4.25.119 Laichingen

Verordnung des Landratsamts Alb-Donau-Kreis über das Landschaftssehutzgebiet "Laichingen" vom 15. November 2000 (Schwäb. Ztg., Ausg. Laichingen v. 24.11.2000).

Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 Naturschutzgesetz für Baden-Württemberg (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (Gesetzblatt Seite 385) wird verordnet:

§ 1

Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Laichingen, Alb-Donau-Kreis, werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung"Laichingen"

§ 2

Schutzgegenstand

1 Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 3204 ha.

2 Es erstreckt sich auf die Gemarkungen Laichingen, Feldstetten, Machtolsheim und Suppingen.

Folgende Landschaftsteile sind erfasst: Landschaftsteil Nr. 1: Kuppenalblandschaft nördlich, westlich und südlich von Laichingen (rund 2.522 ha)

Nördlicher Teil

Im Norden wird dieser Landschaftsteil von der Gemeindegrenze zu Merklingen und die Kreisgrenze, im Westen durch die Gemeindegrenze zu Westerheim und im Osten durch die L 1230 (Umgehung Machtolsheim und Merklingen), begrenzt. Die im Süden durch die Feldflur verlaufende Grenze wird von Westen nach Osten beschrieben.

An der Gemeindegrenze zu Westerheim im Gewann "Hinter Faulhau" beginnend verläuft die Grenze südlich der Waldgrenze "Faulhau" und Mangoldsrain", dann nördlich des Aussiedlerhofes bis zum Hauptwirtschaftsweg "Am alten Weg" und westlich der Gewanne "Beim vorderen Hörnle" und "Beim Horn" nach Norden zur K 7326. Nördlich und östlich der Aussiedlerhöfe im Gewann "Wiesensteiger Weg" verläuft die Grenze weiter zum Gewann "Ameisenlau". Südlich des Hauffentales bis in das Gewann "Weidstetter Steig". Im Gewann "Linden" ist der ehemalige Schaftrieb mit der markanten Linde erfasst. Dann folgt die Grenze dem Wassertalweg nach Norden bis in das Gewann "Bei der Lehmgrube". Verläuft dann nach Westen durch die Gewanne "Bei der Lehmgrube" und "Hauffental" in das Gewann "Kappenwinkel". Von dort entlang des Hauptwirtschaftsweges nach Osten durch die Gewanne "Kappenwinkel", "Eichberger Rain" und"Eichberg" bis in das Gewann "Wassertal". Von dort entlang des südlichen Randes der ausgeprägten Talmulde und entlang neu angelegter Wirtschaftswege nach Südwesten bis zum östlichen Rand des interkommunalen Gewerbegebietes. Im Gewann "Klemmertsreute" entlang des neuen Wirtschaftsweges nach Osten bis zum westlichen Parallelweg der L 1230 (Umgehung Machtolsheim). Entlang des Parallelweges verläuft die Grenze über das Gewann"Ob den Wiesen" (Kläranlage und Aussiedlung sind ausgenommen) bis zur Gemeindegrenze nach Merklingen im Gewann."Hinter Alen".

Ausgenommen vom Landschaftssehutzgebiet sind innerhalb des beschriebenen Landschaftsteiles die fünf Teilflächen des Naturschutzgebietes "Laichinger Eichberg" (Verordnung vom 1. März 1996), die Aussiedlung im Gewann "Kappenwinkel" und die Sportstätten der Schützengilde Laichingen im Gewann "Eichberger Rain".

Westlicher Teil

Im Norden wird dieser Landschaftsteil begrenzt durch die Gemeindegrenze zu Westerheim und im Westen durch die Kreisgrenze. Die im Süden und Osten durch die Feldflur verlaufende Landschaftsschutzgebietsgrenze wird von Westen nach Osten beschrieben.

