3.37.008 Murgtal

Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Bereich des Murgtales, Landkreis Säckingen ("Der Alemanne" vom 26.10.1940).

Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Dritten Änderungsgesetzes vom 20. Januar 1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Ermächtigung des Ministers des Kultus und Unterrichts als höhere Naturschutzbehörde in Karlsruhe für den Bereich des Murgtales auf den Gemarkungen Murg, Niederhof, Oberhof, Harpolingen, Willaringen, Hänner, Rickenbach und Hottingen, Landkreis Säckingen, folgendes verordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte bei dem Minister des Kultus und Unterrichts als höhere Naturschutzbehörde in Karlsruhe mit roter Farbe eingetragenen Landschaftsteile im Bereich des Murgtales auf den Gemarkungen Murg, Niederhof, Oberhof, Harpolingen, Willaringen, Hänner, Rickenbach und Hottingen, Landkreis Säckingen, werden in dem Umfange, der sich aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutze des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

Es ist verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte durch besondere rote Umrahmung kenntlich gemachten Landschaftsteile Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten (s. Nachtrag).

§ 3

Ausnahmen von den Vorschriften im § 2 können von mir in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 4

Wer den Bestimmungen des § 2 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 5

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsverkündiger für den Landkreis Säckingen in Kraft.

Säckingen, den 21. Oktober 1940

Der Landrat

als untere Naturschutzbehörde

Nachtrag zu § 2

Hierunter fällt die Durchführung von Hochspannungsleitungen, die Anlage von Bauwerken aller Art, Verkaufsbuden, Zelt- und Lagerplätzen, Müll- und Schuttplätzen, die Neuanlage von Steinbrüchen, sowie das Anbringen von Inschriften, soweit letztere nicht auf die Landschaftsschutzmaßnahmen hinweisen oder als Wegweiser erforderlich sind.

Unberührt bleibt die bisherige forstwirtschaftliche, landwirtschaftliche und gewerbliche Nutzung mit der Einschränkung, daß größere Kahlhiebe nicht stattfinden sollen, ferner der künftige Ausbau der das Schutzgebiet durchziehenden Straßen.

Das Ufergehölz ist zu erhalten, soweit es nicht im Interesse des Landschaftsschutzes und um Hochwasserschäden vorzubeugen, teilweise oder ganz beseitigt werden muß. Wird eine derartige Beseitigung auf längeren Strecken (50 m und mehr) von der örtlichen Wasserbaubehörde (Wasserwirtschaftsamt) als nötig erachtet, so hat sich diese Stelle mit der unteren Naturschutzbehörde in Verbindung zu setzen. Wird Einigung nicht erzielt, so entscheidet das Finanz- und Wirtschaftsministerium - Abteilung für Landwirtschaft und Domänen - nach Fühlungnahme mit der höheren Naturschutzbehörde, ob und inwieweit der Wasserschutz die Entfernung des Ufergehölzes verlangt. Ersatzpflanzung soll in diesen Fällen nach Möglichkeit durchgeführt werden.