4.16.016 Rauher Rammert

 Verordnung des Landratsamtes Tübingen als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Rauher Rammert" vom 01.10.1982 (Schwäbisches Tagblatt v. 20.10.1982).

 Aufgrund von § 22, § 58 Absatz 3 und § 64 Absatz 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (NatSchG) vom 21.10.1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert am 30.05.1978 (GBl. S. 286) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Tübingen als höhere Naturschutzbehörde verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Rottenburg (Gemarkung Dettingen und Hemmendorf) und der Gemeinden Ofterdingen, Hirrlingen und Bodelshausen werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Rauher Rammert".

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von ca. 2373 ha.

 (2) Das Schutzgebiet wird im wesentlichen wie folgt begrenzt:

a) Auf Gemarkung Dettingen
aa) Der aufgeführte Grenzverlauf ist identisch mit der Grenze des Landschaftsschutzgebiets "Rammert". Vom Eintritt des Baches Nr. 1 (Beurenbach bzw. Katzenbach genannt) entlang dessen linkem Ufer bis zum Feldweg 62/2, Feldweg 64/2 bis zum Südzipfel des Flurstücks 783, Flurstück 3903 bis zum Bach Nr. 1 gegenüber Flurstück 806/2, entlang dem linken Ufer des Baches bis zum Feldweg 62/5, Feldweg 62/5 (innerhalb Landschaftsschutzgebiet) bis zum Feldweg 50, diesen überquerend bis zur Südostgrenze des Flurstückes 767 gegenüber Feldweg 62/4, Flurstücke 759, 760, 761 entlang bis Flurstück 763 und bis zum Feldweg 65/2, weiter entlang der Südgrenze des Flurstücks 764 bis zum Bach Nr. 1, dessen rechtem Ufer entlang bis zum Feldweg 32, weiter dessen Nordgrenze bis zum Flurstück 885 entlang, dann der Nordgrenze des Feldwegs 38 entlang bis zum Flurstück 719, dessen Südgrenze entlang, den Feldweg 38 überspringend bis zum Bach Nr. 3 (Mönchbach). Weiter der Nordgrenze des Flurstücks 3901 entlang bis zum Feldweg 32 gegenüber Flurstück 697/2, Feldweg 32 überspringend, weiter der Nordgrenze des Feldweges 32 entlang bis zum Flurstück 427, weiter der Nordwestgrenze von Flurstück 576 und 571/1 entlang bis zum Bach Nr. 1, diesen überspringend entlang der Nordwestgrenze von Flurstück 592 bis zum Flurstück 1144, dessen Südgrenze entlang und entlang der Nordgrenze und Westgrenze von Flurstück 1146, weiter entlang der Nord- und Westgrenze von Flurstück 551.
ab) Die in folgender Grenzbeschreibung aufgeführten Flurstücke liegen innerhalb, die genannten Wege und Straßen dagegen außerhalb des Landschaftsschutzgebietes; Flurstücke 551, 554, Bach Nr. 1 überqueren, Flurstück 424, 425, 426, Feldweg 32 überqueren, Feldweg 32, Flurstücke 359, 366, 367, 368, 371, 372, 375, 376, 379, 380, 381, 385, 386, 388, 389, 391, 392, 395, 396, 398/1, 398/2, 399, in gerader Linie die Flurstücke 405, Feldweg 36, Flurstücke 406/1, 406/2, 411, 412, 413, 414/1, 415 bis Flurstück 3901 überqueren, Flurstück 3901, Hauptstraße 2/1 überqueren, Flurstücke 3832, 3830/2, 3830/1, Feldweg 35/1, Flurstücke 3825, 3822, 3820, 3819, 3818, 3817, 3816, 3815/2, 3815/1, 3866 bis 3873, 3746, 3745, 3496, 3495, 3498, 3499, 3501/1, 3504, 3505, 3508, 3509, 3512, 3513, 3516, 3517/1, 3518/1, 3519/2, 3520, 3522/1, 3523, 3526, 3527, 3530, 3531, 3540 bis 3546, 3548/1, 3550, 3551, 3552, 3555, 3556/2, 3557, 3558/1, 3559 bis 3563, 3565, 3566, 3568 bis 3571, in der Flurkarte gepunkteter Feldweg, Flurstücke 3627 bis 3646, Flurstücke 3625, 3624, 3623, 3622 überqueren, Flurstücke 3654, 3652.

