4.25.135 Allmendingen

Verordnung des Landratsamts Alb-Donau-Kreis über das

Landschaftsschutzgebiet "Allmendingen " vom 12. Juli 2005

 

Aufgrund von §§ 22 und 58 Abs. 3 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur

Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft

(Naturschutzgesetz für Baden-Württemberg - NatSchG) in der Fassung vom

29. März 1995 (Gesetzblatt [GBl.] Seite 385), zuletzt geändert durch das Gesetz zur

Änderung des Naturschutzgesetzes vom 19. November 2002 (GBl. Seite 424), das

Gesetz zur Änderung von Vorschriften über die Umweltverträglichkeitsprüfung und

anderer Gesetze vom 19. November 2002 (GBl. Seite 428), das Gesetz

zur Reform der Verwaltungsstruktur, zur Justizreform und zur Erweiterung des

kommunalen Handlungsspielraums (Verwaltungsstruktur-Reformgesetz - VRG)

vom 1. Juli 2004 (GBL. Seite 469) und das Gesetz zur Neuregelung des

kommunalen Abgaberechts und zur Änderung des Naturschutzgesetzes vom

17. März 2005 (GBl. Seite 206), wird verordnet:

§ 1

Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Allmendingen,

Alb-Donau-Kreis, werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschafts-

schutzgebiet führt die Bezeichnung "Allmendingen".

Teile des Landschaftsschutzgebiets sind vom Land Baden-Württemberg zur

Aufnahme in die Liste der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung benannt

worden; es handelt sich um Teile des FFH-Gebiets Nr. 7623-341 -"Tiefental

und Schmiechtal" im Sinne der Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung

der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen - Flora-

Fauna-Habitat-Richtlinie  (FFH-Richtlinie) - vom 21. Mai 1992.

§ 2

Schutzgegenstand

1       Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 991 ha.

         Es erstreckt sich auf die Gemarkung Allmendingen.

         Folgende Landschaftsteile sind erfasst:

1.1    Landschaftsteil Nr. 1: „Schmiechtalhang nördlich von Ennahofen"

         (rund 22,7 ha)

         Dieser kleine Landschaftsteil dient zur Abrundung des nördlich angrenzenden,

         rechtskräftigen Landschaftsschutzgebiets ,Schelklingen' bis zur südlichen

         Hangkante des Schmiechtals.

Er ist, gegen den Uhrzeigersinn, wie folgt abgegrenzt:

Vom südöstlichen Eckpunkt des Fl.st. Nr. 274 verläuft die Abgrenzung

entlang dessen Ostgrenze in nördlicher Richtung bis zur Gemeindegrenze,

schwenkt dort nach Westen, und folgt der Gemeindegrenze bis zu deren Knick

am Waldrand zwischen den Gewannen Herrenäcker und Hungerberg.

Von diesem südwestlichen Eckpunkt aus verläuft die Südgrenze des Landschaft-

steils parallel zum Waldrand in östlicher Richtung bis zum Ausgangspunkt

am Fl.st. Nr. 274.

1.2    Landschaftsteil Nr. 2: „Landschaftsteile zwischen dem Schmiechtal und

          Ennahofen/ Weilersteußlingen" (rund 619,1 ha)

Dieser Landschaftsteil setzt sich im wesentlichen zusammen aus:

Westlich der Bahnlinie liegender Teil des Schmiechtals mit dem Übergang zum

westlich angrenzenden Meisenberg und der tertiären Donauschlinge um den

Meisenberg ( Weites Tal, Bullental, Grießtal). Westlich wird das Schutzgebiet

am oberen Ende des Grießtals abgeschlossen.

Weiter einbezogen sind die landschaftsästhetisch wertvollen Bereiche östlich

und südöstlich von Ermelau (Gewanne ,Hangen', ,Greutwald', ,Bullentalhalde',

,Ammenhart', 'Große und Kleine Ebene', ,Pfaffenhäule' und ,Gräslenberg').

Der Landschaftsteil grenzt entlang der Bahnlinie von Allmendingen nach

Schelklingen an den Landschaftsteil Nr. 3 an.

