4.15.134 Großes Lautertal

 Verordnung des Landratsamtes Reutlingen - untere Naturschutzbehörde - über das Landschaftsschutzgebiet "Großes Lautertal" vom 02. Februar 1973 geändert durch die Verordnung des Landratsamtes Reutlingen - untere Naturschutz- und Wasserbehörde - vom 09.05.1977 (Änderung der VO: GBl. 1977, S. 143; geändert und erweitert: VO vom 08.08.1991).

 Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung und Bereinigung von Straf- und Bußgeldvorschriften des Landes Baden-Württemberg vom 06. April 1970 (GBl. S. 111) und des § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der Fassung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern in Tübingen als höhere Naturschutzbehörde verordnet:

§ 1

 Die in § 2 näher beschriebenen Landschaftsteile auf den Gemarkungen Münsingen, Anhausen, Apfelstetten, Bichishausen, Bremelau, Buttenhausen, Eglingen, Gächingen, Gomadingen, Gundelfingen, Hayingen, Hundersingen, Indelhausen, Lonsingen und Münzdorf, Landkreis Reutlingen, werden dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Diese Landschaftsteile werden als Landschaftsschutzgebiet "Großes Lautertal" bezeichnet.

§ 2

 (1) Zu dem Schutzgebiet, das eine Größe von ca. 111 qkm hat, gehört der Landschaftsteil des Großen Lautertals vom Ursprung der Lauter bis zur Kreisgrenze bei Anhausen einschließlich der Seitentäler, der anschließenden Talhänge und Hochebenen.

 (2) Das Schutzgebiet umfaßt im wesentlichen folgende Landschaftsteile der einzelnen Markungsgemeinden.

Gemarkung Münsingen:
Die Gewanne bzw. Teile derselben: Eisberg, Baumtal, Kaltenbuch, Kalkofen und Öschle der Teilgemarkung Münsingen, sowie Lerchenberg, Wanne, Geländ, Leingenfeld, Herrenberg, Birkenäcker und Eisberg der Teilgemarkung Dottingen.

Gemarkung Anhausen:
Die gesamte Gemarkungsfläche, jedoch ohne die Gewanne Kolmergreut, Rauher Hund, Lüssen, Hofäcker, Pferchäcker, Krebstäle, Lachenäcker und Wasserstock bzw. Teile derselben.
 Die geschlossene Ortslage einschließlich Teilen der Gewanne Hanfgärten, Horn, Langer Garten, Mühlwiesen und Hintere Wiesen ist nicht Teil des Schutzgebietes.

Gemarkung Apfelstetten:
Die gesamte Gemarkungsfläche südwestlich der noch ganz oder teilweise im Schutzgebiet gelegenen Gewanne Alter Hau, Hohenteich, Auf dem Alten Hau, Im Urbental, Hörnle, In der Reute, Hof, Vor dem Lau, Layle, Burren und Auf Hauen.

Gemarkung Bichishausen:
Die gesamte Gemarkungsfläche östlich der noch ganz oder teilweise im Schutzgebiet gelegenen Gewanne Vordere Viehwiese, Kreuzäcker, Lauäcker, Lau, Bruderschaftsteil, Schloßberg, Steighofäcker, Kailer und Bürzel. Die geschlossene Ortslage einschließlich Teilen der Gewanne Weiherwiesen, Heinenberg, Hintere Wiesen, Brühlhalde und Hanfgärten ist nicht Teil des Schutzgebietes.

Gemarkung Bremelau:
Die gesamte Gemarkungsfläche südlich der noch ganz oder teilweise im Schutzgebiet gelegenen Gewanne Grieß, Natzenhalde, Heiligental, Hinterer Mönchbuch, Häslen, Beckenhäldele, Naßhalde, Hannenberg, Heidentrieb, Hägelen, Käuferlayle, Beim Niederhau und Niederhau.

Gemarkung Buttenhausen:
Die gesamte Gemarkungsfläche.
Die geschlossene Ortslage einschließlich Teilen der Gewanne Kappenhalde, Lisentäle, Heimtal, Kirchhalde, Heidelwiese, Wasseräcker, Unteres Ried, Hagenrain, Schloßwiese und Oberes Ried ist nicht Teil des Schutzgebietes.

