4.25.136 Erbach

Verordnung des Landratsamts Alb-Donau-Kreis über das

Landschaftsschutzgebiet "Erbach" vom 30. Mai 2005

 

Aufgrund von §§ 22 und 58 Abs. 3 des Gesetzes zum Schutz der Natur,

zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien

Landschaft (Naturschutzgesetz für Baden-Württemberg - NatSchG)

in der Fassung vom 29. März 1995, Gesetzblatt (GBI.) Seite 385, zuletzt

geändert durch das Gesetz zur Änderung des Naturschutzgesetzes vom

19. November 2002, GBI. Seite 424, das Gesetz zur Änderung von

Vorschriften über die Umweltverträglichkeitsprüfung und anderer Gesetze

vom 19. November 2002, GBI. Seite 428, das Gesetz zur Reform der

Verwaltungsstruktur, zur Justizreform und zur Erweiterung des kommunalen

Handlungsspielraums (Verwaltungsstruktur-Reformgesetz -VRG) vom

1. Juli 2004, GBI. Seite 469 und das Gesetz zur Neuregelung des kommunalen

Abgaberechts und zur Änderung des Naturschutzgesetzes vom 17. März 2005,

GBI. Seite 206, wird verordnet:

§ 1

Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Erbach,

Alb-Donau-Kreis, werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschafts-

schutzgebiet führt die Bezeichnung „Erbach".

Teile des Landschaftsschutzgebietes sind vom Land Baden-Württemberg mit

den Bezeichnungen Nr.7625--341 „Donau zwischen Munderkingen und

Erbach", Nr. 7625-341 "Donautal bei Ulm" und Nr. 7926-341 "Rot und

Bellamonter Rottum" zur Aufnahme in die Liste der Gebiete von gemeinschaft-

licher Bedeutung benannt worden. Es sind Teile eines Gebiets von gemeinschaftlicher

Bedeutung im Sinne der Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der

natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen- Flora-Fauna-

Habitat- Richtlinie (FFH-Richtlinie) -vom 21. Mai 1992.

§ 2

Schutzgegenstand

1       Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 719 ha.

         Es erstreckt sich auf die Gemarkungen Erbach, Ersingen, Dellmensingen

         und Donaurieden.

2       Folgende Landschaftsteile sind erfasst:

2.1    Landschaftsteil Nr. 1: Donauhalde „Weihenäcker", östlich Erbach

         (rund 17 ha)

         Dieser Landschaftsteil wird beginnend ab dem Gewann "Untere Halde" / Bun-

         desstraße B 311 im Uhrzeigersinn beschrieben.

         Die Abgrenzung des Landschaftsteiles verläuft entlang der westlichen Grenze

         des Flurstückes Nr. 880 nach Norden und dann entlang der südlichen Grenzen

         der Flurstücke Nr. 873 und 872 nach Westen bis zum Flurstück Nr. 829/1. Von

         dort verläuft sie entlang der westlichen Flurstücksgrenzen nach Norden bis

         zum Feldweg Nr. 788. Ab hier verläuft sie südlich des Feldweges nach

         Osten bis zum Feldweg Nr. 928/1 und ab da wieder nach Norden bis zur

         Hangkante. Ab hier entlang der Hangkante weiter nach Osten bis zum

         Flurstück Nr. 957, welches auf der Ostseite den Landschaftsteil begrenzt. Ab

         hier verläuft die Grenze nördlich der Bundesstraße in Richtung Südwesten bis

         zum Gewann "Untere Halde".

2.2    Landschaftsteil Nr. 2: Donauhalde „ Obere Halde“ zwischen Erbach

         und Donaurieden (rund 32 ha )

Dieser Landschaftsteil wird beginnend ab dem westlichen Ortsrand von

Erbach/ Bundesstraße B 311 im Uhrzeigersinn beschrieben.

Die südliche Grenze des Landschaftsteils verläuft ab dem westlichen Ortsrand

von Erbach nördlich der Bundesstraße nach Westen bis zum Feldweg Nr. 78/7.

Am Feldweg verschwenkt die Grenze 70 m nach Norden und dann wieder nach

Westen bis zur westlichen Grenze des Flurstückes Nr. 78/5. Ab hier verläuft

sie entlang der Flurstücksgrenze nach Norden bis zur Hangkante in den

Gewannen „Halde / Totenweg". Auf seiner Nordseite wird der Landschaftsteil

durch die Hangkante begrenzt. Auf der Westseite bildet der Ortsrand von

Erbach die Begrenzung des Landschaftsteils.

