4.17.011 Eyachtal beim Eckwäldchen

 VO gilt für die LSG 4.17.011, 4.17.012 und 4.17.013.

 Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen (Amtsblatt "Der Wille" vom 14.02.1939).

 Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (Reichsgesetzbl. I S. 1275), wird mit Ermächtigung des Herrn Kultministers folgendes verordnet:

§ 1

 Die in der Landschaftsschutzkarte beim Landrat in Balingen eingetragenen Landschaftsteile im Bereich der Markungen Burgfelden, Ebingen, Engstlatt, Erzingen, Frommern, Hossingen, Lautlingen, Marrethausen, Ostdorf, Tailfingen und Tieringen werden mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutze des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

 Es ist verboten, auf den in der Landschaftsschutzkarte durch besondere rote Umrahmung kenntlich gemachten Flächen Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten. Insbesondere ist verboten:

1.            die Anlage von Bauwerken aller Art, Umschrankungen aller Art, Steinbrüchen, Müll- und Schuttplätzen;

2.            das Anbringen von Inschriften und Plakaten;

3.            die Beseitigung oder Beschädigung von Bäumen, Sträuchern und Hecken; 4. jede Veränderung in der Bewirtschaftung von Grundstücken mit Ausnahme des Wechsels zwischen Wiesen und Äckern.

 Außerdem ist verboten:

 Bei den Landschaftsteilen der Markung Laufen:
 1. jede Düngung und Entwässerung,
 2. jede Aufforstung.
 Holznutzungen sind nur nach Genehmigung und genauer Weisung des Kreisbeauftragten für den Naturschutz gestattet.

 Bei den Landschaftsteilen der Markung Tailfingen:
 1. jeder Kahlhieb in den Waldungen,
 2. die Umwandlung der Laubbewaldungen in Nadelwald.

 Unberührt bleibt die wirtschaftliche Nutzung, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widerspricht. Für die Bewirtschaftung der Schafweiden gilt die Vereinbarung zwischen dem Landesbauernführer und dem Landesbeauftragten für Naturschutz vom 24.04.1937. Geschützte Steinbrüche dürfen nur nach genauer Weisung des Naturschutzbeauftragten weiter ausgebeutet werden.

§ 3

 Ausnahmen von den Vorschriften in § 2 können von mir in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 4

 Wer den Bestimmungen des § 2 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 5

 Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt "Der Wille" in Kraft.

Balingen, den 10. Februar 1939

Der Landrat als untere Naturschutzbehörde:

Schäfer,

Reg.-Rat