4.15.005 Achalm

 Verordnung des Landratsamtes Reutlingen über das Landschaftsschutzgebiet "Achalm" auf Markungen Reutlingen und Eningen u.A., Landkreis Reutlingen vom 31. Oktober 1958.

 Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung der Gesetze vom 29. September 1935 (RGBl. I S. 1191), vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 986, 1001) und vom 20. Januar 1938 (RGBl.I S. 36) sowie des § 13 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Verordnung vom 19. März 1956 (GBl. S. 77) wird mit Ermächtigung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern folgendes verordnet:

§ 1

 Der in der Landschaftsschutzkarte beim Landratsamt Reutlingen mit grüner Farbe eingetragene Landschaftsteil "Achalm" auf Markungen Reutlingen und Eningen u.A., Landkreis Reutlingen, wird in dem Umfang, der sich aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Verkündung dieser Verordnung dem Schutze des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

(1) Es ist verboten, innerhalb des in der Landschaftsschutzkarte durch grüne Umrahmung kenntlich gemachten Landschaftsteils Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.

 (2) Wegen der Eigenart des zu schützenden Landschaftsteils ist insbesondere verboten:

die Anlage von Bauwerken aller Art, auch von solchen, die keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen;

die innerhalb dieses Landschaftsteils vorhandenen Hecken, Bäume und Gehölz, Felsen oder sonstige Naturgebilde zu beseitigen, insbesondere das Abbrennen von Hecken und Grasflächen während des ganzen Jahres;

Kahlschläge sowie das geschützte Gebiet aufzuforsten;

das Anbringen von Tafeln, Inschriften und dergleichen, soweit sie sich nicht auf den Landschaftsschutz oder den Verkehr beziehen.

 Vorhandene Landschaftsverunstaltungen sind auf Anordnung der unterzeichneten Naturschutzbehörde zu beseitigen, sofern es sich nicht um behördlich genehmigte Anlagen handelt und die Beseitigung ohne größere Aufwendungen möglich ist.

§ 3

 Unberührt bleiben die land- und forstwirtschaftliche Nutzung oder pflegliche Maßnahmen, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widersprechen.

§ 4

 Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 können von der unterzeichneten Behörde in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 5

 Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

 (1) Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung im Reutlinger Amtsblatt in Kraft. Sie wird ferner im Reutlinger Generalanzeiger und Reutlinger Nachrichten bekanntgegeben.

 (2) Gleichzeitig tritt die Anordnung des Landratsamtes - als untere Naturschutzbehörde - zur einstweiligen Sicherstellung des Landschaftsteiles "Achalm" vom 7.1.1943 außer Kraft.

Reutlingen, den 31. Oktober 1958

Landratsamt Reutlingen

als untere Naturschutzbehörde

im Entwurf

(gez.) Kern

Landrat