Im Gewann "Obere Halden" ist das Flurstück Nr. 1808 sowie der östliche Teil

des Flurstückes Nr. 1798 - jeweils mit Bebauung - vom Landschaftsschutz-

gebiet ausgenommen.

2.3    Landschaftsteil Nr. 3: Donauhalde „ Unter dem Häldele“ , westlich

         Donaurieden ( rund 6 ha )

Dieser Landschaftsteil wird beginnend ab dem Feldweg Nr. 459 im Uhrzeiger-

sinn beschrieben.

Die südliche Grenze des Landschaftsteiles verläuft ab dem Feldweg Nr. 459

entlang des Hangfußes (südliche Grenzen der Flurstücke Nr. 454, 432 und

424/1) nach Westen bis zur Gemeindegrenze zu Oberdischingen. Die Gemein-

degrenze bildet die westliche Begrenzung des Landschaftsteils. Ab dem Ge- -

wann "Schreiben" verläuft die Grenze entlang der Feldwege Nr. 437/2, 421/1

sowie entlang der jeweils nördlichen Grenze der Flurstücke Nr. 424/1, 432 und

456/2 bis zum Feldweg Nr. 459. Auf der Ostseite bildet der Feldweg Nr. 459

die Begrenzung des Landschaftsteils.

2.4    Landschaftsteil Nr. 4: Taubes Ried. (rund 199.5 ha)

Dieser Landschaftsteil wird beginnend ab der Gemeindegrenze zu Ulm / Bun-

desstraße B 311 im Uhrzeigersinn beschrieben.

Auf der Ost-, Südost- und Südseite wird der Landschaftsteil durch die Gemein-

degrenze zu Ulm begrenzt. Ab der Landesstraße L 1240 verläuft die Grenze

zuerst in nordwestlicher Richtung bis zum Feldweg Nr. 3144. Ab hier verläuft

die Grenze entlang des Feldweges Nr. 3144 sowie der östlichen Grenzen

des Flurstückes Nr. 3076 nach Norden. In den Gewannen "Unterer Luß'.

und "Oberer Luß" wird der Landschaftsteil im Bereich der Flurstücke Nr. 3076

bis 3079, 3081 bis 3084, 3086, 3087/1, 3087/2 sowie 3088 bis 3103 im

Abstand von 10 Meter südlich des Wassergrabens begrenzt. Die nördliche

Grenze des Landschaftsteils verläuft entlang des Bahnkörpers nach Osten

         bis zur Gemeindegrenze zu Ulm.

Im Gewann "Saum" sind die Flurstücke Nr. 954/3 und 1043/5- jeweils mit

Bebauung - vom Landschaftsschutzgebiet ausgenommen.

2.5    Landschaftsteil Nr. 5: Donautal rund 464.5 ha)

Dieser Landschaftsteil wird beginnend ab der Landesstraße L 1240 / Donau-

brücke im Uhrzeigersinn beschrieben.