Am Wanderparkplatz "Hochwang" an der B 28 beginnend verläuft die Grenze entlang des südlichen Waldrandes des Waldgebiets "Rupprechtswinkel", "Hochwang" und "Kleine Steiglen" und dann durch die Feldflur nach Osten bis zur K 7408 nördlich der Ziegelhütte. Dann umfährt sie westlich und östlich die "Öde auf Dälau". Von der Nordwestecke des Tennisplatzes läuft die Grenze nach Norden zum Wald "Winterhalde" und folgt dann dem Hauptwirtschaftsweg nach Osten bis zum markanten Feldgehölz im Gewann "Eschenlauh". Zweigt dort rechtwinklig nach Süden ab, umfasst das Feldheckengebiet im Gewann "Stetten" und folgt dem Wirtschaftsweg bis zum Siedlungsrand im Gewann "Berg". Folgt dem Weg "Buchenhain" oberhalb des steilen Streuobsthanges nach Osten und dann dem Wirtschaftsweg am Fuß des markanten Hangbereichs "Eichhalde" weiter bis in das Gewann "Denzheim". Umfasst den Hangbereich "Denzheim" im Süden und verläuft westlich der Gewanne "Wanne" und "Laichinger Wiesen" nach Norden bis zum Weg im Gewann"Hinter Denzheim", dann nach Osten bis zum Hauptwirtschaftsweg im Gewann"Eisgrube" und weiter entlang dem Hauptwirtschaftsweg nach Norden bis in das Gewann "Grasau". Von dort verläuft die Grenze entlang des Buchweges nach Westen bis zur Gemeindegrenze zu Westerheim.

Ausgenommen vom Landschaftsschutzgebiet sind innerhalb des beschriebenen Landschaftsteiles die Gebäude beim Sonderlandeplatz Laichingen.

Südlicher Teil

Im Westen wird dieser Landschaftsteil von der Kreisgrenze und im Süden von der Gemeindegrenze zu Heroldstatt begrenzt. Die im Norden und Osten durch die Feldflur verlaufende Grenze wird von Westen nach Osten beschrieben.

Im Wesentlichen verläuft die Grenze entlang dem Hangfuß der drei Großkuppen "Nikkertshalde", "Nattenbuch" und "Hagsbuch". Beginnend von der Kreisgrenze verläuft die Landschaftsschutzgebietsgrenze entlang des nördlichen Waldrandes des Waldgebietes "Nickertshalde" bis zur K 7408, dann im Gewann "Bettelbuch" nach Norden bis zum Wanderparkplatz "Nattenbuch". Dann weiter nach Nordosten am Hangfuß des "Nattenbuch" zur B 28. Entlang der B 28 nach Südosten bis in das Gewann "Bramelbeer` am Hangfuß des "Hagsbuch". Von dort verläuft die Grenze nach Norden im mittleren Hangbereich bis in das Gewann "Haselecke". Im Norden des "Hagsbuch" verläuft die Grenze überwiegend am Hangfuß in den Gewannen "Hagsbuch," "Hohler Stein", "Unter der Halde" bis in das Gewann "Bei der Aspe". Von dort nach Süden entlang des Hauptwirtschaftsweges durch die Gewanne "Vor Hagsbuch" und "Bei Hagsbuch" bis zur Gemeindegrenze zu Heroldstatt.

Landschaftsteil Nr. 2: Trockental"Himpfertal"/"Langes Tal" und Tiefenhöhle mit angrenzender Kuppenalblandschaft (rund 592 ha)

Im Süden wird dieser Landschaftsteil weitgehend von der Gemeindegrenze zu Berghülen und im Osten von der Gemeindegrenze zu Blaustein und Dornstadt begrenzt. Im Norden bildet zum Teil die Gemeindegrenze zu Merklingen die Landschaftsschutzgebietsgrenze. Die übrige durch die Feldflur verlaufende Grenze wird von Westen nach Osten beschrieben.

