag der öffentlichen Bekanntgabe dieser Anordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Eine Zweitfertigung der Landschaftsschutzkarte befindet sich beim Landratsamt als unterer Naturschutzbehörde in Waldshut.

§ 2

1.            Es ist verboten, innerhalb des geschützten Gebietes Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.

2.            Zur Vermeidung der in Absatz 1 genannten schädigenden Wirkungen ist darnach besonders untersagt:
a) Bauten aller Art zu errichten, und zwar auch solche, die keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen;
b) Aussichts- oder andere Gerüste oder Masten zu errichten;
c) feste oder bewegliche Verkaufsbuden oder Stände aufzustellen;
d) Starkstromleitungen (mit mehr als 1000 Volt Spannung) über das Gebiet zu führen;
e) Abfälle, Müll oder Schutt an Stellen, die dafür behördlicherseits nicht freigegeben sind, abzulagern oder wegzuwerfen;
f) Steinbrüche, soweit sie nicht dem Eigenbedarf der Forstverwaltung dienen, Kies-, Sand- oder Lehmgruben oder Abschütthalden anzulegen oder im Widerspruch zum Zweck dieser Anordnung zu erweitern;
g) Rodungen vorzunehmen;
h) Hecken, Feldgehölze oder den Uferwuchs an Gewässern zu beseitigen oder so zu nutzen, daß die Landschaft verunstaltet wird;
i) Wiesen und Äcker auf den Talböden aufzuforsten;
k) Tafeln, Inschriften und dergleichen, soweit sie sich nicht auf den Landschaftsschutz oder den Verkehr beziehen, anzubringen;
l) ohne Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde Zelt- oder Lagerplätze anzulegen.

§ 3

Unberührt bleiben:

Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung sowie pflegliche Maßnahmen, soweit sie dem Zweck dieser Anordnung nicht widersprechen,

die Errichtung von Forstschutzhütten, die Anlegung von Waldwegen und die Erstellung von Wildschutzzäunen durch die staatliche Forstverwaltung.

§ 4

Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 können in besonderen Fällen nach Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde durch die untere Naturschutzbehörde bewilligt werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und nach § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Anordnung tritt in Kraft, sobald sie in der Form, die für öffentliche Bekanntmachungen des Landratsamtes vorgesehen ist, bekanntgegeben worden ist.

Waldshut, den 05. März 1954

Das Landratsamt

als untere Naturschutzbehörde

i.V. Dr. Furcher

Änderung:

Durch VO vom 28.12.1992 (NSG 3.190 "Schwarza-Schlücht-Tal") Fläche um 243 ha verringert.