Der Landschaftsteil wird auf der Südseite der Donau sowie in den Gewannen

"Tanzau, Neubronner, Herrenwert und Reprecht" durch die Gemeindegrenze

zur Stadt Ulm begrenzt. Die südliche Grenze des Landschaftsteils verläuft ab

dem Schnittpunkt der Gemeindegrenze mit der Kreisstraße K 7374 weiter in

westlicher Richtung bis zum Flurstück Nr. 311/2, dessen östliche und nördliche

Grundstücksgrenzen die Begrenzung bilden. Im weiteren Verlauf nach Westen

begrenzt der Feldweg Nr. 332 sowie der südliche Damm des Stausees den

Landschaftsteil. An der Rot befindet sich die südliche Begrenzung auf Höhe der

Grenze zwischen den Flurstücken Nr. 353 und 354. Ab hier verläuft sie entlang

des Feldweges Nr. 1322 nach Norden bis zum südlichen Damm des Donau-

kanals. Von hier weiter nach Westen bis zum Bahnkörper. Ab dem Gewann

 "Birken" wird der Landschaftsteil durch die westliche Begrenzung des

Bahnkörpers und dann weiter in westlicher Richtung durch die südlichen

Grundstücksgrenzen der Flurstücke Nr. 2940, 2953, 2996 sowie dem Feldweg

Nr. 1631, den südlichen Grundstücksgrenzen der Flurstücke Nr. 744 bis 752,

754 bis 759, den Feldwegen Nr. 680/2, 1024, 1023, 1131, der südlichen

Grundstücksgrenze des Flurstückes Nr. 1224 sowie den Feldwegen Nr. 1085

und 1653 begrenzt. Ab dem Gewann "Gries" verläuft die Grenze nördlich

der Kreisstraße K7373 weiter in Richtung Westen bis zum Ortsrand von

Ersingen. In Ersingen bildet der nördliche Ortsrand die Abgrenzung zum

Landschaftsschutzgebiet. Im Gewann "Wertle" verläuft die Grenze nordöst-

lich des Feldweges Nr. 386/2 bis zum Rißkanal. Von dort verläuft sie nach

Westen entlang der Feldwege Nr. 441/1 und 420 bis zur Gemeindegrenze zu

Ehingen-Rißtissen. Auf der Westseite des Landschaftsteiles bilden die

Gemeindegrenzen zu Ehingen-Rißtissen und Öpfingen die Abgrenzung

des Landschaftsteiles. Ab dem Gewann "Insel" bildet im weiteren Verlauf nach

Osten bis zum Schnittpunkt mit der Bundesstraße B311 die Gemeindegrenze

von Oberdischingen die Abgrenzung des Landschaftsteiles. Ab hier verläuft die

Grenze südlich der - Bundestrasse nach Osten bis zum Ortsrand von

Donaurieden. Hier bilden der Ortsrand sowie die Grundstücksgrenzen der

Flurstücke Nr. 561 und 559/1 die Begrenzung des Landschaftsteiles. Ab dem

Gewann "Unteres Ried" verläuft die Grenze südlich der Bundesstraße weiter

nach Osten bis zum westlichen Ortsrand von Erbach, der hier den

Landschaftsteil begrenzt. Ab hier wird der Landschaftsteils auf seiner

Nordseite bis zum Schnittpunkt mit der Landesstraße L 1240 / Donaubrücke

durch das Nordufer der Donau begrenzt.

Vom Landschaftsschutzgebiet ausgenommen sind: die flächenhaften Natur-

denkmale D2 " Donaualtarm südlich Donaurieden", E1 "Donaualtarm am

Höllgrieß", E2 "Donaualtarm am Manzengrieß", E3 "Altarm der Riß am

Biesmahd", E4 "Altarm der Riß am Wertle" sowie im Gewann "Hinter der

Mühle" die Grundstücke Flurstück Nr. 3400 bis 3406, 3406/1 , 3410,

         3413 bis 3415 und 3411 teilweise.

 3      Die Flächen des Landschaftsschutzgebietes sind in 2 Flurkarten im

Maßstab 1 : 5.000 vom 30. Mai 2005 und in einer Übersichtskarte

im Maßstab 1 : 25.000 vom 30. Mai 2005 mit grüner Farbe eingetragen.

Diese Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten

wird beim Landratsamt Alb-Donau- Kreis in Ulm und beim Bürgermeisteramt

in Erbach zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der

Dienststunden niedergelegt.

4       Eine ausführliche Beschreibung des Landschaftsschutzgebietes bietet die

Würdigung für das Landschaftsschutzgebiet "Erbach" vom 30.05.2005.

§ 3

Schutzzweck

Für die als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenen Flächen auf dem Gebiet

der Stadt Erbach ergibt sich folgender Schutzzweck:

1       Landschaftsteil Nr. 1: Donauhalde „Weihenäcker", östlich Erbach

1.1    die durch den markanten Hangbereich und die kleinräumige, abwechslungs-

         reiche Landnutzung bedingte Eigenart, Vielfalt und Schönheit der Donauhalde

         zu erhalten,

1.2    die für die Donauhalde typischen, Landschaftsbild prägende und ökologisch

         wertvollen Kulturlandschaftselemente wie Feldhecken, Feldgehölze, Feldraine,

         Streuobstwiesen, Einzelbäume, Baumgruppen, Wassergräben, Feuchtwiesen,

         Röhrichte und Hochstaudenfluren zu erhalten,

1.3    unverbaute und landschaftsästhetisch wertvolle Teile des Donautals als lokal,

         regional und überregional bedeutsamen Erholungsraum zu erhalten.