Gemarkung Eglingen:
Die gesamte Gemarkungsfläche nördlich der Landesstraße Nr. 248 (Eglingen-Ödenwaldstetten) und westlich der noch ganz im Schutzgebiet gelegenen Gewanne Sieß, Beerberg, Brondelwiesen, Leiernwäldle, Häule und Brondelhalde.

Gemarkung Gächingen:
Die gesamte Gemarkungsfläche südlich der noch ganz oder teilweise im Schutzgebiet gelegenen Gewanne Hinter Schopfloch, Hinter dem Heuberg, Heuberg, Kürze, Wiesenäcker, Steinige, Kälberhau, Halde, Beim Heiligenlehen, Stirne, Ob den Steigwiesen, Breite Wiesen, Mergele, Auental und Guckenberg.

Gemarkung Gomadingen:
Die gesamte Fläche der Teilgemarkung Offenhausen nördlich der noch ganz oder teilweise im Schutzgebiet gelegenen Gewanne Auchtert, Jägertal, Winterberg, Schlegelwalze und Holzwiese, sowie die gesamte Fläche der Teilgemarkung Gomadingen nördlich der noch ganz oder teilweise im Schutzgebiet gelegenen Gewanne Hinter der Steig, Braikestal, Steig, Buchsbarr, Oberer Hardt, Unterer Hardt und Lange Furchäcker, sowie die gesamte Fläche der Teilgemarkung Dapfen, Marbach und Wasserstetten. Die Teilgemarkung Steingebronn, die geschlossene Ortslage des Hauptortes Gomadingen, einschließlich Teilen der Gewanne Hasenberg, In der Kuhle, Schömberg, Gehlhalde, Brühl, Haldenwiesen, Stettemer Berg, Am Stettemer Berg, Jauchen, Auf der Breite, Unter dem Sternenbergle, Breite, Bellentalacker und Bellental, die geschlossene Ortslage des Teilorts Dapfen einschließlich Teilen der Gewanne Unteres Hart, Brühlwiesen, Hinter dem Anger, Hofstatt, Unter der Halde, Badnau und Teile, die im Zusammenhang bebaute Fläche des Ortsteils Schelmenbühl des Teilorts Dapfen, das im Zusammenhang bebaute Gewann Gartenwiese des Teilorts Marbach, der Gestütshof Marbach des Teilorts Marbach, die geschlossene Ortslage des Teilorts Offenhausen einschließlich Teilen der Gewanne Ziegelberg, Unter Schützenbuch, Gestütswiese und Eselstände, sowie die geschlossene Ortslage des Teilorts Wasserstetten einschließlich Teilen der Gewanne Biegenhofen, Schmelenwiesen, Untere Wiesen und Amseltal sind nicht Teil des Schutzgebietes.

Gemarkung Gundelfingen:
Die gesamte Gemarkungsfläche, jedoch ohne die auf der Teilgemarkung Dürrenstetten gelegenen Gewanne Münsinger Weg, Hundersinger Weg, Storräcker, Grieß, Stellstall, Wittum, Hohe Gründlen, Aasgrube, Heugarten, Lange Wiesen, Obere Wiesen, Schellenbäumle, Horgental, Untere Wiesen, Fürbachösch und Braintal bzw. Teile derselben.
Die geschlossene Ortslage einschließlich Teilen der Gewanne Brühl, Baurenwiesen, Baurenhalde und Schloßberg sowie der geschlossene Ortsteil Wittsteig einschließlich Teilen der Gewanne Steighäule, Risse, Häldeleswiesen und Kalkwiesen sind nicht Teil des Schutzgebietes.