Beginnend am Machtolsheimer Weg im Gewann "Unter dem Kreuzhäule" folgt die Grenze dem Weg bis zum Wald "Kreuzhäule" und verläuft dann entlang der Nord- und Westgrenze des Waldes weiter südlich der Heidefläche im Gewann "Loch" zum Kornbergweg. Umfährt dann das Gewann "Kornberg" im Süden und folgt dem Weg "Laichinger Steig" bis in das Gewann "Beim Rötebüchle" und verläuft dann nach Norden entlang des westlichen Waldrandes "Rötebüchle" und "Neuban" bis zur Laichinger Tiefenhöhle. Umfasst den Umgebungsbereich der Tiefenhöhle ("Öde in Schellenlau und Hohenlauer Teich") und die südlich angrenzende Obstanlage. Ausgenommen ist die Streuobstwiese mit Freizeitnutzung im Gewann "Neuban". Von der Tiefenhöhle verläuft die Grenze durch das Gewarin "Ob Steinwoll" und "Steinwoll" nach Norden bis zum Laublocher Weg. Südlich des Laublocher Weges und der Aussiedlerhöfe im Gewann "Hinter Neuban" verläuft die Grenze dann bis zur bewaldeten Großkuppe "Hochbuch" und umfährt den Wald im Westen und Norden bis zum Parkplatz des Pony- und Märchenparks. Von dort läuft die Grenze nach Norden entlang des Hauptwirtschaftsweges bis in das Gewann "Blaubeurer Grund" und zweigt nach Osten ab zur L 1230 und umfährt den Anschluss Süd der geplanten Ortsumfahrung Machtolsheim-Süd entlang der Grenze des räumlichen Geltungsbereichs des Bebauungsplans (Entwurf vom 23. Oktober 2000). Östlich der L 1230 verläuft die Grenze weiter entlang neu ausgebauter Wirtschaftswege durch die Gewanne "Hofstetten", "Wippuch", "Am Stetter Weg" und "Am Kühberg" nach Osten bis zum Treffensbucher Weg. Südlich des Treffensbucher Weges verläuft die Grenze weiter nach Osten bis zum Wald "Herrlinger Hau" und dann entlang dem westlichen Waldrand bis zur Gemeindegrenze zu Merklingen.

Ausgenommen vom Landschaftsschutzgebiet sind innerhalb des beschriebenen Landschaftsteils die östliche Teilfläche des Naturschutzgebietes "Heiden im Langen Tal", das Naturschutzgebiet "Kuhberg" (Verordnungen vom 8. Juni 1994) und die Sportstätten des Schützenvereins Machtolsheim im Gewann"Kühberg".

Landschaftsteil Nr. 3: Kliffstufe östlich von Suppingen (rund 71 ha)

Im Norden wird dieser Landschaftsteil von der Gemeindegrenze zu Berghülen begrenzt. Die im Westen und Süden durch die Feldflur verlaufende Grenze wird von Norden nach Süden beschrieben.

An der Gemeindegrenze zu Berghülen im Gewann "Hasengrund" beginnend verläuft die Grenze nach Süden westlich des Heckengebietes "Steinwoll" bis zum Hauptwirtschaftsweg "Alte Ulmer Straße". Folgt dann der "Alten Ulmer Straße" bis zum Naturdenkmal "Schinderwasenbuche", wobei der nördlich an den Weg angrenzende Schaftrieb mit erfasst ist. Von der "Schinderwasenbuche" verläuft die Grenze durch die Feldflur direkt nach Süden über die B 28, umfährt dort den Ehrenhain und führt wieder über die B 28 zurück zum Schäfersteinweg. Von dort läuft die Grenze dann nach Osten bis zur Gemeindegrenze zu Berghülen.

Ausgenommen vom Landschaftsschutzgebiet ist innerhalb des beschriebenen Landschaftsteils die Fläche des Bebauungsplanes über das Wochenendhausgebiet "Steinwoll", genehmigt 31. Dezember 1971.