2       Landschaftsteil Nr. 2: Donauhalde „Obere Halde". zwischen Erbach und

         Donaurieden

2.1    die durch den markanten Hangbereich und die kleinräumige, abwechslungs-

         reiche Landnutzung bedingte Eigenart, Vielfalt und Schönheit der Donauhalde

         zu erhalten,

2.2    die für die Donauhalde typischen, Landschaftsbild prägende und

         ökologisch wertvollen Kulturlandschaftselemente wie Feldhecken, Feldgehölze,

         Feldraine, Streuobstwiesen, Einzelbäume, Baumgruppen, Wassergräben,

         Feuchtwiesen, Röhrichte und Hochstaudenfluren zu erhalten,

2.3    unverbaute und landschaftsästhetisch wertvolle Teile des Donautals als lokal,

         regional und überregional bedeutsamen Erholungsraum zu erhalten.

3.1    die durch den markanten Hangbereich und die kleinräumige, abwechslungs-

         reiche Landnutzung bedingte Eigenart, Vielfalt und Schönheit der Donauhalde

         zu erhalten,

3.2    die für die Donauhalde typischen, Landschaftsbild prägende und ökologisch

         wertvollen Kulturlandschaftselemente wie Feldhecken, Feldgehölze, Feldraine,

         Streuobstwiesen, Einzelbäume, Baumgruppen, Wassergräben, Feuchtwiesen,

         Röhrichte und Hochstaudenfluren zu erhalten

3.3    unverbaute und landschaftsästhetisch wertvolle Teile des Donautals als lokal,

         regional und überregional bedeutsamen Erholungsraum zu erhalten.

4       Landschaftsteil Nr. 4: Taubes Ried

4.1    die durch einzelne, herausragende Landschaftselemente, den ökologisch

         wertvollen Naturhaushalt und die kleinräumige, abwechslungsreiche Landnut-

         zung bedingte Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Donauaue "Taubes Ried'.

         als Teil der Gemeindeübergreifenden Donauaue zu erhalten,

4.2    die in der Donauaue liegenden Altwasserreste der Donau mit ihrer typischen

         (Wasser- und Ufervegetation als Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu erhal-

         ten,

4.3    die Auewiesen als Lebensraum für zahlreiche Wiesenbrüter zu erhalten und

         weiter zu entwickeln,

4.4    die für die Donauaue typischen, Landschaftsbild prägende und ökologisch

         wertvollen Kulturlandschaftselemente wie Feldhecken, Feldgehölze, Feldraine,

         Einzelbäume, Baumgruppen, Auewaldreste, Ufergehölze, Altwasserreste,

         Wassergräben, Röhrichte, Riedflächen, Hochstaudenfluren und Verlandungs-

         zonen zu erhalten,

4.5    die unverbauten und landschaftsästhetisch wertvollen Teile des Donautals als

         lokal, regional und überregional bedeutsamen Erholungsraum zu erhalten.

5       Landschaftsteil Nr. 5 “Donautal'.

5.1    die durch das reich strukturierte Landschaftsbild, den ökologisch wertvollen

         Naturhaushalt, die kleinräumige, abwechslungsreiche Landnutzung, die gut

         entwickelten Ufergehölze, die zusammenhängende Seenplatte sowie die an-

         grenzende Donau mit ihren Altarmen bedingte Vielfalt, Eigenart und Schönheit

         des Donautals zu erhalten,

5.2    die in der Donauaue liegenden Altarme der Donau mit ihrer typischen Wasser-

         und Ufervegetation, Hochstaudenfluren und Verlandungszonen als Lebens-

         raum für Pflanzen und Tiere zu erhalten,

5.3    die Auewiesen als Lebensraum für zahlreiche Wiesenbrüter zu erhalten und

         weiter zu entwickeln,

5.4    die für die Donauaue typischen, Landschaftsbild prägenden und ökologisch

         wertvollen Kulturlandschaftselemente wie Feldhecken, Feldgehölze, Feldraine,

         Streuobstwiesen, Einzelbäume, Baumgruppen, Auewaldreste, Ufergehölze,

         Altarme, Wassergräben, Röhrichte, Riedflächen, Hochstaudenfluren und Ver-

         landungszonen zu erhalten,

5.5    die unverbauten und landschaftsästhetisch wertvollen Teile des Donautals als

         lokal, regional und überregional bedeutsamen Erholungsraum zu erhalten.

