4.15.010 Neckartal zwischen Tübingen und Plochingen

 VO gilt für die LSG 4.15.010 und 4.16.005

 Verordnung des Landratsamtes Tübingen über das Landschaftsschutzgebiet "Mittleres Neckartal" im Landkreis Tübingen vom 15.12.1961 (Schwäbisches Tagblatt vom 15.12.1961).

 Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.06.1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des 2. Änderungsgesetzes vom 01.12.1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 13 der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 (RGBl. I S. 1275) i.d.F. der Änderungsverordnung vom 19.03.1956 (GBl. S. 77) wird folgendes verordnet:

§ 1

 (1) Der in der Landschaftsschutzkarte beim Landratsamt Tübingen mit grüner Farbe eingetragene Landschaftsteil "Mittleres Neckartal" in den Gemeindegebieten Tübingen, Pfrondorf, Kusterdingen, Kirchentellinsfurt und Pliezhausen (Landkreis Tübingen) wird in dem Umfang, der sich aus der Eintragung in die Landschaftsschutzkarte ergibt, dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

 (2) Mehrfertigungen der Landschaftsschutzkarte befinden sich bei den Bürgermeisterämtern Tübingen, Pfrondorf, Kusterdingen, Kirchentellinsfurt und Pliezhausen.

 (3) Die Landschaftsschutzkarte oder ihre Mehrfertigungen können während der Dienststunden bei den in den Absätzen 1 und 2 genannten Behörden eingesehen werden.

§ 2

 Im geschützten Gebiet ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die die Landschaft verunstalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 3

 (1) Der Erlaubnis des Landratsamtes Tübingen bedarf, wer Maßnahmen durchführen will, die geeignet sind, eine der in § 2 genannten Wirkungen hervorzurufen.

 (2) Der Erlaubnis bedarf insbesondere, wer beabsichtigt,

Bauten aller Art, auch wenn sie einer baurechtlichen Genehmigung nicht bedürfen,

Stützmauern, Zäune und andere Einfriedigungen,

Drahtleitungen zu errichten oder zu ändern,

Steine, Lehm, Sand, Kies oder andere Erdbestandteile abzubauen, oder die bisherige Bodengestaltung in irgendwelcher Weise zu ändern,

Wege, Parkplätze, Zeltplätze und Badeplätze anzulegen,

Abfälle, Müll und Schutt abzulagern,

Gewässer aller Art zuzuschütten oder auf andere Weise zu beseitigen,

Gräben und Kanäle anzulegen

Werbeanlagen aller Art, wie Plakate, Spruchbänder, Inschriften, Schilder und dergleichen zu errichten oder anzubringen, auf die § 7 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 08.Juni 1959 (GBl. S. 53) keine Anwendung findet, soweit sie nicht ausschließlich der Verkehrsregelung, der amtlichen Wegebeschilderung, der Kennzeichnung von Wanderwegen oder dem Hinweis auf den Landschaftsschutz dienen,

an anderen als den zugelassenen Plätzen zu zelten und Wohnwagen aufzustellen,

Verkaufsstände und Kioske aufzustellen,

Grasflächen während des ganzen Jahres (auch in der Zeit vom 01.09. bis 15.03.) abzubrennen.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme nicht gegen das Verbot des § 2 verstößt. Sie ist mit entsprechenden Auflagen und Bedingungen zu erteilen, wenn durch diese ein Verstoß der Maßnahme gegen das Verbot des § 2 abgewendet werden kann. In den übrigen Fällen ist sie zu versagen.

§ 4

 (1) Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf Maßnahmen, die nach den Regeln einer ordnungsmäßigen Wirtschaft zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung erforderlich sind und das Landschaftsbild möglichst schonen.

 (2) Veränderungen der Nutzungsart, die nach den Regeln einer ordnungsmäßigen Wirtschaft zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung erforderlich sind, sind dem Landratsamt Tübingen schriftlich anzuzeigen und dürfen erst vorgenommen werden, wenn das Landratsamt Tübingen die Veränderung nicht binnen 6 Wochen seit der Anzeige untersagt hat. Das Landratsamt ist befugt, die Veränderung zu untersagen, wenn sie eine der in § 2 genannten Wirkungen hätte. Die Untersagung ist aufzuheben, wenn nachgewiesen wird, daß die Veränderung für die Fortführung des Betriebes unerläßlich ist.

 (3) Nutzungsart im Sinne des Absatzes 2 ist die Nutzung eines Grundstücks als Ackerland, als Obstwiese, als Weide, als Weinberg oder als Wald.

 (4) Die Absätze 1 und 2 finden keine Anwendung auf Bauwerke, die einer baurechtlichen Genehmigung bedürfen.

§ 5

 Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf

das Aufstellen von Schildern, die auf den Landschaftsschutz hinweisen, Verbotstafeln und Verkehrszeichen,

die rechtmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei ohne Errichtung von Jagdhütten.

§ 6

 (1) In besonderen Fällen kann das Landratsamt Tübingen mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern Ausnahmen von § 2 zulassen.

 (2) Die Ausnahme kann an Bedingungen und Auflagen gebunden werden.