Gemarkung Hayingen:
Die gesamte Gemarkungsfläche nordöstlich der noch ganz oder teilweise im Schutzgebiet gelegenen Gewanne Bürstentäle, Äußere Schloßbreite, Katzenstein, Innere Schloßbreite, Wasenäcker, Auf Harnischrain, Harnischrain, Lisse, Mittelwander, Am Münzdorfer Weg, Fuchsgrube, Auf der Fuchsgrube, Tiefental, Am Mühlweg, Auf Österhart, Leimengrube, Hinter Ignazi, Ignazi, Am Wilzinger Weg, Wolfsgrube, Hinter Wilsberg, Auf der Teilgemarkung Hayingen und der Gewanne Kirchweg, Vorderes Bergholz, Fuchsloch, Hinteres Bergholz, Lau, Strangen, Röthe, Öschle, Bahnwiese, Furth und Halden auf der Teilgemarkung Oberwilzingen.

Gemarkung Hundersingen:
Die gesamte Gemarkungsfläche westlich der noch ganz oder teilweise im Schutzgebiet gelegenen Gewanne Ortenbühl, Winkel beim Ortenbühl, Hirschenstein, Winkel, Der Untere Reichhartsberg, Winterhalde, Oberer Reichhartsberg sowie östlich der noch ganz oder teilweise im Schutzgebiet gelegenen Gewanne Lipleswäldle, Geltenfingen, Herrenbreite, Fegfeuer, Eglinger Steige, Dapfener Steige, Bei der Platte, Platte, Hirschtal, Viehweiden und Untere Buchhalde.
Die geschlossene Ortslage einschließlich Teilen der Gewanne Breitele, Wassergasse, Oben am Dorf, Pfarrwiesen, Kirchäcker, Brühl, Schloßgarten, Herrengarten, Riedwiesen, Mühlwiesen, Buchhaldenwiesen, Wolfsbühl und Hochberg ist nicht Teil des Schutzgebietes.

Gemarkung Indelhausen:
Die gesamte Gemarkungsfläche, jedoch ohne die Gewanne Buttenhauser Weg und Bürstentäle bzw. Teilen derselben.
Die geschlossene Ortslage einschließlich Teilen der Gewanne Kirchberg, Eichbühl, Hanfgärten, Auwiesen und Talwiesen ist nicht Teil des Schutzgebietes.

Gemarkung Lonsingen:
Die gesamte Gemarkungsfläche südlich der noch ganz oder teilweise im Schutzgebiet gelegenen Gewanne Hintere Lonsinger Buch, Frostbühl, Degental, Hinter Schopfloch, Schopfloch, Egisbrunnen und Auf dem Heuberg. Gemarkung Münsdorf:
Die gesamte Gemarkungsfläche östlich der noch ganz oder teilweise im Schutzgebiet gelegenen Gewanne Breite und Schloßhalde auf der Teilgemarkung Derneck, der Gewanne Hinter der Schlacht, Schlacht und Kappenhau auf der Teilgemarkung Weiler und der Gewanne Bluthalde, Duttental, Büchelensacker, Auf der Reute und Mosemrain-Halde auf der Teilgemarkung Münzdorf.

 (3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in 43 Katasterplankarten im Maßstab 1:5000 grün eingetragen, die beim Landratsamt Reutlingen aufbewahrt werden. Die Karten können während der Sprechzeiten eingesehen werden.

§ 3

 Im Schutzgebiet sind Änderungen verboten, welche die Landschaft verunstalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 4

 (1) Maßnahmen, die geeignet sind, eine der in § 3 genannten Wirkungen hervorzurufen, bedürfen der vorherigen schriftlichen Erlaubnis des Landratsamtes.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere:

1.           Errichtung von Anlagen, die nach der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung bauliche Anlagen sind oder als solche gelten, auch wenn sie keiner baurechtlichen Entscheidung bedürfen; das gleiche gilt für die der Errichtung gleichgestellten Maßnahmen;

2.           Errichtung oder Änderung von Zäunen oder anderen Einfriedigungen, soweit es sich nicht um Weidezäune für landwirtschaftliche Zwecke oder forstliche Kulturzäune handelt;

3.           Verlegen von oberirdischen Leitungen aller Art, von in Wäldern verlaufenden unterirdischen Leitungen sowie das Aufstellen von einzelnen Masten;

4.           Änderung der bisherigen Bodengestalt durch Abgrabung von Steinen, Lehm, Sand, Kies oder anderen Erdbestandteilen sowie durch Auffüllung und Aufschüttung;