Landschaftsteil Nr. 4: Waldgebiet "Zwirn" (rund 19 ha)

Im Süden und Osten wird dieser Landschaftsteil von der Gemeindegrenze zu Blaubeuren und im Westen zu Heroldstatt begrenzt. Der Wald im Gewann "Zwirn" auf Gemarkung Suppingen ist Teil des nördlich am Tiefental angrenzenden großen Waldgebiets, das auf dem Gebiet von Blaubeuren weitgehend als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist.

3 Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in sechs Flurkarten im Maßstab 1:5000 vom 15.November 2000 und in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 vom 15. November 2000 mit grüner Farbe eingetragen. Diese Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis in Ulm und beim Bürgermeisteramt in Laichingen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

4 Eine ausführliche Beschreibung des Landschaftsschutzgebietes bietet die Würdigung für das Landschaftsschutzgebiet "Laichingen" vom 15.November 2000.

§ 3

Schutzzweck

Für die als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenen Landschaftsteile auf dem Gebiet der Stadt Laichingen ergibt sich folgender Schutzzweck:

Landschaftsteil Nr. 1: Kuppenalblandschaft nördlich, westlich und südlich von Laichingen und Landschaftsteil Nr. 2: Trockental "Himpfertal"/"Langes Tal" mit angrenzender Kuppenalblandschaft und Tiefenhöhle

- die Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Kuppenalblandschaft mit ihren Trockentälern, Kuppen und Senken zu erhalten,

- den Teil eines gemeindeübergreifenden charakteristischen Ausschnitts der Kuppenalb mit besonders markant ausgeprägten Landschaftsformen und Nutzungsverteilungen zu erhalten,

- die für die Kuppenalb typischen Landschaftsformen zu bewahren und die charakteristischen landschaftsbildprägenden und ökologisch wertvollen Kulturlandschaftselemente wie Feldhecken, Feldgehölze, Steinriegel, Feldraine, Wacholderheiden, Magerrasen, Einzelbäume, Baumgruppen und Streuobstwiesen zu erhalten,

- unverbaute und landschaftsästhetisch ansprechende Landschaftsteile als lokal und regional bedeutsame Erholungsräume zu erhalten.

Bei Landschaftsteil Nr. 3: Kliffstufe östlich von Suppingen

- die Vielfalt, Eigenart und Schönheit der reich strukturierten Alblandschaft im Bereich der Kliffstufe zu erhalten,

- die für die Kliffstufe typische Landschaftsform zu bewahren und die charakteristischen landschaftsbildprägenden und ökologisch wertvollen Kulturlandschaftselemente wie Feldhecken, Feldgehölze, Steinriegel, Feldraine, Wacholderheiden, Magerrasen, Einzelbäume, Baumgruppen und Steuobstwiesen zu erhalten,

- unverbaute und landschaftsästhetisch ansprechende Landschaftsteile als lokal und regional bedeutsame Erholungsräume zu erhalten.

Bei Landschaftsteil Nr. 4: Waldgebiet "Zwirn"

Das Waldgebiet als Teil des gemeindeübergreifend geschützten Trockentales "Tiefental" mit angrenzender Kuppenalblandschaft zu erhalten.

§ 4

Verbote

Handlungen, die den Charakter des Landschaftsschutzgebietes verändern oder dem Schutzzweck entgegenstehen, sind verboten. Dies gilt besonders, wenn dadurch

1 der Naturhaushalt geschädigt wird;

2 die Naturgüter nicht mehr ausreichend und nachhaltig genutzt werden können;

3 das Landschaftsbild erheblich nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise erheblich beeinträchtigt wird;

4 der Naturgenuss oder der besondere Erholungswert der Landschaft erheblich beeinträchtigt wird.

§ 5

Erlaubnisvorbehalt

(1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck entgegenstehen können, müssen von der unteren Naturschutzbehörde erlaubt werden.