         Er wird, am Kreuzungspunkt der Bahnlinie mit der von der B 492 abzwei-

         genden K 7334 beginnend im Uhrzeigersinn beschrieben.

Die Ostgrenze dieses Bereichs verläuft entlang der Bahnlinie ca. 2000 m in

südlicher Richtung bis zum Beginn der Bebauung, schwenkt dort nach

Westen entlang der Südgrenzen der Fl.st. Nr. 332, 333, 334, 335/1; weiter

nordwärts entlang der Westgrenzen der Fl.st. Nr. 335/2, 335/3, 336, 874, und

851/2. Die weitere Abgrenzung verläuft entlang des Waldrandes in nördlicher

Fortsetzung und anschließender westlicher Richtung. Im Weiten Tal läuft die

LSG-Grenze entlang des Waldrandes am Hangfuß der ,Katzensteige'; diese

landschaftlich deutlich erkennbare Abgrenzung deckt sich mit der Grenze des

Waldgrundstücks Nr. 929.

Diese erkennbare Grenze am Hangfuß setzt sich wie folgt fort: Nordgrenze der

Fl.st. Nr. 961, 968, 967, 858, Westgrenze des Fl.st. Nr. 1607.

Auf Höhe des Naturdenkmales ,Nägelesstein' schwenkt die Abgrenzung entlang

der Südgrenze des Weges Nr. 1607/3 (,Pfaffenhäule') nach Südosten, bis

sie nach ca. 600 m auf die Gemarkungsgrenze zwischen Allmendingen

und Ehingen trifft. Ab diesem Punkt entspricht die LSG-Grenze der

Gemarkungsgrenze auf ca. 2,5 km in westlicher Richtung, bis ca. 250 

vor dem westlich liegenden Naturdenkmal Rappenstein. Von dort geht

die Abgrenzung am nördlichen Talrand entlang ca. 700 m lang in östlicher

Richtung, folgt dem Waldweg zwischen den Waldgewannen ,Ranberg' und

,Kleine Ebene' in nördlicher und östlicher Richtung und tritt am Süd-West-Eck

des Gewanns ,Ammenhart' aus dem Wald.

Die weitere Abgrenzung in nördlicher und westlicher Richtung ist durch

folgende Grenzlinien definiert: Westgrenzen der Fl.st. Nr. 383, 281, 279

und 394 im Gewann ,Ammenhart', weiter entlang des Waldrandes bis zur

Kreisstraße 7334 auf Höhe der Abzweigung nach Ennahofen am westlichen

Ende des Grießtales. Unter Aussparung des Regenüberlaufbeckens

verläuft die Abgrenzung südlich der K 7334 in östlicher Richtung, schwenkt

entlang der Ostgrenze des Regenüberlaufbeckens (Fl.st. Nr. 390) nach Nor-

den und weiter entlang der Südgrenze des Weges Nr. 389, Ostgrenze des

Weges Nr. 148, Ostgrenze des Weges Nr. 147 bis zum Ortsrand von Ennahofen

und verläuft von dort weitgehend entlang der Hangkante des Grießtales in

östliche Richtung; im einzelnen entlang der Nordgrenzen der Flurstücke

Nr. 146, 145, 144, 143, 142, 141, 140, 135, 134, 133, 387, 305, 307, 310,

312, 380, 372, 370, 369 und durch das Fl.st. Nr. 1657 bis zur Gemeindegrenze

im Grenzbereich des Gewanne ,Geiselhalde' und ,Iltishalde'. Die Reststrecke der

Abgrenzung von ca. 1, 7 km in östlicher Richtung bis zum Ausgangspunkt

am Bahnübergang ist mit der nördlichen Gemeindegrenze identisch

         und grenzt an das rechtskräftige LSG ,Schelklingen' an.

1.3    Landschaftsteil Nr. 3: „Nördliches Allmendinger Ried. Steinsberg. Kuhberg und

         Längelesberag" (rund 249,6 ha)

Dieser Landschaftsteil setzt sich im wesentlichen zusammen aus:

Östlich der Bahnlinie liegender Teil des Schmiechtals mit dem Übergang zu den

östlich angrenzenden Bereichen Steinsberg und Längelesberg sowie der

Bereich südlich des Schmiechener Sees.