5.           Anlage oder Änderung von Plätzen (Zelt-, Abstell- oder Lagerplätze u.ä.);

6.           Das Aufstellen von Wohn- oder Verkaufswagen außerhalb der dafür ausdrücklich zugelassenen Plätze, das Abstellen von Kraftfahrzeugen außerhalb der Verkehrsflächen sowie das Zelten;

7.           Schaffung, Beseitigung oder Änderung fließender oder stehender Gewässer mit Ausnahme von Unterhaltungsmaßnahmen, auch wenn sie keiner wasserrechtlichen Entscheidung bedürfen;

8.           Ablagerung oder auch kurzfristige Lagerung von Abfällen, Müll, Schutt , Unrat, Autowracks oder ähnlichen Gegenständen;

9.           Änderung der Bodennutzung, insbesondere Aufforstungen und Ausstockungen. Eine nach andern gesetzlichen Bestimmungen vorgesehene Genehmigung für Aufforstungen, die im Einvernehmen mit dem Landratsamt - untere Naturschutzbehörde - ergeht, ersetzt die nach dieser Verordnung erforderliche Erlaubnis;

10.      Beseitigung oder Änderung wesentlicher Landschaftsbestandteile, insbesondere von solchen freistehenden Bäumen, Hecken, Gebüschen, Feld- und Ufergehölzen, Schilf- und Rohrbeständen, Felsen sowie ähnlichen Naturerscheinungen, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen, soweit nicht bereits § 14 Abs. 1 der Naturschutzverordnung in der jeweils geltenden Fassung zutrifft;

11.      Das Befahren der Großen Lauter mit Booten in dem von § 2 erfaßten Bereich der nördlichen Großen Lauter von der Quelle bis zur Lauterbrücke des Feldweges Nr. 11, Gewann "Oberes Ried" westlich von Münsingen-Buttenhausen;

12.      Das Befahren der Lautertalwiesen in der Talaue mit motorgetriebenen Fahrzeugen.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme Wirkungen der in § 3 genannten Art nicht zur Folge hat. Sie ist mit Auflagen oder Bedingungen zu erteilen, wenn dadurch solche Wirkungen abgewendet werden können; zur Sicherstellung der Erfüllung der Auflagen kann Sicherheitsleistung verlangt werden. In den übrigen Fällen ist die Erlaubnis zu versagen.

 Will das Landratsamt entgegen der Stellungnahme des Kreisbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege eine Erlaubnis erteilen, so ist zuvor die Weisung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde einzuholen.

 (4) Soweit für Bauvorhaben die Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Verwaltungsbehörde nach § 36 Abs. 1 Satz 2 des Bundesbaugesetzes in der jeweils geltenden Fassung erforderlich ist, muß auch die Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde eingeholt werden. Eine allgemeine Festlegung nach § 36 Abs. 2 des Bundesbaugesetzes kann mit einer entsprechenden Regelung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde verbunden werden.

 (5) Genehmigungs-, Erlaubnis- und Anzeigenpflichten nach anderen gesetzlichen Vorschriften bleiben unberührt.

§ 5

 (1) Die §§ 3 und 4 finden keine Anwendung auf das Landschaftsbild schonende Änderungen,

1.           durch die Acker in Grünland oder Grünland in Acker umgewandelt wird, oder

2.           die nach den Regeln einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung zur land‑ oder forstwirtschaftlichen Nutzung erforderlich sind, soweit es sich nicht um Neuaufforstungen und Ausstockungen, die Anlage von Obstkulturen oder die in § 4 Abs. 2 Nr. 1,2,4 und 7 genannten Änderungen handelt.

 (2) Die nach Abs. 1 Nr. 2 erforderliche Erlaubnis ist auch dann zu erteilen, wenn nachgewiesen wird, daß die Änderung für die Fortführung des land- oder forstwirtschaftlichen Betriebes unerläßlich ist.

 (3) Die §§ 3 und 4 finden keine Anwendung auf die rechtmäßige Ausübung der Jagd mit Ausnahmen der Errichtung von Jagd- und Fischerhütten sowie frei in der Landschaft stehenden oder überwiegend geschlossenen Jagdhochsitzen.