6       Soweit die FFH-Gebiete Nr. 7724-341 "Donau zwischen Munderkingen und

         Erbach", Nr. 7625-341 "Donautal bei Ulm" und Nr. 7926-341 "Rot und Bella-

         monter Rottum" innerhalb des Landschaftsschutzgebiets liegen, ist der

         Schutzzweck auch die Erhaltung der Tier- und Pflanzenbestände und ihrer Le-

         bensräume sowie solcher Arten und Lebensräume, die der Richtlinie

         92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 über die Erhaltung der natürlichen

         Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie) in

         besonderem Maße entsprechen.

         Im FFH-Gebiet Nr. 7724-341 "Donau zwischen Munderkingen und Erbach"

         kommen folgende Lebensraumtypen und Arten vor:

         Lebensraumtypen: Natürliche nährstoffreiche Seen, Fließgewässer mit fluten-

         der Wasservegetation, Feuchte Hochstaudenfluren, Magere Flachlandmäh-

         wiesen, Hainsimsen-Buchenwald, Waldmeister-Buchenwald, Sternmieren-

         Eichen-Hainbuchenwald, Auenwälder mit Erle, Esche, Weide

         Fische: Bachneunauge (Lampetra planerj), Groppe (Gottus gobio),

         Huchen (Hucho hucho), Rapfen (Aspjus aspius), Streber (Zingel streber)

         Amphibien: Gelbbauchunke (Bornbina variegata), Kammmolch (Triturus

         cristatus)

         Fledermäuse: Großes Mausohr (Myotis myotis)

         Säugetiere: Biber (Gastor fiber)

         Im FFH-Gebiet Nr. 7625-341 "Donautal bei Ulm" kommen folgende Lebens-

         raumtypen und Arten vor:

         Lebensraumtypen: Natürliche nährstoffreiche Seen, Fließgewässer mit fluten-

         der Wasservegetation, Feuchte Hochstaudenfluren, Hainsimsen-Buchenwald,

         Waldmeister-Buchenwald, Auenwälder mit Erle, Esche, Weide, Hartholzauen-

         wälder

         Fische: Bachneunauge (Lampetra planeri), Groppe (Cottus gobio),

         Huchen (Hucho hucho), Rapfen (Aspjus aspius), Streber (Zingel streber)

         Säugetiere: Biber (Gastor fiber)

         Moose: Grünes Besenmoos (Dicranurn viride)

         lm FFH-Gebiet Nr. 7926-341 "Rot und Bellamonter Rottum" kommen folgende

         Lebensraumtypen und Arten vor:

         Lebensraumtypen: Kalkreiche, nährstoffreiche Stillgewässer mit Armleuchter-

         algen, Natürliche nährstoffreiche Seen, Fließgewässer mit flutender Wasser-

         vegetation, Feuchte Hochstaudenfluren, Kalktuffquellen, Hainsimsen-

         Buchenwald, Waldmeister-Buchenwald, Schlucht- und Hangmischwälder, Au-

         enwälder mit Erle, Esche, Weide,

         Fische: Bitterling (Rhodeus sericeus amarus), Groppe (Cottus gobio)

§ 4

Verbote

Handlungen, die den Charakter des Landschaftsschutzgebietes verändern oder dem

Schutzzweck entgegenstehen, sind verboten. Dies gilt besonders, wenn dadurch

1       der Naturhaushalt geschädigt wird,

2       die Naturgüter nicht mehr ausreichend und nachhaltig genutzt werden können

3       das Landschaftsbild erheblich nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart

         der Landschaft auf andere Weise erheblich beeinträchtigt wird oder

4       der Naturgenuss oder der besondere Erholungswert der Landschaft erheblich

         beeinträchtigt wird.

§ 5

Erlaubnisvorbehalt

1       Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen

         Schutzzweck entgegenstehen können, bedürfen der Erlaubnis der unteren Na-

         turschutzbehörde.

         Wenn die Handlung Auswirkungen auf die FFH-Gebiete haben kann, ist gege-

         benenfalls auch eine Verträglichkeitsprüfung beziehungsweise eine Ausnahme

         nach § 26 c NatSchG erforderlich.

2       Der Erlaubnis bedarf es insbesondere, um:

2.1    bauliche Anlagen nach der Landesbauordnung -in der jeweils geltenden Fas-

         sung -zu errichten oder dem Errichten gleichgestellte Maßnahmen durchzu-

         führen.