Der Landschaftsteil grenzt entlang der Bahnlinie von Allmendingen nach

Schelklingen an den Landschaftsteil Nr. 2 an. Er wird, am Kreuzungspunkt der

Bahnlinie mit der von der B 492 abzweigenden K 7334 beginnend im Uhrzeiger-

sinn beschrieben.

Die Abgrenzung folgt in östlicher Richtung, den Steinsberg durchschneidend der

Allmendinger Gemarkungsgrenze zum nördlich angrenzenden Schelklinger

Gebiet bis zum Naturschutzgebiet "Schmiechener See"; weiter entlang der

West-, Süd- und Ostgrenze des Naturschutzgebiets bis zum Schnittpunkt

mit der Gemarkungsgrenze. Von diesem Punkt verläuft die Abgrenzung wieder

entlang der Gemarkungsgrenze in östlicher Richtung, nördlich der Gewanne ,

Schwarzenbach' und ,Längelesberg'. Nördlich des Siegentalhofes knickt die

Abgrenzung, weiter auf der Gemeindegrenze, nach Süden ab und geht nach

ca. 200 m wieder in westlicher Richtung, entlang des südlichen Waldrandes des

Längelesbergs bis zum Siegenbach, folgt diesem nach Norden entlang der

Westgrenzen der Fl.st. Nr. 2187, 2176 bis zum Weg Nr. 2177 südlich des

Gewanns ,Kienlen'.

Weiterer Verlauf in westlicher Richtung: Nordgrenzen des Weges Nr. 2177,

Nordgrenze des nördlich am Steinbruch entlangführenden Weges, übergehend

in den Weg Nr. 2152, ca. 100 rn entlang der Westkante des Weges Nr. 2160,

in Richtung Westen nördlich entlang des Weges Nr. 2137, südlich entlang der

Ostgrenze von Fl.st. Nr. 398/2, weiter entlang der Nord-, Ost. und Südgrenze

des bewaldeten Fl.st. Nr. 1014, sowie südlich entlang des Fl.st. Nr. 399/2

bis zur Bundesstraße B 492. Westlich der Bundesstraße verläuft die Abgrenzung

südlich des Weges Nr. 2111 bis zur Großen Schmiech, geht entlang deren

Ostufer (Fl.st. Nr. 2114) ca. 140 m nach

Süden, entlang der Südgrenze des Fl.st. Nr. 2098 bis zur Bahnlinie und von

dort ca. 1450 m entlang Bahnlinie in nördlicher Richtung bis zum

Ausgangspunkt.

1.4    Landschaftsteil Nr.. 4: „Waldkuppe beim Siegentalhof' (rund 2,4 ha)

         Dieser kleine Landschaftsteil dient zur Abrundung des östlich angrenzenden

         Landschaftsschutzgebiets "Altheim".

         Er ist wie folgt abgegrenzt:

Von der Gemarkungsgrenze verläuft die südliche Abgrenzung westwärts entlang

der Flurstücke Nr. 1272, 1287 und 1289, weiter entlang dessen Westgrenze

und wieder zur Gemarkungsgrenze zurück, entlang der Nordgrenzen der drei

genannten Grundstücke.

1 .5   Landschaftsteil Nr. 5: „Siegental" ( rund 15,7 ha)

Dieser Landschaftsteil dient ebenso zur Abrundung des östlich und südlich

angrenzenden Landschaftsschutzgebiets "Altheim".

Er umfasst im wesentlichen die auf Allmendinger Gebiet liegenden landschafts-

ästhetisch wertvollen Teile des Siegentales zwischen der Gemeindegrenze

zu Altheim und dem westlich angrenzenden Steinbruchgelände.

Er ist wie folgt abgegrenzt:

West- und Südgrenze dieses Landschaftsteils verlaufen entlang der

Allmendinger Gemeindegrenze zu Altheim. Vom südwestlichen Eckpunkt

verläuft das Landschaftsschutzgebiet östlich entlang des Weges Nr. 2228 bis

zum Weg Nr. 2221 und folgt diesem ca. 500 m entlang seiner Ostgrenze. Auf

Höhe Südgrenze Fl.st. Nr. 2225 quert die Abgrenzung den Siegentalbach,

weiter in südlicher Richtung entlang der Westgrenze des Weges

Nr. 2211 und des Fl.st. Nr. 2213 bis zum Ausgangspunkt.