§ 6

 (1) In besonderen Fällen, namentlich wenn überwiegende Gründe des Wohls der Allgemeinheit vorliegen, kann das Landratsamt mit Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde Ausnahmen von § 3 zulassen.

 (2) Die Ausnahme kann mit Auflagen oder Bedingungen versehen sowie widerruflich oder befristet zugelassen werden. § 4 Abs. 3 Satz 2 zweiter Halbsatz gilt entsprechend.

§ 7

 Bei Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen sind auf Verlangen des Landratsamtes ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.

§ 8

 (1) Wer in dem Schutzgebiet

1.           entgegen § 3 die Landschaft verunstaltet oder die Natur schädigt, oder den Naturgenuß beeinträchtigt,

2.           entgegen § 4 Maßnahmen, die geeignet sind, eine der in § 3 genannten Wirkungen hervorzurufen, ohne vorherige schriftliche Erlaubnis des Landratsamtes vornimmt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs. 2 Nr. 3 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 08. Juni 1959 (GBl. S. 53), zuletzt geändert durch das Gesetz über die Beseitigung von Abfällen (Abfallgesetz) vom 21. Dezember 1971 (GBl. 1972, S. 1) und kann mit einer Geldbuße belegt werden.

 (2) Ordnungswidrig im Sinne des § 12 Abs. 1 Nr. 18 des Wassergesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig § 4 Abs. 2 Nr. 11 dieser Verordnung zuwiderhandelt.

§ 9

 Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 (2) Gleichzeitig treten außer Kraft:

Die Anordnung des Landratsamtes Münsingen vom 23. Februar 1963 über die einstweilige Sicherstellung des Landschaftsteils "Pfaffental" auf Gemarkung Dapfen.

Die Landschaftsschutzverordnung des Landratsamtes Münsingen vom 31. Mai 1955 (Amtsblatt für die Stadt und den Landkreis Münsingen vom 04. Juni 1955) bezüglich folgender Gebietsteile:
Gemarkung Münsingen: Teilgemarkung Dottingen: Weide Auf dem Herrenberg.
Gemarkung Anhausen: Weide und Öde in den Kapelläckern, Öde und Äcker sowie Weide auf Raischbühl.
Gemarkung Apfelstetten: Öde an dem Hof, Äcker und Weide am Hörnle.
Gemarkung Bichishausen: Weide Lange Halden, Weide Spitziger Stein, Weide im Stettener Häule, Weide im Tal. Gemarkung Bremelau: Schafweide auf Sandbirken, Käferlaylen und Vogelsang, Weide in dem Beckenhäldele und auf Mönchsbuch.
Gemarkung Buttenhausen: Lange Halde, Weide am Ziegelberg, Weide an der Kirchhalde, Weide beim Steinfelsen.
Gemarkung Eglingen: Weide am Hüttenstuhl.
Gemarkung Gomadingen, Teilgemarkung Dapfen: Weide und Wechselfeld Jörgenbühl, Alet und Baldelau, Weide in Pfaffenhalde, Weide am Schmalzpfeifersturm und Birkenhalde, Weide am Mühlbühl. Gemarkung Gundelfingen: Weide am Bürzel, Weide auf dem Brand, Weide am Winterrain, Weide im Ratzentäle, Weide auf Hohengundelfingen, Öde auf Eichhalde, Weide auf dem Hornberg, Weide im Heiligental.
Gemarkung Hayingen: Weide hinter Ignatz, Weide im Trieb bei der Eiche, Laubwald mit Felsen und Bärental, Weide auf Bühlenfingen. Gemarkung Hundersingen: Weide am Mittelberg und Schachen, Öde im Winkel.
Gemarkung Indelhausen: Eichhalden (unterer, mittlerer und oberer Teil), Leinsberg.

Die Landschaftsschutzverordnung des Landratsamtes Münsingen vom 07. April 1951 bezüglich des Lautertals.

Die Landschaftsschutzverordnung des Landratsamtes Münsingen vom 28. Mai 1942 bezüglich des Sternberggebiets in Gomadingen.

