4.25.102 Ofenloch - Hagener Tobel

 Verordnung des Landratsamts Alb-Donau-Kreis über das Landschaftsschutzgebiet "Ofenloch-Hagener Tobel" vom 26. Mai 1986 (Amtsbl. Stadt Ulm u. Alb-Donau-Kreis vom 30.05.1986).

 Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21.10.1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 06.06.1983 (GBl. S. 199), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Tübingen vom 21.11.1985 und 19.03.1986 verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Langenau, Gemarkung Hörvelsingen und der Flur Witthau und der Gemeinden Beimerstetten und Bernstadt werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Ofenloch-Hagener Tobel".

§ 2 Schutzgegenstand

1.            Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 268 ha.

2.            Das Schutzgebiet wird an der Nordostecke, auf Gemarkung Hörvelsingen beginnend und im Uhrzeigersinn weiterführend, durch folgende in das Schutzgebiet einbezogene Flurstücke und außerhalb liegende Straßen und Wege im wesentlichen begrenzt:
Gemarkung Hörvelsingen, Flur 0
 Flst.-Nrn. 394, 390, 389, 388, 386, 185/1, 182, 359, Feldweg-Nr. 350, Flst.-Nrn. 349, 348, 338, 805/1, 798, 802, 801, 798, 790, 750, 748, 736, 752, 730;
Flur 1, Witthau
Flst.-Nrn. 33, 34, 35, 16, 17, Feldweg-Nr. 13;
Gemarkung Beimerstetten, Flur 0
 Feldweg-Flst-Nr. 2546, Flst.-Nrn. 2537, 2540, 2545, 2524, 2514, 2499, 2501, 2518, 2505;
Gemarkung Hörvelsingen, Flur 0
 Feldweg-Flst.-Nr. 765, Straße Nr. 142 (K 7302) bis zur Gemarkungsgrenze beim Grundstück, Flst.-Nr. 899/2;
Gemarkung Beimerstetten, Flur 0
 Flst.-Nrn. 2472, 2470, 2462, 2455, 2454, 2461;
Gemarkung Hörvelsingen, Flur 0
 Flst.-Nrn. 847, 842, 841, 840, 837, 834, 832, 831, 829 und 182; Gemarkung Bernstadt, Flur 0
Flst.-Nrn. 703, 699, 696, 670.

3.            Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in 9 Flurkarten im Maßstab 1 : 2 500 und in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 5 000 gekennzeichnet und in den Flurkarten M 1 : 2 500 grün angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten kann beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis in Ulm und bei den Bürgermeisterämtern Langenau, Beimerstetten und Bernstadt durch jedermann während der Dienststunden kostenlos eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

 Schutzzweck ist die Erhaltung geomorphologisch bemerkenswerter Steilkanten zu den Weißjura-Zeta-Mulden bei Hörvelsingen, Beimerstetten und Bernstadt und besonders markanter Trockentalformen im "Hagener Tobel", der Schutz bedeutender Pflanzenbiotope, der Wacholderheide "Ofenloch", einer artenreichen Klebwaldflora im "Hagener Tobel" und erhaltenswerter Streuobstbestände. Das Landschaftsschutzgebiet dient weiter der Sicherung und Erhaltung von wertvollen Erholungsflächen im Nahbereich der Städte Langenau und Ulm.

§ 4 Verbote

 In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.            Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.            Errichtung von Einfriedigungen;

3.            Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.            Abbau, Entnahme oder Einbringung von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.            Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;

6.            Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen oder Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

7.            Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel einschließlich Motorsportanlagen;

8.            Anlegen oder Veränderung von Flugplätzen einschließlich von Modellflugplätzen;

9.            Betrieb von Motorsport sowie motorgetriebenen Schlitten;

10.        Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das mehrtägige Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

11.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

12.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln, Werbeanlagen;

13.        Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha;

14.        Neuaufforstung, Umwandlungen von Wald, auch die Umwandlung von Laub- in Nadelwald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

15.        Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen, wie Feldgehölze, Obstbaumwiesen, Streuobstgürtel, Wacholderheiden und Felsgebilde;

16.        Befahren des Gebiets mit Kraftfahrzeugen, soweit der Einsatz von Kraftfahrzeugen zur Nutzung und Bewirtschaftung von Grundstücken nicht unbedingt notwendig ist;

17.        Freizeitaktivitäten, die möglicherweise die Grasnarbe beeinträchtigen können;

18.        Beseitigung oder Veränderung von Bäumen, Sträuchern und Gehölzgruppen außerhalb des geschlossenen Waldes;

19.        Pferchhaltung auf Ödflächen bzw. außerhalb von landwirtschaftlich intensiv genutzten Grundstücken.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlung dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

 (4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

 Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke;

2.            für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd;

3.            für die sonstige bisher ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Leitungen, Straßen, Wege, Betriebsanlagen der öffentlichen Wasserversorgung sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung; ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 15, 18 und 19;

4.            für Schutzzäune an Verkehrswegen;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

6.            für Pflegemaßnahmen, die von der unteren Naturschutzbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden.

§ 7 Zustimmungsvorbehalt

 Die Zulassung von Vorhaben, die einen schwerwiegenden Eingriff darstellen, bedarf der Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde.

§ 8 Befreiungen

 Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 9 Ordnungswidrigkeiten

 Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 10 Inkrafttreten

 Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Ulm, den 02.05.1986

Landratsamt Alb-Donau-Kreis

Untere Naturschutzbehörde

Dr. Bühler

Landrat

Änderung:

Durch VO vom 28.05.2002 (NSG 4. 305 „Ägenberg-Ofenloch“) Fläche um 21 ha verringert.