(2) Der Erlaubnis bedarf es insbesondere, um:

1 bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten, insbesondere Feldhäuschen und Geschirrhütten, Fahrsilos oder Dunglegen mit Bodenplatte, oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen, auch wenn sie keiner Baugenehmigung bedürfen. Erlaubnisfrei ist das Errichten von Fahrsilos des Typs "Traunsteiner Silo" mit maximal 1,5 m Wandhöhe und begrünten Erdwällen. Die Errichtung neuer landwirtschaftlicher Betriebsaussiedlungen

und die Erweiterung landwirtschaftlicher Anwesen im Landschaftsschutzgebiet sind grundsätzlich möglich;

2 Einfriedigungen zu errichten, auch wenn sie keiner Baugenehmigung bedürfen; erlaubnisfrei ist die Errichtung von Weidezäunen und forstlichen Kulturzäunen, wenn sie land- oder forstwirtschaftlichen Zwecken dienen;

3 ober- oder unterirdische Leitungen aller Art zu verlegen oder zu ändern;

4 die Bodengestalt zu verändern, insbesondere durch Auffüllungen und Abgrabungen. Erlaubnisfrei sind Auffüllungen zur Bodenverbesserung auf Ackerflächen bis zu maximal 20 cm Auffüllhöhe, wenn die Auffüllung innerhalb der genehmigungsfreien Flächenbegrenzung nach der Landesbauordnung beziehungsweise dem Naturschutzgesetz in der jeweils geltenden Fassung liegt. Beim Inkrafttreten dieser Landschaftsschutzgebietsverordnung sind nach § 50 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 67 des Anhangs zu § 50 Abs. 1 der Landesbauordnung (Fassung vom 8. August 1995) Auffüllungen mit nicht mehr als 300 m2 Fläche genehmigungsfrei;

5 Gegenstände zu lagern, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind. Erlaubnisfrei ist das vorübergehende Lagern, zum Beispiel von Siloballen und Langholz, auf landwirtschaftlich genutzten Flächen außerhalb wertvoller Biotope wie Heideflächen oder Magerrasen;

6 Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen oder zu verändern;

7 Stätten für Sport und Spiel einschließlich Motorsportanlagen und Freizeitflächen oder Freizeiteinrichtungen (zum Beispiel Grillstellen, Spielgeräte) anzulegen oder zu verändern;

8 Start- und Landeplätze, Gelände für Fluggeräte aller Art (zum Beispiel Hängegleiter, Gleitflugzeuge, Gleitfallschirme, Flugmodelle) anzulegen oder zu verändern;

9 Motorsport sowie motorbetriebene Schlitten (ausgenommen sind hiervon Loipenspurgeräte) zu betreiben;

10 Wohnwagen, Wohnmobile oder Verkaufsstände (ausgenommen sind saisonale Verkaufsstände von Selbstvermarktern) außerhalb der zugelassenen Plätze aufzustellen oder mehrtägig zu zelten oder Kraftfahrzeuge abzustellen;

11 stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder zu verändern;

12 Wasser aus Hülen oder Tümpeln zu entnehmen;

13 Plakate, Bild- oder Schrifttafeln, Werbeanlagen aufzustellen oder anzubringen;

14 neu aufzuforsten;

15 a) wesentliche Landschaftsbestandteile, wie Feldgehölze, Feldhecken, Gebüsche, Magerrasen, Feldraine, Streuobstwiesen, Wacholderheiden, Felsen, Erdaufschlüsse, Steinriegel und Dolinen zu beseitigen oder zu verändem. Erlaubnisfrei sind der ordnungsgemäße Pflegeschnitt von Obstbäumen sowie der Rückschnitt und das abschnittsweise auf den Stock setzen von Feldhecken, Feldgehölzen und Gebüschen;

b) Bäume, Sträucher oder Gehölzgruppen außerhalb des geschlossenen Waldes zu beseitigen oder zu verändern. Erlaubnisfrei sind der ordnungsgemäße Pflegeschnitt von Obstbäumen sowie der Rückschnitt und das abschnittsweise auf den Stock setzen von Sträuchern oder Gehölzgruppen;

