4.15.128 Trochtelfinger Heide und Seckachtal

 Landschaftsschutzverordnung Landschaftsschutzgebiet "Trochtelfinger Heide - Seckachtal" (Schwäbische Zeitung, Sigmaringen vom 19.9.1966).

 Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.6.1935 (RGBl. I S. 821), i.d.F. des 2. Änderungsgesetzes vom 1.12.1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes i.d.F. der Bekanntmachung vom 17.10.1962 (GBl. S. 203) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern als höhere Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

 (1) Die in Absatz 2 näher beschriebenen Landschaftsteile im Gemeindegebiet Trochtelfingen, Landkreis Sigmaringen, werden als Landschaftsschutzgebiet dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes verlaufen wie folgt:

Trochtelfinger Heide: Vom Schnittpunkt der Bundesstraße 313 mit der Kreisgrenze gegen Reutlingen bei der Haidkapelle ostwärts mit der Kreisgrenze bis zum Gewann Spitzenhäule, lenkt hier mit der Kreisgrenze nach Süden um und folgt dieser bis zur Nordgrenze des Flurstücks Nr. 1733/1. Weiter wird die Grenze gebildet von dessen Nord-, West- und Südgrenze, der Nord-, Ost- und Südgrenze des Flurstücks Nr. 1715/1 einschließlich des nördlich vom Feldweg 4873 gelegenen Teils des Flurstücks Nr. 1706, weiter führt sie entlang der Nord-, West- und Südgrenzen des Flurstück Nr. 1706 bis zum Feldweg 4889 und kreuzt diesen. Von hier führt sie entlang der Nordgrenze des Flurstücks Nr. 1705/1 bis zur Nordostecke des Flurstücks 2139/3, den Ost- und Südgrenzen dieses Flurstücks folgend bis zur Nordwestecke des Flurstücks Nr. 2141, entlang dessen Westgrenze, weiter entlang der Westgrenze des Flurstücks Nr. 1705/1 und dem Südwest- und Südgrenzen des Flurstücks Nr. 1693, der West-, Süd- und wieder Westgrenze des Flurstücks Nr. 1615/2 bis zur Nordostecke des Flurstücks Nr. 1704, entlang dessen Ostgrenze, den Ostgrenzen der Flurstücke Nr. 1616, 1611 und 1560/5 unter Einschluß des Flurstücks Nr. 1586/2. Von der Südostecke des Flurstücks Nr. 1560/5 (am Weg ins Tiefental) führt die Grenze weiter entlang der Südostgrenze des Flurstücks Nr. 1553, dessen Süd- und Westgrenze, der Ostgrenze des Flurstücks Nr. 1473, und dessen Südgrenze, der Südgrenze des Flurstücks Nr. 1475, den Südost-, Süd- und Ostgrenzen des Flurstücks Nr. 1470/1, den Südgrenzen der Flurstücke Nr. 1470/1, 1469, 1468, 1467 und 1554, der Westgrenze des Flurstücks Nr. 1554 und der Südwestgrenze des Flurstücks Nr. 1556/1 bis zur Bundesstraße 313. Dieser Bundesstraße folgt die Grenze des geschützten Gebietes bis zum Ausgangspunkt an der Haidkapelle.

Im Gewann Flachsbühl: Die Nordgrenze wird vom Feldweg 4884 gebildet, die Ostgrenze von der Eisenbahnlinie Trochtelfingen Großengstingen, die Südgrenze von der Südgrenze des Flurstücks Nr. 2710/2 und die Westgrenze von dem nicht vermarkten Feldweg, der die Verbindung zwischen den Feldwegen 4884 und 4900 darstellt.

Burgberg bei Trochtelfingen: Die Ostgrenze wird von der Bundesstraße 313 gebildet. An der Südostecke des Flurstücks Nr. 361/1 beginnt die nördliche Begrenzung, folgt der Südgrenze dieses Flurstücks bis zur Seckach, dann diesem Bach bis zur Südecke des Flurstücks Nr. 353/1. Von hier aus schneidet sie das Flurstück Nr. 4850 in Richtung auf die Südostecke des Flurstücks Nr. 352/3 durch, führt entlang dessen Süd- und Westgrenze, den Westgrenzen der Flurstücke 3183 und 3181, der Nord- und Westgrenze des Flurstücks Nr. 3184/1, der West- und Südostgrenze des Flurstücks 3186 bis zum Feldweg 4913/2, den Ostgrenzen der Flurstücke Nr. 335, 3191 und 334, der Nordgrenze des Flurstücks Nr. 330 und der Nordwestgrenze des Flurstücks Nr. 369 bis zur Seckach. Diesem Bach folgt die Grenze bis zur Südwestecke des Flurstücks Nr. 364/1 und verläuft mit der Südostgrenze des Flurstücks Nr. 364/1 zur Bundesstraße 313.