§ 7

 Beim Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen der Landschaft sind auf Verlangen des Landratsamtes Tübingen ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.

§ 8

 Verstöße gegen die Vorschriften dieser Verordnung werden nach § 21 Abs. 3 und § 22 Reichsnaturschutzgesetz bestraft oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 08.06.1959 (GBl. S. 53) mit Geldbuße geahndet.

§ 9

 Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung in Kraft.

i.V.

gez. Dr. Luib

Ergänzung:

 Verordnung des Landratsamtes Reutlingen über das Landschaftsschutzgebiet "Mittleres Neckartal" im Landkreis Reutlingen vom 23.01.1963.

 Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) i.d.F. des 2. Änderungsgesetzes vom 01. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes i.d.F. v. 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird folgendes verordnet:

§ 1

 (1) Das Landschaftsschutzgebiet "Mittleres Neckartal" liegt im Bereich der Markungen Altenburg, Oferdingen und Mittelstadt. Es umfaßt den Fluß Neckar samt Talsohle mit den unmittelbar anschließenden Steilabhängen; ferner das Reichenbachtal bis zur alten Fahrstraße Oferdingen-Mittelstadt.

Das Gebiet wird ungefähr wie folgt begrenzt: Die nördliche Grenze bildet die Kreisgrenze. Gegen Süden erstreckt sich das Gebiet bis einschließlich folgender Flurstücke:

Markung Altenburg:
1186-1180, F.W. 43, O.W. 28, E.B. 2, 1021, 1029-1035.

Markung Oferdingen:
382-386/1, 396-398, 403 bis 406, 220/1, 220/4, F.W. 7 teilw., Neckar flußabw., 2034-2029, 2005, 2008/1-3, 2009, 2011-2016, 2019, 2020, 1992, 1991/1+2, 1990/1+2.

Markung Mittelstadt:
Vic.Weg 5/2, Vic.Weg 5/1, teilw. 1360/1 teilw. (Waldfläche), 1360/5, 1159, F.W.64, 1130, F.W. 69, 1099-1080 teilw. (ca. 30 m breiter Uferstreifen), Neckar, 2034/3 - 2225/2 teilw. (ca. 30 m breiter Uferstreifen), 2224/1 teilw. (Wald + Vogelschutzgehölz).

 (2) Zur genauen Abgrenzung des geschützten Gebiets wird ergänzend auf eine Karte verwiesen, in der die geschützten Landschaftsteile mit grüner Farbe eingetragen sind. Die Karte kann während der üblichen Dienststunden beim Landratsamt Reutlingen eingesehen werden.

 (3) Die geschützten Landschaftsteile werden in eine Landschaftsschutzkarte beim Regierungspräsidium Südwürttemberg-Hohenzollern eingetragen.

§ 2

 Im geschützten Gebiet ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die die Landschaft verunstalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 3

 (1) Der Erlaubnis des Landratsamtes Reutlingen bedarf, wer Maßnahmen durchführen will, die geeignet sind, eine der in § 2 genannten Wirkungen hervorzurufen.

 (2) Der Erlaubnis bedarf insbesondere, wer beabsichtigt,

Bauten aller Art, auch wenn sie einer baurechtlichen Genehmigung nicht bedürfen,

Stützmauern, Zäune und andere Einfriedigungen,

Drahtleitungen zu errichten oder zu ändern,

Steine, Lehm, Sand, Kies oder andere Erdbestandteile abzubauen, oder die bisherige Bodengestaltung in irgendwelcher Weise zu ändern,

Wege, Parkplätze, Zeltplätze und Badeplätze anzulegen,

Abfälle, Müll und Schutt abzulagern,

Gewässer aller Art zuzuschütten oder auf andere Weise zu beseitigen,

Gräben und Kanäle anzulegen

Werbeanlagen aller Art, wie Plakate, Spruchbänder, Inschriften, Schilder und dergleichen zu errichten oder anzubringen, auf die § 7 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 08. Juni 1959 (Gesetzblatt S. 53) keine Anwendung findet, soweit sie nicht ausschließlich der Verkehrsregelung, der amtlichen Wegebeschilderung, der Kennzeichnung von Wanderwegen oder dem Hinweis auf den Landschaftsschutz dienen,

an anderen als den zugelassenen Plätzen zu zelten und Wohnwagen aufzustellen sowie Zelt- und Badeplätze einzurichten,

Verkaufsstände und Kioske aufzustellen,

Grasflächen während des ganzen Jahres (auch in der Zeit vom 01.09. bis 15.03.) abzubrennen

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme nicht gegen das Verbot des § 2 verstößt. Sie ist mit entsprechenden Auflagen und Bedingungen zu erteilen, wenn durch diese ein Verstoß der Maßnahmen gegen das Verbot des § 2 abgewendet werden kann. In den übrigen Fällen ist sie zu versagen.

§ 4

 (1) Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf Maßnahmen, die nach den Regeln einer ordnungsgemäßen Wirtschaft zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung erforderlich sind und das Landschaftsbild möglichst schonen.