1.6    Landschaftsteil Nr. 6: „Südliches Allmendinger Ried" (rund 34,7 ha)

Dieser Landschaftsteil grenzt an die Nord- und Ostgrenze des Naturschutz-

Gebiets ,Umenlauh' an; östliche Grenze ist die Bahnlinie Allmendingen-

Ehingen.

Er wird, am nordwestlichen Eckpunkt des Naturschutzgebiets

beginnend in im Uhrzeigersinn beschrieben.

Die LSG-Grenze verläuft in nördlicher Richtung ca. 350 m östlich entlang des

Weges Nr. 1509/1, schwenkt an der Südgrenze des Fl.st. Nr. 1489/1

nach Osten und wird weiter ostwärts durch folgende Grenzlinien bestimmt:

Nordgrenzen der Fl.st. Nr. 1488, 1488/2, 1488/4, 1823, 619/4, weiter ca.

250 m entlang der Kleinen Schmiech, über die Nordostgrenze von Fl.st. Nr.

3460 und die Nordgrenze des Fl.st. Nr. 3481 bis zur Bahnlinie Allmendingen-

Ehingen; an deren Westseite ca. 600 m in südlicher Richtung bis zur

Gemarkungsgrenze nach Ehingen auf Höhe Südgrenze des Fl.st. Nr. 3472.

Weiterer Verlauf in westlicher Richtung entlang der Gemarkungsgrenze

bis zur Ostgrenze des Naturschutzgebiets. Entlang der Ost- und Nord-

grenze des NSG ,Umen- lauh' erreicht die Abgrenzung ihren Ausgangspunkt.

1.7    Landschaftsteil Nr. 7: „Hangbereiche westlich von Hausen" (rund 46,7 ha)

Dieser Landschaftsteil verbindet die beiden Naturschutzgebiete ,Hausener

Berg' und ,Büchelesberg' und bezieht weiters die Bereiche ,Gehrn' und teilweise

,Heckesbühl' südlich von Hausen mit ein. Er ist im wesentlichen gekennzeichnet

durch landschaftbildprägende Hang- und Klingenbereiche.

Er wird, am Abzweig der Straße nach Hausen von der B 492 beginnend,

im Uhrzeigersinn beschrieben.

Die Grenze des Landschaftsschutzgebiets läuft von der B 492 entlang der

Südgrenze des Naturschutzgebiets ,Hausener Berg' ca. 600 m in östlicher

Richtung, schwenkt an den Ostgrenzen der Fl.st. Nr. 3081 nach Süden um und

verläuft dann in etwa entlang der Hangoberkante des Büchelesbergs zunächst

südlich und dann östlich auf den südlichen Ortsrand von Hausen zu. Im

einzelnen ist die Abgrenzung ab Fl.st. Nr. 3081 wie folgt definiert:

Südgrenzen der Fl.st. Nr. 3081 und 3100 bis zum Weg Nr. 3208/1, an

dessen Westseite bis zum Weg Nr. 3207/1, ca. 200 m an dessen Nordseite

in westlicher Richtung, durch das Fl.st. Nr. 3214 auf den Weg Nr. 3173 zu, an

dessen Westgrenze bis zum Weg Nr. 3176/1, an dessen Südseite bis zum Weg

Nr. 3222/1, entlang der Westseite dieses Weges und anschließend des Weges

Nr. 3192/1 bis zur Nordgrenze des Fl.st. Nr. 3193; weiter in östlicher Richtung

entlang der Nordgrenzen der Fl.st. Nr. 3193 und 3224 sowie der Nutzungs-

grenze des Fl.st. Nr. 3230 bis zum Hausener Ortsrand. Von dort verläuft

die Abgrenzung in südlicher Richtung entlang der Straße von Hausen nach

Ehingen, schwenkt entlang der Nutzungsgrenze durch das Fl.st. Nr. 3241 nach

Westen ab, weiter entlang der Nordgrenze von Fl.st. Nr. 3238 und der Nut-

zungsgrenze von Fl.st. Nr. 3441 sowie entlang der Südgrenzen der Fl.st. Nr.