16 das Gebiet mit Kraftfahrzeugen oder mit Krafträdern, soweit der Einsatz dieser Fahrzeuge nicht zur Nutzung und Bewirtschaftung von Grundstücken notwendig ist, zu befahren;

17 Freizeitaktivitäten durchzuführen, wenn sie die natürliche Vegetation oder Oberbodenschicht beeinträchtigen können;

18 Kleingärten, Baumschulen oder Gärtnereien anzulegen oder die Bodennutzung auf andere Weise wesentlich zu ändern;

19 auf Heideflächen oder Magerrasen zu pferchen sowie darauf Dung zu lagern;

20 nicht genutztes, aber offen gehaltenes Grünland (Dauerbrache) umzubrechen.

(3) Handlungen sind zu erlauben, wenn sie keine der in § 4 genannten Wirkungen zur Folge haben. Dasselbe gilt, wenn solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können.

(4) Die Erlaubnis kann mit Auflagen oder Bedingungen sowie befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, dass die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich entgegenstehen.

(4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese im Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde erteilt wird.

§ 6

Zulässige Handlungen

(1) Die Verbote und Erlaubnisvorbehalte der §§ 4 und 5 gelten nicht für die im Sinne des Naturschutzgesetzes:

1 ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung nach den jeweils geltenden rechtlichen Bestimmungen. Zu einer ordnungsgemäßen landwirtschaftlichen Bodennutzung gehört es insbesondere nicht,

a) die Bodengestalt durch Auffüllungen oder Abgrabungen zu verändern,

b) nicht genutztes, aber offen gehaltenes Grünlünd (Dauerbrache) umzubrechen,

c) wesentliche Landschaftsbestandteile, wie Feldgehölze, Feldhecken, Gebüsche, Magerrasen, Feldraine, Streuobstwiesen, Wacholderheiden, Felsen, Erdaufschlüsse, Steinriegel und Dolinen zu beseitigen, zu zerstören oder zu verändern. Ausgenommen sind der ordnungsgemäße Pflegeschnitt von Obstbäumen sowie der Rückschnitt und das abschnittsweise auf den Stock setzen von Feldhecken, Feldgehölzen und Gebüschen;

2 ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung gemäß Landeswaldgesetz (sie umfasst nicht bauliche Maßnahmen);

3 ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei (sie umfasst nicht das Jagen und Fischen in Hülen und Tümpeln).

(2) Die Verbote und Erlaubnisvorbehalte der §§ 4 und 5 gelten ferner nicht:

1 für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

2 für Pflegemaßnahmen, die von der unteren Naturschutzbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle oder im Wald im Einvernehmen mit der Landesforstverwaltung zugelassen werden;

3 für den ordnungsgemäßen Bestand und Betrieb

- des Sonderlandeplatzes Laichingen

- der Skilift-Anlagen im Gewann "Hagsbuch"

- der Skilift-Anlagen am Nattenbuch im Gewann "Husarenbuckel"/"Am Sontheimer Weg"

- des Skilifts beim Campingplatz "Heidehof" im Gewann "Ob dem Himpfertal"

- des Vereinsheimes und der Sprungschanze im Gewann "Stückesloch"/"Buch"

- der Gebäude und Freizeiteinrichtungen (Grill- und Spielplatz) der Laichinger Tiefenhöhle

- und des Pony- und Märchenparks im Gewann "Himpfertal"

im bisherigen Umfang.

(3) Unberührt bleibt auch die Unterhaltung und Instandsetzung rechtmäßigerweise bestehender Einrichtungen wie Straßen, Wege und Eisenbahnanlagen, Betriebsanlagen der öffentlichen Wasserversorgung, sonstige Versorgungs- und Entsorgungsanlagen, Fernmeldeanlagen sowie Schutzzäune an Verkehrswegen.