 (3) Unberührt bleiben darüber hinausgehende Eintragungen von Naturdenkmalen im Naturdenkmalbuch.

Reutlingen, den 02. Februar 1973

gez. Müller

 (Änderung: Reutlingen, den 09. Mai 1977,

Müller, Landrat)

 Änderungen:

 Durch VO vom 02.09.1985 (NSG 4124 "Eichholz") Fläche um 17 ha verringert.

 Durch VO vom 08.08.1991 (Änderung und Erweiterung) Fläche um 52 ha vergrößert.

 Durch VO vom 06.08.1992 - Fläche geringfügig verringert (0,2 ha).

 Durch VO vom 21.12.1994 (NSG 4253 " Hüttenstuhlburren") Fläche um 19 ha verkleinert.

 Durch VO vom 18.08.1994 (NSG 4246 " Buttenhausener Eichhalde ") Fläche um 35 ha verkleinert.

 Verordnung des Landratsamtes Reutlingen als untere Naturschutzbehörde zur Änderung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Großes Lautertal" vom 02.02.1973 in der Fassung vom 09.05.1977, vom 08.08.1991.

 Aufgrund der §§ 22, 58 Abs. 3 und 4, 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21.10.1975 (GBl. S. 654, berichtigt GBl. 1976, S. 96), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 06.06.1983 (GBl. S. 199), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Tübingen verordnet:

Artikel 1

 Die Verordnung des Landratsamtes Reutlingen als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Großes Lautertal" vom 02.02.1973 i.d.F. vom 09.05.1977 wird wie folgt geändert:

 (1) In § 2 Abs. 1 wird die Zahl "111" durch die Zahl "111,52" ersetzt.

 (2) In § 2 Abs. 2 erhält die Beschreibung der Landschaftsschutzgebietsgrenze auf Gemarkung Gächingen der Gemeinde St. Johann folgende Fassung:

"Die noch ganz oder teilweise im Schutzgebiet gelegenen Gewanne Hinter Schopfloch, Hinter dem Heuberg, Heuberg, Kürze, Wiesenäcker, Steinige, Kälberhau, Halde, Beim Heiligenlehen, Stirne, Ob den Steigwiesen, Breite Wiesen, Mergele, Auental und Guckenberg sowie die restliche, südlich davon gelegene Gemarkungsfläche.

Geschützt ist ferner das Gebiet Beiwalder Teil-Plan, das im Norden an das Gewann Beiwald, im Osten an das Gewann Auental, im Süden an die Gewanne Magenhart, Hegenhau und Zeurnau und im Westen an das Gewann Scherrenberg angrenzt."

 (3) In § 2 Abs. 3 wird nach Satz 1 folgender Satz als Satz 2 eingefügt:

"Die Schutzgebietserweiterung Beiwalder Teil-Plan ist in einer Flurkarte des Landratsamtes Reutlingen vom 03.04.1991 im Maßstab 1 : 2 500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000, gekennzeichnet und grün angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung."

 Der bisherige Satz 2 wird zum Satz 3. Er erhält folgenden neuen Wortlaut:

"Die Verordnung mit Karte wird beim Landratsamt Reutlingen in Reutlingen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt."

 (4) Nach § 4 Abs. 2 Nr. 12 wird die Ziffer 13 eingefügt:

"13. Der Betrieb von Modellflugzeugen."

 (5) In § 8 Abs. 1 werden die Worte "§ 13 Abs. 2 Nr. 3 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 08. Juni 1959 (GBl. S. 53), zuletzt geändert durch das Gesetz über die Beseitigung von Abfällen (Abfallgesetz) vom 21.12.1971 (GBl. 1972, S. 1)" ersetzt durch die Worte "§ 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG."

Artikel 2

 Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamtes Reutlingen als untere Naturschutzbehörde zur Verlängerung der Geltungsdauer der Verordnung zur einstweiligen Sicherstellung des geplanten Landschaftsschutzgebiets "Beiwalder Teil - Plan", Markung Gächingen, Gemeinde St. Johann, vom 02.08.1990 außer Kraft."