3440, 3439, 3438, 3437,3436 und der Ostgrenze des Fl.st. Nr. 3429

bis zur Gemarkungsgrenze. Von diesem Punkt ist die LSG-Grenze

in westlicher, dann nordöstlicher und westlicher Richtung identisch mit der

Gemarkungsgrenze bis zum östlichen Ende des Naturschutzgebiets ,Bücheles-

berg'. Anschließend verläuft die Grenze des Landschaftsschutzgebiets

entlang der Ost-, Nord- und Westgrenze des Naturschutzgebiets bis

zum Anschluß an die B 492. Bis zum Ausgangspunkt verläuft die Abgrenzung

unter Aussparung des Einmündungsbereiches der Hausener Straße

in die Bundesstraße dann ca. 900 m entlang der Ostgrenze der B 492 in

Richtung Allmendingen.

2       Die Fläche des Landschaftsschutzgebiets ist in drei Flurkarten im Maßstab

         1: 5.000 vom 12. Juli 2005 und in einer Übersichtskarte im Maßstab

         1: 25.000 vom12. Juli 2005 mit grüner Farbe eingetragen. Diese Karten

         sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim

         Landratsamt Alb-Donau-Kreis in Ulm und beim Bürgermeisteramt in

         Allmendingen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der

         Dienststunden niedergelegt.

3       Eine ausführliche Beschreibung des Landschaftsschutzgebiets bietet die

         Würdigung für das Landschaftsschutzgebiet "Allmendingen"

         vom 12. Juli 2005.

§ 3

Schutzzweck

Für die als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenen Flächen auf dem Gebiet der

Gemeinde Allmendingen ergibt sich folgender Schutzzweck:

1       die durch das reich strukturierte Landschaftsbild und den ausgewogenen Natur-

         haushalt bedingte Vielfalt, Eigenart und Schönheit der in § 2 aufgeführten

         sieben Landschaftsteile zu erhalten,

2       die typischen, landschaftsbildprägenden und ökologisch wertvollen Kulturland-

         schaftselemente wie Waldflächen, Feldhecken, Feldgehölze, Feldraine,

Steinriegel, Einzelbäume, Baumgruppen, Streuobstwiesen, Magerrasen,

Wacholder, Felsen, Gewässerläufe, Ufergehölze und Röhrichte zu erhalten,

3       unverbaute und landschaftsästhetisch wertvolle Teile der Allmendinger

         Gemarkung als lokal und regional bedeutsame Erholungsräume zu erhalten,

4       Teilabschnitte einer gemeindeübergreifenden charakteristischen Landschaft mit

         besonders markant ausgeprägten Landschaftsformen, Nutzungsverteilungen

         und hoher Biotopvielfalt zu erhalten.

5       Soweit das FFH-Gebiet Nr. 7623-341 ,Tiefental und Schmiechtal' innerhalb des

         Landschaftsschutzgebiets liegt, ist der Schutzzweck auch die Erhaltung

         der Tier- und Pflanzenbestände und ihrer Lebensräume sowie solcher Arten

         und Lebensräume, die der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai

         1992 über die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden

         Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie) in besonderem Maße entsprechen.

         Im FFH-Nachmeldegebiet Nr. 7623-341 kommen folgende Tier- und Pflanzen-

         arten vor:

Bachneunauge (Lampetra planeri), Groppe (Cottus gobio), Kammolch (Triturus

cristatus), Gelbbauchunke (Bombina variegata), Bechsteinfledermaus

(Myotis bechsteini), Großes Mausohr (Myotis myotis); Grünes Besenmoos

(Dicranum viride), Dicke Trespe (Bromus grossus) und Spanische Flagge

(Callimorpha quadripunctaria).