b) Gemarkung Hemmendorf
  Flurstücke 1234, 1233/2, 1233/1, 1232, 1231, 1230, 1229, 1228, 1227, 1252/1 bis 1256, 1217/1, 1137 bis 1141, 1003, 1124, 1123, 1122, 1121, Flurstück 3841 überqueren, Feldweg 1/1 überqueren, Flurstück 3703, 3702, 3701, 3733 bis 3735, 3740 bis 3744, 3749 bis 3754, 3584, Feldweg 16 überqueren, Flurstück 3573, Feldweg 15 überqueren, Flurstücke 3566, 3565, Feldweg 12 überqueren, Flurstück 3297, 3298, 3301, 3285, Landesstraße 389 überqueren, Weg 2193, Feldweg 34 überqueren, Bach Nr. 1 überqueren, Feldweg 7 überqueren, Feldweg 27, Feldweg 9 überqueren, Feldweg 119.

c) Gemarkung Hirrlingen
  Feldweg 49, Feldweg 25 überqueren, Wege 1613, 1602, Feldwege 60, 77, 76, 19/1, Flurstück 2187 überqueren, Flurstücke 2185, 2183 zum Feldweg 2180/1 entlang Nordostgrenze des Flurstücks 2180/2, Flurstücke 2180/3, 1872, 1939/1, 1939/2, 1940, 1941, 1942, 2132, 2131, 2128/1 entlang der Landkreisgrenze in Richtung Süden und Osten.

d) Gemarkung Bodelshausen
  Von der Gemarkungsgrenze mit Hirrlingen entlang der Landkreisgrenze bis zum Feldweg 589, Feldwege 589, 584, 577, Feldweg 577 überqueren, Flurstück 2115, Feldwege 580, 78, 72, Feldweg 72 überqueren, Flurstück 7601, Feldweg 71 überqueren, Flurstück 7602, 7605, Feldweg 77 überqueren, Flurstück 1350, Feldweg 57, Flurstück 1205, Feldweg 41 überqueren, Flurstück 1191, Feldweg 39 überqueren, Flurstück 1177, Feldweg 38, Feldweg 38 überqueren, Feldweg 37, Feldweg 36, Feldweg 33 überqueren, Flurstück 1019, Feldweg 32 überqueren, Flurstück 1008 und 1009 überqueren, Feldweg 31 überqueren, Flurstück 986, Feldweg 24 überqueren, Flurstück 946, Landesstraße 389 überqueren, Flurstück 7546, 7545, Feldweg 52, Feldweg 52 überqueren, Flurstück 872, Flurstück 871 überqueren, Vic. Weg 4/1 überqueren, Feldweg 353, Feldweg 353 überqueren, Flurstücke 7287/2, 7325, 7279, Feldweg 550, Flurstück 7278, Feldweg 459 jeweils überqueren; Feldweg 542, Feldweg 542 überqueren, Flurstücke 6268, 6269, Feldweg 464, Feldweg 464 überqueren, Feldweg 479, Feldweg 463 überqueren, Feldweg 477, Feldweg 462 überqueren, Feldweg 475, Feldweg 461 überqueren, Feldweg 474, Feldweg 471 überqueren, Feldweg 473/2, Feldweg 460 überqueren, Feldweg 433, Feldweg 429 überqueren, Feldweg 427, Feldweg 426 überqueren, Feldweg 421 überqueren, Feldweg 422, Feldweg 404 überqueren, Flurstück 5461 bis 5465 überqueren, Feldweg 408 überqueren, Feldweg 411, 400, Vic.Weg 1 überqueren, Feldweg 394, 362, 374, Wassergraben 5039, Hauptstraße 1 (B 27) entlang der Gemarkungsgrenze mit Mössingen.