§7

Befreiung

Die untere Naturschutzbehörde kann Antragsteller nach § 63 NatSchG von den Vorschriften dieser Verordnung befreien.

§ 8

Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG verhält sich, wer im Landschaftsschutzgebiet

1 vorsätzlich oder fahrlässig Handlungen vornimmt, die nach § 4 dieser Verordnung verboten sind,

2 ohne Erlaubnis Handlungen vornimmt, die nach § 5 dieser Verordnung durch die untere Naturschutzbehörde erlaubt werden müssen.

§ 9

Inkrafttreten

1 Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung in der "Schwäbischen Zeitung", Ausgabe Laichingen, in Kraft.

2 Gleichzeitig treten außer Kraft

- das Landschaftssehutzgebiet"Landschaftsteile an der Autobahn" vom 12. August 1940 - Verordnung zum Schutze von Landschaftsbestandteilen und Landschaftsteilen entlang der Reichsautobahn Stuttgart - München in den Landkreisen Esslingen, Nürtingen, Göppingen und Ulm (Regierungs-Anzeiger für Württemberg Nr. 64 vom 6. September 1940, Amtsblatt für den Stadt- und Landkreis Ulm Nr. 53 vom 19. August 1940) innerhalb des Gebiets der Stadt Laichingen,

- das Landschaftsschutzgebiet "Nattenbuch", Verordnung vom 31.Mai 1955 (Amtsblatt Kreis Münsingen vom 5. Juni 1955),

- das Landschaftsschutzgebiet "Öde auf Dälau", Verordnung vom 31.Mai 1955 (Amtsblatt Kreis Münsingen vom 5. Juni 1955),

- und das Landschaftsschutzgebiet "Öde in Schellenlau und Hohenlauer Teich", Verordnung vom 31.Mai 1955 (Amtsblatt Kreis Münsingen vom 5.Juni 1955).

Ulm, 15. November 2000

Landratsamt Alb-Donau-Kreis

Untere Naturschutzbehörde

Dr. Wolfgang Schürle Landrat

 

Änderung:

Verordnung des Landratsamts Alb-Donau-Kreis zur Änderung der Verordnung

für das Landschaftsschutzgebiet "Laichingen" vom 15. November 2000 vom 28. Juni 2004

 

Aufgrund von §§ 22 und 58 Abs. 3 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Land-

schaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz für Baden-

Württemberg -NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (Gesetzblatt [GBl.] Seite 385),

zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung des Naturschutzgesetzes vom

19. November 2002 (GBl. Seite 424) und des Gesetzes zur Änderung von Vorschriften über die

Umweltverträglichkeitsprüfung und anderer Gesetze vom 19. November 2002 (GBl. Seite 428),

wird verordnet:

 

§ 1 Änderung des § 2 Schutzgegenstand

1        Beim Landschaftsteil Nr .1: Kuppenalblandschaft nördlich, westlich und südlich von

Laichingen werden auf Gemarkung Feldstetten in den Gewannen "Nattenbuch", "Hö-

he" und "Birkweg" rund 30 ha Landschaftsschutzgebietsfläche aufgelöst.

Diese Flächen sind in einer Übersichtskarte M 1: 25.000 vom 28. Juni 2004 und einer

Flurkarte M I: 5.000 vom 28. Juni 2004 rot schraffiert dargestellt.

2       Durch die Auflösung von bisher als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenen Flächen

ergeben sich folgendeÄnderungen im Verordnungstext:

2.1    Das Landschaftsschutzgebiet "Laichingen" hat eine Größe von rund 3.174 ha.

Der Landschaftsteil Nr.1 : Kuppenalblandschaft nördlich, westlich und südlich von

Laichingen hat eine Fläche von rund 2.492 ha.