Im FFH-Nachmeldegebiet Nr. 7623-341 kommen folgende Lebensraumtypen

vor: Natürliche nährstoffreiche Seen, Fließgewässer mit flutender Wasser-

vegetation, Wacholderheiden, Kalk-Pionierrasen, Kalk-Magerrasen (orchideen-

reiche Bestände), Feuchte Hochstaudenfluren, Magere Flachland-Mähwiesen,

Kalktuffquellen, Kalkreiche Niedermoore, Kalkschutthalden, Kalkfelsen mit Fels-

spaltenvegetation, Höhlen, Waldmeister-Buchenwald, Orchideen-Buchenwälder,

Schlucht- und Hangmischwälder.

§ 4

Verbote

Handlungen, die den Charakter des Landschaftsschutzgebietes verändern oder

dem Schutzzweck entgegenstehen, sind verboten. Dies gilt besonders,

wenn dadurch

1       der Naturhaushalt geschädigt wird,

2       die Naturgüter nicht mehr ausreichend und nachhaltig genutzt werden können,

3       das Landschaftsbild erheblich nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart

         der Landschaft auf andere Weise erheblich beeinträchtigt wird oder

4       der Naturgenuss oder der besondere Erholungswert der Landschaft erheblich

         beeinträchtigt wird.

§ 5

Erlaubnisvorbehalt

1       Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen

         schutzzweck entgegenstehen können, bedürfen der Erlaubnis der Unteren

         Naturschutzbehörde.

         Der Erlaubnis bedarf es insbesondere, um

1.1    bauliche Anlagen nach der Landesbauordnung -in der jeweils geltenden Fassung

         -zu errichten oder dem Errichten gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen.

         Dies gilt auch für Feldhäuschen, Geschirrhütten, Fahrsilos, Dunglegen mit

         Bodenplatte und andere Anlagen, auch wenn diese nicht baurechtlich oder

         wasserrechtlich genehmigt werden müssen.

         Fahrsilos des Typs "Traunsteiner Silo" mit maximal 1 ,5 m Wandhöhe und

         begrünten Erdwällen können ohne Erlaubnis errichtet werden.

         Im Landschaftsschutzgebiet ist es grundsätzlich möglich, neue landwirtschaft-

         liche Betriebsaussiedlungen zu errichten beziehungsweise landwirtschaftliche

         Anwesen zu erweitern.

1.2    Einfriedigungen zu errichten, auch wenn diese baurechtlich nicht genehmigt

         werden müssen. Weidezäune und forstliche Kulturzäune, die einem land-

         oder forstwirtschaftlichen Betrieb dienen und das Landschaftsbild nicht beein-

         trächtigen, sind erlaubnisfrei.

1.3    ober- oder unterirdische Leitungen aller Art zu verlegen oder zu ändern.

1.4    Steine, Kies, Sand, Lehm oder andere Bodenbestandteile abzubauen, zu ent-

         nehmen oder einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu ändern,

         insbesondere durch Auffüllungen oder Abgrabungen.

         Erlaubnisfrei sind Auffüllungen zur Bodenverbesserung auf Ackerflächen bis

         zu maximal 20 cm Auffüllhöhe, wenn die Auffüllung innerhalb der geneh-

         migungsfreien Flächenbegrenzung nach der Landesbauordnung beziehungs-

         weise dem Naturschutzgesetz -in der jeweils geltenden Fassung -liegt. Beim

         In-Kraft-Treten dieser Landschaftsschutzgebietsverordnung sind nach § 50

         Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 67 des Anhangs zu § 50 Abs. 1 der Landesbau-

         ordnung -in der Fassung vom 8. August 1995 -

         Auffüllungen mit nicht mehr als 300 m2 Fläche genehmigungsfrei.

1.5    Gegenstände zu lagern, wenn sie nicht für die zulässige Nutzung des Grund-

         stückes erforderlich sind. Erlaubnisfrei ist das vorübergehende Lagern,

         zum Beispiel von Siloballen und aufbereiteten Holzsortimenten (zum Beispiel

         Lang-, Kurz- und Schichtholz), auf landwirtschaftlich genutzten Flächen

         außerhalb wertvoller Biotope.

1.6    Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen oder zu

         verändern.

1.7    Spiel-, Sport- oder Motorsportanlagen, Freizeitflächen oder Freizeiteinrich-

         tungen, wie zum Beispiel Grillstellen oder Spielgeräte, anzulegen oder

         zu verändern.

