4.25.098 Laushalde

 Verordnung des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Laushalde" vom 26.10.1981 (Amtsblatt der Stadt Ulm und des Alb-Donau-Kreises vom 05.11.1981).

 Aufgrund von § 22, § 58 Abs. 3 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (NatSchG) vom 21.10.1975 (GBl. S. 654, ber. GBl. 1976, S. 96), geändert durch § 89 Abs. 6 Landeswaldgesetz vom 10.02.1976 (GBl. S. 99), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Tübingen als höhere Naturschutzbehörde verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Langenau, Gemarkung Hörvelsingen, werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Laushalde".

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von ca. 84 ha.

 (2) Das Schutzgebiet wird, wie in der Karte dargestellt, durch folgende in das Schutzgebiet einbezogene Grundstücke sowie außerhalb des Schutzgebietes liegende Straßen und Wege begrenzt:

Feldweg 71, Flst. 64 (östlich der Verlängerung des Feldweges 60 nach Süden), Feldweg 60, Flst. 58 (östlicher, durch Nutzungsgrenze gekennzeichneter Teil), Feldweg 50, Flst. 49 (östlich der Nutzungsgrenze bzw. westlicher Waldgrenze sowie deren Verlängerung nach Norden), Flst. 708, 695, Feldweg 640, 661, Flst. 663, Feldweg 659, Feldweg 70.

 (3) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1 : 2500 mit eingearbeiteter topographischer Karte im Maßstab 1 : 25000 grün eingetragen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis als untere Naturschutzbehörde verwahrt. Die Verordnung mit Karte kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

 Schutzzweck ist die Erhaltung des stark in die Landschaft eingeschnittenen Trockentales mit seinen steilen Hängen und seiner charakteristischen Flora und Fauna, sowie der wissenschaftlich interessanten Gesteinsaufschlüsse als wertvolle Flächen für die ruhige Erholung am Rande des Verdichtungsraumes Ulm.

§ 4 Verbote

 In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.            Errichtung von baulichen Anlagen i.S. der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen und sonstige Kleinbauten, wie Feldhäuschen und Geschirrhütten;

2.            Errichtung von Einfriedigungen;

3.            Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.            Abbau, Entnahme oder Einbringung von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.            Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;

6.            Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen oder Plätzen oder anderer Verkehrsanlagen;

7.            Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel einschließlich Motorsportanlagen;

8.            Anlage oder Veränderung von Flugplätzen;

9.            Betrieb von Motorsport sowie von motorgetriebenen Schlitten;

10.        Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen, das Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

11.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

12.        Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha;

13.        Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

14.        die Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Felsgebilden und Buschgruppen;

15.        Befahren des Gebiets mit Kraftfahrzeugen, soweit dies nicht zur zulässigen Nutzung erforderlich ist;

16.        Freizeitaktivitäten, die möglicherweise die Grasnarbe beeinträchtigen können.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

 (4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

 (5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

 Die §§ 4 und 5 gelten nicht

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke,

2.            für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd,

3.            für die sonstige bisher ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Leitungen, Straßen, Wege, Betriebsanlagen der öffentlichen Wasserversorgung - ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 14 - sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung,

4.            für Schutzzäune an Verkehrswegen,

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen,

6.            für Pflegemaßnahmen, die von der unteren Naturschutzbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden.

§ 7 Befreiungen

 Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 8 Zustimmungsvorbehalt

 Die Zulassung von Vorhaben, die einen schwerwiegenden Eingriff darstellen, bedarf der Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde.

§ 9 Ordnungswidrigkeiten

 Ordnungswidrig i.S. des § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes i.V. mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 10 Inkrafttreten

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündigung in Kraft.

 (2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des fr. Landratsamtes Ulm vom 29. Juni 1972 (Amtsblatt Stadt- und Landkreis 28. Jg., Nr. 26 vom 29.06.1972) über die einstweilige Sicherstellung des Landschaftsteils "Laushalde", Gemarkung Hörvelsingen, Stadt Langenau, außer Kraft.

Landratsamt Alb-Donau-Kreis

- untere Naturschutzbehörde -

Ulm/Donau, den 26. Oktober 1981

Landrat

Änderung:

Durch VO vom 09.07.2002 (NSG 4.306 „Laushalde“) Fläche um 28 ha verringert.