 (2) Veränderungen der Nutzungsart, die nach den Regeln einer ordnungsgemäßen Wirtschaft zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung erforderlich sind, sind dem Landratsamt Reutlingen schriftlich anzuzeigen und dürfen erst vorgenommen werden, wenn das Landratsamt Reutlingen die Veränderung nicht binnen 6 Wochen seit der Anzeige untersagt hat. Das Landratsamt ist befugt, die Veränderung zu untersagen, wenn sie eine der in § 2 genannten Wirkungen hätte. Die Untersagung ist aufzuheben, wenn nachgewiesen wird, daß die Veränderung für die Fortführung des Betriebes unerläßlich ist.

 (3) Nutzungsart im Sinne des Absatzes 2 ist die Nutzung eines Grundstückes als Ackerland, als Obstwiese, als Weinberg oder als Wald.

 (4) Die Absätze 1 und 2 finden keine Anwendung auf Bauwerke, die einer baurechtlichen Genehmigung bedürfen.

§ 5

 Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf

das Aufstellen von Schildern, die auf den Landschaftsschutz hinweisen, Verbotstafeln und Verkehrszeichen,

die rechtmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei ohne Errichtung von Jagdhütten.

§ 6

 (1) In besonderen Fällen kann das Landratsamt Reutlingen mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern Ausnahmen von § 2 zulassen.

 (2) Die Ausnahme kann an Bedingungen und Auflagen gebunden werden.

§ 7

 Beim Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen der Landschaft sind auf Verlangen des Landratsamtes Reutlingen ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.

§ 8

 Verstöße gegen die Vorschriften dieser Verordnung werden nach § 21 Abs. 3 und § 22 Reichsnaturschutzgesetz bestraft oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 08. Juni 1959 (GBl. S. 53) mit Geldbuße geahndet.

§ 9

 Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung in Kraft.

Reutlingen, den 23. Januar 1963

Landratsamt

(gez.) Kern

Landrat

Beschrieb für den geschützten Landschaftsteil "Mittlerer Neckar"

 Der geschützte Landschaftsteil liegt im Bereich der Markungen Altenburg, Oferdingen und Mittelstadt und umfaßt den Fluß Neckar samt Talsohle mit den unmittelbar anschließenden Steilabhängen; ferner das Reichenbachtal bis zur alten Fahrstraße Oferdingen-Mittelstadt.

 Die östliche, nördliche und westliche Begrenzung bildet die Kreisgrenze. Die südliche Grenze beginnt im Westen auf Markung Altenburg an der Kreisgrenze mit dem Flst. 1182. Von dort nach Osten der Hangkante entlang, die Flst. 1186 bis 1180 einschließend, dann auf dem FW. 43 und O.W. 28 bis zur Tübinger Straße in Altenburg. Von dort der Straßenbahnlinie in Richtung Oferdingen entlang unter Einbeziehung der südlich daran anstoßenden Waldparzelle Nr. 1021, dann auf der Hangkante nach Osten weiter mit den Flst. 1031 bis 1035 bis zur Markungsgrenze Altenburg/Oferdingen. Von dort in gleicher Richtung auf der Hangkante weiter mit den Flst. 382-386/1, 396-398, 403-406, 220/1, 220/4 bis zum Elektr. Werk am Neckar. Von dort ab bildet flußabwärts das Südufer die Grenze bis zum Bach Nr. 1 östlich von Oferdingen. Diesem nach S kurz aufwärts folgend und dann wieder auf der Hangkante weiter unter Einschluß der Flst. 2034 bis 2029, dann südwärts am Westhang des Reichenbachtales entlang mit den Flst. 2005, 2008/1, 2 und 3, 2009, 2011-2016, 2019, 2020, 1992, 1991/2, 1990/2 bis zum Vic.Weg 4, auf diesem 100 m nach Osten bis zur Markungsgrenze Oferdingen/Mittelstadt. Von hier aus auf dem Vic.Weg. 4; 150 m in Richtung Mittelstadt nordwärts unter Einbeziehung des südlichen Zipfels des Flst. Nr. 1360/1, weiter nach Norden einschließlich der Waldparzelle 1360/5, dann auf dem Erdweg, der den bewaldeten Hang des Reichenbach- und Neckartales im Süden begrenzt, ca. 500 m weit ostwärts bis zum Flst. 1159, dieses einbeziehend bis FW. 64, diesem nach Norden folgend bis FW. 69, auf diesem Nach NW weiter und in gleicher Richtung der Südwestgrenze des Flst. 1099 entlang bis zum Neckar. Dann den Neckar flußabwärts unter Einbeziehung eines ca. 30 m breiten Uferstreifens über die Flst. 1099 bis 1080. Von hier ab den Neckar flußabwärts bis Flst. 2034/4 (östlich der Bruckwiesen Kr. Nürtingen). Erst von hier ab wieder mit einem Uferstreifen über die Flst. 2034/3 bis 2225 bis zur Kreisgrenze. Hinzu kommt noch im Norden von Mittelstadt die Neuaufforstung samt Vogelschutzgehölz auf dem Flst. 2224/1 Gewand Hardt, das im NW und NO von der Kreisgrenze und im Osten durch den dortigen Feldweg begrenzt wird.