1.8    Start- und Landeplätze, Gelände für Fluggeräte aller Art, wie zum Beispiel

         Hängegleiter, Gleitflugzeuge, Gleitfallschirme, Flugmodelle anzulegen

         oder zu verändern.

1.9    motorbetriebene Sportgeräte aller Art zu betreiben.

1.10 Wohnwagen, Wohnmobile oder andere Kraftfahrzeuge sowie Verkaufs-

         stände außerhalb der zugelassenen Plätze auf- oder abzustellen oder

         mehrtägig zu zelten.

1.11 außerhalb von zugelassenen Feuer- und Grillstellen Feuer zu machen oder

         zu grillen. Das Entzünden von Feuer im Rahmen der ordnungsgemäßen

         Land- und Forstwirtschaft ist erlaubnisfrei.

1.12 fließende oder stehende Gewässer, wie zum Beispiel Fischteiche, anzulegen,

         zu beseitigen oder zu verändern sowie Entwässerungsmaßnahmen oder

         andere Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserhaushalt des Gebietes

         verändern. Bestehende Drainagen dürfen in Stand gehalten beziehungsweise in

         Stand gesetzt werden.

1.13 Wasser aus Tümpeln und Wassergräben zu entnehmen.

1.14 die Schmiech mit Wasserfahrzeugen ohne Antriebskraft während der Nistplatz-

         suche und Vogelbrutzeit in der Zeit vom 01. März bis 30. Juni zu befahren,

         sowie Bootsveranstaltungen und organisierte Touren durchzuführen, während

         des gesamten Jahres.    

1.15 neu aufzuforsten.

1.16 wesentliche Landschaftsbestandteile wie Feldhecken, Feldgehölze, Streuobst-

         wiesen, Obsthochstämme, Einzelbäume, Baumgruppen, Feldraine und

         Magerrasen zu zerstören oder erheblich oder nachhaltig zu beeinträchtigen.

         Der ordnungsgemäße Pflegeschnitt von Obstbäumen sowie der Ersatz einzelner

         Obsthochstämme durch Neupflanzung sind erlaubnisfrei. Bei Feldhecken,

         Feldgehölzen und Gebüschen sind das abschnittsweise Auf-den-Stock-Setzen

         sowie das Entnehmen einzelner Bäume erlaubnisfrei.      

1.17 das Gebiet außerhalb klassifizierter Straßen mit Kraftfahrzeugen oder Kraft-

         rädern zu befahren. Fahrzeuge, die zur Bewirtschaftung und zulässigen

         Nutzung des Grundstückes notwendig sind, sind hiervon ausgenommen.     

1.18 Plakate, Bild- oder Schrifttafeln, Werbeanlagen aufzustellen oder anzubringen.

1.19  Freizeitaktivitäten durchzuführen, wenn sie die natürliche Vegetation oder

         Oberbodenschicht beeinträchtigen können.  

1.20 Kleingärten anzulegen oder die Bodennutzung auf andere Weise wesentlich zu

         ändern.

1.21 nicht genutztes, aber offen gehaltenes Grünland (Dauerbrache) umzubrechen.

         Erlaubnisfrei ist die Rückführung von Dauerbrachen, die durch zeitlich begrenzte

         Stillegung von Ackerflächen im Rahmen der EU-Agrarreform oder

         anderer Agrarverordnungen entstanden sind.        

2       Handlungen sind zu erlauben, wenn sie keine der in § 4 genannten Wirkungen

         zur Folge haben.

         Die Erlaubnis kann mit Auflagen sowie befristet oder widerruflich erteilt werden,

         wenn dadurch erreicht werden kann, dass die Wirkungen der Handlungen

         abgewendet werden können oder dem Schutzzweck nur unwesentlich

         entgegenstehen.

3       Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung

         ersetzt, wenn diese im Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde erteilt wird.     