Reutlingen, den 08.08.1991

i.V. Eiberger

 Verordnung des Landratsamtes Reutlingen als untere Naturschutzbehörde zur Änderung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Großes Lautertal" vom 02.02.1973 in der Fassung vom 08.08.1991, vom 06.08.1992 (Amtsblatt Hayingen vom 20.08.1992).

 Aufgrund der §§ 22, 58 Abs. 3 und 4, 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑ NatSchG) vom 21.10.1975 (GBl. S. 654), in der Fassung des Gesetzes zur Änderung des Naturschutzgesetzes (Biotopschutzgesetz) vom 19.11.1991 (GBl. S. 701), zuletzt geändert am 12.12.1991 (GBl. S. 848), wird verordnet:

Artikel 1

 (1) In § 2 Abs. 2 erhält die Beschreibung der Landschaftsschutzgebietsgrenzen auf Gemarkung Indelhausen der Stadt Hayingen folgende Fassung:

"Gemarkung Indelhausen":

die gesamte Gemarkungsfläche, jedoch ohne einen Teilbereich der K 6769 und der Flurstücke Nrn. 57‑62 und die Gewanne Buttenhauser Weg und Bürstentäle, bzw. Teile derselben".

 (2) § 2 Abs. 3 erhält folgenden neuen Wortlaut:

"Die Grenzen des Schutzgebietes sind in 43 Katasterplankarten im Maßstab 1 : 5 000 grün eingetragen, die beim Landratsamt Reutlingen aufbewahrt werden. Die Schutzgebietserweiterung Beiwalder Teil-Plan ist in einer Flurkarte des Landratsamtes Reutlingen vom 03.04.1991 im Maßstab 1 : 2 500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000, gekennzeichnet und grün angelegt. Die Änderung des Landschaftsschutzgebietes auf Gemarkung Indelhausen der Stadt Hayingen ist auf einer Flurkarte des Landratsamtes Reutlingen vom 03.03.1992 im Maßstab 1 : 2 500 gekennzeichnet und grün angelegt. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Reutlingen in Reutlingen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt".

Artikel 2

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 (2) Es wird darauf hingewiesen, daß eine etwaige Verletzung von in § 59 Naturschutzgesetz bezeichneten Verfahrens- und Formvorschriften nach § 60a Naturschutzgesetz unbeachtlich ist, wenn sie nicht innerhalb eines Jahres nach Erlaß dieser Verordnung gegenüber dem Landratsamt Reutlingen schriftlich geltend gemacht worden ist. Der Sachverhalt, der die Verletzungen begründen soll, ist darzulegen.

Landratsamt Reutlingen, den 06.08.1992

Dr. Wais, Landrat

 

 

Änderung:

 

Verordnung vom 05.04.2004 des Landratsamts Reutlingen als untere

Naturschutzbehörde zur Änderung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet

"Großes Lautertal" vom 02.02.1973 in der Fassung vom 25.02.1994.

 

Aufgrund der §§ 22,58 Abs. 3 und 4,64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur,

zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Natur-

schutzgesetz -NatSchG) vom 21.10.1975 (GBI. S. 654, berichtigt GBI. 1976, S. 96), in der

Fassung vom 29. März 1995 (GBI. S. 385), zuletzt geändert am 19.11.2002 (GBI. S. 424),

wird verordnet:

Artikel 1

Die Verordnung des Landratsamts Reutlingen als untere Naturschutzbehörde über das

Landschaftsschutzgebiet "Großes Lautertal" vom 02.02.1973 i. d. F. vom 25.02.1994 wird

wie folgt geändert:

(1) § 2 Abs. 1 erhält folgenden Wortlaut: "Zu dem Schutzgebiet, das eine Größe von

111,37 km2 hat, gehört der Landschaftsteil des Großen Lautertals vom Ursprung der Lau-

ter bis zur Kreisgrenze bei Anhausen einschließlich der Seitentäler, der anschließenden

Talhänge und Hochebenen.