e) Gemarkung Ofterdingen
  entlang der Gemarkungsgrenze mit Mössingen bis Feldweg 59, Feldweg 59, Flurstück 9371/1, Feldweg 59, 58 bis zur Einmündung in Feldweg 57, von diesem Punkt aus in gerader Linie zur südöstlichen Ecke des Flurstückes 9378, Flurstücke 9378, 9395, 9394, Feldweg 53 überqueren, Flurstück 9382, Feldwege 161, 159, 145, 143,Vicinalweg 3, Vicinalweg 3 überqueren, so daß sich der Weg innerhalb des Landschaftsschutzgebiets befindet und entlang von diesem Weg bis zur Südwestecke des Flurstücks 7712/1 dann entlang der Gemarkungsgrenze mit Dettingen.

 (3) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebiets sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25 000 eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der unteren Naturschutzbehörde, 7400 Tübingen, Doblerstraße 13/15 verwahrt; Ausfertigungen befinden sich bei den Bürgermeisterämtern in Rottenburg, Ofterdingen, Hirrlingen und Bodelshausen. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

 Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung der weiträumigen Waldfläche sowie ihrer Vorfelder, mit der reichhaltigen Gliederung hinsichtlich Geländerelief, standortlichen Gegebenheiten und dem abwechslungsreichen Waldbestand als Lebensstätte einer artreichen Tier- und Pflanzenwelt sowie als wertvolle Grün- und Naherholungsfläche für die Allgemeinheit.

§ 4 Verbote

 In dem Landschaftsschutzgebiet sind Handlungen verboten, die den Charakter des Gebiets verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.            Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.            Errichtung von Einfriedigungen;

3.            Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.            Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.            Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind;

6.            Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

7.            Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;

8.            Anlage oder Veränderung von Flugplätzen;

9.            Betrieb von Motorsport sowie vom motorgetriebenen Schlitten;

10.        Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das mehrtägige Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

11.        Verankern von Wohnbooten, Bojen und anderen schwimmenden Anlagen und die Errichtung von Stegen;

12.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

13.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

14.        Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

15.        Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch solche Wirkungen auf ein mit dem Schutzzweck vereinbares Maß gemildert werden.

 (4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergeht.

 (5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

 Die Nutzung der militärischen Anlagen im Rauthau - auch unter dem Gesichtspunkt der Erweiterung - wird durch diese Verordnung nicht berührt.

§ 6 Zulässige Handlungen

 Die §§ 4 und 5 gelten nicht

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke,

2.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei,

3.            für die ordnungsmäßige Benutzung und Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer,

4.            für Schutzzäune an Verkehrswegen,

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 7 Befreiungen

 Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 Naturschutzgesetz Befreiung erteilt werden.

§ 8 Zustimmungsvorbehalt

 Die Zulassung von Vorhaben, die einen schwerwiegenden Eingriff darstellen, bedarf der Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde.

§ 9 Ordnungswidrigkeiten

 Ordnungswidrig im Sinne von § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Naturschutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 10 Inkrafttreten

 Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Landratsamt Tübingen

Tübingen, den 01.10.1982

Dr. Gfrörer

Landrat

 Änderungen:

 Durch VO vom 15.07.1988 (NSG 4146 "Espenloch-Hintere Halde") Fläche um 12 ha verringert.

 Durch VO vom 10.09.1993 (NSG 4229 "Vollmershalde") Fläche um 40 ha verringert.

 Durch VO vom 19.12.1996 (NSG 4276 " Katzenbach-Dünnbachtal ") Fläche um 8 ha verringert.