§ 6

Zulässige Handlungen

1       Die Verbote und Erlaubnisvorbehalte der §§ 4 und 5 gelten nicht für die im

         Sinne des Naturschutzgesetzes:

1.1    ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung nach den jeweils geltenden

         rechtlichen Bestimmungen. Zu einer ordnungsgemäßen landwirtschaftlichen

         Bodennutzung gehört es insbesondere nicht:

         a)      die Bodengestalt durch Auffüllungen, Abgrabungen oder einer anderen

                   Art und Weise zu verändern,

         b)      nicht genutztes, aber offen gehaltenes Grünland (Dauerbrache) umzu-

                   brechen, Ausgenommen ist die Rückführung von Dauerbrachen,

                   die durch zeitlich begrenzte Stilllegung von Ackerflächen im Rahmen der

                   EU-Agrarreform oder anderer Agrar-Verordnungen entstanden sind.           

         c)      wesentliche Landschaftsbestandteile wie Feldhecken, Feldgehölze, Streu-

                   obstwiesen, Obsthochstämme, Einzelbäume, Baumgruppen, Feldraine

                   und Magerrasen zu zerstören oder erheblich oder nachhaltig zu beein-

                   trächtigen.

                   Der ordnungsgemäße Pflegeschnitt von Obstbäumen sowie der Ersatz

                   einzelner Obsthochstämme durch Neupflanzung sind erlaubnisfrei.

                   Bei Feldhecken, Feldgehölzen und Gebüschen sind das abschnittsweise

                   Auf-den-Stock-Setzen sowie das Entnehmen einzelner Bäume erlaub-

                   nisfrei.        

1.2    ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung gemäß Landeswaldgesetz.

         Bauliche Maßnahmen nach § 49 und 50 Landesbauordnung sind hiervon nicht

         umfasst.

1.3    ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei.

2       Die Verbote und Erlaubnisvorbehalte der §§ 4 und 5 gelten ferner nicht:

2.1    für behördliche angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

2.2    für Pflegemaßnahmen, die von der Unteren Naturschutzbehörde oder einer von

         ihr beauftragten Stelle oder im Wald mit dem Einvernehmen der Landesforst-

         verwaltung zugelassen werden.

2.3    für die Unterhaltung und Instandsetzung rechtmäßigerweise bestehender

         Einrichtungen wie Straßen und Wegen, Betriebsanlagen der öffentlichen

         Wasserversorgung, sonstigen Versorgungs- und Entsorgungsanlagen, Fern-

         meldeanlagen sowie Schutzzäunen an Verkehrswegen.  

§ 7

Befreiung

Die Untere Naturschutzbehörde kann Antragsteller nach § 63 NatSchG von den

Vorschriften dieser Verordnung befreien.

§ 8

Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG verhält sich, wer im

Landschaftsschutzgebiet:

1       vorsätzlich oder fahrlässig Handlungen vornimmt, die nach § 4 dieser Ver-

         ordnung verboten sind.

2       ohne Erlaubnis Handlungen vornimmt, die nach § 5 dieser Verordnung durch

         die untere Naturschutzbehörde erlaubt werden müssen.

§ 9

In-Kraft- Treten

1       Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung im Mitteilungsblatt der

         Gemeinde Allmendingen in Kraft.

2       Gleichzeitig treten folgende Landschaftsschutzgebietsverordnungen inner-

         halb des Gebiets der Gemeinde Allmendingen außer Kraft:       

2.1    Verordnung des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis über das Landschaftsschutz-

         gebiet Allmendingen' vom 09. 05. 1989, mit den Landschaftsteilen Schmie-

         chener See; Weites Tal, Bullental, Grießtal; Wacholderheide "Kühbuckel",

         Sommerschafweide " Am Hausener Berg", Sommerschafweide "Am Bücheles-

         berg und Im Grieß" sowie Sommerschafweide "Westlich des Galgenbergs

         und Am Heckenbühl"

Ulm, 12. Juli 2005

Landratsamt Alb-Donau-Kreis

Untere Naturschutzbehörde

Dr. Wolfgang Schürle

Landrat

Verkündungshinweis:

Gemäß § 60 a NatSchG ist eine Verletzung der in § 59 NatSchG genannten

Verfahrens- und Formvorschriften nur beachtlich, wenn sie innerhalb eines

Jahres nach Erlass der Verordnung schriftlich dem Landratsamt Alb-Donau-Kreis

geltend gemacht wird. Der Sachverhalt, der die Verletzung begründen soll, ist

darzulegen.