4.15.004 Georgenberg

 Verordnung des Landratsamtes Reutlingen zum Schutze des Landschaftsteils "Georgenberg", Markung Pfullingen, Kreis Reutlingen, vom 10. Juli 1958.

 Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.6.1935 (RGBl. I S. 821) i.d.F. des Dritten Änderungsgesetzes vom 20.1.1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 13 der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 (RGBl. I S. 1275) i.d.F. der Ergänzungsverordnung vom 16.9.1938 (RGBl. I S. 1184) und der Verordnung des Kultusministeriums Baden-Württemberg vom 19.3.1956 (GBl. S. 77) wird mit Ermächtigung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern folgendes verordnet:

§ 1

 Der in der Landschaftsschutzkarte beim Landratsamt Reutlingen mit grüner Farbe eingetragene und in einem besonderen Verzeichnis aufgeführte Landschaftsteil "Georgenberg" auf der Gemarkung Pfullingen im Landkreis Reutlingen wird in dem Umfang, der sich aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tag der Verkündung dieser Verordnung dem Schutze des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

 (1) Es ist verboten, innerhalb des in der Landschaftsschutzkarte durch grüne Umrandung kenntlich gemachten Landschaftsteils Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.

 (2) Wegen der Eigenart der zu schützenden Landschaft ist insbesondere verboten:

die Anlage von Bauwerken aller Art, auch von solchen, die keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen;

Pflanzen auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureissen;

die innerhalb dieses Landschaftsteils vorhandenen Hecken, Bäume und Gehölz, Felsen oder sonstige Naturgebilde zu beseitigen oder zu beschädigen, insbesondere durch Abbrennen von Hecken und Gras;

das geschützte Gebiet zu beweiden oder aufzuforsten;

das Anbringen von Tafeln, Inschriften und dergleichen, soweit sie sich nicht auf den Landschaftsschutz oder den Verkehr beziehen.

 (3) Vorhandene Landschaftsverunstaltungen sind auf Anordnung der zuständigen Naturschutzbehörde zu beseitigen, sofern es sich nicht um behördlich genehmigte Anlagen handelt und die Beseitigung ohne größere Aufwendungen möglich ist.

§ 3

 Unberührt bleiben die land- und forstwirtschaftliche Nutzung oder pflegliche Maßnahmen, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widersprechen.

§ 4

 Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 können von der unterzeichneten Behörde in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 5

 Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

 Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung im Reutlinger Amtsblatt in Kraft. Sie wird ferner im Reutlinger Generalanzeiger und Reutlinger Nachrichten bekanntgegeben.

Reutlingen, den 10. Juli 1958

Landratsamt Reutlingen

als untere Naturschutzbehörde

im Entwurf (gez.) Kern Landrat