         Dies gilt auch für Feldhäuschen, Geschirrhütten, Fahrsilos, Dunglegen mit Bo-

         denplatte und andere Anlagen, auch wenn diese nicht baurechtlich oder was-

         serrechtlich genehmigt werden müssen.

         Fahrsilos des Typs "Traunsteiner Silo" mit maximal 1,5 m Wandhöhe und be-

         grünten Erdwällen können ohne Erlaubnis errichtet werden.

         Im Landschaftsschutzgebiet ist es grundsätzlich möglich, neue landwirtschaft-

         liche Betriebsaussiedlungen zu errichten beziehungsweise landwirtschaftliche

         Anwesen zu erweitern.

2.2    Einfriedigungen zu errichten auch wenn diese baurechtlich nicht genehmigt

         werden müssen.

         Weidezäune und forstliche Kulturzäune, die einem land- oder forstwirtschaftli-

         chen Betrieb dienen und das Landschaftsbild nicht beeinträchtigen, sind er-

         laubnisfrei.

2.3    ober- oder unterirdische Leitungen aller Art zu verlegen oder zu ändern.

2.4    Steine, Kies, Sand, Lehm oder andere Bodenbestandteile abzubauen, zu ent-

         nehmen oder einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu än-

         dern, insbesondere durch Auffüllungen oder Abgrabungen.

Erlaubnisfrei sind Auffüllungen zur Bodenverbesserung auf Ackerflächen bis

zu maximal 20 cm Auffüllhöhe, wenn die Auffüllung innerhalb der genehmi-

gungsfreien Flächenbegrenzung nach der Landesbauordnung beziehungswei-

se dem Naturschutzgesetz -in der jeweils geltenden Fassung - liegt. Beim In-

Kraft- Treten dieser Landschaftsschutzgebietsverordnung sind nach § 50

Abs. 1 in Verbindung mit Ziffer 67 des Anhangs zu § 50 Abs. 1 der Landes-

bauordnung -in der Fassung vom 8. August 1995 -Auffüllungen mit nicht

mehr als 300 m Fläche genehmigungsfrei.

2.5    Gegenstände zu lagern, wenn sie nicht für die zulässige Nutzung des Grund-

         stückes erforderlich sind. Erlaubnisfrei ist das vorübergehende lagern, zum

         Beispiel von Siloballen und aufbereiteten Holzsortimenten (zum Beispiel Lang-,

         Kurz- und Schichtholz), auf landwirtschaftlich genutzten Flächen außerhalb

         wertvoller Biotope.

2.6    Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen oder zu ver-

         ändern.

2.7    Spiel-, Sport- oder Motorsportanlagen, Freizeitflächen oder Freizeiteinrichtun-

         gen, wie zum Beispiel Grillstellen oder Spielgeräte, anzulegen oder zu verän-

         dern.

2.8    Start- und Landeplätze, Gelände für Fluggeräte aller Art, wie zum Beispiel Mo-

         tor- und Gleitflugzeuge, Hängegleiter, Gleitfallschirme und Flugmodelle anzu-

         legen oder zu verändern.

2.9    Motorbetriebene Sportgeräte aller Art zu betreiben. Der Einsatz von Loipen-

         spurgeräten ist erlaubnisfrei.

2.10 Wohnwagen, Wohnmobile oder andere Kraftfahrzeuge sowie Verkaufsstände

         außerhalb der zugelassenen Plätze auf- oder abzustellen oder mehrtägig zu

         zelten.

2.11 außerhalb von zugelassene" Feuer- und Grillstellen Feuer zu machen oder zu

         grillen.

         Das Entzünden von Feuer im Rahmen der ordnungsgemäßen Land- und

         Forstwirtschaft ist erlaubnisfrei.

2.12 fließende oder stehende Gewässer, wie zum Beispiel Fischteiche, anzulegen,

         zu beseitigen oder zu verändern sowie Entwässerungsmaßnahmen oder ande-

         re Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verän-

         dern. Bestehende Drainagen dürfen in Stand gehalten beziehungsweise in ~.

         Stand gesetzt werden.

         Boote, Flöße oder andere schwimmende Anlagen zu verankern oder Stege zu

         errichten.