Seckachtal unterhalb Trochtelfingen: Von der Kreuzung der Eisenbahnlinie Trochtelfingen-Gammertingen mit der alten Landesstraße I.O. Trochtelfingen-Mägerkingen führt die Grenze nach Süden entlang der Eisenbahnlinie. Südgrenze ist die Kreisgrenze gegen Reutlingen (Exklave Mägerkingen). Im Westen bilden die Bundesstraße 313 und die altes Landesstraße I.O. Trochtelfingen-Mägerkingen die Grenze bis zum Ausgangspunkt der Beschreibung.

Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes ergeben sich ebenfalls aus den in grüner Farbe gemachten Eintragungen in die beim Regierungspräsidium Südwürttemberg-Hohenzollern aufliegende Landschaftsschutzkarte. Eine Mehrfertigung dieser Karte befindet sich beim Landratsamt Sigmaringen und kann dort eingesehen werden.

§ 2

 Im geschützten Gebiet ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die die Landschaft verunstalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 3

 (1) Der Erlaubnis des Landratsamtes Sigmaringen bedarf, wer Maßnahmen durchführen will, die geeignet sind, eine der in § 2 genannten Wirkungen hervorzurufen.

 (2) Der Erlaubnis bedarf insbesondere, wer beabsichtigt

Bauten aller Art, auch wenn sie einer baurechtlichen Genehmigung nicht bedürfen,

Stützmauern, Zäune und andere Einfriedigungen,

Drahtleitungen zu errichten oder zu ändern,

Steine, Lehm, Sand, Kies oder andere Erdbestandteile abzubauen oder die bisherige Bodengestaltung in irgendeiner Weise zu ändern,

Wege, Parkplätze, Zeltplätze und Badeplätze anzulegen,

Abfälle, Müll und Schutt abzulagern,

Tümpel und Teiche zuzuschütten oder auf andere Weise zu beseitigen.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme nicht gegen das Verbot des § 2 verstößt. Sie ist mit entsprechenden Auflagen und Bedingungen zu erteilen, wenn durch diese ein Verstoß der Maßnahme gegen das Verbot des § 2 abgewendet werden kann. In den übrigen Fällen ist sie zu versagen.

§ 4

 (1) Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf Maßnahmen, die der Land- und forstwirtschaftlichen Nutzung dienen und das Landschaftsbild möglichst schonen,

 (2) Veränderungen der Nutzungsart sind dem Landratsamt Sigmaringen schriftlich anzuzeigen und dürfen erst vorgenommen werden, wenn das Landratsamt Sigmaringen die Veränderung nicht binnen 6 Wochen seit der Anzeige untersagt hat. Das Landratsamt ist befugt, die Veränderung zu untersagen, wenn sie eine der in § 2 genannten Wirkungen hätte. Die Untersagung ist aufzuheben, wenn nachgewiesen wird, daß die Veränderung für die Fortführung des Betriebes unerläßlich ist.

 (3) Nutzungsart im Sinne des Absatzes 2 ist die Nutzung eines Grundstücks als Ackerland, als Obstwiese, als Wiese oder als Wald.

 (4) Die Absätze 1 und 2 finden keine Anwendung auf Bauwerke, die einer baurechtlichen Genehmigung bedürfen.

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§ 5

 Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf

das Aufstellen von Schildern, die auf den Landschaftsschutz hinweisen, Verbotstafeln und Verkehrszeichen,

die rechtmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei ohne Errichtung von Jagdhütten.

§ 6

 (1) In besonderen Fällen kann das Landratsamt Sigmaringen mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern Ausnahmen von § 2 zulassen.

 (2) Die Ausnahme kann an Bedingungen und Auflagen gebunden werden.

§ 7

 Beim Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen der Landschaft sind auf Verlangen des Landratsamtes Sigmaringen ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.

§ 8

 Verstöße gegen die Vorschriften dieser Verordnung werden nach § 21 Abs. 3 und § 22 Reichsnaturschutzgesetz bestraft oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 08.06.1959 (GBl. S. 53) mit Geldbuße geahndet.

§ 9

 Mit dieser Verordnung tritt die Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen auf der Gemarkung Trochtelfingen vom 15. September 1954 außer Kraft.

 Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe in der Schwäbischen Zeitung in Kraft.

Sigmaringen, den 19.09.1966

Landratsamt

i.V. gez. Hüttel

Oberregierungsrat

 



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