(2) In § 2 Abs. 2 erhält die Beschreibung der Landschaftsschutzgebietsgrenzen auf der Ge-

markung Gomadingen folgende Fassung:

Die gesamte Fläche der Teilgemarkung Offenhausen nördlich der noch ganz oder teil-

weise irn Schutzgebiet gelegenen Gewanne Auchtert, Jägertal, Winterberg, Schlegelwal-

ze und Holzwiese, sowie die gesamte Fläche der Teilgemarkung Gomadingen nördlich

der noch ganz oder teilweise im Schutzgebiet gelegenen Gewanne Hinter der Steig,

Braikestal, Steig, Buchsbarr, Oberer Hardt, Unterer Hardt und Lange Furchäcker, sowie

die gesamte Fläche der Teilgemarkung Dapfen, Marbach und Wasserstetten.

Nicht zum Schutzgebiet gehören die Teilgemarkungen Steingebronn,

die geschlossene Ortslage des Hauptortes Gomadingen, einschließlich Teilen der Ge-

wanne Hasenberg, In der Kuhle, Schörnberg, Gehlhalde, Brühl, Haldenwiesen, Stettener

Berg, Am Stettener Berg, Jauchen, Auf der Breite, Unter dem Sternenbergle, Breite, Bel-

lentalacker, Bellental und Hinter dem Schömberg,

die geschlossene Ortslage des Teilorts Dapfen einschließlich Teile der Gewanne Unteres

Hart, Angeräcker, Angerhalde, Kleines Eschle, Unter der Halde und Steigäcker,

die im Zusammenhang bebaute Fläche des Bereichs Schelmenbühl und des Bereichs

Grafeneck der Gemarkung Dapfen, das irn Zusammenhang bebaute Gewann Gartenwie-

se und der Gestütshof Marbach der Gemarkung Marbach,

die geschlossene Ortslage des Teilorts Offenhausen einschließlich Teilen der Gewanne

Ziegelberg, Unter Schützenbuch, Gestütswiese und Eselstände,

sowie die geschlossene Ortslage des Teilorts Wasserstetten einschließlich Teilen der

Gewanne Biegenhofen, Schmelenwiesen, Untere Wiesen und Amseltal.

 (3) § 2 Abs. 3 erhält folgenden neuen Wortlaut:

Die Grenzen des Schutzgebietes sind in 43 Katasterplankarten im Maßstab 1 : 5 000

grün eingetragen, die beim Landratsamt Reutlingen aufbewahrt werden. Die Schutzge-

bietserweiterung Beiwalder-Plan ist in einer Flurkarte des Landratsamtes Reutlingen vom

03.04.91 im Maßstab 1 : 2 500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab

1 : 25 000, gekennzeichnet und grün angelegt. Die Änderung des Landschaftsschutzge-

biets auf Gemarkung Indelhausen der Stadt Hayingen ist auf einer Flurkarte des Land-

ratsamts Reutlingen vom 03.03.92 im Maßstab 1 : 2500 gekennzeichnet und grün ange-

legt. Die erste Schutzgebietsänderung irn Bereich der Gemeinde Gomadingen ist auf

9 Flurkarten des Landratsamts Reutlingen vom 01.09.93 im Maßstab 1 : 2500, verklei-

nert auf 1 : 5 000, gekennzeichnet und grün angelegt.

Die zweite Schutzgebietsänderung im Bereich der Gemeinde Gomadingen ist in 3 Flur-

karten des Landratsamtes Reutlingen vom 07.05.2003 und vom 17.02.2004 im Maßstab

1 : 2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte irn Maßstab 1 : 25 000, gekennzeichnet

und grün bzw .blau angelegt.

Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Land-

ratsamt Reutlingen in Reutlingen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der

Dienststunden niedergelegt.

Artikel 2

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

(2) Nach § 60 a Naturschutzgesetz ist eine etwaige Verletzung der in § 59 Naturschutzge-

setz genannten Verfahrens- und Formvorschriften nur beachtlich, wenn sie innerhalb ei-

nes Jahres nach Erlass dieser Verordnung gegenüber dem Landratsamt Reutlingen

schriftlich geltend gemacht worden ist. Der Sachverhalt, der die Verletzung begründen

soll, ist darzulegen.

Landratsamt Reutlingen, den 05.04.2004

Dr. Wais, Landrat