2.13 auf der Donau Veranstaltungen durchzuführen, Boote, Flöße oder andere

         schwimmende Anlagen zu verankern oder Stege zu errichten. Das Befahren

         der Donau mit Wasserfahrzeugen ohne eigene Antriebskraft ist erlaubnisfrei.

2.14 Wasser aus Tümpeln, Wassergräben, Seiten- und Altarmen der Donau, der

         Westernach und der Rot zu entnehmen. Erlaubnisfrei ist das Entnehmen von

         Wasser in Notfällen wie zum Beispiel Brand.

2.15 neu aufzuforsten.

2.16 wesentliche Landschaftsbestandteile wie Feldhecken, Feldgehölze, Feldraine,

         Streuobstwiesen, Obsthochstämme, Einzelbäume, Baumgruppen, Auewald-

         reste, Ufergehölze, Altarme, Wassergräben, Röhrichte, Riedflächen, Hoch-

         staudenfluren und Verlandungszonen zu zerstören oder erheblich oder nach-

         haltig zu beeinträchtigen.

         Der ordnungsgemäße Pflegeschnitt von Obstbäumen sowie der Ersatz einzel-

         ner Obsthochstämme durch Neupflanzung sind erlaubnisfrei. Bei Feldhecken,

         Feldgehölzen und Gebüschen sind das abschnittsweise Auf-den-Stock-Setzen

         sowie - das Entnehmen einzelner Bäume erlaubnisfrei.

2.17 das Gebiet außerhalb klassifizierter Straßen mit Kraftfahrzeugen oder Krafträ-

         dern zu befahren. Fahrzeuge, die zur Bewirtschaftung und zulässigen Nutzung

         des Grundstückes notwendig sind, sind hiervon ausgenommen.

2.18  Plakate, Bild- oder Schrifttafeln, Werbeanlagen aufzustellen oder anzubringen.

2.19 Freizeitaktivitäten durchzuführen, wenn sie die natürliche Vegetation oder

         Oberbodenschicht beeinträchtigen können.

2.20 Kleingärten anzulegen oder die Bodennutzung auf andere Weise wesentlich

         zu ändern.

2.21 auf Heideflächen oder Magerrasen zu pferchen sowie darauf Dung

         zu lagern.

2.22 nicht genutztes, aber offen gehaltenes Grünland (Dauerbrache) umzubrechen.

         Erlaubnisfrei ist die Rückführung von Dauerbrachen, die durch zeitlich be-

         grenzte Stilllegung von Ackerflächen im Rahmen der EU-Agrarreform oder an-

         derer Agrarverordnungen entstanden sind.

3       Handlungen sind zu erlauben, wenn sie keine der in § 4 genannten Wirkungen

         zur Folge haben.

         Die Erlaubnis kann mit Auflagen sowie befristet oder widerruflich erteilt wer-

         den, wenn dadurch erreicht werden kann, dass die Wirkungen der Handlungen

         abgewendet werden können oder dem Schutzzweck nur unwesentlich entge-

         genstehen.

4       Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestat-

         tung ersetzt, wenn diese im Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde erteilt

         wird.

§ 6

Zulässige Handlungen

1       Die Verbote und Erlaubnisvorbehalte der §§ 4 und 5 gelten nicht für die im

         Sinne des Naturschutzgesetzes:

1.1    ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung nach den jeweils gelten-

         den rechtlichen Bestimmungen. Zu einer ordnungsgemäßen landwirtschaftli-

         chen Bodennutzung gehört es insbesondere nicht:

         a)      die Bodengestalt durch Auffüllungen, Abgrabungen oder einer anderen

                   Art und Weise zu verändern,

         b)      nicht genutztes, aber offen gehaltenes Grünland (Dauerbrache) umzu-

                   brechen.

                   Ausgenommen ist die Rückführung von Dauerbrachen, die durch zeit-

                   lich begrenzte Stilllegung von Ackerflächen im Rahmen der EU-

                   Agrarreform oder anderer Agrarverordnungen entstanden sind.

         c)      wesentliche Landschaftsbestandteile wie: Feldhecken, Feldgehölze,

Feldraine, Streuobstwiesen, Obsthochstämme, Einzelbäume, Baum-

gruppen, Auewaldreste, Ufergehölze, Altarme, Wassergräben, Röhrich-

te, Riedflächen, Hochstaudenfluren und Verlandungszonen zu zerstören

oder erheblich oder nachhaltig zu beeinträchtigen.