2.2    Beim Landschaftsteil Nr.1 : Kuppenalblandschaft nördlich, westlich und südlich von .

Laichingen, Südlicher Teil wird nach der Beschreibung der unveränderten äußeren

Abgrenzung folgender Zusatz eingefügt:

Ausgenommen vom Landschaftsschutzgebiet sind innerhalb der beschriebenen Ab-

grenzung im Gewann "Nattenbuch" die Flurstücke Nr. 1702, 1848 und 1849 im Ge-

wann"Höhe"dieFlurstückeNr.1647, 1650,1651,1652, 1699, 1700 und Teile der

Feldwege Nr. 1630, 1633, 1641, 1644, 1662, 1707 und 1841 sowie im Gewann "Birk-

weg" die Flurstücke Nr.1654, 1655, 1656,1657, 1672 und Teile der Feldwege

Nr. 1676, 1692,1693, 1696 und 1850.

3       Die Fläche des geänderten Landschaftsteils Nr. I: Kuppenalblandschaft nördlich, west-

lich und südlich von Laichingen istin einer Flurkarte im Maßstab I: 5.000 vom

28. Juni 2004 und in einer Übersichtskarte im Maßstab I: 25.000 vom 28. Juni 2004

mit grüner Farbe eingetragen.

Diese Karten sind Bestandteilder Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim

Landratsamt Alb-Donau-Kreis in Ulm und beim Bürgermeisteramt in Laichingen zur

kostenlosen Einsicht durch jedernmann während der Dienststunden niedergelegt.

4       Eine ausführliche Beschreibung der Landschaftsschutzgebietsänderung bietet die Be-

gründung zur Auflösung von Teilen des Landschaftsschutzgebiets "Laichingen" vom

28. Juni 2004

 

§ 2 Änderung des § 5 Erlaubnisvorbehalt

Bei § 5, Absatz 2 wird die Ziffer 20 durch folgende Formulierung ersetzt:

20     nicht genutztes, aber offen gehaltenes Grünland (Dauerbrache) umzubrechen.

Erlaubnisfrei ist die Rückführung von Dauerbrachen, die durch zeitlich begrenzte

Stilllegung von Ackerflächen im Rahmen der EU-Agrarreform oder anderer Agrar-

Verordnungen entstanden sind.

 

§ 3 Änderung des § 6 Zulässige Handlungen

Bei § 6, Absatz I wird die Ziffer I b) durch folgende Formulierung ersetzt:

    b) nicht genutztes, aber offen gehaltenes Grünland (Dauerbrache) umzubrechen,

Ausgenommen ist die Rückführung von Dauerbrachen, die durch zeitlich begrenzte

Stilllegung von Ackerflächen im Rahmen der EU-Agrarreform oder anderer Agrar-

verordnungen entstanden sind.

 

§ 4 Befreiung

Die untere Naturschutzbehörde kann Antragsteller nach § 63 NatSchG von den Vorschriften

dieser Verordnung befreien.

 

§ 5 Inkrafttreten

1 Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung in der "Schwäbischen Zeitung",

Ausgabe Laichingen, in Kraft.

Gleichzeitig tritt die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Laichingen" insoweit au-

sser Kraft, soweit sie durch die in den §§ 1, 2 und 3 dieser Verordnung beschriebenen Änderun-

gen ersetzt wird.

Ansonsten gilt die Verordnung des Landratsamts Alb-Donau-Kreis über das Landschafts-

schutzgebiet "Laichingen" vom 15. November 2000 unverändert weiter.

 

Ulm, 28. Juni 2004

Landratsamt Alb-Donau-Kreis

Untere Naturschutzbehörde

Dr. Wolfgang Schürle

Landrat

 

Verkündungshinweis :

Nach § 60 a des NatSchG ist eine Verletzung der in § 59 NatSchG genannten Verfahrens- und

Formvorschriften nur beachtlich, wenn sie innerhalb eines Jahres nach Erlass der Verordnung

schriftlich beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis geltend gemacht wird. Der Sachverhalt, der die

Verletzung begründen soll, ist darzulegen.