Der ordnungsgemäße Pflegeschnitt von Obstbäumen sowie der Ersatz

einzelner Obsthochstämme durch Neupflanzung sind erlaubnisfrei. Bei

Feldhecken, Feldgehölzen und Gebüschen sind das abschnittsweise

Auf-den-Stock-Setzen sowie das Entnehmen einzelner Bäume

Erlaubnisfrei.

1.2    ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung gemäß Landeswaldge-

         setz. Bauliche Maßnahmen nach § 49 und 50 Landesbauordnung sind hiervo

         nicht umfasst.

1.3    ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei.

2       Die Verbote und Erlaubnisvorbehalte der §§ 4 und 5 gelten ferner nicht:

2.1    für behördliche angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

2.2    für Pflegemaßnahmen, die von der unteren Naturschutzbehörde oder einer

         von ihr beauftragten Stelle oder im Wald mit dem Einvernehmen der Landes-

         forstverwaltung zugelassen werden.

         Schutz- und Pflegemaßnahmen werden unter besonderer Berücksichtigung

         der sich aus den Anforderungen der FFH-Richtlinie ergebenden Erhaltungs-

         und Entwicklungsziele in einem Pflege- und Entwicklungsplan festgelegt.

2.3    für die Unterhaltung und Instandsetzung Rechtmäßigerweise bestehender Ein-

         richtungen wie Straßen und Wege, Betriebsanlagen der öffentlichen Wasser-

         versorgung, sonstige Versorgungs- und Entsorgungsanlagen, Fernmeldeanla-

         gen sowie Schutzzäune an Verkehrswegen.

2.4    für den Bestand und die Benutzung des Sonderlandeplatzes Erbach im Land-

         schaftsteil Nr. 4 "Taubes Ried", entsprechend der Entscheidung des Regie-

         rungspräsidiums Tübingen vom 26.03.2001, Aktenz.: 45-21/3846-Erbach.

2.5    für den Bestand und die Benutzung des Start- und Landeplatzes für Ballone

         auf dem Grundstück, Flurstück-Nr. 572, Gemarkung Donaurieden, im bisheri-

         gen Umfang.

2.6    für den Bestand und die Benutzung des Sportplatzes auf den Grundstücken,

         Flurstück-Nr. 558,561 teilw. und 564, Gemarkung Donaurieden, im bisherigen

         Umfang.

§ 7

Befreiung

Die untere Naturschutzbehörde kann Antragsteller nach § 63 NatSchG von den Vor-

schriften dieser Verordnung befreien.

Wenn die Handlung Auswirkungen auf das FFH-Gebiet haben kann, ist gegebenen-

falls auch eine Verträglichkeitsprüfung beziehungsweise eine Ausnahme nach § 26 c

NatSchG erforderlich."

§ 8

Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG verhält sich, wer im Land-

schaftsschutzgebiet:

1       vorsätzlich oder fahrlässig Handlungen vornimmt, die nach § 4 dieser Verord-

         nung verboten sind.

2       ohne Erlaubnis Handlungen vornimmt, die nach § 5 dieser Verordnung durch

         die untere Naturschutzbehörde erlaubt werden müssen.

§ 9

In-Kraft- Treten

1       Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung im amtlichen Mittei-

         lungsblatt der Stadt Erbach in Kraft.

2       Gleichzeitig tritt außer Kraft:

2.1    die Verordnung des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis über das Landschafts-

         schutzgebiet" Taubes Ried" vom 25.11.1982 -veröffentlicht im Amtsblatt der

         Stadt Ulm und des Alb-Donau-Kreises vom 25.11.1982 -für die Bereiche, die

         sich innerhalb des Gemeindegebietes der Stadt Erbach befinden.

Ulm, 30. Mai 2005

Landratsamt Alb-Donau-Kreis

Untere Naturschutzbehörde

Dr. Wolfgang Schürle

Landrat

 

Verkündungshinweis:

Gemäß § 60 a NatSchG ist eine Verletzung der in § 59 NatSchG genannten Verfah-

rens- und Formvorschriften nur beachtlich, wenn sie innerhalb eines Jahres nach Er-

lass der Verordnung schriftlich dem Landratsamt Alb-Donau-Kreis geltend gemacht

wird. Der Sachverhalt, der die Verletzung begründen soll, ist darzulegen.